mini|Auferstehungskirche in Oberaudorf (Foto 2009) Franz Lichtblau (* 23. Februar 1928 in Bad Tölz; † 25. November 2019 in München) war ein deutscher Architekt, der insbesondere im evangelischen Kirchenbau hervorgetreten ist.
Leben Lichtblau studierte nach dem Abitur 1946 und nach einer Lehre als Zimmermann bei Egon Eiermann an der Technischen Hochschule Karlsruhe sowie bei Robert Vorhoelzer, Martin Elsaesser, Hermann Leitenstorfer und Hans Döllgast an der Technischen Hochschule München.
1956 nahm er an einem Wettbewerb für die evangelische Kirche in Oberaudorf am Inn teil, den er gewann. Nachfolgend errichtete er eine Reihe von evangelischen Kirchen in Oberbayern und ab 1962 auch in Würzburg, Coburg, Erlangen, Augsburg, Bamberg und Kempten. Daneben nahm er zahlreiche denkmalpflegerische Renovierungen in Nördlingen, Memmingen, Lindau, Schweinfurt und Amberg vor. In Partnerschaft mit Ludwig J. N. Bauer (1929–2003) entstanden außerdem Sozialbauten, Kindergärten, Schülerheime, Behinderteneinrichtungen, Alten- und Pflegeheime, Wohnbauten, Stadterweiterungen sowie Industrie- und Gewerbebauten.
Lichtblau arbeitete vielfach mit dem Kirchenmaler Hubert Distler zusammen.
Neben dem früh verstorbenen Olaf Andreas Gulbransson, Gustav Gsaenger und Reinhard Riemerschmid hat Lichtblau den evangelischen Kirchenbau in Bayern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt. Viele der Kirchen, die Lichtblau schuf, sind über einem mehreckigen Grundriss errichtet. Die meisten haben einen freistehenden Turm.
Bauten mini|hochkant|Immanuelkirche in München (Foto 2004) mini|Außenansicht der Ostseite der Evangelischen Versöhnungskirche Neunburg vorm Wald 1957–1958: Evangelische Auferstehungskirche in Oberaudorf (Denkmalschutz 1999) 1960: Petruskirche, Geretsried 1961: Michaelskapelle, Dietramszell 1962: Auferstehungskirche in der Gartenstadt Keesburg, Würzburg 1963: Zachäuskirche, Sauerlach 1963: Friedenskirche, Hunderdorf 1963–1964: Johanneskirche, Alterlangen, 1964: Emmauskirche, München 1964: Philippuskirche, München 1965: Evangelische Ewigkeitskirche, Übersee (Chiemgau) (siebeneckiger Grundriss) 1965–1966: Immanuelkirche, München 1965: Erweiterung der Evang.-Luth. Friedenskirche, Waldmünchen 1966–1967: Evang.-Luth. St.-Andreaskirche, Augsburg, Herrenbach 1966–1968: Erweiterung der evangelisch-lutherischen Versöhnungskirche, Neunburg vorm Wald 1970: Umgestaltung der Johanneskirche, Bad Tölz 1970: Versöhnungskirche, Geretsried, 2023 entwidmet 1972: Erweiterung der Auferstehungskirche um Gemeindesaal und Pfarrhaus von Olaf Andreas Gulbransson, Neufahrn mit Ludwig Bauer 1974: Neues Chorzentrum für den Windsbacher Knabenchor (Wettbewerb) 1976: Pfennigparade in München-Schwabing (Bauabschnitt 3: Behinderten- und Personalwohnungen, Gewerbetrakt) 1985: Cantate Kirche, in Kirchheim bei München 1989: Umbau der Max-Kaserne in 50 Sozialwohnungen (Lindau/Insel) 1998: Segenskirche, Holzkirchen (mit Ludwig Bauer) 2004–2005: Immanuelkirche, Diedorf Umbau und Erweiterung von Sozialheimen der Rummelsberger Anstalten (Schloss Ditterswind u. a.)
Literatur Andreas Hildmann (Hrsg.): Kleine Kirchen von Franz Lichtblau. Eine Werkliste. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2013, ISBN 978-3-89870-832-6.
Weblinks
Artikel von Susanne Petersen im Sonntagsblatt (2008) Heimat für Gott und die Menschen, Artikel von Susanne Petersen im Sonntagsblatt (2013)
Einzelnachweise
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