mini|Hamburg, Planten un Blomen: Platane von 1821 im Teil Alter Botanischer Garten. Standort zwischen Tropenhaus und Congress-Centrum
Planten un Blomen (niederdeutsch für „Pflanzen und Blumen“) ist eine etwa 47 Hektar große öffentliche Parkanlage im Zentrum von Hamburg. Der Park ist Teil eines einstmals die gesamte Innenstadt umschließenden Grüngürtels, der Anfang des 19. Jahrhunderts nach der Schleifung der Hamburger Stadtbefestigung entstanden war. Als Gründungsdatum gilt der 6. November 1821, als der erste Direktor des Botanischen Gartens, Johann Georg Christian Lehmann, eine Platane als ersten Baum des neuen Gartens pflanzte. Der Baum befindet sich am Eingang Dammtor zwischen Tropenhaus und Congress-Centrum.Hamburg, Planten un Blomen: Platane von 1821 im Teil Alter Botanischer Garten. Standort zwischen Tropenhaus und Congress-Centrum. Erklärungen auf der Tafel.
Der heute gebräuchliche Name geht auf die Niederdeutsche Gartenschau von 1935 zurück und bezeichnete ursprünglich nur einen kleinen Teil des Geländes, wurde aber später auf die Gesamtanlage ausgeweitet.
Der Park ist wegen seiner zentralen Lage und seiner vielfältigen Erholungsmöglichkeiten ein beliebtes Ausflugs- und Naherholungsziel. In den Sommermonaten finden hier öffentliche Kindertheatervorstellungen, Wasserlichtkonzerte und Musikdarbietungen statt. Der Eintritt ist frei.
Lage Der Park ist Teil eines Grünzuges, der in einem Bogen westlich um die Hamburger Neustadt verläuft und dem Verlauf der im 19. Jahrhundert abgetragenen Hamburger Stadtbefestigung folgt. Der Grünzug führt von der Lombardsbrücke an der Binnenalster durch den zwischen den Gleisen der Verbindungsbahn und Esplanade gelegenen Gustav-Mahler-Park zum Dammtor, von dort weiter durch den Alten Botanischen Garten und den Wallringpark (Kleine und Große Wallanlagen) zum Millerntor und mündet jenseits der Straße in den Alten Elbpark mit dem Stintfang, einer über der Elbe und den Landungsbrücken gelegenen Anhöhe.
Planten un Blomen wird im Osten durch den Straßenzug Gorch-Fock-Wall/Holstenwall begrenzt, an dem zum Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts einige repräsentative Verwaltungsbauten, wie die Oberpostdirektion am Stephansplatz oder die Handwerkskammer, entstanden. An dieser Straße liegt im südöstlichen Ende von Planten un Blomen das Museum für Hamburgische Geschichte. Im Westen wird hier der Park von der Glacischaussee und dem dahinter liegenden Heiligengeistfeld begrenzt.
Am Sievekingsplatz, mit den Gerichtsgebäuden des Justizforums und der Untersuchungshaftanstalt Hamburg im Westen und dem Johannes-Brahms-Platz mit der Laeiszhalle im Osten, wird der Verbindungsweg der Parkanlage unter den Straßen hindurchgeführt.
Während die ehemals als Wallanlagen und Alter Botanischer Garten bezeichneten Teile des Parks zum Stadtteil Neustadt gehören, ist der nordwestliche Parkteil, der später dem ganzen Park seinen Namen gab, ein Teil von St. Pauli. Dieser grenzt im Norden an die Verbindungsbahn und das Congress Center Hamburg (CCH), im Westen an die Rentzelstraße mit dem Heinrich-Hertz-Fernsehturm und im Süden an das Messegelände der Hamburg Messe, von wo ein überdachter Arkadenweg, der sogenannte Messeweg, durch den Park bis zum CCH mit seinem Hotel-Hochhaus und den Bahnhof Dammtor führt. Dieser Messeweg und die Marseiller Straße zu den unterirdischen Zufahrten des CCH bilden gleichsam die Grenze zum Alten Botanischen Garten mit dem jetzt von der Bucerius Law School genutzten Altbauten des Botanischen Instituts der Universität.
Geschichte Alter Botanischer Garten Die Stadt Hamburg stellte 1821 einen kleinen Teil der Wallanlagen beim Dammtor zum Aufbau eines privaten Botanischen Gartens zur Verfügung. Er wurde ab 1857 als Staatsinstitut geführt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Garten auf 20 Hektar erweitert. Nach Eröffnung des Neuen Botanischen Gartens in Klein Flottbek im Jahr 1979 wurde der Alte Botanische Garten in Planten un Blomen eingegliedert.Hamburg, Planten un Blomen: Teil Alter Botanischer Garten. Informationstafel über die Entstehung.
Erster technischer Leiter (Inspektor) war Johann Heinrich Ohlendorff. Nachfolger von Ohlendorff wurde Eduard Otto (1812–1885). Von 1845 bis 1852 übernahm er für Lehmann die Leitung des Gartens und wurde dafür zum Garteninspektor ernannt. Nach dem Tode von Johann Georg Christian Lehmann 1860 übernahm Eduard Otto wieder die Leitung. Im Juli 1863 wurde Heinrich Gustav Reichenbach als Direktor eingesetzt.
1810 hatte Johannes Flügge den ersten Botanischen Garten in Hamburg als Aktiengesellschaft gegründet. Er wurde 1813 während der Besatzung Hamburgs durch Napoleonische Truppe zerstört.
Zoologischer Garten und Friedhof mini|hochkant|1903 errichtetes Denkmal für Kaiser Wilhelm I.
An die vorherige Nutzung als Zoologischer Garten Hamburg erinnert der Name der nördlich angrenzenden „Tiergartenstraße“. Der Zoologische Garten war 1863 eröffnet worden. Er grenzte südlich an die „St. Petersburger Straße/Jungiusstraße“ und den (alten) Botanischen Garten, getrennt durch die Straße „Bei den Kirchhöfen“. Dieser Straßenname wiederum erinnert an die Dammtorfriedhöfe, die sich hier seit 1793 befanden. Auf Teilen des Geländes des Zoologischen Gartens wurde ab 1930 ein Volks- und Vergnügungspark errichtet. 1935 fand auf anderen Teilen des Geländes unter Leitung des Gartenarchitekten Karl Plomin die „Niederdeutsche Gartenschau“ statt.
Vorbereitung durch Gartenbau-Ausstellungen mini|Reste des alten Stadtgrabens (hier um 1900) sind noch vorhanden und wurden in die Parkanlagen einbezogen. Die Internationale Gartenbauausstellung 1897 wurde als Blumenschau in den Großen Wallanlagen zwischen Millerntor und Holstenwall abgehalten.
Niederdeutsche Gartenschau ab 1935: Die Schau sollte die Pflanzenwelt Deutschlands widerspiegeln. Das Gelände wurde durch die Zusammenlegung des alten Zoologischen Gartens (siehe Tiergartenstraße) und des geräumten Friedhofsgeländes der Hamburger Hauptkirchen geschaffen. Entsprechend der damaligen nationalen Auffassung wurden exotische Pflanzen durch einheimische ersetzt. Der niederdeutsche Name Planten un Blomen wurde eingeführt, und die neue Gartenanlage wurde 1935 von dem damaligen Bürgermeister Carl Vincent Krogmann eröffnet.In Planten un Blomen durften nur deutsche Gewächse blühen. In: Welt am Sonntag. 26. Juni 2005 (über die Eröffnung von Planten un Blomen).
Der Park wurde in der Operation Gomorrha im Juli/August 1943 während des Zweiten Weltkriegs nahezu vollständig zerstört. Als einzige Relikte aus der alten Zeit existieren noch die Sonnenuhr, die Kaskaden und die weißen Mauern im alten Rosengarten (heute Bürgergarten) und im Apothekergarten. Seit 1953 wurde der Park zu verschiedenen Anlässen wieder auf- und umgebaut.
1953, 1963 und 1973 wurden auf dem Gelände jeweils die Internationalen Gartenbau-Ausstellungen (IGA) durchgeführt. Die Internationalität spiegelte sich nun auch in der Pflanzenwelt der Anlage wider.
Internationale Gartenbauausstellung 1953: Das Gelände umfasste Planten un Blomen, die Wallanlagen und das Messegelände. Auf der ehemaligen Eulenburg, dem Hügel neben der Wasserorgel, wurde im Parksee der Philipsturm errichtet. Wasserorgel und Parksee wurden angelegt.
Internationale Gartenbauausstellung 1963: Das Ausstellungsgelände wurde erweitert und umfasste die Wallanlagen, den Botanischen Garten und das Heiligengeistfeld. Erhalten geblieben sind von der IGA 1963 die Tropengewächshäuser von Bernhard Hermkes im Alten Botanischen Garten. Die Mittelmeerterrassen am Sonnenhang vor dem Gewächshaus zum Wallgraben hin wurden angelegt. Als besondere Messe-Attraktion führte 1963 eine Gondelbahn vom Dammtor über elf Stützen und 1,415 Kilometer bis zum Millerntor und wieder zurück, die bei Ausstellungsende aber wieder abgebaut wurde. Durch diese Bahn wurde das langgestreckte Ausstellungsgelände optimal erschlossen, dessen Fläche mit dem heutigen Park Planten un Blomen weitgehend deckungsgleich war. Insgesamt 5,4 Millionen Menschen besuchten die IGA 1963.
Internationale Gartenbauausstellung 1973: Ein Übergang über die Marseiller Straße wurde geschaffen, Spielplätze, Wasserlichtorgel und Eisbahn angelegt. Vom Alten Botanischen Garten blieb das Gewächshaus. Die Planungen für den Neuen Botanischen Garten in Klein Flottbek wurden aufgenommen, dieser dann neu angelegt und 2012 in Loki-Schmidt-Garten umbenannt. Nicht viel besser als der Seilbahn erging es der zur IGA 1973 angelegten IGA-Bahn (es gab zwar schon zuvor eine Parkeisenbahn, diese befuhr aber nur einen kleinen Kreis rund um das alte Planten un Blomen). Sie machte Halt an vier Stationen zwischen den Eingängen Dammtor, Fernsehturm und Millerntor; die Gleise führten mitten durch Beete und Grünanlagen. Der Betrieb der Bahn wurde nach Ende des Ausstellungsjahres fortgesetzt; da sich jedoch später kein Betreiber mehr fand, fuhr im Oktober 1982 der letzte Zug. 1985 wurden die Gleise größtenteils demontiert, Reste sind jedoch noch heute zu finden.Die IGA-Bahnen und Parkbahnen in Planten un Blomen und im Wallringpark, in: Dirk Oetzmann: Die Hamburger Schmalspurbahnen (Verkehrshistorische Reihe: Hamburger Nahverkehrsmittel Nr. 27), Hamburg 2010, ISBN 978-3-92399977-4, S. 4–44.
Umbau nach 1973 1986 wurden die Gebiete des Alten Botanischen Gartens am ehemaligen Botanischen Institut (seit 2000 die Bucerius Law School) sowie der Kleinen und Großen Wallanlagen am Wallring – die vom Bezirk Hamburg-Mitte zwischenzeitlich als Wallringpark verwaltet worden waren – eingegliedert und das Gelände in einen öffentlichen Park umgewandelt. Dies war ein eingelöstes Wahlversprechen des Hamburger Senats. Zuvor war für Planten un Blomen Eintritt erhoben worden. Der mittlerweile zu klein gewordene Botanische Garten samt Botanischem Institut erhielt 1979 in Klein Flottbek eine neue und größere Fläche zugewiesen.
mini|hochkant|Sonnenuhr Eine Teilfläche des alten Parkgeländes wurde am Ostrand bis zum Bahndamm der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn für das Congress Center Hamburg (CCH) abgezweigt und die neue Marseiller Straße abgesenkt, so dass sie unter dem Gartengelände hindurchführt und zugleich eine Zufahrtsrampe zum unterirdischen Parkhaus ist.
Der südliche Teil des dem Park zugewandten Dag-Hammarskjöld-Platzes vom Bahnhof Hamburg Dammtor wurde mit einer weit verzweigten Fußgängerbrücke, der Dag-Hammarskjöld-Brücke, überspannt, um einen bequemen Zugang zum neuen Planten un Blomen-Haupteingang und eine Anbindung zum U-Bahnhof Stephansplatz zu ermöglichen.
Zwei japanische Gärten und ein Rosengarten entstanden. Quer durch den Park wurde 1990 zwischen Kongresscentrum und Messegelände ein glasüberdachter Gehweg eingerichtet.
Der Apothekergarten wurde 1991 an die Nordwestecke zur Tiergartenstraße hin verlegt.
Kunst im Park mini|links|Hans Martin Ruwoldts Panther in Planten un Blomen In und um Planten un Blomen befinden sich viele Kunstwerke, wie der Panther von Hans Martin Ruwoldt.
Areale des Parks Nach der IGA 1973 wurden die Areale „Planten un Blomen“, „Alter Botanischer Garten“, „Kleine Wallanlagen“, „Große Wallanlagen“ insgesamt als „Wallringpark“ bezeichnet und erhielten 1986 als Gesamtparkanlage den Namen „Planten un Blomen“.Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (Hrsg.): Planten un Blomen. Faltblatt mit Übersichtsplan. Hamburg, 2. Auflage, Dezember 2005.
Planten un Blomen um den Parksee Rosengarten mini|links|Rosengarten (2005) mini|Rosengarten (2005)
Der Rosengarten mit einer Fläche von rund 5.000 m² ist seit 1993 Bestandteil von Planten un Blomen. Seine Anlage erfolgte im sogenannten „klassischen Stil“. Im Rosengarten wurden ungefähr 300 verschiedene Rosenarten angepflanzt, darunter historische Rosen, Parkstrauch- und Wildrosen, Kletterrosen oder Teehybriden. Die Bepflanzung wurde durch Stauden, Sommerblumen und verschiedene Kleingehölze ergänzt.