Wendisch-Cunnersdorf () ist ein Dorf und seit 1994 ein Ortsteil der sächsischen Stadt Löbau im Landkreis Görlitz in der Oberlausitz. Der Ortsteil ist der Ortschaft Rosenhain zugeordnet.
Der Ort liegt nordöstlich des Löbauer Stadtzentrums am Grundwasser, einem Zufluss des Rosenhainer Wassers. Umgebende Ortsteile sind Rosenhain im Norden, Dolgowitz im Osten, Bischdorf (OT von Rosenbach) im Südosten, Wendisch-Paulsdorf im Südwesten und Georgewitz im Westen. Ab 1939 wurde Wendisch-Cunnersdorf amtlich als Rosenhain III, zu DDR-Zeiten als Rosenhain C bezeichnet.Webseite zu den Löbauer Ortsteilen
Jahr Einwohner 1777 15 Gärtner, 2 Häusler 1834 213 1871 213 1890 229 1910 192 1925 182
Geschichte mini|links|Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Rittergutes Wendisch-Cunnersdorf
Wendisch-Cunnersdorf wurde 1317 erstmals als Conradisdorf sclavicalis urkundlich erwähnt und in diesem Dokument dem Löbauer Gericht zugewiesen. Der Ortsname weist darauf hin, dass das ursprünglich wendische (sorbische) Dorf im 13. Jahrhundert von einem deutschen Lokator namens Konrad umgestaltet wurde. 1443 ist erstmals von Windischekunersdorff die Rede, 1519 wieder von Conradstorff slawica.
Besitzer des Dorfes waren verschiedene Adelsfamilien, u. a. die Herren von Gersdorff, von Nostitz sowie die Besitzer des Rittergutes Unwürde, die Familie von Hund und Altengrotkau. 1777 wurde im Ort ein eigenständiges Rittergut geschaffen, welches im 19. Jahrhundert an bürgerliche Besitzer fiel. Dieses bestand aus einem großen Vierseithof mit Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden, welcher heute als Reiterhof genutzt wird. Außerdem gehörte eine Wassermühle am Grundwasser dazu, deren Bauten ebenfalls noch erhalten sind. Kirchlich untersteht Wendisch-Cunnersdorf der Kittlitzer Kirche.
Bis ins späte 19. Jahrhundert wurde in Wendisch-Cunnersdorf auch Sorbisch gesprochen. Arnošt Muka ermittelte 1884/85 eine Einwohnerzahl von 203, darunter waren neben 181 Deutschen auch 22 Sorben (11 %). Diese sprachen den mittlerweile ausgestorbenen Löbauer Dialekt.
Am 1. April 1939 wurde Wendisch-Cunnersdorf nach Rosenhain eingemeindet und amtlich in Rosenhain III umbenannt. Die Namensänderung erfolgte im Sinne der nationalsozialistischen Germanisierungspolitik mit dem Ziel, den sorbischen Ursprung der Siedlung zu verschleiern. Auch die DDR übernahm diese Namensänderung, wechselte später jedoch zur Benennung des Ortsteils als Rosenhain C. Erst 1985 erhielt der Ort seinen ursprünglichen Namen zurück.Gero Lietz: Zum Umgang mit dem nationalsozialistischen Ortsnamen-Erbe in der SBZ/DDR. Leipzig 2005, S. 55 1957 kamen einige Einzelgrundstücke der Gemarkung Georgewitz, darunter ein früheres Einnehmerhaus mit Gaststätte (heute Pension zum Schweizerhaus) dazu.
Am 1. März 1994 wurde die Gemeinde Rosenhain mit ihren Ortsteilen nach Löbau eingemeindet.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Im Zuge der Neugliederung des Stadtgebietes auf Beschluss des Löbauer Stadtrates vom 7. Juli 2011 wurden einige ehemals selbständige Dörfer, darunter auch Wendisch-Cunnersdorf zu separaten Stadtteilen der Großen Kreisstadt Löbau erklärt., abgerufen am 6. Dezember 2012.
Einzelnachweise
Weblinks
Wendisch-Cunnersdorf In: Webauftritt der Stadt Löbau
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