mini|King Diamond live am Tuska 2013 mini|Logo von King Diamonds Solo-Band King Diamond (* 14. Juni 1956 in KopenhagenGötz Kühnemund: A History of Horror. In: Rock Hard, Nr. 282, November 2010, S. 20–27.), mit bürgerlichem Namen Kim Bendix Petersen, ist ein dänischer Musiker. Bekanntheit erlangte er durch die Band Mercyful Fate und sein Soloprojekt King Diamond.
Leben Kindheit Kim Bendix Petersen wuchs mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder in Hvidovre bei Kopenhagen auf. Nach eigenen Angaben hatte er eine gute Kindheit,Mike Gitter: King Diamond’s Terrifying Conspirarcy. In: Thrash. 1989, S. 19–22. etwas streng, aber mit viel Freiheit. Er habe seinem Bruder wie auch seinen Eltern immer sehr nahegestanden. Sie seien immer stolz auf seine Karriere gewesen und er habe stets ihr Vertrauen genossen. Wie er selbst hatten auch seine Eltern okkulte Erfahrungen. Sie hätten sich selbst zwar als Christen gesehen und nie als Satanisten, aber offenbar an die gleichen Dinge geglaubt wie er. Sein Vater, der um 1987 verstarb, war im Zweiten Weltkrieg im dänischen Widerstand gegen die Nationalsozialisten gewesen.
Ab dem Alter von 8 Jahren durchlief Petersen als Fußballspieler mehrere Jugend-Nationalmannschaften, unter anderem spielte er für den Hvidovre IFMark Putterford: A Kind of Magic. In: Kerrang. 1987, S. 10 f.. Er spielte während dieser Zeit unter anderem mit Søren Lerby und Frank Andersen und erreichte beinahe professionelles Niveau, wobei es in Dänemark damals keine professionelle Mannschaft gab.
Jugend bis 1973 In Petersens Jugend lief täglich um 15 Uhr im dänischen Rundfunk eine Radiosendung, in der Rockmusik gespielt wurde und die er auf Kassetten aufnahm. Nachdem er 1970 erstmals Communication Breakdown von Led Zeppelin hörte, wollte er den Klang von Jimmy Pages Gitarrenspiel selbst erzeugen können. 1971, im Alter von 15 Jahren, bekam Petersen seinen ersten Schallplattenspieler und kaufte sich die LPs Fireball von Deep Purple, Aqualung von Jethro Tull und Master of Reality von Black Sabbath, kurz darauf Wishbone Ash von der gleichnamigen Band. Ebenfalls wichtig für ihn war Led Zeppelin, besonders ihr gleichnamiges Debüt. Einige Monate später kaufte er sich seine erste Gitarre.
Ein Bekannter seiner Eltern baute ihm aus Mitleid einen primitiven Verstärker mit einem Ein-/Ausschaltknopf und einem für die Verzerrung. Während seiner Schulzeit hatte Petersen keine Freundin, seine Zeit investierte er in sein Fußballtraining und die Musik. Um mit einem Freund alte Mountain-Alben zu hören, fehlte er oft in der Schule. Für diese tat er nicht viel, hatte jedoch dank seines guten Gedächtnisses gute Noten und lernte für Arbeiten meist, indem er die Hausaufgaben seines Freundes durchlas.
Musikalische Karriere bis 1985 Petersens musikalische Karriere begann 1973, als er Gitarrist der Band Brainstorm wurde. Mit ihr gab er 1976 sein erstes Konzert, bei dem jede Band drei Lieder spielte. Bei diesem trat er bereits mit Schminke auf, wie die anderen Mitglieder der Band. Die Idee dazu kam Petersen 1975, nachdem er Alice Coopers Show Welcome to My Nightmare gesehen hatte. Cooper blieb Petersens wichtigster Einfluss. Die Mitglieder nahmen Pseudonyme an, wobei Petersen den Namen King Diamond annahm. Zu Beginn trug Diamond ausschließlich schwarze Schminke auf, der Unterschied ist auf alten Schwarz-weiß-Bildern jedoch nicht erkennbar. Im Alter von 20 Jahren beendete Diamond seine Karriere als Fußballspieler, da ihm die Zeit fehlte, um weiterhin auf seinem damaligen Niveau zu trainieren. Nachdem er das Gymnasium verlassen hatte, arbeitete er als Laborassistent, was ihm aber keinen Spaß machte; er musste dabei u. a. Versuche an Ratten durchführen.
1978 verließ Diamond Brainstorm, um Sänger der Band Black Rose zu werden. Eigentlich wollte er ihr Gitarrist werden, doch die Band suchte nur nach einem Sänger, und ihr Gitarrist wollte alleine spielen. Da Diamond damals kein Sänger war, war seine Stimme noch nicht entwickelt, und seine hohen Töne klangen anfangs mehr nach Schreien als Gesang, und er wurde schnell heiser; er verbesserte sich aber mit der Zeit. Die Band coverte Bands wie Deep Purple und Rainbow, wobei sie nicht Lieder wie Smoke on the Water coverte, sondern härtere Lieder wie Living Wreck und Fools, und schrieb auch eigene Stücke. Nach einem ihrer Auftritte wurde Diamond von einem Konzertbesucher angesprochen, er solle die Falsett-Stimme öfter verwenden, wobei er sich besonders auf das Lied Road Ride bezog. King war der Ausdruck damals unbekannt, aber er versuchte, diese Stimme öfter anzuwenden, und zwang sich, immer höher zu singen. Da er nie Gesangsunterricht nehmen wollte, ist er als Sänger Autodidakt, er bezeichnet jedoch einen besonders hartnäckigen Fan als seinen „Gesangslehrer“. Wichtigster Einfluss der Band war Alice Cooper, was sich in ihrer Bühnenschau zeigte. Zum Beispiel ließ Diamond sich in einer Zwangsjacke, in einem Rollstuhl sitzend, von zwei männlichen Krankenpflegern auf die Bühne fahren. Nach dem ersten Lied warf er die Zwangsjacke ab und den Rollstuhl ins Publikum und führte den Auftritt weiter. Außerdem wurden Requisiten wie eine mit Blut und Eingeweiden gefüllte Puppe verwandt, die Diamond opferte, der sich dabei mit Blut beschmierte und die Eingeweide ins Publikum warf. Da der Brainstorm-Schlagzeuger in einer großen Fleischerei arbeitete, kam die Band leicht an das Material heran. Außerdem wurden Schweineköpfe aufgestellt und von Diamond mit einer Axt zerschlagen. Seine Erfahrungen als Laborant nutzte er für explosive Stoffe, wobei er gelegentlich Material von seiner Arbeitsstelle stahl.
Im November des Jahres 1980 verließ Diamond die Band Black Rose nach etwa zehn gemeinsamen Konzerten. Ausschlaggebend war, dass ihr Keyboarder sein Instrument verkaufte, um sich die neue gemeinsame Wohnung mit seiner Freundin leisten zu können. Dann bekam Diamond einen Anruf von René „Hank De Wank“ Krolmark, dem Gitarristen der Punk-/Metal-Band Brats, und ihrem Manager, die ihn als Sänger rekrutieren wollten. Ein Bekannter, der mit den Musikern von Brats arbeitete, riet ihm, sie zu treffen und es zu versuchen. Ihr Album 1980 polarisierte die Kritiker und wurde als „durchwachsen“ beschrieben und auch Diamond sagte es nicht unbedingt zu:
Diamond stellte die Bedingung, nicht im Punk-Stil singen zu müssen, er wollte nur heavy-metal-lastig singen. Allerdings tendierten ihre neuen Lieder ohnehin zum Metal. Zu dieser Zeit änderte Hank De Wank sein Pseudonym in Hank Shermann. Im Januar 1981 lud die Band einen Vertreter von CBS in ihren Proberaum in Kopenhagen ein. Am Tag darauf wurde der Band mitgeteilt, dass die Musik für CBS zu extrem sei und sie weichere, sanftere Musik spielen müsse, wenn sie ihr Album bei CBS veröffentlichen wolle der Plattenfirma sei das Material „viel zu unkommerziell, viel zu ungeschliffen, zu wenig eingängig“, und die Band solle in dänischer Sprache singen. Diamond und Shermann lehnten im Namen der Band ab. Zudem war das angebotene Budget zu niedrig, sodass die Band die Zusammenarbeit mit CBS beendete. In den folgenden Monaten schrieb die Band neue Lieder und gab ein Konzert in Dänemark und eins in Schweden. Wegen des beendeten CBS-Vertrags stiegen die Mitglieder Yenz und Monroe im März 1981 aus. Am Ende des Monats spielten die drei übrigen Mitglieder im The Rocktape Studio in Kopenhagen drei Titel für eine Demoaufnahme ein. Aufgrund der stilistischen Entwicklung sahen sie einen Namenswechsel als notwendig an. Der Name Back to Hell wurde erwogen, bis die Freundin des Managers Merciful Fate vorschlug. Der Name wurde übernommen, aber in Mercyful Fate abgeändert, als ihr klassischer Fraktur-Schriftzug im selben Monat entstand. Da es sich hierbei um eine archaische Schreibweise handelt, ist diese nicht als Schreibfehler anzusehen. Diamond arbeitete weiterhin als diplomierter Chemiker, wobei er an der Entwicklung von Medikamenten für die Verbesserung des Blutflusses der Nieren arbeitete und diese an drei Ratten pro Tag testen musste. Diamond kündigte schließlich 1982, kurz nach der Gründung von Mercyful Fate, um Berufsmusiker zu werden, lebte allerdings zunächst ein Jahr von Sozialhilfe.
Im April 1981 wurden Diamond und Shermann von Michael Denner gebeten, ihm beim Einspielen einer Demoaufnahme für seine neue Band Danger Zone zu helfen. Diese hatte keinen geeigneten Sänger gefunden, ihre Lieder Leavy My Soul Alone und M.D.A. wurden 1992 von Mercyful Fate veröffentlicht. Danger Zone und Mercyful Fate wurden aufgrund der guten Zusammenarbeit zu einer Band verschmolzen. Auch bei Mercyful Fate setzte Diamond Bühneneffekte wie die „explodierende Nonne“ am Ende von Auftritten oder das brennende Kreuz bei einem Auftritt in Amsterdam um 1983 ein. Ende 1982 oder Anfang 1983 trat die Band zusammen mit der britischen Band Girlschool auf, deren Sängerin Kim McAuliffe einen schweren Stromschlag erlitt, an dem sie beinahe gestorben wäre. Die Mitglieder von Mercyful Fate führen diesen Vorfall auf eine Schwarze Messe zurück, die vor dem Auftritt von Girlschool abgehalten worden war und für die die Mitglieder von Mercyful Fate das Blut ihres Managers Ole Bang genutzt hatten, was etwas angelockt haben soll. Diamond erwähnt auch Geschehnisse in seiner damaligen, verhexten Wohnung, wie ein Glas, das sich nach dem Einspielen der Mercyful-Fate-Demoaufnahme von selbst erhob, Dinge, die aus dem Regal fielen, jemanden, der an den Haaren gerissen wurde, und Diamonds Altar, der sich von selbst bewegte. Er war zu dieser Zeit bereits am Okkultismus interessiert, was sich durch diese Ereignisse noch steigerte. Aufgrund von Differenzen zwischen Hank Shermann und King Diamond bezüglich der Fortführung der Band, die bis dahin eine EP, eine Single und zwei Alben veröffentlicht hatte, trennte diese sich 1985.
Solokarriere Die Anfänge als Solo-Künstler und das Debüt "Fatal Portrait" mini|King Diamond live am Tuska 2013