Jagodnoje (, deutsch bis 1938 Bittehnen, 1938–1945 Biehnendorf (Ostpr.), ) ist eine Siedlung in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Polessk im Rajon Polessk.
Geographische Lage Jagodnoje liegt 28 Kilometer südöstlich der Rajonstadt Polessk an der Föderalstraße A216 (ehemalige deutsche Reichsstraße 138, heute auch Europastraße 77). Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Ortsname Der Name Bittehnen leitet sich vermutlich vom altpreußischen Familiennamen Bitene, Bytenne ab, die eine Bildung zu altpreußisch bitte „Biene“ als Berufsbezeichnung „Imker“ oder „Zeidler“ darstellen. Die Schreibweise des Ortsnamens ab 1938 wich jedoch davon ab.
Geschichte Das damalige BittehnenD. Lange, geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Biehnendorf (Ostpr.) war vor 1945 ein sehr verstreut liegendes Dorf. Der Ort gehörte bis 1945 zum Amtsbezirk Klein BaumRolf Jehke, Amtsbezirk Klein Baum (der Ort existiert nicht mehr) im Landkreis Labiau in Ostpreußen und zum Amtsgerichtsbezirk Mehlauken. Am 3. Juni 1938 wurde Bittehnen aus ideologischen Gründen der Auslöschung fremdländisch klingender Ortsnamen in „Biehnendorf (Ostpr.)“ umbenannt.
Im Jahr 1945 kam der Ort mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt er den russischen Namen Jagodnoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Salessowski selski Sowet im Rajon Bolschakowo zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Seit 1965 gehört der Ort zum Rajon Polessk. Von 2008 bis 2016 gehörte Jagodnoje zur Landgemeinde Salessowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Polessk.
Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 404 1933 379 1939 351 2002 17 2010 22
Kirche Mehrheitlich war die Bevölkerung Bittehnens resp. Biehnendorfs vor 1945 evangelischer Konfession. Gepfarrt war der Ort nach Popelken (ab 1938 Markthausen, seit 1946: Wyssokoje) im Kirchenkreis Labiau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Jagodnoje im Einzugsbereich der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Bolschakowo, einer Filialgemeinde der Salzburger Kirche in Gussew (Gumbinnen) in der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Literatur Vilius Pėteraitis: Mažosios Lietuvos ir Tvankstos vietovardžiai. Jų kilmė ir reikšmė. Mokslo ir enciklopedijų leidybos institutas, Vilnius 1997, ISBN 5-420-01376-2 (Foundation of Lithuania Minor: Mažosios Lietuvos Fondo leidiniai 6).
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Polessk