mini|Bundesdelegiertenkonferenz Hamburg 2014 Die Bundesdelegiertenkonferenz (BDK) oder Bundesversammlung ist das oberste Beschlussorgan der Partei Bündnis 90/Die Grünen (bis zur Vereinigung mit dem Bündnis 90 1993 Die Grünen) und entspricht dem Bundesparteitag anderer Parteien. Die offizielle Bezeichnung des Bundesparteitages ist laut Satzung Bundesversammlung, im allgemeinen Sprachgebrauch ist aber der Terminus Bundesdelegiertenkonferenz üblich. Auf ihr wählen die Delegierten den Bundesvorstand, die Kandidaten der Europawahlliste, die Mitglieder des Parteirats, des Bundesschiedsgerichts sowie die Bundesrechnungsprüfer und entscheiden über Programm und Satzung.
Die Bundesdelegiertenkonferenz findet mindestens einmal im Jahr statt. Jeder Kreisverband entsendet abhängig von seiner Größe mindestens einen Delegierten auf die Bundesversammlung. Bei der Vereinigung der Grünen mit dem Bündnis 90 wurden den ostdeutschen Landesverbänden Sonderrechte eingeräumt. So stehen diesen etwa 110 der 820 Delegiertenplätze zu.Grüne.de:
Liste der Bundesversammlungen
Nr. Datum Ort Wichtige Beschlüsse, Vorstandswahlen, Besonderheiten 1. 14.–16. Mai 1993 Leipzig Vereinigungsparteitag von Grünen und Bündnis 90, Inkraftsetzung des Assoziationsvertrages zwischen Bündnis 90 und Die Grünen nach erfolgreicher Urabstimmung in beiden Parteien;Vorstandswahl: Marianne Birthler, Ludger Volmer außer-ordentlich 9. Oktober 1993 Bonn Debatte über den Einsatz militärischer Mittel und politische Forderungen der Grünen angesichts des Krieges im ehemaligen Jugoslawien 2. 12.–14. November 1993 Aachen Änderung Frauenstatut;Listenaufstellung zur Europawahl am 12. Juni 1994 mit den Spitzenkandidaten, Claudia Roth, Wolfgang Ullmann, Hiltrud Breyer, Frieder Otto Wolf, Elisabeth Schroedter, Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Undine von Blottnitz, Daniel Cohn-Bendit, Birgit Cramon Daiber, Wolfgang Kreissl-Dörfler 3. 25.–27. Februar 1994 Mannheim Wahlprogramm zur Bundestagswahl 1994; Anerkennung Grün-Alternatives Jugendbündnis (GAJB) 4. 5. November 1994 Köln Debatte um eine Modifizierung der Trennung von Amt und Mandat, die Trennung wird beibehalten und ergänzt um Mitglieder einer Regierung oder der Europäischen Kommission; Aufnahme Frauenstatut in die Satzung 5. 3.–4. Dezember 1994 Potsdam Beschluss zum Umzug der Bundesgeschäftsstelle von Haus Wittgenstein nach Bonn;Vorstandswahl: Krista Sager, Jürgen Trittin 6. 1.–3. Dezember 1995 Bremen Einrichtung eines Bundesausbildungsförderungsfonds (BAFF); Beschluss zum Hauskauf und zum Umzug der Bundesgeschäftsstelle von Bonn nach Berlin 7. 1.–3. März 1996 Mainz Beschlüsse zur Strukturreform und zur Strukturhilfe Ost 8. 29. November– 1. Dezember 1996 Suhl Vorstandswahl: Gunda Röstel, Jürgen Trittin 9. 15. November 1997 Kassel 10. 6.–8. März 1998 Magdeburg Wahlprogramm für die Bundestagswahl 1998, großes Medienecho folgt auf den „Fünf-Mark-Beschluss“ (Forderung, der Liter Benzin müsse fünf DM kosten); Verhandlungskommission (Bestimmungen für Koalitionsverhandlungen mit der SPD nach einem möglichen Wahlsieg) 11. 23.–25. Oktober 1998 Bonn Auswertung der Bundestagswahl, erstmals Beteiligung von Bündnis 90/Die Grünen an der Bundesregierung; Strukturreform (Anpassung der Parteistrukturen an die neuen Herausforderungen als Regierungspartei); Beratung und Verabschiedung des Koalitionsvertrages mit der SPD; Aufhebung der Trennung von Amt und Mandat für Mitglieder der Bundesregierung 12. 11.–13. Dezember 1998 Leipzig Umfassende Satzungsdebatte, u. a. Einrichtung des neuen Gremiums Parteirat, für das es keine Trennung von Amt und Mandat gibt;Vorstandswahl: Gunda Röstel, Antje Radcke 13. 5.–7. März 1999 Erfurt Aufstellung der Wahlliste zur Europawahl 1999 mit den Spitzenkandidaten Heide Rühle, Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Hiltrud Breyer, Wolfgang Kreissl-Dörfler, Ilka Schröder, Ozan Ceyhun, Elisabeth Schroedter, Frieder Otto Wolf, Edith Müller, Klaus-Dieter Feige außer-ordentlich 13. Mai 1999 Bielefeld Resolution zu Kosovokrieg/Jugoslawienkriege mit einer emotional aufgeladenen Debatte und einem Farbbeutelanschlag auf Joschka Fischer 14. 17.–19. März 2000 Karlsruhe Beschluss zum Ausstieg aus der Atomenergie 15. 23./24. Juni 2000 Münster Vorstandswahl: Renate Künast, Fritz Kuhn; beträchtliche Kurskorrekturen; zum strategischen Zentrum wurde der Parteirat, nachdem für diesen die Trennung von Amt und Mandat aufgehoben wurde, so dass die wichtigsten Akteure der Bundesregierung, der Fraktion, des Bundesvorstands und der Länder nun ein gemeinsames Gremium hatten 16. 9.–11. März 2001 Stuttgart Vorstandswahl: Claudia Roth, Fritz Kuhn 17. 24./25. November 2001 Rostock Aufnahme der Grünen Jugend in die Bundespartei 18. 17. März 2002 Berlin Beschluss des Grundsatzprogramms Die Zukunft ist grün herausgegeben von Bündnis 90/Die Grünen, Berlin 2002. (Grundsatzprogramm 2002) mit einer Mehrheit von 90 %; es tritt an die Stelle des Bundesprogramms aus dem Jahr 1980 19. 4./5. Mai 2002 Wiesbaden Programm der Bundestagswahl am 22. September 2002 20. 18./19. Oktober 2002 Bremen Beschluss zur Annahme des Koalitionsvertrages mit der SPD; Debatte um Aufhebung der Trennung von Amt und Mandat; bei der Abstimmung wird eine satzungsändernde 2/3-Mehrheit um 20 Stimmen verfehlt 21. 7./8. Dezember 2002 Hannover Vorstandswahlen: Angelika Beer und Reinhard Bütikofer; Claudia Roth und Fritz Kuhn treten nicht wieder an, nachdem die Bundesdelegiertenkonferenz einen Antrag auf Abschaffung der Trennung von Amt und Mandat mit knapper Sperrminorität ablehnt außer-ordentlich 14./15. Juni 2003 Cottbus Beschlüsse: Arbeitsmarkt und Sozialpolitik; Grüne Reformpolitik und Agenda 2010; Arbeitsmarktreform Hartz IV; Masterplan zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit und Jugendausbildungslosigkeit 22. 28.–30. November 2003 Dresden Aufstellung der Wahlliste zur Europawahl 2004; Beschlüsse: Wahlprogramm zur Europawahl 23. 2./3. Oktober 2004 Kiel Vorstandswahl: Claudia Roth und Reinhard Bütikofer; diese Wahl war möglich, da eine Urabstimmung die bisher strikte Trennung von Amt und Mandat gelockert hatte und nun ein Drittel der Bundesvorstandsmitglieder auch Mitglieder des Bundestages sein können 24. 9./10. Juli 2005 Berlin Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2005 25. 15. Oktober 2005 Oldenburg 26. 1.–3. Dezember 2006 Köln Vorstandswahlen: Claudia Roth und Reinhard Bütikofer außer-ordentlich 15. September 2007 GöttingenSonderparteitag zu Afghanistan 27. 23.–25. November 2007 Nürnberg 28. 14.–16. November 2008 Erfurt 29. 23.–25. Januar 2009 Dortmund Wahlprogramm zur Europawahl 2009; Listenaufstellung zur Europawahl 30. 8. Mai 2009 Berlin Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2009 31. 24./25. Oktober 2009 Rostock 32. 19.–21. November 2010 Freiburg außer-ordentlich 25. Juni 2011 Berlin Debatte um die Energiewende und den Atomausstieg der Bundesrepublik Deutschland nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima 33. 25.–27. November 2011 Kiel 34. 16.–18. November 2012 Hannover 35. 26.–28. April 2013 Berlin Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2013 mit dem Titel „Zeit für den grünen Wandel“ wurde ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung angenommen;, tagesschau.de, 28. April 2013 es markierte einen deutlichen Linksruck der Partei.So Grüne rücken nach links, Frankfurter Rundschau, 28. April 2013; , heute.de, 28. April 2013; Grünen-Parteitag Kuschelnd zum Wahlsieg, Süddeutsche Zeitung, 27. April 2013; Jasper von Altenbockum: Linker als links, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1. Mai 2013; Thomas Schmid: Die Grünen sind eine lammfromme Staatspartei, Die Welt, 4. Mai 2013 36. 18.–20. Oktober 2013 Berlin Neuwahl von Parteivorstand und Parteirat, Simone Peter und Cem Özdemir als Vorsitzende gewählt. 37. 7.–9. Februar 2014 Dresden 38. 21.–23. November 2014 Hamburg Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik 39. 20.–22. November 2015 Halle (Saale) Einwanderungsgesellschaft, Familien- und Arbeitszeitpolitik, geschlechtergerechte Sprache (Genderstern) 40. 11.–13. November 2016 Münster 41. 16.–18. Juni 2017 Berlin Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2017 mit dem Titel „Zukunft wird aus Mut gemacht“ 42. 25. November 2017 Berlin Konsequenzen der Bundestagswahl 2017 und der gescheiterten Sondierungsgespräche mit dem Ziel einer Jamaika-Koalition außer-ordentlich 26.–27. Januar 2018 Hannover Wahlen eines Bundesvorstands und eines Parteirats, wegen der gescheiterten Koalitionsbildung ins neue Jahr verschoben 43. 9.–11. November 2018 Leipzig Wahlprogramm zur Europawahl 2019, Listenaufstellung zur Europawahl 44. 15.–17. November 2019 Bielefeld 45. 20.–22. November 2020 Karlsruhedigital Coronabedingt als digitale Versammlung, neues Grundsatzprogramm 2020 ersetzt das Programm von 200246.11.–13. Juni 2021Berlin digitalCoronabedingt als zweiter digitaler Parteitag, Beschluss des Wahlprogramms zur Bundestagswahl 2021 und Nominierung von Robert Habeck und Annalena Baerbock als Spitzenkandidaten und als Kanzlerkandidatin der Grünen47.28.–29. Januar 2022Berlin digitalCoronabedingt als dritter digitaler Parteitag, Wahl von Bundesvorstand und Parteirat, Beratung über Änderungen an der Satzung48. 14.–16. Oktober 2022Bonn Beschluss über Waffenlieferungen an die Ukraine, Beschluss über Laufzeitverlängerung von AKWs, Beschluss über den Tagebau von Kohle am Garzweiler in Lützerath 49.23.–26. November 2023KarlsruheWahl von Bundesvorstand und Parteirat, Aufstellung der Kandidierendenliste für die Europawahl 2024, Beschluss des Programms für die Europawahl 2024, Diskussion über Migration; mit 4 Tagen die bisher längste BDK50. 15.–17. November 2024WiesbadenWahl von Franziska Brantner und Felix Banaszak als Vorsitzende, Beschlüsse zu Erbschaftssteuer, Wahl von Robert Habeck als Kanzlerkandidaten der Grünenaußer- ordentlich26. Januar 2025BerlinBeschluss des Programms für die Bundestagswahl 202551.28.–30. November 2025HannoverBeschluss zur Energiewende 2.0, Beschluss zu Gerechtigkeitslücken im Steuersystem, Beschlüsse zu digitaler Souveränität und Chatkontrolle, Beschluss zu Institutionellem Rassismus in Sicherheitsbehörden und weitere Beschlüsse, Nachwahl von Bundesvorstand und Parteirat
Bundesversammlungen der Vorgängerorganisationen 1979–1993 Sonstige Politische Vereinigung „Die Grünen“ 1979
Nr. Datum Ort Wichtige Beschlüsse, Vorstandswahlen, Besonderheiten 1. 17./18. März 1979 Frankfurt am Main Gründung der Sonstigen Politischen Vereinigung mit Delegierten von GAZ, AUD und GLU;Vorstandswahl: Herbert Gruhl (GAZ), August Haußleiter (AUD), Helmut Neddermeyer (GLU);Teilnahme an der Europawahl am 10. Juni 1979 mit den Spitzenkandidaten Petra Kelly, Roland Vogt, Jürgen Marquardt, Baldur Springmann, Joseph Beuys, Georg Otto, Maria Nikola, Eva Quistorp, Erna Lämmermann, Carl Amery2.24. Juni 1979KasselErfahrungsaustausch unter den Grünen nach den Europawahlen über die bisherige politische Arbeit und Ausblick auf die weitere Zusammenarbeit der Grünen. Schaffung der Voraussetzungen für spätere Entscheidungen einer Mitgliederversammlung.Einladungsschreiben vom Bundesvorstand Die Grünen vom 1. Juni 1979 3. 3.–4. November 1979 Offenbach Modalitäten für die Parteigründung (Delegiertenschlüssel, Termin für Satzungsfragen, Programm-Grundlagen, Übergangsregelung für Doppelmitgliedschaften); Festlegung des Namens der zukünftigen Partei („Die Grünen“) und Termin des Gründungsparteitags; Einrichtung von Ökofonds
Die Grünen 1980–1993