mini|Wappen der Krenkingen in der Zürcher Wappenrolle (ca. 1340) mini|Wappen der Freiherren von Krenkingen zu Weissenburg im Ingeram-Codex (1459) Die Freiherren von Krenkingen von Weißenburg waren ein Ritter- und Adelsgeschlecht in der Landgrafschaft Klettgau, sie waren eng verwandt mit den Regensbergern und führten ein ähnliches Wappen. Die Krenkinger gelten als die Erbauer der Burg Tiengen.

Geschichte Das Geschlecht der Krenkinger wird früh im 12. Jahrhundert bereits als aktive und begüterte Adelsfamilie erwähnt und dürfte daher schon länger bestanden haben.

Burgenbau und Kloster-Stiftung Als erster Krenkinger ist ein Adilhardus de Chreingingen erwähnt zu Allerheiligen in Schaffhausen 1102.Franz Ludwig Baumann: Das Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, S. 66, in: Quellen zur Schweizer Geschichte Dritter Band erste Abteilung, Herausgegeben von der Allgemeinen Geschichtsforschenden Gesellschaft der Schweiz, Basel, 1881.

„Marquart, Freiherr von Krenkingen, hatte im Jahr 1110 sein Gut in Detzeln und andere Besitzungen in der Umgegend zur Gründung einer männlichen Klosterniederlassung nach der Regel des hl. Augustinus gestiftet. Diese Stiftung wurde 1152 durch eine Urkunden von König Konrad III. begünstigt und bestätigt.“Wilhelm Hugo Mayer (Hrsg.): Heimatbuch für den Amtsbezirk Waldshut, Verlag R. Philipp, Waldshut 1926, S. 149.

Die Königsurkunde, die heute im Staatsarchiv Thurgau aufbewahrt wird, datiert vom 7. Januar 1152 (kurz vor Konrads Tod im Februar 1152), genannt wird Marcwardus, aus dem Geschlecht der Krenkingener, der eine Cella in Tiezelenheim gegründet hat. Als Schutzvögte waren dann auch die Herren von Krenkingen eingesetzt.Thurgauer Urkundenbuch, Band 2. S. 107–108. Die Klause befand sich vermutlich in der Nähe des heutigen Klausenhof. Ab 1166 wurde die Klause nicht mehr erwähnt, der ehemalige Standort blieb jedoch bis zur Aufhebung im Besitz des Klosters.

Dabei wird auch der nahe der Stammburg liegende Ort Krenkingen erstmals als Chreinchingen genannt (1152).Thurgauer Urkundenbuch. Band 2, S. 109. Der Name der Ministerialen, Ritter und Freiherren von Krenkingen – die im Jahr 1202 wiederum genannt werden als Burch. miles et ministerialis domini Lutoldi de KreinkinginUrkunde, GLA, Amt Bettmaringen. -, leitet sich vom Namen der Burg ab, die sie vermutlich im 11. Jahrhundert errichteten: zuerst als die heute genannte Turmhügelburg Burg Altkrenkingen. Die neuere und größere folgte im 13. Jahrhundert (der Burgenforscher Heinz Voellner nennt eine Mauerlänge von 70 m) als Burg Krenkingen, sie wird aber bereits 1361 als Burgstall bezeichnet.Beide Burgen sind nicht zu verwechseln mit der Burg Neu-Krenkingen oder der Burg Gut-Krenkingen, letztere etwa 100 m nördlich von der Ruine Alt-Krenkingen, die auf der gleichen Bergschulter, der Burghalde, lag.

Besitzungen Die Krenkinger besaßen umfangreiche Besitzungen im Klettgau, die Burg Balm, die Weißenburg, Gutenburg, sowie Burg Neukrenkingen, Burg Isnegg, Gutkrenkingen, und die Roggenbacher Schlösser: Burg Roggenbach (dort den Weißenburger Turm, der andere Turm ist benannt »Grüningen« nach der Herrschaft Grüningen einer Gründung der Regensberger), und Steinegg sowie Bettmaringen. Sie stellten Äbte im Kloster Rheinau, in Konstanz, Kloster Reichenau und Strassburg. Als bekanntester Vertreter seines Geschlechts gilt der Abt von Reichenau und Bischof von Konstanz, Diethelm von Krenkingen. Er ließ durch die Ritter von Randenburg die Randenburg erbauen. Der Vorname Diethelm ist kennzeichnend für die Krenkinger.

1357 tauschen Heinrich und Johann von Blumenegg das Dorf Herbolzheim als ein Lehen des Bistums Straßburg durch Bischof Johann von Lichtenberg aus dem Besitz der Krenkinger gegen die Burg Gutenburg mit Graf Hug von Fürstenberg, Schwiegersohn des Lütold von Krenkingen.Fürstenbergisches Urkundenbuch, Urkunden vom 12. und 31. Januar 1357; Nr. 318 und 319 S. 205 ff. sowie Nr. 328 u. Siegmund Riezler: Hug’s Vermählung mit Adelheid von Krenkingen in: Geschichte des fürstlichen Hauses Fürstenberg, S. 260.

1361 wird die Gutenburg an die Gebrüder Walther und Burkart von Hohenfels verpfändet und nicht wieder eingelöst.

Die von Krenkingen zu Weissenburg waren Mitglied in der Adelsgesellschaft im Leitbracken von Schwaben. Letzter männlicher Nachkomme der Krenkinger war der Abt des Klosters Reichenau Martin von Weißenburg (1492–1508), Gallus Oehem widmete ihm seine Chronik.mini|Gallus Oehem übergibt Martin von Weissenburg die Chronik der Reichenau: Freiburger Handschrift

Klostervögte 1241 erwarb Kaiser Friedrich II. die Schirmvogtei über das Kloster Rheinau für 1200 Mark Silber von den Freiherren von Krenkingen zurück.

Das Kloster Riedern am Wald war bis 1415 unter der Schirmvogtei der Krenkinger, nach Martin Gerbert soll der Stifter der Zelle in Detzeln, Marquard, aus der Linie Weißenburg stammen.Darauf bezieht sich wohl auch Hans Matt-Willmatt, wenn er in der Chronik des Kreises Waldshut, S. 34, schrieb: Um das Jahr 1111 stiftete Freiherr Marquard von Krenkingen-Weißenburg [in Detzeln] eine Zelle, die er – da er verwitwet und kinderlos war – mit all seinen Besitzungen in Grießen, Münchingen, Wutöschingen, Weilen, wahrscheinlich Weilerhof bei Riedern a. W., Reite, Raßbach und Riedern a. W. bedachte. […] Der Pfarrherr von Tiengen, wohin Detzeln gehörte und auch zehntpflichtig war, überließ ihnen den nicht geringen Zehnten im Dorf. Diese Zelle übergab er unter Abt Albert den Brüdern, die nach der Regel des hl. Augustinus hier leben sollten. […] Als Schutzherr dieser klösterlichen Niederlassung wurde Konrad von Krenkingen und für die Zukunft der jeweils älteste Sohn bestimmt. Von König Konrad III. wurde diese Klostergründung im Jahre 1152 mit allen ihren Gütern und Rechten bestätigt. […] Mit dem zu Ende gehenden 12. Jahrhundert wird das Kloster nach Riedern a. W. verlegt.Hans Matt-Willmatt: Die Chronik des Kreises Waldshut, Vocke-Verlag, Waldshut 1957, S. 34.

Verbindungen zum Kloster Obermarchtal Der Pfarrer und Heimatforscher Johann Evangelist Schöttle weist in seinen Schriften zur Geschichte des Klettgaus darauf hin, dass die Krenkinger als ein Dynastengeschlecht in Seekirch am Federsee eigene Ministerialen einsetzten. Urkunden des Klosters Marchtal würden das über einen Zeitraum von 100 Jahren belegen.Paul Beck (Hrsg.); Engelbert Hofele (Hrsg.); Diözese Rottenburg (Hrsg.), Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete. Uni Heidelberg: Heidelberger Historische Bestände online.

Die Krenkinger besaßen in Seekirch Burg- und Burggesäß, im Jahr 1373 confimirt Johann von Krenkingen als Lehenherr die Widerlegung Heinrichs von Pflummern für die Heimsteuer und Morgengabe seiner Hausfrau Ursula Grätterin (von Stafflangen) mit der Burg zu Seekirch zu 500 Pfund gelber Heller. 1390 verkauft Johann von Krenkingen als Lehnsherr den Widumhof da die Kirche und der Kirchensatz ingehörendt mit Iren zugehörden, kleinen und grossen zehenden, der von mir undt allen minen vordran Lehen gewesen ist und den Kirchensatz der kirchen ze Sitzkirch, dem Dorf am Buchoer See gelegen gegen den Widemhof, die Kirchen und den Kirchensatz des Dorfs Nüffra wie sie Ludwig von Hornstein und seine Vorfahren bisher innegehabt. Gegeben am Montag nach St. Margretentag 1390, gesiegelt von Diethalmen Schiltar von Konstanz und Cunradt von Marzburg, Bürger zu Prag.Johann Evangelist Schöttle: Beschreibung und Geschichte der Pfarrei Seekirch mit ihren Filialen Alleshausen, Grafenberg und Tiefenbach. Mit einem Anhang: Oedenahlen und Bischmannshausen. In: Freiburger Diöcesan-Archiv. Band 2, S. 91–128, Freiburg 1866 (Digitalisat, PDF, 33,5 MB).

Urkunden (Auswahl) 6. März 1102, Schaffhausen, Herr Adelhart von Krenchingen ist Zeuge in einer Verzichtssache des Berthold II. (Zähringen) 1191 Diethelm von Krenkingen, Abt des Klosters Reichenau wird zum Bischof von Konstanz ernannt. 1258 Herr Johann von Krenkingen ist Abt des Klosters Rheinau 1260 Herr Eberhard von Krenkingen wohnt in Engen im Krenkinger Schloss (Belege unauffindbar) 1262, Schaffhausen, Diethelm von Weißenburg (hier beginnt die Linie Weißenburg) übergibt an das Kloster Allerheiligen ein Gut zu Rötteln bei Kaiserstuhl, das »Wur in den Widen« und eine Mühle. 25. Januar 1262, Konstanz, Bischof Eberhard verspricht Heinrich von Krenkingen zu Gutenburg den Ritterschlag, wenn dieser die an ihn als Lehen überlassene Stadt Tiengen »oppidum Tuengen« in ihrem Zustande belässt, was beide tätigen. 9. Dezember 1264 und 14. Juli 1266, Herr Heinrich von Krenkingen überlässt seiner Frau Benedikta ein Gut in Bierbronnen zu einer Wiedergutmachung an das Kloster St. Blasien. 1270 Herr Heinrich von Krenkingen verkauft an Eberhard von Waldburg die Schirmvogtei und das Meieramt zu Neunkirch. 1275, an der Straße von Tiengen nach Gutenburg: Herr Heinrich von Krenkingen übergibt seiner Frau Benedikta Güter in Dietlingen, Schnörringen, Burg Gutkrenkingen und Burg Isnegg für das Kloster St. Blasien. 1278 Konrad von Krenkingen und Heinrich und Konrad (Konrad von Winterstetten ?), Schenken von Winterstetten, Herr Bilgeri von Stoffeln, Herr Egbrecht von Büsingen, alle Ritter, und Herr Hermann von Winterstetten bekriegen das Kloster Paradies, der Grund ist nicht genannt. 10. April 1295, Brenden: Friedrich von Weißenburg, Herr zu Roggenbach stellt eine Urkunde für St. Blasien aus und sigelt für sich. (nach Franz Joseph Mone) 1301, Roggenbach: Friedrich und Heinrich von Krenkingen und Weißenburg befreien 1303 Heinrich von Erzingen 1302, Diethelm von Krenkingen zieht von der Burg Altkrenkingen auf die Gutenburg. 28. Januar 1303, Tiengen: Freiherr Friedrich von Weißenburg vermacht dem Kloster Riedern am Wald Äcker in Grießen. 1. Juni 1311, Burg Steinegg: Diethelm von Krenkingen Freier und Ritter, gibt dem Kloster Rheinau eine Leibeigene von Riedern. 7. Juni 1315 Lüthold von Krenkingen ist Zeuge in einer Übereinkunft des Grafen Johann von Habsburg und seiner Stiefmutter Maria. 15. Juni 1316 Diethelm von Krenkingen ist Landrichter im Thurgau (Register Tänikon). 1317: Heinrich von Küssenberg ist ein getreuer Diener des Freiherr Diethelm von Krenkingen. 13. Juli 1320, Bonndorf auf dem Wald: Diethelm von Krenkingen erinnert an einen Leibeigenen Mann zu Altkrenkingen (Brief von 1307), und willigt in eine Schenkung an das Kloster Rheinau ein. 22. September 1323: Lüthold von Krenkingen ist unter den Schiedsleuten bei einem Vergleich zwischen Leopold von Österreich und Johann I. von Habsburg-Laufenburg. 10. Mai 1324: Diethelm von Krenkingen ist Landvogt im Thurgau (Register Einsiedeln) 7. Dezember 1324, Villingen: Die Grafen Johann und Götz (Georg) von Fürstenberg schwören, dass sie den Bürgern von Villingen mit Leib und Gut helfen wollen gegen ihren Vetter Graf Heinrich von Fürstenberg und gegen Herr Diethelm von Krenkingen und die von Allmendshofen. 1330, Margaretha Freifrau zu Wasserstelz verkauft Burg Weißwasserstelz an Lüthold von Krenkingen und seine Frau Adelheid von Üsenberg. 21. Juni 1339, Schaffhausen, Freiherr und Ritter Lüthold von Krenkingen und sein Sohn Lüthold von Krenkingen, Domherr in Straßburg verkaufen den Hof in Öschingen bei Keiserstul heute Bergöschingen 1340, Diethelm von Krenkingen ist Landrichter in Stühlingen, im Namen Eberhards von Lupfen, seines Oheims und Vetters. 1343, Freiherr Heinrich von Krenkingen wird umgebracht. 1346, Herr Lüthold und Hans von Krenkingen verleihen Gelfart von Winkelheim und Heinrich Brümsi, Bürger zu Schaffhausen etliche Güter zu Schleitheim 1352, Frau Kathrin von Krenkingen, Gemahlin Rudolfs von Tengen, verkauft dem Kloster Rheinau die Vogtei und Gerichtsherrlichkeit über Altenburg. 1356 Arnold von Krenkingen ist Konventherr im Kloster Einsiedeln. 14. Juni 1361, Konstanz: Johann und Heinrich von Krenkingen verpfänden um 1500 Mark Silber die Burg Gutenburg an der Schlücht an die Brüder Walter und Burkhart von Hohenfels: