Der Große Preis von Österreich 1982 (offiziell XX Holiday Großer Preis von Österreich) fand am 15. August auf dem Österreichring in der Nähe von Zeltweg statt und war das 13. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1982.

Berichte Hintergrund Da Didier Pironi, der Führende in der Weltmeisterschaft, aufgrund seiner am Wochenende zuvor beim Training zum Großen Preis von Deutschland erlittenen Verletzungen nicht mehr an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnehmen konnte, trat die Scuderia Ferrari mit nur einem Wagen für Patrick Tambay an.

In der Fahrerwertung führte Pironi mit neun Punkten vor John Watson und mit zwölf Punkten vor Keke Rosberg. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit sieben Punkten vor McLaren und mit 17 Punkten vor Renault.

Mit Jacques Laffite und Watson (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Die beiden Brabham-Piloten Nelson Piquet und Riccardo Patrese qualifizierten sich souverän für die erste Startreihe. Mit einer um rund eine Sekunde langsameren Runde erreichte Alain Prost den dritten Startplatz neben Tambay und vor seinem Renault-Teamkollegen René Arnoux. Auf dem sechsten Platz folgte mit Rosberg im Williams der erste Wagen ohne Turboaufladung. (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 15. November 2012)

Rennen Während die fünf Turbofahrzeuge sich sofort einen Vorsprung gegenüber dem restlichen Feld herausfuhren, ereignete sich weiter hinten eine Kollision zwischen Bruno Giacomelli, Derek Daly und Andrea de Cesaris, die zum Ausscheiden aller drei beteiligten Piloten führte. Am Ende der ersten Runde überfuhr Tambay ein aus dieser Kollision stammendes Trümmerteil, was einen Reifenschaden zur Folge hatte. Der dadurch erforderliche Boxenstopp warf ihn ans Ende des Feldes zurück.

In der zweiten Runde übernahm Patrese die Führung von Piquet. Elio de Angelis lag zu diesem Zeitpunkt als bester nicht-turbomotorisierter Fahrer auf dem fünften Rang. Er profitierte fortan während des gesamten Rennens von den technisch bedingten Ausfällen der vor ihm liegenden Turbo-Piloten. Arnoux schied in Runde 17 aufgrund eines Motorschadens aus. Die bereits seit dem Großen Preis von Großbritannien vorgesehene, damals völlig neue Strategie des Teams Brabham, mit halbvollem Tank und somit leichtem Wagen sowie weichen Reifen ins Rennen zu starten und dann einen von vornherein einkalkulierten Boxenstopp einzulegen, zeigte erstmals Wirkung, indem Patrese die Führung trotz des Boxenstopps nicht verlor. Er schied jedoch in Runde 28 ebenfalls wegen eines Motorschadens aus. Piquet hingegen hatte nach seinem Stopp Schwierigkeiten mit den neuen Reifen und konnte sich kaum von Rosberg absetzen. In der 32. Runde schied er aus, woraufhin Rosberg auf den inzwischen zweitplatzierten de Angelis aufschloss.

Als in der 49. Runde schließlich auch Prost aufgrund einer defekten Einspritzpumpe aufgeben musste, wurde das Duell zwischen de Angelis und Rosberg zu einem Duell um den Sieg. Für beide Piloten war dies eine Premiere. Beim vorletzten Passieren der Ziellinie hatte de Angelis noch einen Vorsprung von rund 1,6 Sekunden auf den in der Schlussphase deutlich schnelleren Rosberg. Während des letzten Umlaufs holte der Finne weiter auf und setzte sich auf der Start-Ziel-Geraden neben de Angelis. Dieser rettete einen Vorsprung von lediglich 0,05 Sekunden über die Linie.

Wie sich später herausstellte, war dies der letzte Sieg seines Teams, den Lotus-Gründer Colin Chapman erlebte. Es dauerte fast drei Jahre, bis das Team erneut einen Grand-Prix-Sieg erzielte, und zwar beim Großen Preis von Portugal 1985 durch Ayrton Senna.

Laffite erreichte als Dritter erstmals in dieser Saison einen Podestplatz. Vierter wurde Tambay vor Niki Lauda und Mauro Baldi.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Brabham BT50 BMW M12/13 1,5 L4t 2 3 Tyrrell 011 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Williams FW08 6 7 McLaren MP4/1B 8 9 ATS D5 10 11 Lotus 91 12 14 Ensign N181 15 Renault RE30B Renault EF1 1.5 V6t 16 17 March 821 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 18 20 Fittipaldi F9 22 Alfa Romeo 182 Alfa Romeo 1260 3.0 V12 23 25 Ligier JS19 Matra MS81 3.0 V12 26 27 Ferrari 126C2 Ferrari 021 1.5 V6t 29 Arrows A4 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 31 Osella FA1D 32 Theodore TY02 33 Toleman TG181C Hart 415T 1.5 L4t 36

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:27,612 244,158 km/h 1:28,398 241,987 km/h 1 2 1:27,971 243,162 km/h 1:28,296 242,267 km/h 2 3 1:29,867 238,032 km/h 1:28,864 240,718 km/h 3 4 1:29,522 238,949 km/h 1:29,856 238,061 km/h 4 5 8:16,437 43,089 km/h 1:30,261 236,993 km/h 5 6 1:31,108 234,789 km/h 1:30,300 236,890 km/h 6 7 1:32,686 230,792 km/h 1:31,626 233,462 km/h 7 8 1:31,814 232,984 km/h 1:34,534 226,280 km/h 8 9 1:34,114 227,290 km/h 1:32,062 232,356 km/h 9 10 1:33,005 230,001 km/h 1:32,131 232,182 km/h 10 11 1:33,353 229,143 km/h 1:32,308 231,737 km/h 11 12 1:34,070 227,397 km/h 1:32,881 230,308 km/h 12 13 1:34,431 226,527 km/h 1:32,950 230,137 km/h 13 14 1:34,530 226,290 km/h 1:32,957 230,119 km/h 14 15 1:33,678 228,348 km/h 1:33,208 229,500 km/h 15 16 1:34,796 225,655 km/h 1:33,555 228,648 km/h 16 17 1:34,690 225,908 km/h 1:33,971 227,636 km/h 17 18 1:34,668 225,960 km/h 1:34,164 227,170 km/h 18 19 1:34,184 227,121 km/h 1:36,228 222,297 km/h 19 20 1:35,724 223,467 km/h 1:34,187 227,114 km/h 20 21 1:34,422 226,549 km/h 1:34,579 226,173 km/h 21 22 1:34,620 226,075 km/h 1:34,815 225,610 km/h 22 23 1:35,653 223,633 km/h 1:34,715 225,848 km/h 23 24 1:36,274 222,191 km/h 1:34,770 225,717 km/h 24 25 1:35,666 223,603 km/h 1:34,984 225,208 km/h 25 26 1:35,318 224,419 km/h 1:34,985 225,206 km/h 26 DNQ das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Boesel, Jarier und Salazar an der Qualifikation.a 1:35,149 224,818 km/h 1:35,654 223,631 km/h – DNQ 1:35,622 223,706 km/h 1:35,206 224,683 km/h – DNQ 1:35,581 223,802 km/h 1:35,271 224,530 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 53 0 1:25:02,212 7 1:34,597 (52.) 2 53 0 + 0,050 6 1:33,821 (52.) 3 52 0 + 1 Runde 14 1:36,845 (23.) 4 52 1 + 1 Runde 4 1:34,298 (41.) 5 52 0 + 1 Runde 10 1:37,252 (41.) 6 52 0 + 1 Runde 23 1:38,066 (38.) 7 51 0 + 2 Runden 20 1:40,015 (16.) 8 48 0 DNF 3 1:34,457 (32.) – 44 0 DNF 18 1:38,330 (38.) – 32 0 DNF 19 1:36,790 (31.) – 31 1 DNF 1 1:33,699 (5.) – 28 0 DNF 26 1:40,745 (12.) – 28 1 DNF 21 1:39,415 (7.) – 27 1 DNF 2 1:33,736 (4.) – 22 0 DNF 22 1:38,878 (21.) – 17 1 DNF 12 1:38,306 (12.) – 16 1 DNF 5 1:35,835 (3.) – 15 0 DNF 25 1:40,300 (11.) – 7 0 DNF 15 1:36,586 (6.) – 7 0 DNF 17 1:36,551 (5.) – 6 0 DNF 16 1:39,016 (6.) – 1 0 DNF 8 1:47,930 (1.) – 1 0 DNF 24 2:25,720 (1.) – 0 0 DNF 9 – – 0 0 DNF 11 – – 0 0 DNF 13 –

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 392Williams-Ford 333McLaren-Ford 304McLaren-Ford 265Renault 256Lotus-Ford 227Brabham-Ford / Brabham-BMW 198Renault 19 9Ferrari 1910Brabham-Ford / Brabham-BMW 1711Tyrrell-Ford 1412Ligier-Matra 1013Theodore-Ford / Williams-Ford 7 14 Lotus-Ford 715 Williams-Ford 6 16 † Ferrari 6 17Ligier-Matra 518Alfa Romeo 519Osella-Ford 3 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte20Arrows-Ford 321Alfa Romeo 222ATS-Ford 223ATS-Ford 224Arrows-Ford 225Fittipaldi-Ford 126Arrows-Ford / Tyrrell-Ford 027March-Ford 028Tyrrell-Ford 029March-Ford 030Ensign-Ford 031Toleman-Hart 032Theodore-Ford / Lotus-Ford 0–Williams-Ford 0–Toleman-Hart 0– †Osella-Ford 0–Theodore-Ford 0–Theodore-Ford 0–March-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 642 563 46 4 445 296 197 178 159 14 Pos. Konstrukteur Punkte10 711 512 413 314 115 016 0– 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

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