Hans-Jürgen Förster (* 6. März 1948 in Lübeck) ist ein deutscher Jurist. Er war Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof.
Leben Hans-Jürgen Förster wurde als Sohn des Rechtsanwalts Martin-Ulrich Förster und dessen Frau Ingeborg, geb. Hannemann, in Lübeck geboren. Nach dem Abitur am Gymnasium Katharineum in Lübeck 1966 studierte er Rechtswissenschaft in Hamburg, Kiel und Berlin. 1974 bestand der vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg die Erste Juristische Staatsprüfung. Nach der Referendarausbildung in Schleswig-Holstein und bei der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer in Paris legte Förster 1977 vor dem Gemeinsamen Prüfungsamt der Länder Hamburg, Bremen und Schlesweig-Holstein die Große Juristische Staatsprüfung ab.
Anschließend war Förster seit 1977 als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Lübeck beschäftigt. 1981/82 wurde er zum Generalstaatsanwalt in Schleswig, seit 1983 zum Generalbundesanwalt in Karlsruhe abgeordnet. Im Oktober 1986 wurde er bei Erich Samson in Kiel mit einer Arbeit über den Täterschwund zwischen der polizeilichen Kriminalstatistik und der Strafverfolgungsstatistik promoviert (Zweitgutachter war Eckhard Horn).
Bevor Förster im November 1996 Leiter des Verfassungsschutzes Brandenburg wurde, war er Oberstaatsanwalt bei der Bundesanwaltschaft und zuständig für Spionage-Strafsachen. Von 2000 bis 2008 war Förster ständiger Vertreter des Leiters der Abteilung Innere Sicherheit im Bundesministerium des Innern. Seit 2008 war er Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof.
Förster war Pressesprecher der Generalbundesanwälte Rebmann, von Stahl und Nehm.
Er gab dem Bundesinnenministerium am 22. September 2012 den Hinweis, er habe im Rahmen des ersten NPD-Verbotsverfahrens Ralf Wohlleben auf einer Liste mit V-Leuten gesehen.Schwierige Aufklärung: NSU-Untersuchungsausschuss fordert Klarheit über möglichen V-Mann. In: Der Tagesspiegel, 26. September 2012. Im ersten Bundestags-NSU-Untersuchungsausschuss bekräftigte er am 22. November 2012 seine Erinnerung an einen V-Mann mit dem Nachnamen Wohlleben. In: Mitteldeutscher Rundfunk, 22. November 2012.
Förster arbeitet inzwischen für die Kanzlei Prehn und Thürmann.
Schriften Der Täterschwund zwischen der polizeilichen Kriminalstatistik und der Strafverfolgungsstatistik. Am Beispiel der Raubkriminalität in Lübeck 1978 bis 1980. (Kiel, Univ., Diss., 1986). Gesetz über Ordnungswidrigkeiten. Hrsg. von Hans-Jürgen Förster, Siegfried Herrmann, Kurt Rebmann und Werner Roth. ISBN 978-3-17-018020-8
Einzelnachweise
Kategorie:Staatsanwalt (Deutschland) Kategorie:Person (Verfassungsschutz Brandenburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Mann