Alkmaar Zaanstreek, kurz AZ und im deutschen Sprachraum allgemein bekannt als AZ Alkmaar (Aussprache: ), ist ein Fußballverein aus der niederländischen Stadt Alkmaar und dem Zaanstreek. Er entstand 1967 aus dem Zusammenschluss der Vereine Alkmaar ’54 und FC Zaanstreek. Der ursprüngliche Gründungsname AZ’67 wurde 1986 in den heutigen Namen AZ geändert.

Geschichte 1954–1967: Ursprünge und Entwicklung Bereits am 13. April 1954 wurde der Verein Alkmaar’54 Club gegründet. In ihm liegen die Anfänge des heutigen Klubs. Dieser unterstand dem Nederlandse Beroeps Voetbal Bond (NBVB). Der NBVB existierte parallel zum Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond, wurde von diesem aber nicht anerkannt. Am 14. August 1954 trug das Team sein erstes Profispiel aus und konnte mit 3:0 gegen Venlo gewinnen. Am Ende der ersten Spielzeit belegte der Klub den fünften Platz in der Eerste Klasse C. Diese Liga war zum damaligen Zeitpunkt eine von vier Klassen, in der sich der jeweils Erste für die Meisterschaftausscheidung qualifizieren konnte. Zur folgenden Saison wurde der Wettbewerbsmodus reformiert und die Meisterschaftsteilnehmer wurden in zwei Ligen ausgespielt; jeweils die beiden Ersten jeder Klasse qualifizierten sich. Alle Mannschaften der beiden Staffeln ab Rang zehn sollten dann zur Saison 1956/57 in die neu geschaffenen Eerste Divisie absteigen. Als Tabellenelfter musste auch Alkmaar’54 den Abstieg hinnehmen. In der ersten Zweitligasaison 1957/58 erspielte sich das Team Platz zwei in der Eerste Divisie Staffel A mit neun Zählern Rückstand auf ADO Den Haag, dem einzigen Aufsteiger neben B-Klassen-Sieger Blauw-Wit Amsterdam. In den folgenden beiden Jahren kam die Mannschaft nicht mehr an die Aufstiegsplätze heran. Erst 1959/60 sicherte sich ’54 den Aufstieg ins niederländische Oberhaus. Bereits nach Ablauf des ersten Comeback-Jahres stieg Alkmaar sofort wieder ab und musste dann nach Ablauf des Spieljahres 1961/62 wegen einer Neugliederung der zweiten Liga auch noch in die Tweede Divisie absteigen. Erst mit Ablauf der Saison 1963/64 wurde das Team Meister in der niedrigsten niederländischen Profiliga und konnte damit wieder in die Eerste Divisie aufsteigen. 1964 wurde auch der FC Zaanstreek gegründet, der 1964/65 in der Tweede Divisie den siebten Platz erspielte und nur ein Jahr darauf aufstieg. Beide Vereine gingen in die Zweitligasaison 1966/67. Während Zaanstreek Platz sieben erspielte, reichte es für Alkmaar nur zu Rang zwölf. Am 30. Juni 1967 schlossen sich beide Teams zusammen und fusionierten zum AZ’67 (Alkmaar-Zaanstreek 1967).

1967–1996: Alkmaar Zaanstreek Mit neuen vereinsinternen Strukturen ging der AZ in die Eerste Divisie 1967/68. Hinter Holland Sport platzierte sich der Klub auf dem zweiten Ligarang, was einen Aufstieg in die Eredivisie bedeutete. Dort sicherte man sich erst nach den Relegationsspielen den Klassenerhalt. Auch im Folgejahr spielte der Verein gegen den Abstieg. Schließlich reichte es nur zu drei Siegen und insgesamt 15 Punkten. Mit 76 Gegentreffern stellte der Klub die schlechteste Defensive der Liga. Nur der HFC Haarlem war schlechter und damit letzter. Trotzdem musste der Klub in die Eerste Divisie absteigen. Auf Anhieb gelang ’67 der Wiederaufstieg und 1972/73 auch der Klassenerhalt. Die Eredivisie-Saison 1973/74 schloss Alkmaar dann auf Rang sieben ab, womit diese bis dahin die beste Saisonleistung der Vereinsgeschichte abgaben. Im Jahr darauf erspielte sich das Team sogar Platz fünf, was 1975/76 wiederholt werden konnte.

Während die ersten Jahre des neuen Vereins viele ausländische Fußballer unter Vertrag standen, die dem Klub finanzielle Probleme brachten, retteten die Brüder Cees und Klaas Molenaar den Klub und sicherten diesem die finanzielle Unterstützung. Neben ihnen waren weitere Sponsoren bereit, den Verein zu unterstützen. Schließlich stabilisierte sich die Lage und das Team ging mit immer größeren Ambitionen in die Liga. Die Spielzeit 1976/77 wurde der AZ’67 dritter hinter Meister Ajax Amsterdam und dem PSV Eindhoven. Damit qualifizierte sich der Klub erstmals überhaupt für den UEFA-Pokal. Dort kam es gegen die Red Boys Differdange aus Luxemburg zum ersten internationalen Pflichtspiel für Alkmaar. Man setzte sich schließlich mit 11:1 und 5:0 mehr als klar durch, scheiterte dann aber unglücklich nach 1:1 und 1:1 im Elfmeterschießen am FC Barcelona. In der Liga lief es erneut gut. Die Mannschaft erspielte sich erneut Platz drei und zog ins Endspiel um den KNVB-Pokal ein. Am 5. Mai 1978 spielte Alkmaar dann im Finale gegen Ajax Amsterdam. Ein Treffer des AZ-Akteurs Henk van Rijnsoever entschied die Partie, so dass der Klub erstmals in der Vereinsgeschichte den nationalen Pokal gewinnen konnte. Damit war die Mannschaft Teilnehmer am Europapokal der Pokalsieger 1978/79, schied aber bereits in der ersten Runde am englischen Vertreter Ipswich Town aus. 1979/80 erreichte die Mannschaft Platz zwei – ein Ergebnis, welches zuvor noch nie gelang. Dadurch war Alkmaar für den UEFA-Pokal 1980/81 qualifiziert. Dort erreichte das Team des deutschen Trainers Georg Keßler über die Red Boys Differdange, PFK Lewski Sofia, FK Radnički Niš, KSC Lokeren und den FC Sochaux das Endspiel, wo man erneut auf Ipswich Town traf. Nach einem 0:3 im Hinspiel unter der Leitung des DDR-Referees Adolf Prokop, stand die Mannschaft im Rückspiel am 20. Mai 1981 unter zwang. Zwar erzielte man durch Tore von Kurt Welzl, John Metgod, Pier Tol und Jos Jonker vier eigene Treffer, musste aber auch zwei Gegentore hinnehmen, so dass der 4:2-Heimerfolg nichts einbrachte und Ipswich den UEFA-Pokal gewann.

Ipswich Town AZ’67 Alkmaar 6. Mai 1981Portman Road (Ipswich)Ergebnis: 3:0 (1:0)Zuschauer: 27.532Schiedsrichter: Adolf Prokop () 100px Paul Cooper – Mick Mills 12px|Kapitän, Russell Osman, Terry Butcher, Steve McCall – John Wark, Frans Thijssen, Arnold Mühren – Eric Gates, Paul Mariner, Alan Brazil Eddy Treijtel – Richard van der Meer, John Metgod, Ronald Spelbos, Hugo Hovenkamp 12px|Kapitän – Jan Peters, Jos Jonker, Peter Arntz, Kristen Nygaard (57. Kurt Welzl) – Kees Kist, Pier TolTrainer: Bobby RobsonTrainer: Georg Keßler () 1:0 John Wark (28., Elfmeter) 2:0 Frans Thijssen (46.) 3:0 Paul Mariner (56.)

AZ’67 Alkmaar Ipswich Town 100px 20. Mai 1981Olympiastadion (Amsterdam)Ergebnis: 4:2 (3:2)Zuschauer: 28.500Schiedsrichter: Walter Eschweiler () Eddy Treijtel – Hans Reijnders, John Metgod, Ronald Spelbos, Hugo Hovenkamp 12px|Kapitän – Jan Peters, Jos Jonker, Peter Arntz, Kristen Nygaard – Kurt Welzl (80. Chris van den Dungen), Pier Tol (46. Kees Kist) Paul Cooper – Mick Mills 12px|Kapitän, Russell Osman, Terry Butcher, Steve McCall – Frans Thijssen, John Wark, Arnold Mühren – Paul Mariner, Alan Brazil, Eric GatesTrainer: Georg Keßler ()Trainer: Bobby Robson 1:1 Kurt Welzl (7.) 2:1 John Metgod (28.) 3:2 Pier Tol (40.) 4:2 Jos Jonker (74.) 0:1 Frans Thijssen (4.) 2:2 John Wark (32.)

In der Liga lief es ebenfalls sehr erfolgreich für Alkmaar. Nur eine Niederlage musste der Klub hinnehmen, erstmals konnte er sich die nationale Meisterschaft sichern. Mit insgesamt 60 Punkten hatte das Team zwölf mehr als Vizemeister Ajax Amsterdam. Außerdem stellte man mit 101 erzielten Toren den besten Angriff und mit nur 30 Gegentoren die beste Defensive der Liga.

100pxTrainer: Georg Keßler Tor Abwehr Hans de Koning (3/0) Eddy Treijtel (32/0) Ype Anema (1/0) Chris van den Dungen (5/0) Hugo Hovenkamp (30/3) Richard van der Meer (29/1) Hans Reijnders (14/0) Henk van Rijnsoever (3/1) Ronald Spelbos (31/4) Ronald Weijsters (13/0) Mittelfeld Sturm Peter Arntz (32/3) Fred Filippo (5/0) Jan Gaasbeek (1/0) Jos Jonker (31/8) John Metgod (34/3) Jan Peters (28/9) Kees Kist (21/11) Kristen Nygaard (32/14) Ricky Talan (3/0) Pier Tol (31/20) Kurt Welzl (29/20) Bemerkung: In Klammern Spiele und Tore (S/T) In Kursiv geschriebene Spieler wurden zur Halbserie ge-/verkauft oder ge-/verliehen

Mit dem Erfolg im KNVB-Pokal wurde zudem das Double geschafft. Im Endspiel am 28. Mai 1981 in Amsterdam schlugen die AZ-Kicker den heimischen Klub Ajax mit 3:1. Torschützen für Alkmaar waren Ronald Spelbos, Pier Tol und Kristen Nygaard. Zwischenzeitlich konnte Gerald Vanenburg für Ajax ausgleichen. Durch den Gewinn der Meisterschaft nahm der Klub erstmals am Europapokal der Landesmeister teil. Nach einem 3:1 und einem 1:0 gegen Start Kristiansand schied Alkmaar in der zweiten Runde gegen den FC Liverpool (2:2 und 2:3) aus. Im nationalen Vergleich konnte der Klub den KNVB-Pokal verteidigen, in der Liga reichte es nur zu Rang drei. Im Endspiel um den nationalen Cup verlor Alkmaar das Hinspiel gegen den FC Utrecht mit 0:1, wendete das Blatt aber mit einem 5:1-Rückspielerfolg.

1982/83 sackte der Klub dann ins Mittelfeld der Liga ab und wurde nur Zehnter. Da sich die Molenaar-Brüder aus dem Verein zurückzogen, kam es zu einem Einschnitt bei den Rot-Weißen. Es folgte eine lange Durststrecke, die 1988 zum Abstieg in die Zweite Liga führte. Dort fristete der Club lange ein Schattendasein, bis 1996 der Wiederaufstieg in die Eredivisie gelang.

1996–2010: Entwicklung seit dem Wiederaufstieg Großen Anteil an diesem „Comeback“ hatte dabei der Geschäftsmann Dirk Scheringa, der den Verein wieder neu strukturierte und zu alter Stärke führen wollte. Allerdings folgte dem Aufstieg der sofortige Abstieg. Doch das Team fing sich schnell und kam zur Saison 1998/99 wieder zurück. Unter Gerard van der Lem schaffte man den Klassenerhalt. Seit der Saison 2001/02 gelang dem AZ unter dem renommierten holländischen Trainer Co Adriaanse eine stetige Leistungssteigerung, die den Verein 2004 erstmals wieder in den UEFA-Pokal führte.

In der Saison 2004/05 gelang AZ Alkmaar der Einzug ins Halbfinale des UEFA-Pokals, wo man knapp an Sporting Lissabon scheiterte. 2005 erreichte Alkmaar den dritten Platz der Ehrendivision, ein Jahr später die Vize-Meisterschaft. Zu Beginn der Saison 2005/06 löste der ehemalige niederländische Nationaltrainer Louis van Gaal Co Adriaanse als Cheftrainer ab.

In der Saison 2006/07 erreichte der AZ das Viertelfinale des UEFA-Pokals, in dem er sich dem deutschen Vertreter Werder Bremen geschlagen geben musste. In der Meisterschaft landete Alkmaar am Ende auf dem dritten Rang, nachdem man vor dem letzten Spieltag noch an der Tabellenspitze gestanden hatte. Auch im Playoff um den Champions-League-Platz und im Pokal-Finale verlor der AZ jeweils gegen Ajax Amsterdam. Am Ende blieb die vierte UEFA-Cup-Qualifikation in Serie. Durch ein 0:0 zu Hause und einen 1:0-Auswärtssieg gegen FC Paços de Ferreira zog AZ in die Gruppenphase ein. Am 20. Dezember 2007 wurde das erste UEFA-Cup-Heimspiel in der Geschichte von Alkmaar verloren, als man sich dem FC Everton mit 2:3 geschlagen geben musste. Dies war die erste Heimniederlage in diesem Wettbewerb seit dem ersten Auftritt 1977.

Die Folgesaison lief schlecht für die Rot-Weißen. In der Liga wurde nur der elfte Rang belegt und damit die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb verpasst. Im UEFA Cup schied man nach einem Sieg, einem Unentschieden und zwei Niederlagen in der Gruppe A schon frühzeitig aus. Gegen den späteren Turniersieger Zenit St. Petersburg gelang der Truppe von Louis van Gaal ein 1:1. Nach dieser insgesamt schlechten Leistung in der Saison 2007/08 erklärte van Gaal im April 2008 seinen Abschied zur nächsten Spielzeit, entschied sich aber kurz darauf um.