Ostendorf (plattdeutsch Oostendörp) ist eine niedersächsische Ortschaft im Elbe-Weser-Dreieck, die Teil der Stadt Bremervörde ist.

Geografie Ostendorf liegt inmitten des Elbe-Weser-Dreiecks im nördlichen Teil des Landkreises Rotenburg (Wümme) an der Oste und ist Bestandteil der Stadt Bremervörde. Der Ort besteht aus zwei Ortsteilen, dem historischen Ostendorf im Norden und Ottendorf im Süden.

Nachbargemeinden Zu den Nachbargemeinden gehören folgende Orte: Estorf Hollnseth Kranenburg Lamstedt

Nachbarorte innerhalb des Bremervörders Stadtgebiet sind Hönau-Lindorf, Iselersheim und Nieder Ochtenhausen.

Geologie Der komplette Untergrund des Orts ist Moorboden, da er sich im Vörder Moor, einem Außengebiet des Teufelsmoors befindet. Dieser ist besonders wasserhaltig da zwischen der Ortsstraße und der Oste ein klassisches Poldergebiet liegt. Der tiefste Punkt des Ortes sowie des Stadtgebietes von Bremervörde sind die Ostendorfer Wiesen mit etwa einem halben Meter unter dem Meeresspiegel. Erhebungen liegen im Ortsgebiet, abgesehen von den künstlich angelegten Deiche und Straßendämme, nicht vor.

Gewässer mini|Mehemündung nordöstlich von Ostendorf

Durch das Ortsgebiet verlaufen die Oste, eine ehemalige Bundeswasserstraße, sowie viele weitere kleinere Flüsse und Bäche, die in die Oste münden. Die größten dieser sind der Hönau-Lindorf-Neundammer Schiffgraben, der Niederochtenhausener Schiffgraben, der Ostendorfer Schiffdammgraben, der Ottendorfer Entwässerungsgraben sowie die vier Staugräben. Zudem grenzt der Ort im Norden an die Mehe, welche kurz danach in die Oste mündet.

Geschichte Ostendorf wurde im Zuge der Moorkolonisierung durch Jürgen Christian Findorff im Jahr 1764 gegründet. Etwas später folgte auch die Gründung von Ottendorf. Am 1. April 1929 wurden die beiden Ortschaften zusammengefasst und bildeten das heutige Ostendorf.Amtsblatt der Regierung Stade 1929, S. 39

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Ostendorf in die Stadt Bremervörde eingegliedert.

Politik Wappen mini|Ostendorfer Wappen

Das Wappen zeigt auf silbernem Grund vier rote Rechtecke, von denen vier blaue geradlinige Streifen unter einem roten Balken hindurch führen. Alle vier Streifen enden an einem großen roten Rechteck, über dem ein gebogener und breiterer blauer Streifen verläuft.

Der rote Balken steht für die lange Ortsstraße, die Rechtecke symbolisieren die Ostendorfer Schöpfwerke. Von den kleineren Schöpfwerken verlaufen die vier Ostendorfer Staugräben, die allesamt in die vom blauen Streifen dargestellte Oste münden, durch das klassische Poldergebiet zum letzten großen Schöpfwerk.Stadt Bremervörde: Bremervörde und die Ortschaften

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist Uwe Noetzelmann (SPD), der zu den Kommunalwahlen 2011 wiedergewählt wurde. Er ist zudem einziges ostendorfer Mitglied im Bremervörder Stadtrat. (Stand: 30. November 2012.)

Ortsrat Der Ortsrat, der den Ortsteil Ostendorf vertritt, setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Wählergemeinschaft Ostendorf (WGO): 5 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten Ostendorf ist ein typisches Moorhufendorf nach den Plänen von Jürgen Christian Findorff. Der Grundtyp der Häuser ist sehr gut erhalten geblieben und weist viele Gemeinsamkeiten mit den Dörfern im Teufelsmoor auf.

Bauwerke mini|Findorff-Haus in Iselersheim Es sind einige alte Moorhäuser Ostendorfs erhalten geblieben: Dazu gehören die Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Hausnummern 3, 4, 6, 7, 15, 21, 22, 25, 27, 31, 36, 48 und 51. Das Haus am See in Bremervörde, ein ehemaliges Gebäude von 1861, wurde 1984/86 in Ostendorf abgerissen und am Vörder See beinahe originalgetreu wiederaufgebaut. Es wird heute als Gaststätte und Veranstaltungsort genutzt. Das Findorff-Hauses wurde von 2003/05 von Ostendorf nach Iselersheim versetzt und dient aktuell dem Iselersheimer Heimatverein als Ort für wechselnde Ausstellungen sowie einer dauerhaften Ausstellung über Jürgen Christian Findorff.Heimatverein Iselersheim: Heimathaus / Findorff-Haus Hofanlage Ostendorfer Straße 27 von 1799 und um 1850 in Fachwerk

Wirtschaft und Verkehr Ein großer Teil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig.

Verkehr Teil des Straßennetzes sind die Kreisstraßen 106 (Bremervörde-Ostendorf, Länge: 8,8 km) und 136 (Iselersheim-Ostendorf, Länge: 1,9 km). In den folgenden Jahren soll die geplante Bundesautobahn 22, inzwischen zur Bundesautobahn 20 umbenannt, errichtet werden. Hierbei würde die Trasse zwischen dem südlichen Ortsgebiet und dem Nachbarort Nieder Ochtenhausen verlaufen und danach die Oste per Brücke überqueren.

Im öffentlichen Personennahverkehr betreibt die Autobus Stoss GmbH die durch Ostendorf führenden Buslinien 811 und 812, welche in Bremervörde enden. (PDF-Datei; 6 kB)

Tourismus mini|Gräpeler Prahmfähre mini|Broberger Fähre Durch Ostendorf verläuft die Deutsche FährstraßeDeutsche Fährstraße (Radroute) auf Google Maps, sodass besonders im Sommer viele Radwanderer den Ort durchqueren. Als Anziehungspunkte fungieren hierbei die Gräpeler Prahmfähre, die Broberger Fähre sowie das Ostendorfer MelkhusUrlaub im Landkreis Rotenburg (Wümme): Unsere Melkhüs – Region Bremervörde – Ostendorf. Darüber hinaus sind anlässlich der großen Vatertagsfete in Gräpel jedes Jahr zahlreiche Besucher zu verzeichnen.

Infrastruktur Dorfgemeinschaftshaus mit Schießanlage Freiwillige Feuerwehr Sportplatz Kinderspielkreis in Iselersheim Findorff-Grundschule in Iselersheim Weiterführende Schulen in Bremervörde Bremervörder Anzeiger, Bremervörder Zeitung Abfallentsorgung geregelt durch das Bremervörder Rathaus

Vereine Club Gemütlichkeit Freiwillige Feuerwehr Piepenclub Schützenverein Ostendorf SV Ostendorf

Kirche Die meisten der Einwohner sind in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Iselersheim. Gottesdienste finden in der Iselersheimer Findorff-Kirche statt. Der Friedhof befindet sich im Norden von Iselersheim.

Sport Der SV Ostendorf betreibt den Kegelsport, die erste Mannschaft spielt zurzeit in der Kreisliga, die zweite und dritte Mannschaft in der 2. Kreisklasse.

Persönlichkeiten Jürgen Christian Findorff (1720–1792), Moorkolonisator, Ortsgründer Diedrich Schnackenberg (1913–1989), Kapitän des Besanewers Friedrich, starb hier

Literatur Rainer Brandt: 225 Jahre Ostendorf – 1764–1989: Eine Dorfchronik. Druckhaus Stelljes GmbH & Co. KG, Bremervörde 1989.

Weblinks

Homepage Ostendorfs Offizielle Tourismusseite des Landkreises Rotenburg (Wümme) Website der Kirchengemeinde Iselersheim

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Bremervörde) Kategorie:Ort im Landkreis Rotenburg (Wümme) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Rotenburg (Wümme)) Kategorie:Ort an der Oste Kategorie:Gegründet 1764 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974