Iris Müller (* 11. September 1930 in Magdeburg; † 30. Januar 2011 in Stuttgart) war eine deutsche Theologin, die 2002 entgegen dem Kirchenrecht zur römisch-katholischen Priesterin geweiht wurde. Die römisch-katholische Kirche stellte fest, dass die Weihe gemäß Can. 1024 CIC ungültig war.
Leben Müller studierte in der DDR evangelische Theologie, das sie 1958 mit dem Diplom abschloss.Nachruf von Ida Raming auf Iris Müller auf der Internetseite der Universität Münster Nach ihrem Studium konvertierte sie zur römisch-katholischen Kirche und floh 1959 aus der DDR. Sie studierte daraufhin römisch-katholische Theologie an der Universität Münster und promovierte dort.
Nach ihrem Studium setzte sie sich in ihrem weiteren Leben für die Frauenordination in der römisch-katholischen Kirche ein. In der theologischen Fakultät der Universität Münster gründete sie eine Bibliothek „Frau in den Religionen (vorwiegend: Judentum, Christentum, Islam)“. Dort arbeitete sie unter anderem mit der römisch-katholischen Theologin Ida Raming zusammen.
Nach ihrer Weihe zur Diakonin gehörte sie zu den sieben römisch-katholischen Frauen (Ida Raming, Christine Mayr-Lumetzberger, Adelinde Theresia Roitinger, Gisela Forster, Pia Brunner und Dagmar Braun Celeste), die am 29. Juni 2002 auf einem Donau-Schiff zur Priesterinnen geweiht und als Donau Sieben bekannt wurden. Der Heilige Stuhl bezeichnete diesen Akt als ungültig, was von den Frauen bestritten wurde. Da Müller die angebliche Nichtigkeit ihrer Weihe nicht anerkannte und bis zum Ablauf einer festgesetzten Bedenkzeit „keine Zeichen der Reue und Umkehr“ zeigte, wurde sie am 5. August 2002 exkommuniziert.
Laut Regina Heyder hat sie gemeinsam mit Gertrud Heinzelmann und den Theologinnen Josefa Theresia Münch und Ida Raming „entscheidend zu einer Sensibilisierung für die Thematik ,Frauen und Kirche‘“ beigetragen. Unabhängig voneinander setzten sie sich für das Priestertum der Frau ein.Melanie Kolm: Frauen in der Katholischen Kirche - betroffen und beteiligt, Lit Verlag, Münster 2016, ISBN 978-3-643-12632-0, S. 42
Schriften Die Wertung der Nachbarvölker Israels Edom, Moab, Ammon, Philistäa und Tyrus/Sidon nach den gegen sie gerichteten Drohsprüchen der Propheten, Münster, 1970. Drucklegung der Dissertation von 1968. Die Frau im Islam und in islamischen Gesellschaften, Verlag für Christl.-Islam. Schrifttum, 1981. Die Misere katholischer Theologinnen in den deutschen Universitäten, Deutscher Studien-Verlag, 1987, ISBN 3-89271-027-9. Stellung der Frau im Recht altorientalischer Kulturen und Altägyptens, Deutscher Studien-Verlag, 1996, ISBN 3-89271-666-8, unter Mitarbeit von Irmela Schlau und Lothar Siewe. (mit Ida Raming): Aufbruch aus männlichen „Gottesordnungen“, Deutscher Studien-Verlag, 1998. (mit Ida Raming): Unser Leben im Einsatz für Menschenrechte der Frauen in der römisch-katholischen Kirche, Lit Verlag, 2007. (mit Ida Raming): „Contra legem“ – a matter of conscience: our lifelong struggle for human rights for women in the Roman-Catholic Church, Lit Verlag, 2010, ISBN 978-3-643-10986-6.
Weblinks
National Catholic Reporter: Nachruf auf Iris Müller von Maureen Fiedler (englisch: "Iris Muller, 'Grandmother' of the Women Priest Movement, dies")
Einzelnachweise
Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Person (Freikatholische Kirche) Kategorie:Exkommunizierte Person Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Flüchtling Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Frau Kategorie:Ordination von Frauen im Christentum Kategorie:Priester (Christentum)