mini|Stadtgarten mit Blick über den Karlssteg zum Münster

Die Park- und Grünanlagen, Freizeitanlagen, Spielflächen und das Straßenbegleitgrün sowie der Mundenhof von Freiburg im Breisgau umfassen eine Fläche von 397 Hektar, das entspricht pro Einwohner 18,05 m² Grünfläche. Der Durchschnitt der Großstädte in Baden-Württemberg liegt bei 22,66 m² Grünfläche/Einwohner. Allerdings hat Freiburg einen hohen Anteil an stadtnahem Wald sowie weitere Erholungsflächen wie das Rieselfeld. Ein Großteil der Anlagen entstand ab den 1960er Jahren.Vorlage STEA-11/003 vom 27. Mai 2011. Zugriff am 28. Dezember 2012.

Parkanlagen Dietenbachpark mini|Slacklineanlage im Dietenbachpark mini|Drei Bäume für Deutschlands Einheit Mit der Anlage des Dietenbachparks am Rande Weingartens wurde 1974 begonnen, fertiggestellt wurde er jedoch erst 1986. Mit 34,88 Hektar ist er der größte der Freiburger Parks. Hier liegt auf der 3,3 ha große und bis 8,5 Meter tiefe Dietenbachsee, der 1981 bei der Kiesentnahme für den Bau der Westrandstraße entstand und in den Park integriert wurde. An der Nordseite des Sees wurde aus der Erde, welche die Kiesschicht bedeckte und beseitigt werden musste, ein Wall aufgeschüttet. Dieser verhindert außerdem, dass sich bei Hochwasser der renaturierte Dietenbach in den ausschließlich aus Grundwasser gespeisten See ergießt. Im Sommer wird dort (nackt) gebadet.

In diesem Landschaftspark wachsen u. a. Streuobstbäume und Heckenrosen, Margeriten, Schneckenklee und Witwenblumen, die Falter wie Federgeistchen, Distelfalter sowie Bläulinge anziehen.

An einer Wegkreuzung südlich des Sees ragt ein vier Meter hohes Kreuz empor. Im Sockel ist in zwölf Sprachen das Wort „Friede“ eingraviert. Dank einer ökumenischen Initiative steht es u. a. als Zeichen für die vielen Kulturen, die in Weingarten leben.

Sportanlagen für die Öffentlichkeit, die Sportgruppe Weingarten und den Freiburger FC (Freiburger Stadion im Dietenbach; „Contempo-Stadion“) mit Clubheim und Gaststätte sowie Grill- und Spielplätze runden das Angebot ab.Garten- und Tiefbauamt, Martin LeserDietenbachpark, Badische Zeitung, 2. Juni 2009, Zugriff am 2. Dezember 2012 Der Anfang 2015 eingeweihte Skatepark wurde 2020 auf 2400 Quadratmeter vergrößert. Er enthält Straßenelemente wie Treppen, Geländer und Bürgersteigkanten, aber auch Halfpipes. Das Herzstück der Anlage ist eine Nachbildung der „Arto Saari Bowl“, einem kalifornischen Swimmingpool. In der Nähe gibt es seit Juli 2020 neben einem Generationenspielplatz auch Freiburgs ersten Parkour-Platz. Samstags findet im Park der Dietenbach parkrun statt. Durch den FR 5 ist der Dietenbachpark mit dem Rad von der Innenstadt aus über den Stühlinger und Betzenhausen erreichbar.

Im Sommer 2012 legte ein 72-jähriger Bürger ein ca. 15 m² großes Gemüsebeet im Park an. Inzwischen akzeptiert die Stadt seinen urbanen Gartenbau.

2014 wurden beim Mundenhofer Steg Drei Bäume für Deutschlands Einheit gepflanzt. Im Dezember 2015 hatte jemand versucht die Kiefer zu fällen.

Eschholzpark mini|„Gartenschlauch mit Wasserhahn“ von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen (errichtet 1983) Durch den Bau von Technischem Rathaus und Schulzentrum waren im Stühlinger 370 Kleingärten weggefallen: 1979 wurde die Anlage des „Eschholzparks“ beschlossen, 1982 wurde er eröffnet. Auf 37,5 Hektar wurde er in einer für den Stühlinger charakteristischen Blockstruktur angelegt.

Nicht zu übersehen ist eine große Skulptur, die einen zehn Meter hohen Wasserhahn mit einem roten, 84 Meter langen Gartenschlauch darstellt. Nach einem Wettbewerb wurde sie von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen 1983 erschaffen und soll an die verdrängten Kleingärten erinnern. Diese Wiese und das südlich anschließende Rondell mit Staudengarten, Pergola mit Glyzinien und Hecken werden von einer Kastanienallee umrahmt. Eine weitere Liege- und Spielwiese mit einer Slacklineanlage, durch einen Fuß- und Radweg (FR 5) davon getrennt, bildet den Abschluss im Süden. Auch ein Kleinkinderspielplatz ist vorhanden.Eschholzpark+Stühlinger Kirchplatz, Badische Zeitung, 6. Juli 2009, Zugriff am 5. Dezember 2012

Von Anfang an wurde der Park auch für Veranstaltungen genutzt, wobei es immer wieder Proteste der Bevölkerung gibt. So fand 1984 einmalig das Zelt-Musik-Festival dort statt. Ende der 90er Jahre fand das Theater Freiburg dort im Zelt eine Ausweichspielstätte während des Umbaus seines Hauses an der Bertoldstraße. Während der Fußballweltmeisterschaften 2006 und 2010 gab es Public Viewing im Eschholzpark mit zuletzt bis zu 10.000 Besuchern.Public Viewing im Eschholzpark, Badische Zeitung, 9. Januar 2012, Zugriff am 5. Dezember 2012 Eine entsprechende Veranstaltung zur Fußball-EM 2012 wurde vom Veranstalter abgesagt.Kein Public Viewing im Eschholzpark, Badische Zeitung, 8. Mai 2012, Zugriff am 5. Dezember 2012 Seit 2005 richtet alle drei Jahre die Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule das Europäische Stein-Festival im Freiburger Eschholzpark aus.Stein-Festival.de, Zugriff am 5. Dezember 2012

Joseph-Brandel-Anlage mini|Brandel-Anlage mit StaudenbeetIm Freiburger Stadtteil Haslach an der Guildfordallee liegt dieser über den Stadtteil hinaus recht unbekannte Park: Die 4,35 Hektar große und Ende der 1960er Jahre fertiggestellte Anlage geht auf eine Initiative des früheren Oberbürgermeisters Joseph Brandel zurück.Josef-Brandel-Anlage, Badische Zeitung, 19. September 2009, Zugriff am 11. Dezember 2012 Ein Gedenkstein in Form einer Gletschermühle, den ein Freiburger Geschäftsmann am Rhein bei Bad Säckingen fand, erinnert an den früheren OB; teilweise wertvolle exotische Baumarten und ein Staudengarten mit Sitzmöglichkeiten finden sich ebenso wie zwei Spielplätze, einer davon ein Wasserspielplatz. Mehrere Fuß- und Radwege, unter anderem der FR 6, führen durch den Park und verbinden ihn u. a. mittels einer Brücke über die Guildfordallee mit St. Georgen. Verschiedene Kunstwerke aus Stein und Metall befinden sich im nördlichen Teil – sie wurden 2006 von Schülern der Vigeliusschule in Zusammenarbeit mit der Bildhauerwerkstatt Kunstflug geschaffen. 2021 wurde die Anlage für rund 1,6 Millionen Euro saniert. Wege, Beleuchtung, der Spielplatz und die Toiletten wurden erneuert. Außerdem wurden inklusive Sportgeräte installiert.

Konrad-Guenther-Park mini|hochkant|Konrad-Guenther-Park mit geschädigten Eichen 1934 wurde der Möslepark nördlich der Bahnlinie um ein Wäldchen erweitert, das später zu einem Naturpark umgestaltet und 1954 nach dem Freiburger Zoologen Konrad Guenther benannt wurde. Gegen erbitterten Widerstand der Bevölkerung wurden 1996 zahlreiche alte Bäume gefällt, um dem Bau der B 31 Ost Platz zu machen. Versehentlich wurden zu viele Bäume gefällt und das Regierungspräsidium musste der Stadt umgerechnet rund 130.000 € zahlen, die in Arbeiten im Möslepark investiert wurden. Durch den Bau der Straße wurden die Grundwasserströme unterbrochen, was zum Absterben zahlreicher Bäume führte. Dennoch ist es wichtig, auch diese Bäume zu erhalten, da sie Lebensräume für Fledermäuse sind. Heute umfasst der Konrad-Guenther-Park eine Fläche von etwa 6,5 ha. Am Rande des Parks befindet sich die Privatschule Kapriole. Der FR 8 bindet den Park an die Wiehre und an Littenweiler an.

Möslepark mit Waldsee mini|Waldsee mit Pavillon Entstanden 1879 bis 1885 als Landschaftspark nach Plänen des Stadtgärtners Maximilian Wilhelm Schmöger, gehört der Möslepark zu den ältesten Anlagen Freiburgs. 1877 wurden zunächst südlich der Bahnlinie, im heutigen Stadtteil Waldsee, zwei Weiher für die Brauerei Neumeyer zur Eisgewinnung angelegt. (Ein früheres Gaststättengebäude dieser Brauerei ist heute noch am Schwabentorring Ecke Kartäuserstraße zu sehen.) Der 1873 gegründete Verein zur Verschönerung der Stadt regte kurz darauf die Schaffung des Parks an. Seinen Namen verdankt er dem Wasserreichtum. Die ältesten Quellfassungen der Stadt sind hier zu finden. 1881 wurde ein dritter Weiher angelegt, der heute, verschmolzen mit den beiden ersten, den Waldsee bildet. Am Westufer befindet sich das Waldseerestaurant mit Seeterrasse, welches 1883 eröffnet wurde und heute noch als Ausflugsgaststätte und Veranstaltungsstätte bei der Freiburger Bevölkerung großen Zuspruch erfährt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der stark verwilderte elf Hektar große Park durchforstet und geringfügig umgestaltet. 2015 wurde der westliche, und 2016 der östliche Teil ausgelichtet, um den früheren Wechsel von dichten und lichten Zonen wiederherzustellen.

Auf dem Waldsee wird im Sommer Boot gefahren und im Winter Schlittschuh gelaufen. Durch die Hitze und Trockenheit waren im August 2018 1.000 Fische verendet. Die hohe Wassertemperatur, der ausgetrocknete Zulauf und die dicke Schlammschicht, wodurch der See nur noch 1,50 Meter Tiefe hatte, haben zu einem Sauerstoffmangel geführt. Als Soforthilfe pumpte die Feuerwehr das Seewasser um und reicherte es damit mit Sauerstoff an. Bis Anfang 2019 wurde der See nach 18 Jahren wieder entschlammt. Zuvor wurden die geschützte Teichmuschel, die Große Flussmuschel und die Malermuschel geborgen, die danach wieder eingesetzt wurden. Die exotische Chinesische Muschel wurde nicht wieder eingesetzt. Damit die Muscheln sich fortpflanzen können, werden entsprechende Wirtsfische in den zur Zeit fischlosen Waldsee eingebracht. Es wurden schon 1.000 geborgen, letztes Mal waren es nur 900.

Südlich der Waldseestraße befindet sich seit 1960 eine Jugendverkehrsschule. Im Möslepark finden sich bis zu 200 Jahre alte Eichen, Hainbuchen und mächtige Rhododendren. Er ist ein wichtiger Lebensraum für Fledermäuse wie den Großen Abendsegler. Der Park ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Lorettoberg-Günterstal-Littenweiler.Möslepark und Konrad-Guenther-Park, Badische Zeitung, 29. Dezember 2009, Zugriff am 28. Dezember 2012 Von 1973 bis 1990 fand im Möslepark jährlich ein Flohmarkt statt. Aus Naturschutzgründen wird er dort nicht mehr abgehalten.

Die Waldseestraße wurde schon im Jahr 1956 wegen Krötenwanderungen zwischen Waldsee und Möslepark für den Verkehr gesperrt. Seit Mitte der 70er Jahre werden regelmäßig Krötenschutzzäune errichtet. 2019 sollte das zum letzten Mal sein, denn ab 2020 sollte es ein Amphibienleitsystem geben. Doch trotz zweier Krötentunnel fehlt das Leitsystem und Radfahrer benutzen weiterhin die gesperrte Waldseestraße. Inzwischen wurde dieser Abschnitt von 5,30 Meter auf 3,50 Meter zurückgebaut und dauerhaft für sämtliche Fahrzeuge gesperrt. Zuvor musste die Randstraße entlang der Nord- und Ostseite des Parks für 740.000 Euro saniert werden. Dies war eine Ausgleichsmaßnahme für das Projekt Rotteckring in der Innenstadt. Für eine vollständige Entsiegelung der Waldseestraße, wie sie NABU und Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee fordern, reicht jedoch das Geld nicht. Durch das Umkippen des Sees ist die Population der Amphibien von 2381 Krötenpaaren im Jahr 2002 auf 395 im Jahr 2019 geschrumpft. Im Sommer 2021 begannen die Arbeiten für besseren Amphibienschutz, eine nachhaltigere Vernässung und die Pflege des Baumbestands.

Moosweiher-Park mini|Moosweiher Der elf Meter tiefe Moosweiher entstand durch Kiesentnahme für den Bau der A5 in den Jahren 1960 bis 1962, also bevor der zugehörige Stadtteil Landwasser entstand. 1966 erhielt er vom Gemeinderat den Namen Moosweiher und 1968 wurde der Baggersee vom Gartenamt rekultiviert, Wege mit Bänken, Liegewiesen und ein Kinderspielplatz wurden angelegt. Später kamen ein Restaurant, Minigolf, Toiletten und Sportanlagen mit Vereinsheim hinzu.

Inzwischen ist der 15,3 Hektar große Park rund um den Moosweiher ein naturnaher Landschaftspark mit Erlen, Eichen, Eschen, Pappeln und Weiden. Neben ausgesetzten Rot- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten ist dort auch die Nutria heimisch geworden.Nutria, Badische Zeitung, 1. März 2012, Zugriff am 5. Februar 2013