mini|Rosenlauigletscher, gesehen von der Strasse kurz vor Rosenlaui (2007). Links der Dossen, rechts Klein und Gross Wellhorn mini|Das linke (westliche) Zungenende des Rosenlauigletschers um 1870/80. Radierung von Heinrich Müller Der Rosenlauigletscher – oder Rosenlouwigletscher – ist ein Talgletscher in den nordöstlichen Berner Alpen südlich von Meiringen im Kanton Bern, Schweiz. Er hat eine Länge von 4,5 Kilometern bei einer durchschnittlichen Breite von einem Kilometer, bedeckt eine Fläche von ungefähr 6 km² und hat eine Neigung von 19 Grad (34 %).Naturgefahren Gletscher: Rosenlauigletscher Der Gletscher ist auf Bergwegen von Rosenlaui aus erreichbar.
Geographie Seinen Ausgangspunkt hat der Rosenlauigletscher im Wetterkessel an der Nordostflanke der Wetterhorngruppe auf einer Höhe von etwa 2800–3500 m ü. M. Gegen Süden ist der Gletscher über firnbedeckte Kämme einerseits mit dem Gauligletscher, andererseits mit dem Oberen Grindelwaldgletscher verbunden. Der Rosenlauigletscher fliesst in einem etwa 600 m hohen Eisfall aus dem Wetterkessel nach Nordnordosten. Im Westen wird er vom Felsgrat des Wellhorns () und des Kleinen Wellhorns () flankiert, im Osten vom Dossen (). Der grösste Teil der Gletscherfläche liegt im Gebiet der Gemeinde Innertkirchen und der Bereich der Gletscherzunge in Schattenhalb.
Die Gletscherzunge befindet sich derzeit (Stand 2026) auf einer Höhe von rund 2100 m ü. M.Karte auf map.geo.admin.ch, abgerufen am 3. September 2026. An ihrem Ende entspringt der Wyssenbach, der in mehreren Rinnen und mit Wasserfällen steil in das Tal hinunter fällt und nach der Gletscherschlucht Rosenlaui in den Reichenbach mündet, der durch das Reichenbachtal und über den berühmten Reichenbachfall zur Aare abfliesst.Schweizerisches Gletschermessnetz: Rosenlauigletscher
Der untere Bereich der Gletscherzunge verlor zu Beginn des 21. Jahrhunderts wegen der starken Eisschmelze im Bereich einer hohen Felsstufe die Verbindung zum oberen Hauptmassiv des Gletschers, wie auf den neueren Landkarten und jüngeren Fotografien zu sehen ist. Das untere Eisfeld wird nur noch vom Firn unter dem Wellhorn genährt und verliert stetig an Masse. Sein gänzliches Abschmelzen ist in naher Zukunft zu erwarten, und dann liegt das Ende der Gletscherzunge beim oberen Eisfeld, rund 300 Meter höher als noch um 2000.Karte auf map.geo.admin.ch. (Die Option «Zeitreise» bietet Vergleichsmöglichkeiten.)
In seinem Hochstadium während der Kleinen Eiszeit im 19. Jahrhundert teilte der Gletscherhubel, ein Felsen unterhalb der heutigen Zunge, diese in zwei Enden. Das rechte (östliche) Zungenende passierte die Westwände der Hinteren Engelhörner und endete bei etwa 1700 m ü. M. Das deutlich grössere linke Zungenende reichte über den steilen Felshang unterhalb der heutigen Zunge hinunter und endete im Bereich der Rosenlauischlucht, bei etwa 1460 m ü. M.
mini|Gemälde des Rosenlauigletschers von Johannes Glückert (1913) Der Gletscherstand von 1828 ist exakt wiedergegeben auf dem Gemälde von Samuel Birmann: Der Rosenlaui-Gletscher. Ein weiteres Gemälde von der Hand des Malers Johann Heinrich Schilbach mit dem Titel Der Rosenlauigletscher aus dem Jahr 1835 ist aufgeführt im Katalog zur Ausstellung «Magie des Augenblicks» im Museum Giersch, Frankfurt/Main aus den Jahren 2009/2010. Aus dem Jahr 1913 stammt das Gemälde des Rosenlauigletschers des deutschen Landschaftsmalers Johannes Glückert (siehe Abbildung).
Die Messdaten der schweizerischen Gletscherkommission dokumentieren die Längenänderung des Gletschers, dessen Zunge sich im 20. Jahrhundert im Allgemeinen stark zurückzog. Nur für die 1960er Jahre ist kurzfristig eine umgekehrte Tendenz zu beobachten, als der Gletscher fast 100 Meter weit vorstiess.
Alpinismus Auf dem Felsgrat östlich des Gletschers steht die Dossenhütte des Schweizer Alpen-Clubs SAC auf 2663 m ü. M. Der «Dossenweg» ist der normale Zustieg zur Hütte; der anspruchsvolle Alpinwanderweg führt von Rosenlaui aus durch das Tal des Wyssenbachs und über eine Seitenmoräne des Gletschers zum Ürbachsattel und über den Grat zur Hütte. Bis zum Abschmelzen der rechten (östlichen) Gletscherzunge führte der Dossenweg ein Stück weit über den Gletscher.
Von der Dossenhütte aus führen Routen von Hochtouren über den Gletscher zu den Wetterhörnern. Im Winter wird er auf Skitouren begangen.
Schutzgebiete Das Gebiet des Rosenlauigletschers ist zusammen mit dem Aletschgletscher und den umliegenden Regionen seit 2007 (Gemeinde Schattenhalb) Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch.Unesco World Heritage: Swiss Alps Jungfrau-Aletsch
Die Zone liegt im Landschaftsschutzgebiet Berner Hochalpen und Aletsch-Bietschhorn-Gebiet des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.Objektblatt «BLN 1507/1706 Berner Hochalpen und Aletsch-Bietschhorn-Gebiet (nördlicher Teil)» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.
Das felsige Bergtal unter dem Gletscher mit glazialen Erosionsformen, Moränen, Pioniervegetation, Schmelzwasserbächen und Wasserfällen bis zur Gletscherschlucht ist als typisches und wertvolles Gletschervorfeld geschützt im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.Objektblatt «Rosenlauigletscher» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.
Siehe auch Liste der Schutzgebiete im Kanton Bern
Weblinks
Schutzgebiete auf dem Geoportal des Kantons Bern
Einzelnachweise
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