Sylvia Torf, geborene Pier (* 3. Mai 1889 in Odessa, Russisches Kaiserreichlaut Trapp: Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933–1945, S. 1068 oder 3. Januar 1892 in Budapest, Österreich-Ungarnlaut Mühsam/Jacobsohn: Lexikon des Films., S. 177; † nach 1939), war eine deutsche Schauspielerin bei Film und Theater.

Leben Sylvia Torf bereiste seit ihrem zehnten Lebensjahr mit ihren Eltern diverse europäische Staaten, ehe sich die Familie 1905 in Deutschland niederließ. Nach dem Abitur studierte sie Philosophie, Kunstgeschichte und Chemie in Berlin, Gießen, Heidelberg und Berlin. Die Ehe mit einem Opernsänger hielt nur kurz, dann wurde sie 1919 für den Film entdeckt. Nebenbei trat sie in der Provinz (wie am Zoppoter Stadttheater) auf der Bühne auf, in Stücken wie Charleys Tante und Potasch und Perlmutter.

Urban Gad besetzte sie 1920 in seinem Filmdrama Weltbrand, es folgten weitere Nebenrollen in zahlreichen Stumm- und einigen wenigen Tonfilmen. Mehrfach spielte sie in Produktionen der Prometheus Film und in einigen zentralen Inszenierungen von G. W. Pabst mit. Mit der Machtergreifung 1933 endete Sylvia Torfs Filmkarriere schlagartig, da sie, als vermutliche Halbjüdin, wie es in einem Reichsfilmkammervermerk hieß, nicht mehr besetzt wurde. Dennoch blieb die Künstlerin bis 1939 in Berlin ansässig. Am 17. April 1939 gelang ihr schließlich von Bremen aus die Flucht nach Schanghai.Ausreisebeleg auf ancestry.com In China verliert sich Sylvia Torfs Spur.

Filmografie 1920: Christian Wahnschaffe, 1. Teil: Weltbrand 1920: Die entfesselte Menschheit 1920: Rheinzauber 1921: Irrende Seelen 1921: Der Leidensweg der Inge Krafft 1921: Seines Bruders Leibeigener 1922: Die Gezeichneten 1922: Der Todesreigen 1922: Marie Antoinette 1924: Thamar, das Kind der Berge 1924: Die Bacchantin 1925: Die freudlose Gasse 1925: Die Verrufenen 1926: Der Student von Prag 1926: Der Liebe Lust und Leid 1926: Überflüssige Menschen 1926: Die Waise von Lowood 1927: Einer gegen alle 1927: Der Herr der Nacht 1927: Das Mädchen von der Heilsarmee 1927: Das Mädchen aus der Fremde 1927: Schenk mir das Leben 1928: Die Hölle der Jungfrauen 1928: Marter der Liebe 1928: Der Hafenbaron 1929: Der lebende Leichnam 1928: S.O.S. Schiff in Not 1929: Kinder der Straße 1929: Großstadtjugend 1929: Wer wird denn weinen, wenn man auseinandergeht 1929: Autobus Nr. 2 1929: Tagebuch einer Verlorenen 1929: Geheimpolizisten 1930: Nur am Rhein 1931: Die Försterchristel 1931: Die Dreigroschenoper 1931: Bobby geht los 1933: Ganovenehre

Literatur Kurt Mühsam, Egon Jacobsohn: Lexikon des Films. Verlag der Lichtbildbühne, Berlin 1926, S. 177 f. Frithjof Trapp; Werner Mittenzwei; Henning Rischbieter; Hansjörg Schneider: Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933–1945 / Biographisches Lexikon der Theaterkünstler. Teil 2, S. 1068. München 1999 Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Acabus-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 612.

Weblinks

– dort fälschlicherweise unter Sylvia Torff eingetragen

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Pseudonym Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren im 19. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Frau