Benoît Vétu (* 29. Oktober 1973 in Hyères) ist ein französischer Radsporttrainer und ehemaliger Bahnradsportler.

Sportliche Laufbahn 1994 wurde Benoît Vétu Dritter der französischen Meisterschaft im Keirin. Im Jahr darauf errang er bei den Bahnradsport-Weltmeisterschaften 1995 in Bogotá gemeinsam mit Florian Rousseau und Hervé Thuet die Silbermedaille im Teamsprint.

Tätigkeit als Trainer Nach Beendigung seiner aktiven Radsport-Karriere wurde Vétu Trainer. Ab 2005 arbeitete er als Nationaltrainer auf der Radrennbahn seiner Heimatstadt Hyères. 2012 wechselte er als Trainer zum russischen Radsportverband und trainierte ab 2013 als Nachfolger seines Landsmannes Daniel Morelon die chinesische Nationalmannschaft im Bahnsprint.

Bei den Bahnradsport-Weltmeisterschaften 2016 wurden die Sportlerinnen Gong Jinjie und Zhong Tianshi im Teamsprint wegen eines fehlerhaften Wechsels auf Platz zwei zurückgesetzt. Darüber geriet Vétu so in Rage, dass er auf einen Tisch schlug und sich die Hand brach.

Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro errangen Gong und Zhong die Goldmedaille im Teamsprint und damit die erste Olympiamedaille im Radsport für China überhaupt, was Vétu als „sportlichen Orgasmus“ bezeichnete.

Im Herbst 2016 wechselte Vétu als Trainer zur Japan Cycling Federation, um dort um gemeinsam mit dem Australier Jason Niblett die japanischen Kurzzeit-Radsportler auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio und folgende vorzubereiten. Dennoch verliefen die Olympischen Spiele für die japanischen Sprinter nicht zufriedenstellend, da sie keine einzige Medaille gewannen. Zwei Monate nach den Olympischen Spielen entschiede sich das Trainerduo für andere Fahrer, die an den Weltmeisterschaften in Roubaix teilnehmen sollten. Mina Satō gewann dort im Keirin die Silbermedaille. Im April 2022 wurde Vétu vom japanischen Radsportverband zum nationalen technischen Direktor für alle Bahnrad-Disziplinen ernannt. Unter seiner Leitung gewannen die Japaner bei den weiteren Weltmeisterschaften (2022 bis 2024) insgesamt 12 Medaillen. Zudem qualifizierte sich das japanische Team in elf der zwölf Wettbewerbe für die Olympischen Spiele 2024 in Paris, dort sie konnten allerdings kein Podiumsplatz erringen. Zum März 2025 wechselte er als Bahn-Cheftrainer zum chinesischen Radsportverband. Nach einigen Monaten im Amt beklagte er innerchinesische Rivalitäten, die ihm Arbeit erschweren würden; er müsse neue Strukturen schaffen.

Diverses Benoît Vétu war in erster Ehe verheiratet mit der Radsportlerin Félicia Ballanger.

Erfolge 1995 Weltmeisterschaft – Teamsprint (mit Florian Rousseau und Hervé Thuet)

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Einzelnachweise

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