Das Architekturbüro Tinneberg & vom Berg war ein deutsches Architekturbüro in Hamburg. Die Architekten Fritz vom Berg und Hans-Georg Tinneberg prägten das Stadtbild Hamburgs nach dem Zweiten Weltkrieg.
Architekten Friedrich vom Berg Friedrich Fritz vom Berg (* 9. Juli 1907 in Düsseldorf; † 22. Juni 1960 in Hamburg) besuchte nach einer Tischlerlehre von 1927 bis 1930 die Fachschule für Handwerk in Düsseldorf. Er wurde dann Mitarbeiter in mehreren Architekturbüros in Düsseldorf und Hamburg, darunter von 1935 bis 1939 bei Erich zu Putlitz in Hamburg. Von Ende 1939 bis Anfang 1941 diente er im Luftwaffenbauamt Hamburg. Danach arbeitete er bis Oktober 1945 im Architekturbüro von Rudolf Klophaus.
Hans-Georg Tinneberg Hans-Georg Tinneberg (* 2. Juni 1906 in Molwitten; † 19. Oktober 1990 in Hamburg) absolvierte von 1921 bis 1924 eine Zimmermannslehre und besuchte ab 1922 auch die Staatliche Baugewerkschule in Königsberg, die er 1926 abschloss. Anfangs noch als Geselle für die Firma Löffler tätig, arbeitete er 1926/27 als Hochbautechniker bei Löffler. Von 1927 bis 1929 war er beim Preußischen Hochbauamt in Königsberg angestellt, 1929 bis 1932 hatte die Bauleitung beim Amtsgericht Köslin inne. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten arbeitete er bis 1938 als Bauleiter des Reichsverbandes der Deutschen Luftfahrtindustrie und anschließend des Luftgaukommandos VI in Kiel. Von 1938 bis 1945 hatte er ein Architekturbüro mit Rudolf Klophaus, wo auch vom Berg kennenlernte, mit dem er später ein Architekturbüro gründete.Hans-Georg Tinneberg, Hamburger Architekturarchiv, abgerufen am 10. Oktober 2023
Geschichte Im Jahr 1945 gründete vom Berg ein eigenes Büro in Hamburg, das er ab zirka 1949 gemeinsam mit Tinneberg betrieb. Das Büro konzentrierte sich vor allem auf den Wohnungsbau, darunter vor allem große Wohnanlagen, die das Stadtbild Hamburgs bis heute prägen. Insbesondere im Hamburger Norden waren sie beim Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg und der Erweiterung der Stadt maßgeblich beteiligt.
Werk 1950–1951: Zeilenbauten in der Nordschleswiger Straße in Hamburg (zusammen mit Sprotte und Neve) 1951: Kino „Der Spiegel“ (Altonaer Lichtspiele)Spiegel, Der, Film- und Fernsehmuseum Hamburg, abgerufen am 12. Dezember 2025 1950–1954: Geschosswohnungsbau-Anlage Alter Teichweg, Gravensteiner Weg/Tondernstraße/Alter Teichweg, Barmbek-Süd (mit Sprotte und Neve, vom Berg, Streb und Rudolph) 1952/53: Wohnsiedlung südlich Alter Teichweg, Alter Teichweg/Nordschleswiger Straße/Dulsberg Nord, Barmbek (mit Sprotte und Neve, vom Berg, Streb und Rudolph) 1953–1954: Zeilenbauten und Punkthäuser Diedenhofener Straße in Hamburg 1954: Geschosswohnungsbau Heinrich-Hertz-Straße / Hofweg in Hamburg 1955: Geschosswohnungsbau an der Sechslingspforte 1956/57: Wohnbebauung Willebrandstraße 14–20 1956–1964: Mehrfamilienwohnhäuser in Marienthal, Gustav-Adolf-Straße/Rauchstraße/Rodigallee/Zikadenweg/Morellenweg, Marienthal 1958: Punkthäuser in der Tilsiter Straße in Hamburg 1959: Mehrfamilienhaus in der Siedlung Stephansstraße 103a–103e, heute unter DenkmalschutzVerzeichnis der erkannten Denkmäler nach § 7a Hamburgisches Denkmalschutzgesetz (Stand vom 25. Juni 2007) (PDF-Dokument mit 831 KB) 1959–1962: Wohnbebauung Friedrich-Ebert-Damm 1959–1969: 900 Wohnungen mit Ladenzentrum, Greifenberger Straße, Rahlstedt 1962/63: Brücke Bei den Kirchhöfen mit Pavillons im Rahmen der IGA Hamburg 1963 1965/66: Atriumhäuser Im Rühmt, Hamburg-Rahlstedt 1966: Ladenzentrum am Friedrich-Ebert-Damm, Wandsbek 1968–1971: Altenheim Zikadenweg, Hamburg Wandsbek 1968–1970: Großwohnsiedlung Bergedorf-West, Ladenbeker Furtweg/Friedrich-Frank-Bogen/Karlshof/Fockenweide (mit Ohlsen u. a.) 1972: Steilshoop Block 9 Haus A-W, Erich-Ziegel-Ring, Borchardring, 219 Wohneinheiten 1974–1979: Großwohnsiedlung, Julius-Vosseler-Straße/Lenzweg/Eidelstedter Weg (mit G. Schween, M. Streb, D. Bäumer) 1976–1981: Mehrfamilienhäuser Jägerstraße, Kniggestraße 137 Wohneinheiten 1977–1979: St.Pauli Fischmarkt. Hafenrandstraße, Pinnasberg 61 Wohneinheiten 1980–1985: Wohnhäuser Cremon-Insel 1981/82: Mehrfamilienwohnhäuser Block A – F. Alter Zollweg, Wolliner Straße, Oldenfelder Graben 1982–1984: Siedlung, Buchenkamp/Buchenring, Wandsbek (mit J.P. Gallembert)
Literatur Ralf Lange: Hamburg. Wiederaufbau und Neuplanung 1943–1963. Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus 1994, ISBN 3-7845-4610-2. (darin Kurzbiografie)
Einzelnachweise
Kategorie:Architekturbüro (Deutschland) Kategorie:Dienstleistungsunternehmen (Hamburg) Kategorie:Unternehmensgründung 1945