Der Landeswahlkreis Steiermark ist ein Landeswahlkreis in Österreich, der bei Wahlen zum Nationalrat für die Vergabe der Mandate im zweiten Ermittlungsverfahren gebildet wird. Der Wahlkreis umfasst das Bundesland Steiermark.

Bei der Nationalratswahl 2019 waren im Landeswahlkreis Steiermark 965.659 Personen wahlberechtigt, wobei bei der Wahl die Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 38,9 % als stärkste Partei hervorging. Von den 27 zu vergebenden Mandaten entfielen zehn auf die ÖVP, fünf auf die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ), vier auf die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), drei auf Die Grünen – Die Grüne Alternative (GRÜNE) und eines auf die NEOS. Davon waren über Grundmandate in den Regionalwahlkreisen bereits acht an die ÖVP, zwei an die SPÖ, drei an die FPÖ, und eines an die Grünen vergeben worden.

Geschichte Nach dem Ende des Staates Österreich-Ungarn wurde für das Gebiet der Steiermark mit der Wahlordnung 1918 für die Wahl der konstituierenden Nationalversammlung insgesamt vier Wahlkreise geschaffen. Dies waren die Wahlkreise Graz und Umgebung (Wahlkreis 20), Mittel- und Untersteier (WK 21), Oststeier (WK 22) und Obersteier (WK 23).Wahlordnung 1918 Mit der Neuordnung der Wahlkreise nach dem endgültigen Verlust von Gebieten wie Südböhmen und Südtirol erhielt die Wahlkreise teilweise neue Nummern. Die Steiermark war von dieser Maßnahme jedoch nicht betroffen.Nationalrats-Wahlordnung 1923 Nachdem die Wahlordnung von 1923 von der austrofaschistischen Regierung 1934 außer Kraft gesetzt worden war, wurde die ursprüngliche Einteilung der Wahlkreise nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Verfassungsgesetz vom 19. Oktober 1945 weitgehend wieder eingeführt. 1971 wurde mit der Nationalrats-Wahlordnung 1971 schließlich eine tiefgreifende Wahlkreisreform durchgeführt, mit der die Anzahl der Wahlkreise in Österreich auf nur noch neun reduziert wurde. Für das Bundesland Steiermark bestand in der Folge nur noch ein Wahlkreis, der Wahlkreis Steiermark (Wahlkreis 6).: Nationalrats-Wahlordnung 1971 Mit Inkrafttreten der Nationalrats-Wahlordnung 1992 wurde das österreichische Bundesgebiet schließlich in 43 Regionalwahlkreise unterteilt und somit ein drittes Ermittlungsverfahren eingeführt, wobei der Landeswahlkreis Steiermark (Wahlkreis 6) für das erste Ermittlungsverfahren in die acht Regionalwahlkreise Graz (6A), Steiermark Mitte (6B), Steiermark Süd (6C), Steiermark Süd-Ost (6D), Steiermark Ost (6E), Steiermark Nord (6F), Steiermark Nord-West (6G) und Steiermark West (6H) unterteilt wurde.: Nationalrats-Wahlordnung 1992 Der Landeswahlkreis Steiermark erhielt in der Folge 1993 29 Mandate zugewiesen,: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates wobei die Neuberechnung der Mandatsverteilung zwischen den Bundesländern im Jahr 2002 (nach den Ergebnissen der Volkszählung 2001) für den Landeswahlkreis Steiermark zum Verlust eines Mandates führte.: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates Im Zuge der Reorganisation der steirischen Bezirkshauptmannschaften wurden vor der Nationalratswahl 2013 die Regionalwahlkreise verändert und ihre Zahl auf nunmehr vier reduziert, Graz und Umgebung (6A), Oststeiermark (6B), Weststeiermark (6C) sowie Obersteiermark (6D).: Wahlrechtsanpassungsgesetz 2012 2013 erfolgte auch eine weitere Verschiebung eines Mandates von der Steiermark nach Niederösterreich, womit nunmehr 27 Mandate auf den Landeswahlkreis Steiermark entfallen.: Zahl der auf jeden Wahlkreis entfallenden Mandate für die Wahl des Nationalrates

Wahlergebnisse

Nationalratswahlen im Landeswahlkreis SteiermarkWahlergebnisse der NationalratswahlenWahlterminGMAnzahl der zu vergebenden GrundmandateSPÖÖVPFPÖGRÜNEBZÖLIF/NEOSFRANKPILZ/JETZTSonstige25. November 1945Stimmenanteile (%)41,752,9------5,424Grundmandate1013------09. Oktober 1949Stimmenanteile (%)37,442,914,5-----5,126Grundmandate992-----022. Februar 1953Stimmenanteile (%)41,140,713,6-----4,626Grundmandate1192-----013. Mai 1956Stimmenanteile (%)44,0045,66,9-----3,526Grundmandate11130-----010. Mai 1959Stimmenanteile (%)45,344,76,8-----3,126Grundmandate11120-----018. November 1962Stimmenanteile (%)43,2446,56,8-----3,426Grundmandate11130-----06. März 1966Stimmenanteile (%)43,849,84,9-----1,626Grundmandate11130-----01. März 1970Stimmenanteile (%)47,945,65,0-----1,526Grundmandate12110-----010. Oktober 1971Stimmenanteile (%)49,044,54,9-----1,629Grundmandate14121-----05. Oktober 1975Stimmenanteile (%)50,343,94,6-----1,230Grundmandate15131-----06. Mai 1979Stimmenanteile (%)51,441,46,2-----1,030Grundmandate15121-----024. April 1983Stimmenanteile (%)49,542,34,01,8----2,429Grundmandate141210----023. November 1986Stimmenanteile (%)41,044,19,94,1----0,929Grundmandate111221----07. Oktober 1990Stimmenanteile (%)43,333,216,83,9----2,829Grundmandate12941----09. Oktober 1994Stimmenanteile (%)36,627,523,46,2-5,0--1,329Grundmandate10761-1--017. Dezember 1995Stimmenanteile (%)39,629,521,24,0-4,2--1,529Grundmandate11861-1--03. Oktober 1999Stimmenanteile (%)33,826,829,25,8-2,6--1,829Grundmandate9781-0--024. November 2002Stimmenanteile (%)37,044,69,67,0-0,9--0,928Grundmandate102121-0--01. Oktober 2006Stimmenanteile (%)37,237,510,47,93,2---3,828Grundmandate1010220---028. September 2008Stimmenanteile (%)29,326,217,38,513,21,6--3,928Grundmandate874230--029. September 2013Stimmenanteile (%)23,820,924,010,63,93,910,0-2,927Grundmandate6562012-015. Oktober 2017Stimmenanteile (%)25,131,529,42,8-5,0-3,92,227Grundmandate6870-1-1029. September 2019Stimmenanteile (%)19,238,918,513,0-7,1-1,71,727Grundmandate51043-1-0029. September 2024Stimmenanteile (%)18,627,032,27,6-8,2--6,627Grundmandate5782-2--0

Einzelnachweise

Literatur Verbindungsstelle der Bundesländer beim Amt der Niederösterreichischen Landesregierung: Wahlstatistik. Die Wahlen in den Bundesländern seit 1945. Nationalrat und Landtage. 8. Auflage, Wien 1994

Steiermark