Die schwedische Tischtennisnationalmannschaft der Herren ist die Auswahlmannschaft des schwedischen Tischtennisbundes, die für den Verband an internationalen Wettbewerben spielt. Mit fünf WM- und 15 EM-Titeln gehört das Team zu den erfolgreichsten Tischtennis-Mannschaften der Welt.
Erfolge Olympische Spiele Silber (1): 2024 Weltmeisterschaften Gold (5): 1973, 1989, 1991, 1993, 2000 Silber (5): 1930, 1983, 1985, 1987, 1995 Bronze (6): 1963, 1967, 1975, 1977, 2001, 2018
Europameisterschaften Gold (15): 1964, 1966, 1968, 1970, 1972, 1974, 1980, 1986, 1988, 1990, 1992, 1996, 2000, 2002, 2023 Silber (5): 1960, 1962, 1976, 1994, 2011 Bronze (7): 1958, 1984, 1998, 2003, 2014, 2019, 2021
Europaspiele Silber (2): 2019, 2023
Geschichte mini|links|Weltranglistenplatzierungen der vier besten schwedischen Tischtennisspieler 2001–2020 Bei den ersten Weltmeisterschaften vor dem Zweiten Weltkrieg war Schweden nur dreimal vertreten, konnte dabei aber 1930 die Silbermedaille gewinnen. Die erste Medaille der Nachkriegszeit war Bronze bei der ersten Europameisterschaft 1958. In den 60er Jahren setzte dann eine schwedische Dominanz in Europa ein – unter anderem holte das Team von 1964 bis 1974 sechs EM-Titel in Folge –, die sich auch bei Weltmeisterschaften bemerkbar machte. 1973 gewann Schweden seinen ersten WM-Titel, die erfolgreichste Phase begann dann Anfang der 80er Jahre, als das schwedische Team bei den Weltmeisterschaften von 1983 bis 1987 erst dreimal in Folge Silber und dann von 1989 bis 1993 dreimal in Folge Gold gewann. Spieler wie Jan-Ove Waldner und Jörgen Persson, die auch im Einzel Weltmeister werden konnten, gehörten zu dieser Zeit zu den stärksten Spielern der Welt. Auch 2000 konnte durch einen überraschenden Finalsieg über China noch einmal der Titel geholt werden, 2001 zumindest Bronze, und 2002 gewann Schweden zum vorerst letzten Mal die Europameisterschaft. mini|Weltranglistenplatzierungen der vier besten schwedischen Tischtennisspieler seit 2021 In den Jahren danach zeichneten sich jedoch, nicht zuletzt durch fehlenden Nachwuchs, nachlassende Leistungen ab. Auf die EM-Bronzemedaille von 2003 folgte acht Jahre lang keine weitere Medaille. Noch 2008, als Jan-Ove Waldner und Peter Karlsson ihre internationale Karriere beendeten, waren sie und Jörgen Persson trotz eines Alters von 38 bis 42 Jahren noch die laut Weltrangliste besten schwedischen Spieler. Jens Lundqvist und Pär Gerell konnten zwar wiederholt in die Top 50 vorstoßen, sich aber nicht in der Weltspitze etablieren. 2011 gelang dennoch der Gewinn der Silbermedaille bei der Europameisterschaft. Ab 2014, als EM-Bronze geholt wurde, besserte sich die Nachwuchssituation allmählich wieder, mit Kristian Karlsson und Mattias Karlsson (später Falck) stießen 2016/2017 wieder junge Spieler in die Top 25 vor. Bei der Europameisterschaft 2017 ging Schweden daher als einer der Favoriten ins Rennen, unterlag im Viertelfinale aber überraschend Slowenien mit 2:3. Nach Siegen unter anderem über Hongkong, Taiwan und England, das vorher schon Vize-Weltmeister Japan geschlagen hatte, erreichte Schweden bei der WM 2018 das Halbfinale, das gegen China verloren ging, und gewann damit die erste WM-Medaille seit 2001.
2019, als mit Mattias Falck zum ersten Mal seit 2002 wieder ein schwedischer Spieler in die Top 10 vorstoßen konnte, gewann Schweden Silber bei den Europaspielen und Bronze bei der Europameisterschaft. 2021 folgte nach einer überraschenden Halbfinalniederlage gegen Russland eine weitere EM-Bronzemedaille. Im Jahr darauf erreichte auch Truls Möregårdh eine Platzierung in den Top 10, bei der Weltmeisterschaft traf Schweden aber schon im Viertelfinale auf Titelfavorit China und schied nach einer 0:3-Niederlage medaillenlos aus. 2023 wurde Schweden Europameister, was den ersten Titelgewinn seit 2002 darstellte.
Nachdem das schwedische Team bei der WM 2024 schon im Achtelfinale gegen Taiwan ausgeschieden war, konnte es bei den Olympischen Spielen in Paris mit Deutschland und Japan die Silber- und Bronzemedaillengewinner von 2021 besiegen; nach einer Finalniederlage gegen China holte Schweden Silber und damit die erste olympische Mannschaftsmedaille. Bei der EM 2025 musste Schweden ohne Möregårdh antreten und schied im Viertelfinale gegen Rumänien aus. 2026 konnte das Team in der WM-Vorrunde unter anderem den amtierenden Weltmeister China schlagen und Gruppensieger werden, unterlag dann aber im Viertelfinale Taiwan.
Aktuelle Besetzung Mattias Falck Anton Källberg Kristian Karlsson Truls Möregårdh Jon Persson Elias Ranefur Jörgen Persson (Trainer, seit Oktober 2020)
Turnierergebnisse Jahr EM ES WM OS WTC 2026 Viertelfinale 2025 Viertelfinale 2024 Achtelfinale Silber 2023 Gold Silber 2022 Viertelfinale 2021 Halbfinale Viertelfinale 2020 ausgefallen 2019 Halbfinale Silber 9.–12. Platz 2018 Halbfinale 9.–12. Platz 2017 5. Platz 2016 Viertelfinale Viertelfinale 2015 5. Platz Viertelfinale keine Teilnahme 2014 Halbfinale 9.–12. Platz 2013 5. Platz 9.–12. Platz 2012 Viertelfinale Achtelfinale 2011 Silber keine Teilnahme 2010 6. Platz 9.–12. Platz keine Teilnahme 2009 8. Platz keine Teilnahme 2008 5. Platz 9.–12. Platz 2007 17. Platz keine Teilnahme 2006 10. Platz 2005 7. Platz 2004 4. Platz 2003 3. Platz 2002 Gold 2001 Halbfinale 2000 Gold Gold 1998 3. Platz 1997 Viertelfinale 1996 Gold 1995 Silber 1994 Silber 1993 Gold 1992 Gold 1991 Gold 1990 Gold 1989 Gold 1988 Gold 1987 Silber 1986 Gold 1985 Silber 1984 3. Platz 1983 Silber 1982 4. Platz 1981 11.–12. Platz 1980 Gold 1979 7.–8. Platz 1978 7. Platz 1977 3. Platz 1976 Silber 1975 3. Platz 1974 Gold 1973 Gold 1972 Gold 1971 4. Platz 1970 Gold 1969 5.–6. Platz 1968 Gold 1967 3. Platz 1966 Gold 1965 5.–6. Platz 1964 Gold 1963 Halbfinale 1962 Silber 1961 4.–6. Platz 1960 Silber 1959 5.–8. Platz 1958 5.–6. Platz
Weblinks Nationalmannschaft aktuell (schwedisch)
Einzelnachweise
Schweden Tischtennis Nationalmannschaft