Batman ( für Fledermausmann) ist das elfte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Es erschien am 19. Juni 1989 bei Warner Bros. Records und dient als Soundtrack zum gleichnamigen Film. Musikalisch ist das Album Contemporary R&B, elektronischer Tanzmusik, Funk und Popmusik zuzuordnen. Als Gastsängerin wirkt Sheena Easton mit. Zudem sind die Schauspieler Jack Nicholson, Kim Basinger und Michael Keaton zu hören, weil Prince Dialoge aus dem Film in die Albumsongs sampelte. Musikkritiker bewerteten Batman gemischt; positive und negative Stimmen hielten sich etwa die Waage.

Kommerziell erreichte Batman in den USA Doppelplatin und Platz eins der US-Albumcharts; auch in Europa war das Album ähnlich erfolgreich. Mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren zählt es zu Prince’ weltweit erfolgreichsten Alben und rangiert hinter 1999, Purple Rain und Diamonds and Pearls. Die Tournee mit dem Namen Nude Tour war ebenfalls kommerziell erfolgreich und wurde von insgesamt 900.000 Menschen besucht.

Entstehung Alle neun Songs nahm Prince zwischen Juni 1988 und März 1989 in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen in Minnesota auf. Ursprünglich war Still Would Stand All Time statt Scandalous vorgesehen, wurde jedoch auf das Nachfolgealbum Graffiti Bridge (1990) verschoben.

Drei Songs entstanden bereits 1988; Electric Chair komponierte Prince am 6. Juni, einen Tag vor seinem 30. Geburtstag.Clerc (2023), S. 177. Scandalous nahm er am 17. Oktober auf; als Co-Autor ist sein Vater John L. Nelson (* 29. Juni 1916; † 25. August 2001) angegeben, dessen konkreter Beitrag jedoch nicht belegt ist.Clerc (2023), S. 179. Vicki Waiting entstand im Dezember; der Arbeitstitel Anna Waiting bezog sich auf seine damalige Freundin Anna Garcia (* 31. Dezember 1970 in London), bekannt als „Anna Fantastic“, die nicht mit Mayte Garcia verwandt ist. Nach eigenen Angaben stimmte Fantastic einer Überarbeitung für Batman sowie der Umbenennung zu.Clerc (2023), S. 178.

Mitte Dezember 1988 kontaktierte Filmregisseur Tim Burton Prince’ Manager Albert Magnoli (* 1952). Seit Oktober 1988 arbeitete Burton an den Dreharbeiten zu Batman und integrierte in einen Rohschnitt die Prince-Songs 1999 (1982) und Baby I’m a Star (1984). Da beide Stücke aus seiner Sicht gut zur Geltung kamen, bat er Prince, zusätzliche Songs zu schreiben.Uptown (2004), S. 103.Hahn (2016), S. 206.Draper (2016), S. 88.

Ursprünglich war geplant, die Filmmusik zwischen Prince und Michael Jackson aufzuteilen: Prince’ Beiträge sollten den „bösen“, Jacksons den „guten“ Charakteren zugeordnet werden. Während der Dreharbeiten entschied sich Filmproduzent Jon Peters jedoch für ein einheitliches Konzept und verwendete ausschließlich Musik von Prince.

Das Topmanagement von Warner Bros. Records unterstützte Prince’ Engagement, da viele Mitarbeiter dem Film großen kommerziellen Erfolg zutrauten, der seiner Karriere Auftrieb geben sollte. Nach der kommerziellen Enttäuschung des Albums Lovesexy (1988) in den USA galt ein neuer Hit als notwendig. Zudem bot das Projekt nach Purple Rain (1984), Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond (1986) und Sign O’ the Times (1987) die Chance auf eine erneute Präsenz im Filmgeschäft, was Prince als reizvoll empfand.

Am 20. Januar 1989 reisten Prince und Albert Magnoli nach London zu einem Treffen mit Tim Burton. In den Pinewood Studios besichtigten sie das Filmset von Gotham City, während Kim Basinger (Vicki Vale) und Michael Keaton (Bruce Wayne) eine Szene drehten. Burton zeigte zudem rund 20 Minuten weiteres Filmmaterial, das Prince beeindruckte.Uptown (2004), S. 104.

Am folgenden Tag bat Burton Prince zunächst nur um zwei Songs, da Danny Elfman bereits für die Filmmusik engagiert war. Prince schlug jedoch ein vollständiges Album vor, woraufhin Warner Bros. Entertainment entschied, sowohl seine als auch Elfmans Beiträge als separate Soundtracks zu veröffentlichen.

Am 25. Januar 1989 nahm Prince The Arms of Orion auf, dessen Liedtext überwiegend von Sheena Easton stammt. Weitere Aufnahmen verschob er wegen des bevorstehenden japanischen Abschnitts der Lovesexy Tour; nach Verlusten beim US-Teil absolvierte er die geplanten Konzerte in Japan.

Nach seinem letzten Konzert am 13. Februar 1989 in Osaka kehrte Prince nach Chanhassen zurück und nahm im Paisley Park Studio weitere Songs auf, darunter 200 Balloons, Dance with the Devil, Lemon Crush, Rave Unto the Joy Fantastic und The Future. Außerdem überarbeitete er Anna Waiting und benannte es in Vicki Waiting um. Während der Arbeit am Album erhielt Prince Rohschnitte von Tim Burton, aus denen er Dialoge als Samples in einige Songs integrierte. Ende Februar 1989 präsentierte Prince den Filmproduzenten eine elf Songs umfassende Zusammenstellung. 200 Balloons ersetzte dabei Baby I’m a Star, und Rave Unto the Joy Fantastic ersetzte 1999, stieß jedoch auf geringe Begeisterung bei den Produzenten.

Im März 1989 nahm Prince die Songs Partyman und Trust auf, die 200 Balloons und Rave Unto the Joy Fantastic ersetzten. Später überarbeitete er Rave Unto the Joy Fantastic für das Album Rave Un2 the Joy Fantastic (1999). Ende März 1989 entstand der letzte Song für das Album, Batdance, der Dance with the Devil ersetzte, den Prince als zu düster empfand. Ursprünglich neun Minuten lang, kürzte Prince Batdance auf sechs Minuten.Uptown (2004), S. 105.

Am 19. Juni 1989 wurde Batman in Westwood, Los Angeles, uraufgeführt. Der reguläre Kinostart in den USA erfolgte am 23. Juni 1989. Im Film sind nur die Songs Partyman und Trust prominent zu hören, während Scandalous im Abspann erklingt.Draper (2016), S. 89.

Gestaltung des Covers Auf der Vorderseite des Albumcovers ist das Batman-Logo in orangefarbenen Konturen auf schwarzem Hintergrund zu sehen; auf der Rückseite stehen die Songtitel in weißer Schrift. Darunter sind die Namen der Hauptdarsteller und des Filmstabs in violetter Schrift angegeben.

Die LP enthält in der Innenhülle vier Porträtfotos von Batman, Joker, Vicki Vale und Prince. Das achtseitige Booklet der CD-Ausgabe fügt acht weitere Filmfotos hinzu. Das zehnseitige Booklet der CD-Sonderausgabe Batcan enthält wiederum andere Filmfotos, darunter ein weiteres Foto von Prince, das auf LP-Innenhülle und CD-Booklet nicht enthalten ist. Die Liedtexte sind in allen Ausgaben enthalten.

Musik und Liedtexte Albumsongs Die Musik kombiniert Contemporary R&B, Elektronische Tanzmusik, Funk, Pop und Rock und enthält zudem die Balladen The Arms of Orion und Scandalous. Prince spielte wie gewohnt nahezu alle Musikinstrumente selbst ein. Die Arrangements erscheinen teils lebendiger als in früheren Produktionen, während ein Großteil des Songwritings weniger ausgefeilt wirkt. Tracks wie The Future, Electric Chair, Lemon Crush und Batdance spiegeln dennoch die düstere und bedrohliche Atmosphäre des Films wider.

Funk und tanzorientierte Songs prägen Batman stärker als auf einem Prince-Album seit 1999 (1982); Drumcomputer und Synthesizer bilden die wesentlichen musikalischen Elemente. Gitarren werden sparsam eingesetzt und dienen überwiegend als Verzierung. Das Album verwendet mehr Samples als zuvor in seiner Karriere. Fragmente der Stimmen der Figuren Batman/Bruce Wayne (Michael Keaton), Joker (Jack Nicholson) und Vicki Vale (Kim Basinger) erscheinen zwischen und innerhalb der Songs. Für den Film schuf Prince zudem die Figur Gemini (Zwillinge), die eine duale Persönlichkeit aus Batman und Joker im Kampf zwischen Das Gute und Das Böse verkörpert. Gemini erscheint ausschließlich in den Musikvideos Batdance und Partyman und wird von Prince selbst dargestellt; im Film taucht die Figur nicht auf. Laut Liner Notes singt Prince die Songs aus der Perspektive eines oder mehrerer Hauptcharaktere des Films:Ewing (1994), S. 87. The Future – Batman Electric Chair – Joker The Arms of Orion – Bruce Wayne und Vicki Vale Partyman – Joker Vicki Waiting – Bruce Wayne Trust – Joker Lemon Crush – Vicki Vale Scandalous – Batman Batdance – Batman, Bruce Wayne, Joker, Vicki Vale und die von Prince erfundene Figur Gemini Obwohl als Soundtrack konzipiert, behandeln die Liedtexte überwiegend Prince’ eigene sexuelle und spirituelle Themen. Neben seinem charakteristischen Falsettgesang verwendet er auch tiefere Stimmlagen. The Future Der Opener ist eine bedrohlich klingende Funk-Nummer, die von einem pumpenden E-Bass angetrieben wird. Trotz sparsamer Produktion fügte Prince Gitarren-Licks, Synthesizer-Fills, gesampelten Gesang der aus Minneapolis stammenden Gospelband Sound of Blackness sowie Clare Fischer arrangierte Streichinstrumente hinzu, die er aus dem unveröffentlichten Song Crystal Ball (1986) entnahm. Der Liedtext ist Prince’/Batmans Appell an die Gesellschaft, sich angesichts einer düsteren Zukunft mit Armut, Drogen und Waffen zu ändern. Er fordert eine dauerhafte Spiritualität, die die Menschen inspiriert und die Zukunft verbessert. Alte Lösungen und Modeerscheinungen seien dafür nicht ausreichend.Uptown (2004), S. 381–382. Electric Chair Der Song vereint Elemente von Funk und Hard Rock. Im Vordergrund steht ein lauter, wummernder Drumcomputer-Beat; eine heulende Leadgitarre durchschneidet die Textur. Ein zweiter Abschnitt verbindet eine funkige, perkussive Basslinie mit einer ineinandergreifenden Phrase aus E-Gitarre und Synthesizern. Im Text ringt der Joker mit der Frage nach angeborener Schuld; wenn unreine Gedanken ein Verbrechen sind, gilt er nicht nur als schuldig, sondern als des elektrischen Stuhls würdig. Er berichtet, dass er beim Tanzen mit einer Frau deren Freundin gesehen hat, wodurch sein Verlangen fortan nur ihr galt. The Arms of Orion Die sanfte, melodramatische Popballade erinnert oberflächlich an das Stück Free aus dem Album 1999. Prince’ Klavierspiel bildet die Hauptbegleitung, während streicherähnliche Synthesizer dekorative Akzente setzen. Gegen Ende ergänzt er neoklassische Synthesizer-Verzierungen. Der Liedtext handelt von einem Liebespaar, dessen Schicksal vom Schicksal bestimmt wird. Prince zieht eine Analogie zum Sternbild Orion: Dessen Arme am Himmel seien weit genug, um ihn und seine Geliebte trotz räumlicher Distanz zu verbinden. Orion, einer der Söhne des Gottes Poseidon, ist in zahlreichen Legenden mit verschiedenen Göttinnen und Nymphen verbunden. In einer Erzählung war der Gott Apollo darüber verärgert, dass seine Schwester Artemis, Orion heiraten wollte. Apollo brachte seine Schwester dazu, Orion unwissentlich zu töten; nachdem sie ihre Tat erkannte, stellte sie ihn als Sternbild in den Himmel. Partyman mini|Wachsfigur des Jokers in Anlehnung an die Darstellung durch Jack Nicholson Die temperamentvolle Funk-Nummer basiert auf einer aktiven Synthesizer-Basslinie und einem treibenden Drumcomputer-Beat. Synthesizer bilden das Hauptinstrument, während Klavierphrasen und Rhythmusgitarren-Licks für Abwechslung sorgen. Den Text singt Prince mit seiner beschleunigten Camille-Stimme. Er bezeichnet den Joker als „the funkiest man you’re ever seen“ und nennt ihn „Partyman“ aufgrund seines wilden Auftretens mit grünen Haaren, schneeweißer Haut, knallroten Lippen und farbenfroher Kleidung; die Botschaft lautet: „Regeln und Vorschriften haben in dieser Nation keinen Platz“. Im Film erklingt der Song in einem Kunstmuseum, wo der Joker und seine Handlanger Gemälde und andere Kunstwerke mit bunten Farben verunstalten. Vicki Waiting Das bluesbasierte Funk-/Rock-Stück verwendet eine monotone, pulsierende Basslinie, die an The Future erinnert. Ein eingängiges Keyboard-Motiv leitet jede Strophe ein. Der Liedtext zeigt Bruce Waynes Nachdenken über seine Beziehung zu Vicki Vale; er hält sie auf Distanz und wirkt bindungsscheu. Dabei erzählt er einen anzüglichen Witz über die jeweiligen Dimensionen des Penis eines Mannes und der Vagina einer Frau. Trust