Die glorreichen Sieben (Originaltitel The Magnificent Seven) ist ein Western von Regisseur John Sturges, der die Handlung des japanischen Films Die sieben Samurai nach Nordamerika verlegt. US-Kinostart war am 23. Oktober 1960. United Artists brachte ihn am 24. Februar 1961 in die deutschen Kinos. Die glorreichen Sieben fand insgesamt drei Fortsetzungen, die an den Erfolg des Originals aber nicht anknüpfen konnten.

Handlung Ein armes mexikanisches Dorf wird regelmäßig von einer Banditenbande um den Anführer Calvera bedroht und ausgeraubt. Einige der Dorfbewohner suchen eine Grenzstadt zu den USA auf, um Gewehre für ihre Verteidigung zu kaufen. Sie erfahren dort von dem US-Amerikaner Chris, dass ihnen ohne Kampferfahrung Gewehre nichts nutzen. Er rät ihnen, Männer mit Gewehren für eine bestimmte Zeit zu engagieren. Chris lässt sich für ihre Sache gewinnen und schafft es, mit dem wenigen Geld und Wertgegenständen der Dorfbewohner, weitere fünf fähige Revolvermänner aus den USA für den zu erwartenden Kampf gegen die Banditen zu gewinnen. Ein jugendlicher Heißsporn („Chico“) wird nach einigem Drängen und Wirbel auch noch in die Gruppe aufgenommen. Von der Darstellung und ihrem Auftreten her wirken die Revolvermänner sehr unterschiedlich und scheinen verschiedene Fähigkeiten zu haben, sind sich aber im Kampf ähnlich.

Nach dem Eintreffen im Dorf errichtet die Gruppe zusammen mit den Dorfbewohnern Befestigungen und bildet sie im Gebrauch von Schusswaffen aus. Einen ersten Angriff von Calveras Bande wehren sie erfolgreich ab. Viele der Mexikaner sind jedoch verängstigt und fordern die Sieben auf, das Dorf zu verlassen. Die Gruppe besteht hingegen darauf, den Kampf gegen Calvera weiterzuführen, und versucht, der Bande die Pferde zu stehlen, das Lager ist jedoch leer. Zur selben Zeit konspirieren einige Dorfbewohner mit den Banditen. Als die Sieben wieder im Dorf eintreffen, werden sie von Calvera überrascht und zunächst entwaffnet. Nachdem sie außerhalb des Dorfes freigelassen worden sind, erhalten sie ihre Waffen wieder zurück. Sie verständigen sich darauf, erneut zurückzukehren und zu kämpfen.

Beim letzten Gefecht, an dem sich schließlich auch die Dorfbewohner beteiligen, werden die zahlenmäßig weit überlegenen Banditen besiegt und fast vollständig aufgerieben. Jedoch kommen auch vier der sieben Kämpfer um, nämlich Bernardo O’Reilly, Lee, Harry Luck und Britt. Chris kommentiert den Verlust der Vier mit einem Zitat des Dorfältesten: „Nur die Farmer konnten gewinnen. Wir haben verloren! – Wir verlieren immer!“ Chris und Vin reiten davon. Chico bleibt im Dorf bei Petra, einer jungen Frau, in die er sich verliebt hat.

Filmmusik Der Soundtrack von Elmer Bernstein wurde von mindestens 19 Labels in unterschiedlichen Zusammenstellungen veröffentlicht.Übersicht der verschiedenen Soundtracks zum Film, abgerufen am 13. September 2013. Die ursprüngliche Film-LP enthielt nur 12 Titel. Die bisher vollständigsten Zusammenstellungen auf CD enthalten 23 Titel:

Besetzung und Synchronisation Aus den Credits geht hervor, dass der Bekanntheitsgrad der Darsteller zur Zeit der Entstehung ein ganz anderer war als in der Rückschau: Robert Vaughn und Brad Dexter werden vor James Coburn genannt. Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Ultra-Film in Berlin.

+ Die Sieben Darsteller Figur Synchronsprecher Yul Brynner Chris Adams Heinz Giese Steve McQueen VinHerbert Stass Charles Bronson Bernardo O’ReillyFranz Nicklisch Horst Buchholz ChicoHorst Buchholz Robert Vaughn Lee Rainer Brandt Brad Dexter Harry LuckHorst Niendorf James Coburn BrittFriedrich Joloff

+ Weitere Personen Darsteller Figur Synchronsprecher Eli Wallach CalveraArnold Marquis Wladimir Sokoloff DorfältesterEduard Wandrey Rosenda Monteros Petra, Chicos BrautSabine Eggerth Jorge Martínez de Hoyos HilarioAxel Monjé Valentin de Vargas Calveras GefolgsmannGerd Martienzen Rico Alaniz Soteron.n. Natividad Vacío Migueln.n. Robert J. Wilke Wallace (bei Eisenbahn)Knut Hartwig Whit Bissell Bestatter ChamleeHeinz Petruo Bing Russell Robert, Henrys Reisegefährten.n.

Querbezüge Komponist John Barry zitiert die von Elmer Bernstein komponierte Titelmelodie in seiner Filmmusik zum James-Bond-Film Moonraker – Streng geheim. 1998 griff eine amerikanische Fernsehserie das Thema unter dem gleichnamigen Titel in 23 Episoden wieder auf. Im Science-Fiction-Film Westworld (1973) spielte Yul Brynner einen schwarz gekleideten Revolverheld-Androiden im Stil seiner Darstellung aus Die glorreichen Sieben. Die Rolle in Westworld war somit gleichsam eine Hommage, eine Parodie und zugleich eine Nachahmung seiner Rolle in Die glorreichen Sieben. Frank Beyer lässt 1966 in Spur der Steine die Baubrigade Balla im Stil der glorreichen Sieben über die Baustelle marschieren. Es gibt ferner eine Kinderbuchreihe von Alfred Weidenmann, die die Bezeichnung Die glorreichen Sieben ebenfalls verwendet. Der Stoff wurde vom Münsterschen Theaterlabel Herz&Mund für das Theater bearbeitet und am 1. Oktober 2004 im Theater im Pumpenhaus in Münster uraufgeführt. Im Werk Der Dunkle Turm von Stephen King (im Teil Wolfsmond) wird ein Bezug zwischen der Hauptgruppe des Buches und den Glorreichen Sieben hergestellt, auch ist „Wir sind Reisende in Blei“ ein wiederkehrender Satz in diesem Buch. Und auch ein Handlungsort – die Calla Bryn Sturgis – ist eine Hommage an Hauptdarsteller und Regisseur. The Clash nahmen 1980 einen gleichnamigen Song auf. In der Episode Die glorreichen Ferengi (The Magnificent Ferengi, Staffel 6, Folge 10) aus der Serie Star Trek: Deep Space Nine finden sich – ähnlich wie in Die glorreichen Sieben – sechs Ferengi zu einer anfangs aussichtslosen Mission zusammen. Der Film Sador – Herrscher im Weltraum ist eine Adaption an das Genre Science-Fiction. Robert Vaughn tritt darin in einer vergleichbaren Rolle auf. Die Band Thunder benannte ihr siebentes Studioalbum in Anlehnung an den Film The Magnificent Seventh. Im Film ¡Drei Amigos! wird die grundsätzliche Handlung adaptiert und persifliert. Hier treten jedoch nur drei Helden wider Willen einer Horde Banditen gegenüber. In Anlehnung an den Film werden die sieben US-Technologiekonzerne Amazon, Apple, Facebook, Google, Microsoft, Nvidia und Tesla als die Glorreichen Sieben bezeichnet.

Rezeption

Die glorreichen Sieben erhielt ein sehr gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Grundsätzlich Wohlwollend“ aus.

Joe Hembus merkt an, der Film sei „glorreich besetzt“ und markiere „den Beginn des japanischen Zeitalters im Western“; es bleibe den Helden bei Kurosawa wie bei Sturges nur „der bittere Geschmack der Unbehaustheit“.Joe Hembus: Western-Lexikon – 1272 Filme von 1894–1975. Carl Hanser Verlag München Wien 2. Auflage 1977, ISBN 3-446-12189-7, S. 244 ff.

Phil Hardy nennt den Film „einen höchst einflussreichen Western“. Sturges’ Regie betone erfolgreich die Setpiece-Einstellungen, durch die die einzelnen Figuren mit Leben erfüllt würden, jedoch auf Kosten des erzählerischen Flusses.Phil Hardy: The Encyclopedia of Western Movies. Woodbury Press Minneapolis 1984, ISBN 0-8300-0405-X, S. 276.

Die Filmmusik von Elmer Bernstein wurde 1961 für den Oscar nominiert. Das Titelthema gilt bis heute als eine der bekanntesten Western-Filmmusiken überhaupt und wurde später unter anderem auch in der Werbung verwendet. Am bekanntesten wurde dabei die Version für die Zigarettenmarke Marlboro. Die glorreichen Sieben wurde 2013 in das National Film Registry aufgenommen.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Filmtitel 1960 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Western Kategorie:John Sturges Kategorie:Walter Bernstein (Drehbuchautor)