Oscar Fetrás, geboren als Otto Friedrich Faster (* 16. Februar 1854 in Hamburg; † 10. Januar 1931 ebenda),Gerhard Renner: Die Nachlässe in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek: ein Verzeichnis. Wiener Stadt- und Landesbibliothek, 1993, S. 45. war ein deutscher Komponist und Dirigent.

Leben Fetrás wurde als Sohn des Hamburger Herausgebers eines Börsen-Magazines, Matthias Faster, geboren. Die väterliche Linie stammt aus Bützfleth – heute Stade bei Hamburg. Der Großvater Kapitän Faster aus Bützfleth kam beim Untergang seines Schiffes Ceres 1828 ums Leben. Seine Mutter Amalie Margarethe, geborene Decker, stammt aus einem alten Geschlecht der Nordseeinsel Sylt, zu dem der Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen gehörte.Herrmann A. L. Degener: Wer ist's: Zeitgenossenlexikon, enthaltend Biographien und Bibliographien. Degener, 9. Auflage, Berlin 1928, S. 393. Nach einer musikalischen Ausbildung und einer kaufmännischen Lehre war Otto Faster Prokurist der Hamburger Firma Schröder & Michaelsen Neben diesem Beruf betrieb Otto Faster eine kleine Walzerkapelle, die abends und an Wochenenden in Hamburg aufspielte.

Otto Faster wählte sich als Künstlernamen das Anagramm Fetras aus Faster und veränderte seinen Vornamen in Oscar. Ab 1883 war er nur noch als Musiker tätig.Gisela Jaacks: Gesichter und Persönlichkeiten: Bestandskatalog der Porträtsammlung im Museum für Hamburgische Geschichte. Museum für Hamburgische Geschichte, Hamburg 1992, Teil 1, S. 278. Dabei widmete er sich ausschließlich der Tanz- und Unterhaltungsmusik.

Mit seinem 1888 komponierten Walzer Mondnacht auf der Alster wurde Oscar Fetrás weltberühmt. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem vom Deutschen Kaiser. Auch die Hamburger Wirtschaft zeichnete ihn mit einem Ehrenpreis aus, einer wertvollen Bronze-Statue des römischen Gottes Merkur des französischen Bildhauers Marius Montagne. Diese Statue ist der einzig noch existierende Gegenstand aus dem Besitz von Oscar Fetrás.Sie wurde Fetras verliehen vom Hamburger Commis-Verein als Dank für den weltberühmten Walzer " Mondnacht auf der Alster " Alles andere ging bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg im Uhlenhorster Fährhaus verloren, einem beliebten Restaurant mit Ballsaal in Hamburg-Uhlenhorst. Hier war Oscar Fetras langjährig der musikalische Leiter. Mit seiner kleinen Kapelle aus musikalischen Dilettanten, gebildet aus Freunden und Hamburger Kaufleuten, spielte er privat auf gesellschaftlichen Veranstaltungen der besseren Hamburger Gesellschaft. Später, im 19. Jahrhundert, leitete er als Kapellmeister Musikerzusammenstellungen von bis zu 40 Musiker. Mit ca. 300 Werken,Oscar Fetrás (1854-1931) johann-strauss.org.uk, abgerufen am 16. November 2012. zu denen vor allem Walzer (z. B. Uhlenhorster Kinder, Veilchen am Wege, Harvestehuder Schwalben), Märsche (Nur fest, Wandervögel, Freikugeln) und Potpourris (Tirol in Lied und Tanz, Erinnerungen an Joseph Strauß, Operetten-Revue) gehören, wurde Fetrás der angesehenste Komponist der leichten Muse aus Hamburg. Er war Mitglied der Société des Auteurs in Paris.

mini|Grabstein von Oscar Fetrás auf dem Friedhof Ohlsdorf

Fetrás blieb zeitlebens unverheiratet. Er starb 1931 in Hamburg. Sein Andenken ist fast vergessen. In Hamburg-Meiendorf ist der Fetrasweg nach ihm benannt. Auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf findet sich sein Ehrengrab.Prominente friedhof-hamburg.de, abgerufen am 16. November 2012. Das Leben und Werk Oscar Fetrás' wurde von Friedhelm Kuhlmann in dem umfangreichen Werk Es gab mehr als die Mondnacht auf der Alster recherchiert und niedergelegt. Die Bronzestatue befindet sich auch heute noch im Besitz des Enkels des Erben/ Nachlassverwalters, Georg Ferdinand Winckelmann, ( Bankberater und Freund Oscar Fetras), Heinrich Winckelmann.

Literatur Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 1652f. (online). Gesine Schröder: „Erinnerungen an Meyerbeer“ by Oscar Fetrás. On three operas fantasies for salon orchestra. In: Musicology Papers / Lucrări de Muzicologie. Band 39, 1, Cluj-Napoca 2024, S. 26–43 (Möglichkeit zum Download).

Weblinks

Biografie auf der Webseite der Johann Strauss Society of Great Britain

Einzelnachweise

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