Erik Schmidt (* 27. August 1968 in Herford) ist ein deutscher Maler, Filmemacher und Fotograf. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Leben und Werk mini|Erik Schmidt, We shall overcome, 2012, Öl auf Leinwand, 190 × 340 cm Erik Schmidt absolvierte seine künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Department Design, und an der Hochschule der Künste Berlin. Durch Stipendien in Weimar und Paris, Frankreich, konnte er weitergehende Erfahrungen gewinnen.

Künstlerische Motive

In seinen Gemälden greift Erik Schmidt auf klassische Bildthemen (Landschaft, Jagd, Stadt und Reisebild) zurück. Weitere Motive sind das künstlerische Selbstverständnis und die Wahrnehmung der Figur des bürgerlichen Künstlers seit Ende des 19. Jahrhunderts.

Zu Beginn seines künstlerischen Schaffens zeigen sich in seinen Werken Einflüsse der Pop Art, so in der Ausstellung „Pop, Trivial, Kunst und Abenteuer“ (1995).Renate Goldmann, „Alles im Lack?“, in: Urban Posing. Erik Schmidt, Ausst.-Kat. Brandenburgischer Kunstverein Potsdam, Köln 2004, o. S. Motive der Alltagskultur werden auch ins spätere Werk integriert.

In seinen Werkgruppen ab 1998 beschäftigt ihn zunehmend die Auseinandersetzung mit den Selbstinszenierungen des modernen Menschen. Gemälde und Filme umkreisen existenzielle Themen, wie Jagdtrieb und Verfolgungswahn, Leidenschaft und Todesangst, Eros und ewige Jugend, und geben wiederholt Todesinszenierungen des Künstlers wieder.

Der Aufeinanderprall von urbanem Leben und Natur wird seit Beginn des 21. Jahrhunderts verstärkt deutlich. Angeregt durch Reisen des Künstlers nach Israel entstehen Gemälde, die städtische Siedlungen und Arbeiter auf den Weinfeldern zwischen Jerusalem und Tel Aviv zeigen.Eva Birkenstock, „Verschleierte Indizien“, in: Erik Schmidt. Right to Roam, Ausst.-Kat. Galeria Soledad Lorenzo, Madrid 2009, S. 35–37, hier S. 35. Eine weitere Werkserie von 2006 bis 2011 konzentriert sich auf kultivierte Landschaften der westfälischen Heimat von Erik Schmidt.

Den Ausgangspunkt seiner Filme bildet das Spiel mit gesellschaftlichen Rollen. In einer Trilogie von Filmen, „Hunting Grounds“ (2006), „Bogged Down“ (2010), „Gatecrasher“ (2010), geht Schmidt der historischen Beziehung zwischen Kunst und Adel nach und deckt die symbolischen Prozesse, Codes, Stereotype, Normen und Rituale beider Gesellschaftsgruppen auf.Jan Hoet: „Oberfläche, an der sich die Wahrheit bricht.“ In: Erik Schmidt: Hunting Grounds, Ausst.-Kat. Marta Herford. Ostfildern 2007, S. 130. Seit 2012 entsteht eine Serie neuer Gemälde, in denen er das Umfeld der New Yorker Occupy-Bewegung erfasst.

Gestaltungstechniken

Von der Malerei kommend, gestaltet Schmidt Selbstporträts, Landschafts- und Jagdszenen. Dabei bezieht er Verfremdungstechniken (Collagen, Übermalungen und Auflösung der Konturen) ein. Speziell seine Landschaftsgemälde sind durch einen gestischen Farbauftrag und eine pointilistische Malweise charakterisiert. Des Weiteren entwickelte Schmidt zunehmend Überlagerungen der Medien Film, Malerei und Fotografie. In seinen Filmen untersucht er die Verhaltensrituale gesellschaftlicher Subsysteme und taucht wiederholt in deren Umfeld ein. Eine Sequenz zahlreicher Filme, in denen Schmidt sich selbst in unterschiedlichen Rollen spielt, beginnt 1997 mit dem programmatischen Titel „I Love My Hair“ (1997).

Einzelausstellungen

Weitere Ausstellungen bis heute finden sich unter dem angegebenen Weblink Kunstaspekte. 1999: Einzel Gruppe Berlin. Künstlerhaus Bethanien, collaboration mit Corinna Weidner, Berlin 2004: Jagdfieber ohne Nachtsichtgerät. Brandenburgischer Kunstverein, Potsdam 2005: Der schönste Jäger von Deutschland. Galerie carlier|gebauer, Berlin 2007: Hunting Grounds. Museum MARTa Herford 2008: Working the landscape. Galerie carlier|gebauer, Berlin 2008: As above so below. Elizabeth Dee, New York, USA 2009: Right to Roam. Galería Soledad Lorenzo, Madrid, Spanien 2010: Perusing the Scenery. Galerie Praz-Delavallade, Paris, Frankreich 2010: Bogged Down. Galerie Krinzinger, Wien, Österreich 2010: Sechs Tage bleibt er noch. Kunststation St. Peter, Köln 2010: Many-faceted thing. Hoet Bekaert Gallery, Gent, Belgien 2011: Films & Paintings. Galerie der Stadt Backnang 2012: Downtown. Haus am Waldsee, Berlin 2013: Downtown. Leopold-Hoesch-Museum, Düren 2014: Blank. Galerie carlier|gebauer, Berlin 2016: cut/uncut. Galerie Krinzinger, Wien 2018: Further up & Further in, Galerie Krinzinger, Wien 2019: The Only Way Is Up, Galerie carlier|gebauer, Berlin 2022: Revisiting, Galerie Claire Gastaud, Paris und Clermont Ferrand

Ausstellungsbeteiligungen

2001: Contemporary Utopia – Musdienu Utopyia, Kunstmuseum Arsenals, Riga, Litauen 2000–2002: Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin, Deutschland 2003: Actionbutton, Neuerwerbungen zur Bundeskunstsammlung zeitgenössischer Kunst 2004: Based on a true story, Artists Space, New York, Vereinigte Staaten 2004: Gegenwärtig: Selbst, Inszeniert, Hamburger Kunsthalle, Hamburg, Deutschland 2005: Sammlung Marta, MARTa Herford 2007: Cine y casi cine, Museo Reina Sofía, Madrid, Spanien 2008: Indeed, Instituto Itaú Cultural, São Paulo, Brasilien 2008: Just Different, Cobra Museum voor moderne kunst, Amstelveen, Niederlande 2011: Northern Light, Jason McCoy Gallery, New York, USA 2011: Rollenbilder – Rollenspiele, Museum der Moderne, Salzburg, Österreich 2019: Postcard Reloaded, Europäischer Kunstverein im Kunstraum Potsdam c/o Waschhaus

Werke in öffentlichen Sammlungen Werke von Erik Schmidt befinden sich unter anderem im MARTa Herford, in der Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, in der The Rubell Family Collection, Miami, im Museo Reina Sofia, Madrid, im CGAC – Centro Galego de Arte Contemporánea, Santiago de Compostela, Spanien, im CaixaForum Barcelona, Spanien, in der Taguchi Art Collection, Tokyo, in der Videosammlung Berlinische Galerie, Berlin, und im Belvedere, Wien, Österreich.

Literatur Erik Schmidt: UP (Urban Posing). Ausstellungskatalog. Brandenburgischer Kunstverein Potsdam. Snoeck, Köln 2004, ISBN 3-936859-12-4. Hunting Grounds. Ausstellungskatalog Marta Herford. Hatje Cantz Verlag, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-7757-1827-1. Working the Landscape. Ausstellungskatalog. Carlier Gebauer, Berlin 2008. Erik Schmidt: Right to Roam, Ausstellungskatalog. Galeria Soledad Lorenzo, Madrid 2009. Erik Schmidt: Gatecrasher, Ausstellungskatalog. Marta Herford, Kunstverein Gütersloh, Werkstatt Bleichhäuschen, Diotima Gesellschaft e.V. Kerber, Bielefeld/Leipzig/Berlin 2010, ISBN 978-3-86678-483-3. Erik Schmidt: Films & Paintings, Ausstellungskatalog. Galerie der Stadt Backnang, hrsg. von Martin Schick, Simone Scholten Stuttgart 2011. Erik Schmidt: Folge den Markierungen, Museum Marta, Herford; Herz und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen 2019.

Weblinks

Persönliche Website Erik Schmidt Werke von Erik Schmidt bei Artnet Galerie carlier | gebauer

Einzelnachweise

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