Bardou (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Portes Sud Périgord. Die Einwohner werden Bardoviens und Bardoviennes genannt.

Geografie

Bardou liegt etwa 50 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 45 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 20 Kilometer südöstlich von Bergerac im Südrand des Départements in der Région naturelle des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Bardou liegt in der vierten Stufe von Nordosten. Hier im Bergeracois sind Ablagerungen auf die Erosion der Pyrenäen zurückzuführen, die Sedimente in Form von Molasse ablagerte, die sich mit harten Seekalkablagerungen aus dem Tertiär abwechseln.

Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich auf einer hügeligen, nur im südöstlichen Bereich bewaldeten Hochebene mit einem Höhenzug im südwestlichen Bereich, wo sich auch der topographisch höchste Punkt mit befindet. Das Zentrum liegt auf etwa auf diesem Höhenrücken. Dieser führt dazu, dass im westlichen Bereich das Flüsschen Banège entspringt, das nach Südwesten zum Dropt und weiter zur Garonne entwässert, während im nördlichen Gemeindegebiet die Quellen des Flüsschens Couzeau liegen, das in nördlicher Richtung zur Dordogne verläuft.

Rund 95 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Kulturboden genutzt, rund 5 % sind bewaldet.

Bardou wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

mini|Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Bardou Natürliche Risiken Naturrisiken manifestieren sich in Bardou als Dürren Waldbrände Bodensetzungen.

In etwa zwei Dritteln des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte.

Wie die Risikokarte zeigt, ist Bardou zu etwa zwei Dritteln seines Gemeindegebiets von der starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 zugeordnet.

Etymologie und Geschichte Auf dem Gipfel des Hügels sollen heidnische Kulte stattgefunden haben. Im 11. Jahrhundert wurden drei Mönche aus Cadouin geschickt, um das Gebiet zu christianisieren. Sie errichteten dort die Kirche Saint-Blaise im frühromanischen Stil und ihr Pfarrhaus, von dem keine Spur mehr vorhanden ist.

Die Burg von Bardou überwachte die Straße von Beaumont-du-Périgord nach Issigeac. Als herrschaftlicher Sitz hatte es hohe Gerichtsbarkeit über Bardou, Nojals, Naussannes und Le Pic. Ein Souillac wurde durch die Heirat mit Charlotte d’Aubusson Seigneur; 1685 wurden dort zwei Zwillinge geboren, von denen der ältere den Zweig Souillac-Bardou gründete und der jüngere Bischof von Lodève wurde. Die Familie starb mit François de Souillac-Bardou aus, Geschwaderführer der Seestreitkräfte und ehemaliger Gouverneur von Großindien, der 1803 in Bardou starb, wo er zuvor 1732 geboren wurde. Im 18. Jahrhundert war Bardou von der Bastide Beaumont-du-Périgord abhängig.

Der Name der Gemeinde erschien in den Schriften erst am Ende des 13. Jahrhunderts in der Schreibweise Bardo (1286). Er wurde in Verbindung mit einem okzitanischen Wort bart in Verbindung gebracht, das ein tonhaltiges Land bezeichnet, das zweifellos seinen Ursprung in der aquitanischen Sprache hat. Andere Quellen verweisen auf den Ursprung in einem alten gallischen Wort für „Gipfel, Höhe“, was zur geografischen Lage passt. Bardou kommt wahrscheinlicher vom Namen einer ursprünglich germanischen Person Bardulf, der aus dem Begriff Bard () entstand.Tanet, Hordé, Seite 42

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Schloss Bardou aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Das rechteckige Wohngebäude wird von einem quadratischen Turm mit Maschikulis aus dem 14. Jahrhundert und einem runden Turm aus dem 15. Jahrhundert flankiert. Die Fenster haben kreuzförmige Sprossen. Im 17. Jahrhundert wurde an der Westfassade ein niedriger, rechtwinkliger Flügel errichtet. Dieser Flügel wird „Bischofsflügel“ genannt, weil Monseigneur de Souillac, Bischof von Lodève, dort sein Schlafzimmer hatte, flankiert von einer heute nicht mehr existierenden Kapelle. Symmetrisch dazu wurde 1777 ein weiterer Flügel mit einem aus zwei halbrunden Jochen bestehenden Portal mit einer Steintreppe errichtet. Das Schloss ist seit 1948 als Monument historique eingeschrieben. Romanische Kirche Saint-Blaise aus dem 12. Jahrhundert. Das Gebäude besteht aus einem langen Kirchenschiff, das in einer halbrunden Apsis endet. Das Eingangsportal wird von einer breiten, halbrunden Archivolte mit einer hervorstehenden halbrunden Stabornamentik und einem Fries aus fünf Reihen von Riegeln überragt, die eine Art Schachbrettmuster bilden. Die skulptierten Kapitelle über den kleinen Säulen tragen ebenfalls runde Bögen.

Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 16 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Bardou erwerbstätig, entsprechend 69,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse. Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 3 im Jahr 2022 etwas höher als im Jahr 2016 (2). Die Arbeitslosenquote stieg von 13,3 % (2016) auf 18,8 % (2022).

Branchen und Betriebe 5 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2022 in Bardou wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt5Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie120,0 %Immobilien240,0 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten240,0 %

Die Gemeinde beherbergt seit 1956 das Unternehmen Polyrey, das Pressspanplatten herstellt.Michel Genty: Villes et bourgs du Périgord et du pays de Brive. Le fait urbain dans des espaces de la France des faibles densités. Band 1. Presses Universitaires de Bordeaux u. a., Talence u. a. 1984, ISBN 2-86781-008-6, S. 322, (Bordeaux, Universität, Dissertation, 1980).

Landwirtschaft Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Haltung von Schafen oder Ziegen. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 8 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf jeweils 5 im Jahr 2000 und 2010 und schließlich auf 1 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 87,5 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 309 Hektar im Jahre 1988 auf 10,1 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb sank erheblich von 38,2 Hektar auf 10,1 Hektar.

Verkehr Bardou liegt abseits überregionaler Verkehrsverbindungen. Die Gemeinde wird von der Route départementaleDépartementsstraße D 25 erschlossen, die von Eymet nach Beaumont-du-Périgord führt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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