Das 1. Schwere Reiter-Regiment „Prinz Karl von Bayern“Korrekter Name, gemäß der Regimentsgeschichte. war ein Kavallerie-Verband der Bayerischen Armee, der am 16. Juli 1814 als Regiment Garde du Corps in der Pfalz aufgestellt worden war. Der Friedensstandort des Regiments war ab 1815 München.

Geschichte Aufstellung und Entwicklung Das Regiment wurde am 16. Juli 1814 gemäß Allerhöchster Entschließung als Regiment Garde du Corps in der Pfalz aufgestellt. Das Stammregiment war das 1813 gegründete Nationale 7. Chevauleger-Regiment „Prinz Carl von Bayern“. Zudem wurden von allen anderen bayerischen Kavallerie-Verbänden Personal und Material abgestellt sowie von der Großherzoglichen Würzburgischen Leibgarde 32 Mann übernommen. Bayern hatte bis dahin nur leichte Kavallerie-Regimenter. Das Regiment war in sechs Eskadrons und eine Reserve-Eskadron gegliedert. Der 1. und 2. Eskadron wurden Rappen, der 3. und 4. Braune, der 5. und 6. Füchse sowie dem Trompeter ein Rotschimmel zugewiesen. Nach der Rückkehr aus den Befreiungskriegen gegen Napoleon zog die Garde du Corps in die Isarkaserne auf der Museumsinsel ein. Dort waren der Stab und die 1. bis 3. Eskadron untergebracht, die 4. Eskadron war in Nymphenburg einquartiert. Die 5. und 6. Eskadron befand sich in Schleißheim. Aus hygienischen Gründen wurde später am Ufer der Isar die Neue Isarkaserne gebaut, worin die Kürassiere einzogen. Auf der Museumsinsel verblieb ein Reitplatz. mini|Der erste Regimentskommandeur, Fürst Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (1786–1844) Zum ersten Oberstkommandanten (die Bezeichnung Kommandeur wurde erst ab 1872 gebräuchlich) wurde Fürst Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg ernannt. Der erste Regimentsinhaber war General der Kavallerie Prinz Karl von Bayern. Im Jahre 1815 war das Regiment in vier Feld-Eskadronen mit 456 Mann und 450 Pferden, die Reserve-Division in 18 Unteroffiziere, 26 Reiter sowie 136 Pferden gegliedert. Am 14. Dezember 1815 wurden in Nymphenburg die geweihten Standarten überreicht. Die 1. Division (1. und 2. Eskadron) führte die Leibstandarte, die von reinem Weiß mit schwerer Goldstickerei war, im Medaillon der Namenszug des Königs, auf der anderen Seite das Staatswappen von 1806, beiderseits von gestickten Lorbeerkränzen umgeben, bei den Garde du Corps eine Eichenlaubfolge. Zudem wurden an die Leibstandarte alte weißblaue Bänder gehängt. Die 2. (3. und 4. Eskadron) und 3. Division (5. und 6. Eskadron) hatten blaue Standarten, die silber oder golden bestickt waren. Am 30. April 1818 wurde August Graf von Lerchenfeld-Brennberg zum Oberstkommandanten ernannt. Im Mai 1819 nahm es 80 Mann vom 1. Kürassier-Regiment auf. Am 1. Juli 1822 wurde das Regiment auf vier Eskadronen mit 500 Pferden abgerüstet. Die Masse des Regiments war in München, eine Eskadron in Nymphenburg einquartiert.

Zum 20. November 1825 wurde es in 1. Kürassier-Regiment „Prinz Karl von Bayern“ umbenannt und im Zuge der durch König Ludwig I. angeordneten Sparmaßnahmen der Garde-Rang aufgegeben. Die Leibfahne sowie die Pauken wurden ins Zeughaus abgegeben und die Uniformen vereinfacht.

Mit der Umgliederung zum 1. Kürassier-Regiment wurde am 30. November 1825 begonnen. Am darauf folgenden Tag wurden die 1. und 2. Eskadron des ehem. 1. Kürassier-Regiments als 5. und 6. Eskadron eingegliedert. Die Kriegsstärke betrug nunmehr 1195 Mann und 1159 Pferde, die Friedensstärke 1052 Mann und 690 Pferde. Ab dem 15. Dezember führte Friedrich Freiherr von Hertling das Regiment, der am 22. April 1831 von Leopold Freiherr von Zandt abgelöst wurde.

Zum 28. Oktober 1835 wurde es in Kürassier-Regiment „Prinz Karl von Bayern“, zum 26. April 1848 wieder in 1. Kürassier-Regiment „Prinz Karl von Bayern“ umbenannt. Am 26. Mai 1848 wurde die Aufstellung einer 7. (Reserve-)Eskadron verfügt, die danach als Depot-Bestand geführt und am 1. Januar 1857 wieder aufgelöst wurde. Am 16. Oktober 1849 wurde als erster Bürgerlicher Lorenz Schäzler zum Oberstkommandanten ernannt. Am 21. Oktober 1850 wurden vier Eskadrons mit 378 Kürassieren zum Korps des Generallieutenants Prinz Eduard von Sachsen-Altenburg abkommandiert. Zu Beginn des Jahres 1857 wurde als Stärke 44 Offiziere, 126 Unteroffiziere und 915 Kürassiere gemeldet, davon 215 beurlaubt. Die im Jahre 1858 grassierende Typhus-Epidemie forderte im Regiment 22 Todesopfer. Das Regiment war wegen der Epidemie bis 1859 in Fürstenried, Schleißheim, Freising und Benediktbeuern untergebracht. 1859 übernahm es wieder Quartier in München, eine Eskadron in Nymphenburg. Am 24. April 1859 erfolgte die Wiedererrichtung der 7. Eskadron, welche am 21. Dezember 1863 wieder aufgelöst wurde. Die 5. und 6. Eskadron wurde in den Jahren 1859 und 1863 vorübergehend zum kombinierten 3. Kürassier-Regiment als 1. und 2. Eskadron kommandiert. Im Jahre 1862 wurde eine weitere Eskadron nach Nymphenburg, und eine Eskadron nach Benediktbeuern ausgelagert. Am 26. März 1863 stiftete Prinz Karl dem Regiment 10.000 fl, über deren Zinsen der Regimentskommandeur verfügen sollte. Schon über mehrere Jahre übergab der Prinz dem Regiment ca. 950 fl für Bibliothek, Musik und Fechtmeister. Ab 1864 war das Regiment geschlossen in der Garnison München stationiert.

An bayerische Kürassiere wurden bestimmte körperliche Anforderungen gestellt: die schwere Cavalerie erfordert eine Größe von wenigstens 5 Fuß 11 Zoll, [ca. 172/173 cm] und breitschulterige, stämmige, aus den Hüften gewachsene Leute, damit die Cuirasse nicht durch Aufliegen auf den Hüften beschwerlich fallen.Friedrich von Meier: Handbuch über das Heeres-Ergänzungs-Gesetz [vom 15. August 1828], München 1857, S. 168, link

Krieg gegen Preußen 1866 mini|hochkant|Grab des Veteranen Joh. Amling (1866 u. 1870/71) vom 1. Bayerischen Kürassier-Regiment; Hauptfriedhof Neustadt an der Weinstraße (2012) In der Phase der Mobilmachung wurde im Jahre 1866 eine Reserve-Eskadron und ein Depot aufgestellt. Das Regiment trat mit zwanzig Offizieren, zwei Ärzten, zwei Beamten, 64 Unteroffizieren, zwölf Trompetern, 415 Kürassieren sowie 469 Pferden unter dem Kommando von Oberstkommandant Ernst von Schubaert, der das Regiment seit 24. August 1862 führte, an und war in vier Eskadrons gegliedert. Es war der Kürassier-Brigade des Reserve-Kavallerie-Korps unter General der Kavallerie Fürst Turn und Taxis unterstellt. Nach dem Gefecht bei Hünfeld (Neuwirtshaus) am 4. Juli 1866 brach aufgrund falschen Alarms und mangelnder Führungspraxis eine Panik in der bayerischen Reiterei aus. Die 2. und die Hälfte der 4. Eskadron waren vollkommen zersprengt. Es dauerte etwa eine Woche, bis die meisten wieder zum Regiment zurückfanden. Dabei war ein Offizier gefallen, siebzehn Mann und achtzehn Pferde gingen verloren. Am 13. Juli 1866 wurde Ersatz von einem Oberlieutenant, 32 Kürassieren und 33 Pferden, am 22. Juli von einem Lieutenant, 31 Kürassieren und 38 Pferden aufgenommen. Am 26. Juli 1866 wurde die Tagesstärke des Regiments mit 19 Offizieren, 47 Unteroffizieren, 13 Spielleuten, 316 Kürassieren sowie 376 Pferden angegeben. Am selben Tag ritt das Regiment eine Attacke bei den Hettstädter Höfen.

Das Regiment hatte während des Deutschen Krieges zu beklagen: Tote: ein Lieutenant, ein Trompeter, vier Kürassiere sowie drei Pferde Verwundete: zwei Unteroffiziere, ein Trompeter, sieben Kürassiere Vermisste: neun Kürassiere und 19 Pferde.

Am 18. August 1866 erhielt Johann Feichtmayr das Kommando über das Regiment. Am 2. September wurden die Reserve-Eskadron und das Depot wieder aufgelöst. Am 11. Mai 1867 wurden die 1. und 4. Eskadron des 3. Kürassier-Regiments einverleibt, das Regiment war nunmehr in fünf Eskadrons gegliedert. Am 1. August 1867 gab das Regiment 82 Mann an das 3. Chevaulegers-Regiment ab. Ein Jahr später (1. August 1868) wurden vier Kürassiere, ein Schmied, ein Sattler und dreizehn Pferde zur Aufstellung der Equitations-Anstalt überstellt.

Krieg gegen Frankreich 1870/71 Am 29. Juli 1870 machte das Regiment, gegliedert in vier Feldeskadrons, mit insgesamt 620 Kürassieren, 618 Pferden und sieben Fahrzeugen mobil. Es war der Schweren Kavallerie-Reserve des I. Armee-Korps (Generalleutnant von und zu der Tann) unterstellt. Bei Beaumont am 30. August 1870 und bei Bazeilles am 1. September 1870 war es als Reserve bereitgehalten. Vom 5. bis 24. September war das Regiment mit der Bewachung von Kriegsgefangenentransporten beauftragt. Am 6. September 1870 traf Ersatz in Stärke ein Offizier, drei Unteroffiziere und fünfzig Kürassiere, am 6. Oktober in Stärke 110 Mann und 50 Pferde ein. Bei Chevilly trat das Regiment mit einer Gefechtsstärke von 21 Offizieren und 537 Mann unter dem Kommando der preußischen 4. Kavallerie-Division „Prinz Albrecht“ an. Dabei wurden von zwei Eskadronen zwanzig Franzosen gefangen genommen, hatte dabei aber auch den ersten Gefallenen zu beklagen. In der Umgebung von Orléans versah das Regiment am 12. Oktober 1870 Aufklärungsdienst. Die 2. Eskadron konnte hierbei wieder die Verbindung mit der preußischen 22. Division herstellen. Es wurden ein Kürassier und zwei Pferde verwundet. In der Schlacht bei Coulmiers am 9. November 1870 musste das Regiment Verluste von zwei Toten und vier Verwundeten hinnehmen, ein Kürassier wurde vermisst. Die Gefechtsstärke betrug am Ende des Tages zwanzig Offiziere und 571 Mann. Zum Gefecht bei Villepion am 1. Dezember 1870 trat das Regiment in einer Stärke von zwanzig Offizieren und 486 Mann an, die Erkrankungen aufgrund der nasskalten Witterung machten sich hinsichtlich der Gefechtsstärke bemerkbar. Tags darauf am 2. Dezember war es zur Verteidigung eingesetzt und verlor dabei zwei Pferde. Am 6. Dezember nahm es bei Beaugency an der Verfolgung der französischen Truppen ohne Verluste teil. Von 4. Januar bis 2. Juni 1871 war das Regiment im Belagerungsring von Paris bei Grisy, Cossigny und Charenton eingesetzt. An der Kaiserproklamation in Versailles am 18. Januar 1871 durften Rittmeister Rhomberg mit den Unteroffizieren Gstatter, Bechteler und Edmayer teilnehmen. Am 2. Juni 1871 erfolgte der Abmarsch von Paris nach Straßburg, das die Truppe am 9. Juli 1871 erreichte. Einen Tag später befand sich das Regiment wieder in München. Die Tagesdienststärke am 8. Juli 1871 wurde mit 18 Offizieren, 494 Mann und 493 Pferden angegeben.

Während des Krieges hat das Regiment zu beklagen drei gefallene Kürassiere und sechs tote Pferde vier Verwundete drei Vermisste und ein entlaufenes Pferd und fünfzehn Mann, die an Krankheiten starben.