Cable News Network (abgekürzt: CNN) ist ein US-amerikanischer Fernsehsender mit Sitz im CNN Center in Atlanta, Georgia.
Er wurde von Ted Turner als weltweit erster reiner Nachrichtensender gegründet und begann seinen Sendebetrieb am 1. Juni 1980. CNN wurde bis 2022 vom Turner Broadcasting System betrieben, welches seit 1996 eine Tochterfirma des Medienkonzerns Warner Bros. Discovery ist. Präsident des Senders war bis Februar 2022 Jeff Zucker, ab Mai 2022 bis Juni 2023 war Chris Licht Präsident und CEO.
Die politische Ausrichtung des Senders gilt als links/liberal und den Demokraten nahestehend, unter Chris Licht sollte CNN nun ausschließlich „objektiven Journalismus“ betreiben. In der Folge kam es zu Änderungen des Programms und auch zum Rauswurf zweier prominenter, Trump-kritischer Kommentatoren, was in den Vereinigten Staaten eine Debatte über eine „Säuberung“ und einen Rechtsruck bei CNN hin zu den Republikanern auslöste. Im Juni 2023 trat Chris Licht zurück.CNN-Chef Chris Licht tritt zurück. In: Spiegel.de, 7. Juni 2023.
Geschichte mini|CNN-Studio, Januar 2009 Nach dem erfolgreichen Aufbau des Senders WTBS gründete Medienunternehmer Ted Turner im Jahre 1980 den Nachrichtensender CNN mit 225 Angestellten in 10 Büros und einem Startkapital von 20 Millionen US-Dollar. Zu diesem Zeitpunkt wurden Nachrichten in den großen amerikanischen Fernsehprogrammen nur in abendlichen 30-Minuten-Sendungen angeboten. Der Sendebetrieb startete am 1. Juni 1980 um 18 Uhr EST mit einer Ansprache von Turner („Wir werden erst abschalten, wenn die Welt untergeht“)Der Spiegel zum 25. Geburtstag von CNN, abgerufen am 17. November 2009. und einem Bericht über die versuchte Ermordung des Bürgerrechtlers Vernon Jordan. David Walker und Lois Hart waren die beiden ersten Nachrichtensprecher. Zum Sendestart war CNN nur in knapp 1,7 Millionen Haushalten zu empfangen und arbeitete in den ersten Jahren defizitär. In dieser Zeit erwarb sich CNN auch den Spottnamen Chicken Noodle News (Network). Trotzdem investierte Turner weiter in die Infrastruktur des Senders und eröffnete weitere Studios in anderen Ländern. 1983 kaufte Turner den Hauptkonkurrenten von CNN, den Satellite News Channel von ABC. In: History.com (englisch).
Mit der Berichterstattung über die Challenger-Katastrophe, die CNN live übertrug, dem Fall der Berliner Mauer sowie der Liveberichterstattung über den Beginn des Zweiten Golfkrieges von Peter Arnett, Bernard Shaw und John Holliman vom Dach des Hotel Raschid in Bagdad wurde CNN national wie auch international einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Mit der steigenden Akzeptanz des Kabelfernsehens in den USA stiegen auch die Einschaltquoten von CNN. Kennzeichnend für das Programm von CNN und später auch aller anderen Nachrichtensender wurden die sogenannten „Breaking News“; Unterbrechungen des normalen Programms bei aktuellen Ereignissen. Am 30. August 1995 wurde der Internetauftritt als CNN Interactive gegründet; als CNN.com wurde er zu einem der meistbesuchten Online-Nachrichtenportale der USA.CNN.com celebrates 20 years. In: CNN.com (englisch); James Stayner: Web 2.0 and the transformation of news and journalism. In: Andrew Chadwick, Philip N. Howard (Hrsg.): Routledge Handbook of Internet Politics. Routledge, Abingdon, New York 2009, S. 201–214, hier S. 208; Julie Moos: The top 5 news sites in the United States are… In: Poynter.org, 21. April 2011 (englisch); Kenneth Olmstead, Amy Mitchell, Tom Rosenstiel: Navigating News Online: The Top 25. In: Pew Research Center, 9. Mai 2011 (englisch). 1996 verkaufte Ted Turner CNN für 7,4 Mrd. US-Dollar an den Medienkonzern Time Warner und wurde Vizepräsident des Konzerns, verantwortlich für die Fernsehsparte. Dennoch musste CNN mit der zunehmenden Konkurrenz im Markt der Nachrichtensender Einbußen hinnehmen. So ist der Sender seit Jahren hinter dem Hauptkonkurrenten Fox News nur noch die Nummer zwei in der Zuschauergunst. 2009 verließ aufgrund von inhaltlichen Differenzen mit Lou Dobbs der letzte Moderator der Anfangszeit und Gründer von CNNfn den Sender.Lou Dobbs verlässt CNN, cnn.com, abgerufen am 17. November 2009.
Mitte Februar 2017 ließ die venezolanische Regierung die terrestrische Übertragung CNN en Español in Venezuela abschalten. Vorausgegangen war ein Streit über Berichte des Senders, wonach Venezuela im Mittleren Osten seit Jahren Pässe und Visa für mehrere tausend US-Dollar verkaufe.
Übernahme durch Warner Bros. Discovery und politische Neuausrichtung Im April 2022 wurde CNN von Warner Bros. Discovery, dem Mutterkonzern von Turner Broadcasting System, übernommen. Hauptaktionär von Warner Bros. Discovery ist der Multimilliardär John Malone, der in rechten Republikaner-Kreisen verkehrt und unter anderem 250.000 US-Dollar an das Amtseinführungskomitee Donald Trumps spendete. Malone forderte mehrmals, CNN müsse den Fox News ähnlicher werden. Der Präsident von Warner Bros. Discovery, David Zaslav – der als Malone sehr nahestehend gilt – ernannte im Mai 2022 dann Chris Licht zum Nachfolger des bisherigen CNN-Chefs Jeff Zucker. Kurz hintereinander trennte sich CNN dann von zwei prominenten Gesichtern, dem Chefmedienkorrespondenten Brian Stelter und dem Korrespondenten für das Weiße Haus, John Harwood. Stelter hatte auf CNN 30 Jahre lang die wöchentliche Sendung „Reliable Sources“ (Verlässliche Quellen) moderiert und sich darin kritisch mit der Konkurrenz von Fox News auseinandergesetzt, wie auch mit den sich zunehmend radikalisierenden Republikanern und Donald Trump. In seiner letzten Sendung, im Wissen, dass ihm gekündigt würde, nannte John Harwood Donald Trump einen „verlogenen Demagogen“ und schloss sich Joe Bidens Aussage an, wonach Trump und seine Anhängerschaft eine Bedrohung für die Demokratie darstellten. Beide Kündigungen – teilweise wurde in US-Medien sogar von einer Säuberung gesprochen – wurden als klares Zeichen dafür gesehen, dass Chris Licht gleich zu Beginn Trump-kritische Stimmen loswerden wolle, um die neue, vermeintlich „neutralere“ Linie von David Zaslav und John Malone umzusetzen. Im Juni 2023 trat Chris Licht zurück.
Verhältnis zu Donald Trump In keiner anderen US-Präsidentschaft waren die Auseinandersetzungen zwischen dem Chef der US-Regierung und einem Nachrichtensender so intensiv wie bei Donald J. Trump.
Im US-Präisdentschafts Wahlkampf 2016 übertrug CNN stundenlange Reden von Donald Trump. Dies brachte dem Sender hohe Einschaltquoten. Nach dessen Wahl kritisierte die Berichterstattung von CNN Trump und dessen Politik zunehmend.
Nach einer hitzigen Pressekonferenz entzog das Weiße Haus 2018 dem CNN-Korrespondenten Jim Acosta den sogenannten „Hard Pass“, der den Zugang zu Pressekonferenzen im Präsidentensitz möglich macht. CNN verklagte daraufhin die Trump-Regierung erfolgreich; ein Bundesrichter ordnete die Rückgabe des Ausweises an, da der Entzug gegen das Recht auf ein faires Verfahren () verstoßen hatte.
2020 verklagte Trumps Wahlkampfteam CNN wegen eines Meinungsbeitrags, in dem behauptet wurde, das Team sei offen für russische Hilfe bei der Wahl 2016 gewesen. Ein Richter wies die Klage ab, da keine „böswillige Absicht“ () nachgewiesen werden konnte.
Nach Trumps Abwahl 2021 sagte Eric Kirschbaum, Korrespondent der Los Angeles Times in Berlin, Trump sei „ein Stimulus für die Medien“ gewesen, der Zenith sei jedoch überschritten und nun werde mit dem nüchternen Joe Biden das Interesse an Politik zurückgehen.https://www.deutschlandfunk.de/donald-trump-und-die-us-medien-aus-fuer-den-quoten-star-100.html Im gleichen Jahr kam ans Licht, dass das US-Justizministerium unter Trump 2017 heimlich Telefon- und E-Mail-Daten der CNN-Reporterin Barbara Starr angefordert hatte, um Leaks auf die Spur zu kommen. Die Reporterin berichtete damals unter anderem über den US-Einsatz in Afghanistan.https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-05/usa-justizministerium-cnn-journalistin-telefondaten-besorgung-donald-trump
2022 verklagte Trump CNN auf 475 Millionen Dollar Schadenersatz, weil der Sender seine wahrheitswidrigen Behauptungen über Wahlbetrug als „die große Lüge“ () bezeichnete und ihn so indirekt mit Adolf Hitler verglichen habe. Die Klage wurde 2023 abgewiesen und die Abweisung im November 2025 von einem Berufungsgericht bestätigt, da die Begriffe als geschützte Meinungsäußerung gelten.https://www.zeit.de/politik/ausland/2023-07/trump-klage-cnn-gericht
Im Mai 2023 kam es zu einem Live-Auftritt in New Hampshire, bei dem sich Trump den Fragen der Moderatorin Kaitlan Collins stellte. Er wiederholte dort die Falschbehauptungen über die Wahl 2020 und bezeichnete Collins während der Sendung als „fiese Person“ (). CNN wurde intern und extern scharf kritisiert, Trump eine so große Bühne für Lügen geboten zu haben.https://www.forbes.com/sites/saradorn/2023/05/10/trump-cnn-town-hall-trump-calls-moderator-kaitlan-collins-a-nasty-person/
Mit Beginn von Trumps zweiter Präsidentschaft griff dieser CNN und MSNBC erneut an, bezeichnete deren Berichterstattung als „illegal“ und sie seien der „politische Arm“ seiner Gegner. CNN analysierte kritisch die personellen und inhaltlichen Überschneidungen zwischen Trumps frühen Amtshandlungen und dem konservativen Strategiepapier „Project 2025“, von dem sich Trump im Wahlkampf öffentlich distanziert hatte.https://www.deutschlandfunk.de/trump-kritische-berichterstattung-grosser-us-medien-ueber-mich-ist-illegal-100.html
Ende Januar 2026 wurde der frühere CNN-Moderator Don Lemon nach einem Bericht über eine Protestaktion gegen die Migrationsbehörde ICE verhaftet. Drei Aktivisten hatten Mitte Januar einen Gottesdienst in einer Kirche gestört, weil sie dort den stellvertretenden Leiter des örtlichen ICE‑ Büros vermutet hatten. Lemon hatte über die Protestaktion berichtet und den Pastor der betroffenen Kirche interviewt.https://www.deutschlandfunk.de/frueherer-cnn-moderator-und-weitere-journalistin-verhaftet-100.html
2025 wurde bekannt, dass Paramount Skydance den Warner-Konzern für rund 110 Milliarden Dollar übernehmen will. Mit dem vereinbarten Deal werden sowohl die Studios als auch Fernsehsender wie CNN und CBS unter die Kontrolle von Paramount-Skydance-Chef David Ellison, einem Freund von Donald Trump, kommen.
Am 28. Februar 2026 starteten Israel und die USA mit ihren Angriffen den Irankrieg. In dessen Verlauf sperrte der Iran de facto die Straße von Hormus für den weltweiten Ölhandel. CNN berichtete, dass die US-Regierung unter Trump die Möglichkeit dieser Seeblockade durch den Iran und ihre Folgen unterschätzt habe. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kritisierte wiederholt, dass US-Medien seine Militäroperationen gegen den Iran in einem zu negativen Licht darstellen würden, allen voran CNN. Wörtlich bezeichnete er den CNN Bericht als „fake news“ und nannte die Einschätzung „schlicht lächerlich“. Hegseth drückte deutliche Unterstützung für eine Übernahme von CNN durch David Ellison aus.https://www.fr.de/politik/von-cnn-trump-minister-hegseth-draengt-auf-uebernahme-zr-94217961.html
Programm Montag bis Freitag Zeit (EST) Sendung Beschreibung Moderator 05.00–06.00 Uhr Early Start Morning-Show Kasie Hunt 06.00–09.00 Uhr CNN This Morning Morning-Show Poppy Harlow & Phil Mattingly 09.00–12.00 Uhr CNN News Central Nachrichtensendung John Berman, Kate Bolduan & Sara Sidner 12.00–13.00 Uhr Inside Politics with Dana Bash Politische Themen Dana Bash 13.00–16.00 Uhr CNN News Central Politik und Weltgeschehen Brianna Keilar & Boris Sanchez 16.00–18.00 Uhr The Lead with Jake Tapper Rückblick auf die Ereignisse des bisherigen Tages Jake Tapper 18.00–19.00 Uhr The Situation Room with Wolf Blitzer Politische Themen Wolf Blitzer 19.00–20.00 Uhr Erin Burnett OutFront Investigatives Format Erin Burnett 20.00–21.00 Uhr Anderson Cooper 360° Politische Themen Anderson Cooper 21.00–22.00 Uhr The Source with Kaitlan Collins Politische Themen Kaitlan Collins 22.00–23.00 Uhr CNN NewsNight Politische Themen Abby Phillip 23.00–24.00 Uhr Laura Coates Live Politische Themen Laura Coates
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