Wolf Max Wichard von Möllendorff (* 25. Oktober 1908 in Frankfurt (Oder); † 20. September 1992 in BerlinTraueranzeige, Tagesspiegel vom 20. September 2017 (abgerufen am 8. Oktober 2017).) war ein deutscher Architekt, der vor allem Sakral-, Schul- und Wohnbauten schuf.

Leben und Wirken mini|Feierhalle, Waldfriedhof Zehlendorf, Berlin (1957) Wolf von Möllendorff war der Sohn des preußischen Hauptmanns Kurt von Möllendorff (1871–1917), einem Nachfahren des Generalfeldmarschalls Wichard von Möllendorf, und der Gertrud Bothe (* 1881).Gottfried Graf Finck v. Finckenstein, Christoph Franke, Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser, Stiftung Deutsches Adelsarchiv, In: Genealogisches Handbuch des Adels, Band XXXI, Band 147 der Gesamtreihe, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2009, S. 267 Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule Berlin, unter anderem bei Heinrich Tessenow, und schloss das Studium 1935 mit dem akademischen Grad Diplom-Ingenieur ab. Im gleichen Jahr heiratete er Gerda Braun (1910–2000). Anschließend war er im Büro Werner March tätig, später als leitender Architekt beim Bau von Verkehrsfliegerschulen. Von 1939 bis 1960 lehrte er an der Ingenieurschule für Bauwesen Berlin. 1960 wurde er zum Leiter der Hochbauabteilung der Ingenieurschule gewählt und in Berlin auch Direktor der Akademie für Werkkunst und Mode (einer Vorgängerinstitution der Universität der Künste Berlin).

mini|Händelallee 59, Berlin-Hansaviertel (1957) In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war er in Berlin und darüber hinaus insbesondere im Siedlungs-, Wohnungs-, Sakral- und Schulbau tätig. Gemeinsam mit Sergius Ruegenberg, mit dem er von 1953 bis 1959 ein gemeinsames Büro führte, beteiligte er sich 1957 an der Interbau. Im vorangegangenen Wettbewerb erhielten sie den 3. Preis. Von 1960 bis 1971 war er Direktor der Meisterschule für das Kunsthandwerk Berlin. auf den Seiten der Universität der Künste Berlin, abgerufen am 8. Oktober 2017 Bis 1985 hatte er bereits über 20 Wettbewerbspreise erhalten. Von Möllendorff war Mitglied im BDA.

Die Journalistin und Fernsehmoderatorin Ulrike von Möllendorff (1939–2017) war seine Tochter. Sein Sohn war der Berliner Architekt Michael von Möllendorff (1937–2023).

Wolf von Möllendorff fand seine letzte Ruhestätte auf dem Waldfriedhof Zehlendorf (Feld 060-19).

Ehrungen 1989: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland 1958: Ritter im Johanniter-Orden 1962: Aufnahme in den Deutschen Werkbund 1964/1968: Gewähltes Mitglied im Vorstand des BDA 1992: Die Akademie der Künste Berlin übernimmt die vorhandenen beruflichen Unterlagen, Pläne, Texte und dergleichen in ihr Archiv.

Bauten 1933: Einfamilienhaus Hohen Neuendorf bei Berlin 1947–1949: Landbauberater der Provinzialregierung Mark Brandenburg – Potsdam, Siedlungs- und Hofplanungen 1952–1953: Dorfbebauungspläne und Siedlungshausplanungen für die Orte Anrath, Neviges, Pont, Röspe Rheda und Berlin-Buckow 1953: Mehrfamilienhaus Berlin-Steglitz 1955: Kirchenbau Dritte Kirche Christi Berlin 1956–1957: Feierhallen des Waldfriedhofs Zehlendorf in Berlin-Zehlendorf, mit Sergius Ruegenberg 1957: Andreas-Hermes-Siedlung für Nebenerwerbs-Landwirte in Berlin-Rudow (im Rahmen der Interbau) 1957: Haus Händelallee 59 im Hansaviertel in Berlin (im Rahmen der Interbau), mit Sergius Ruegenberg 1958: Mehrfamilienhaus Berlin-Steglitz 1959: Mehrfamilienhaus Berlin-Kreuzberg 1959: Einfamilienhaus in Berlin-Eichkamp 1960: Industriehalle Berlin-Siemensstadt mit Sohn Michael 1960: Deutscher Soldatenfriedhof in Beauvais/Frankreich mit Sohn Michael 1964: Grundschule Berlin-Reinickendorf 1963: Glockenbau des Waldfriedhofs Zehlendorf in Berlin-Zehlendorf 1966–1969: Hugo-Heimann-Schule in Berlin-Neukölln 1966: Zweifamilienhaus Bernau am Chiemsee 1967: Feierhalle mit Glockenturm Berlin-Tempelhof 1968: Schulanlage für die Französische Schutzmacht mit Kantine, Sporthalle und -platz, Direktorenvillen, Lehrerwohnbauten 1969: Grundschule Berlin-Marienfelde 1970: Wintergarten „Pavillon du Lac“ in Berlin-Tegel 1971: Waldoberschule Berlin-Charlottenburg 1972: Entwicklung typisierte Grundschule – Teamarbeit „Standardisiertes Grundschulprogramm Berlin“ 1972–1975: Künstlerische Oberleitung und Lageplanung für zehn typisierte Grundschulen 1972–1975: Ausführungsplanung Wohnhochhäuser Berlin-Buckow-Rudow (Gropiusstadt) für etwa 500 Wohnungen aufgrund eines Wettbewerbsgutachtens 1962, mit Sohn Michael 1975: Französische Vorschule für die Französische Schutzmacht 1976–1977: Schulneubau mit Kindertagesstätte Berlin-Neukölln 1977–1978: Oberstufenzentrum Landwirtschaft Berlin-Zehlendorf mit Klassengebäuden, Sporthalle, Gewächshäusern, mit Sohn Michael 1978: Einfamilienhaus Aschau im Chiemgau 1979: Schulerweiterung Berlin-Neukölln 1980: Schulerweiterung Französische Schutzmacht 1982–1986: Französisches Jugendhaus mit Sportanlagen, Film- und Musikräumen, mit Sohn Michael 1934–1966: Teilnahme an ca. 50 Wettbewerben, davon Erlangung von über 20 1.–3. Preisen und Ankäufen.

Schriften Lebendiges Bauen. 1953 „Sprechende Arbeitsblätter“ (Konstruktionszeichng. 180 Bl.) für die Zeitschrift BAUWELT (1955–1957). Im Gespräch mit der Schöpfung. 11 Hefte. 1966–1970. Der beflügelte Mensch. 1992.

Literatur Stefanie Schulz, Carl-Georg Schulz: Das Hansaviertel. Ikone der Moderne. Braun, Berlin 2007, ISBN 978-3-938780-13-8. Möllendorff, von, Wolf. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 849.

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Berlin) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Wolf Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1992 Kategorie:Mann