Dagmar Knöpfel (* 20. November 1956 in Heilbronn) ist eine deutsche Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Fotografin.
Leben Nach dem Abitur im Jahr 1975 studierte Dagmar Knöpfel Kunstgeschichte, Geschichte, Archäologie und Soziologie in München. Dabei hielt sie sich mehrmals zu Studienzwecken und Archivarbeiten für längere Zeit in Italien auf, vor allem in Venedig.
Nach Abschluss des Magisterstudiums absolvierte sie von 1982 bis 1986 die Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF). Dort entstanden ihre ersten Dokumentar- und Spielfilme, bei denen sie sich vor allem auf Drehbuch und Regie konzentrierte. Bereits während des Studiums an der HFF arbeitete sie immer wieder mit Unterstützung des Bayerischen Rundfunks, der auch später Filme bei ihr in Auftrag gab. Als jedoch für die Realisierung des ersten Spielfilms Brigitta kein Produzent den Mut hatte, gründete sie ihre eigene Filmproduktion. Dieser folgte 1993 der eigene Filmverleih.
Außergewöhnliche Frauen und deren Schicksale beherrschen Dagmar Knöpfels Kinofilme. Diese basieren häufig auf literarischen Grundlagen. Schon mit dem Kurzspielfilm Morgen nach der Erzählung von Joseph Conrad zeigt sie ihre besondere Vorliebe für dieses Genre. Ihr erster Kinofilm Brigitta nimmt den Rhythmus und die feine Zeichnung von Adalbert Stifters gleichnamiger Novelle auf. Requiem für eine romantische Frau basiert auf Briefen der jungen Auguste Bußmann und ihres Mannes Clemens Brentano (herausgegeben von Hans Magnus Enzensberger).http://www.kino.de/kinofilm/requiem-fuer-eine-romantische-frau/50994 Gespielt von Sylvester Groth und Janina Sachau brachte dieser Film über die Unmöglichkeit einer gelebten Amour-Fou-Ehe mehrere Auszeichnungen ein. In Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern verkörpert Corinna Harfouch die bis heute berühmteste tschechische Schriftstellerin Božena Němcová.http://www.movienetfilm.de/stern/index.php
Außer den Kinofilmen drehte Dagmar Knöpfel auch für das Fernsehen (Tatort, Glück auf vier Rädern, Gute Zeiten, schlechte Zeiten, sowie zahlreiche Dokumentationen). Seit 1994 ist Dagmar Knöpfel darüber hinaus im akademischen Bereich tätig, zunächst als künstlerisch-wissenschaftliche Assistentin von Toni Lüdi im Studiengang Szenographie an der FH Rosenheim. Es folgten seit 2000 Lehraufträge an der HFF für Regie und Drehbuch, an der Filmhochschule Ludwigsburg und am Mozarteum in Salzburg. Sie nahm an Filmfestivals unter anderem in Montreal, Mar del Plata, Hongkong, Teheran, Taormina, Rio de Janeiro und der Berlinale teil. Seit 2000 arbeitete Dagmar Knöpfel an verschiedenen Theatern als Regisseurin und Autorin.
Seit 2005 ist sie Mitglied der Deutschen Filmakademie und seit 2007 im Vergabeausschuss der Filmförderungsanstalt. 2011 und 2012 war sie Jurymitglied beim „Starterfilmpreis“ der Stadt München. 2012 war sie Jurymitglied beim Fünf Seen Filmfestival.
Schon seit ihrer Studienzeit setzt sich Dagmar Knöpfel auch mit Fotografie auseinander. Bei zahlreichen Studienreisen entstanden vor allem Landschaftsaufnahmen.
Als Galeristin organisierte sie 2011 die Ausstellung Ligurische Gemälde von Frank Günzel.
Im Jahr 1996 wurde sie Mutter einer Tochter. Dagmar Knöpfel ist seit 2011 mit Reimar Lenz verheiratet.
Filmografie 1982: Ein Tag aus – Dokumentation, Buch und Regie 1982: Tür auf zu – Dokumentation, Buch und Regie 1983: Patt – Spielfilm, Buch, Regie und Schnitt, HFF 1984: Ein Bett mit Passagieren – Spielfilm, Buch, Regie und Schnitt, HFF 1986: Morgen – Spielfilm, Buch, Regie und Schnitt, HFF 1987/88: Ein Abend in der Stadt – Spielfilm, Buch, Regie und Produktion, HFF u. BR 1989: Der Zwiebelkuchen – Dokumentation, Buch und Regie, BR 1990/91: Rosat und Ulysses – Dokumentation, Regie, für BR 1990: Bartolomeo Fonzio – Dokumentation 1991: Joseph Beuys – Dokumentation, Buch und Regie, für BR 1991: Brunnen – Dokumentation, Buch und Regie, für Target Film 1991: Telecom Werbefilm – Werbefilm, Regie (zusammen mit Uli Bohnefeld) 1991: Papi, was machst du eigentlich den ganzen Tag – Dokumentation, Buch und Regie 1994: Brigitta – Kinofilm, Buch, Regie, Schnitt, Produktion und Kinoverleih 1992: Héloise und ihre Schwestern – Dokumentation, Buch und Regie, für BR 1994: Lukas Cranach – Dokumentation, Buch und Regie, für MDR 1995: Gute Zeiten – Schlechte Zeiten – Serie, fünf Folgen, Regie, für RTL 1995: Hans im Glück – Dokumentation, Buch, Regie und Produktion 1995: Klaus Händl – Dokumentation, Buch und Regie, für BR 1998: Requiem für eine romantische Frau – Kinospielfilm, Buch, Regie und Produktion 1999: Tintoretto – Dokumentation, Buch und Regie, für BR 2001: Niemand taugt ohne Freud – Dokumentation über den Produzenten Franz Seitz, BR und Filmmuseum München 2002: Der Freund meiner Mutter – Regie, TV-Movie, Produktion: Teamworx für BR 2005: Durch diese Nacht sehe ich keinen einzigen Stern – Buch und Regie, Kinofilm, Avista Film Produktion 2005: Glück auf vier Rädern – Regie, TV-Movie für Degeto und Franz Seitz Filmproduktion 2007: Full House – Buch, Regie und Produktion, Spielfilm als Co-Produktion mit dem Mozarteum Salzburg 2008: Tatort: Häschen in der Grube – Regie, TV-Filmreihe, Tellux Filmproduktion für BR 2010: Aufgenommen in den Himmel – Buch und Regie, Dokumentation, Tellux Filmproduktion für BR 2015: 007 auf der Suche nach der Seele – Buch und Regie, Dokumentation, Makido Filmproduktion für ORF 2016: Papa hat sich erschossen – Buch und Regie, Dokumentation, Iris Haschek Inspiris Filmproduktion für 3sat 2019–2025: Agnes – Development Director, internationale Miniserie, Produktion Film Kolektiv, Prag 2026: Verdandi – Buch und Regie, Kinofilm, Elfenholfz Filmproduktion
Auszeichnungen, Teilnahme an internationalen Filmfestivals 1999: Max-Ophüls Preis für Requiem für eine romantische Frau (bestes Drehbuch und für Janine Sachau als beste Hauptdarstellerin) 1998: VGF-Nachwuchsproduzentenpreis für Requiem für eine romantische Frau 1998: Hessischer Filmpreis für Requiem für eine romantische Frau
Stipendien 2009: Villa Aurora, Stipendium für Film 1996: Schloß Wiepersdorf, Drehbuchstipendium 1990: Centro Tedesco di Studi Veneziani, Künstlerstipendium
Ausstellungen 2011: Kuratorin für die Ausstellung „Ligurische Gemälde“ von Frank Günzel 2010: Akademie der Künste Berlin, „Transatlantische Impulse“ – 15 Jahre Villa Aurora – Photoserie „Structures“ 1995: Gasteig, München und Stadtbücherei Heilbronn, Photos, Zeichnungen und Dokumente zum Film Brigitta
Veröffentlichungen 1984: Die Bilder Tintorettos für den Chor der Madonna Dell’Orto. Studie. In: Arte Veneta.
Weblinks
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Einzelnachweise
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