Adelschlag () ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Nassenfels.
Geografie Adelschlag liegt in der Planungsregion Ingolstadt südlich des Altmühltales auf der Hochfläche der südlichen Frankenalb im Naturpark Altmühltal. Die Fläche betrug am Stichtag 1. Januar 1999 51,98 km².
Die Gemeinde hat 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Adelschlag, Möckenlohe, Ochsenfeld und Pietenfeld. Prielhof wurde 1186 als „Brule“ (nach ahd. bruil = Sumpfwiese) erstmals urkundlich erwähnt.
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert mini|Ortsplan Adelschlag von 1813 Im Jahre 893 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes unter dem Namen Adeloltesloh in der „Vita S. Walburgis“ des Eichstätter Domklerikers Wolfhard von Herrieden. Der Name ist zusammengesetzt aus dem althochdeutschen lōh für Hain und dem Personennamen Adelolt. Im 12. Jahrhundert erfolgten Erwähnungen als Adelesloch und Adalsloch, im 14. Jahrhundert als Adelsloh. Seit 1544 überwiegt die Bezeichnung Adelschlag. Das Kirchdorf – 1313 war das Patronatsrecht von Fürstbischof Philipp von Rathsamhausen dem Augustinerchorherrenstift Rebdorf übergeben worden – war ein Amt des Hochstiftes Eichstätt, das seit 1500 im Fränkischen Reichskreis lag.
Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens 14 Frauen und vier Männer aus Pietenfeld, Landershofen, Adelschlag und Möckenlohe wegen Hexerei angeklagt und zum Tode verurteilt. Zwei der Hinrichtungen fanden 1603 statt, 14 in den beiden Jahren 1617 und 1618 sowie 1622 und 1627 jeweils eine.
Im Jahre 1803 wurde Adelschlag zugunsten des Erzherzogs Ferdinand von Toskana säkularisiert. Seit dem Frieden von Pressburg 1805 gehört der Ort zu Bayern bzw. gehörte 1817 bis 1833 zum Fürstentum Eichstätt der Herzöge von Leuchtenberg. Zu dieser Zeit (1821) hatte der Ort Adelschlag 210 Einwohner. Bei der Volkszählung 1861 hatte der Ort Adelschlag 245 Einwohner und 74 Gebäude sowie Wittenfeld 20 Einwohner und 5 Gebäude.
Eingemeindungen Mit der Gebietsreform erfolgte am 1. April 1971 die Zusammenlegung von Adelschlag, Möckenlohe und Ochsenfeld zur Einheitsgemeinde mit Gemeindesitz in Adelschlag. Pietenfeld kam am 1. Mai 1978 hinzu.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2340 auf 3006 um 666 Einwohner bzw. um 28,5 %.
Ort Adelschlag und Gemeinde bis 1970 Jahr 18001821184018611885190019251950 196119701987 2006 2015 Einwohner Gemeinde Adelschlag 256265338 337426599516503 Einwohner Ort Adelschlag 200 210 245324317395567509494 508630660 Gebiet der heutigen Gemeinde Adelschlag
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 2010 2051 2280 2460 2553 2604 2752 2784 29483051
Einwohneraufteilung (Stand 30. November 2020):
Einwohner Adelschlag 679 Möckenlohe 654 Ochsenfeld 748 Pietenfeld 970
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus dem Ersten Bürgermeister und 14 Mitgliedern. Folgendes Ergebnis ergaben die Gemeinderatswahlen in 2020: Parteien und Wählergemeinschaften %2020 Sitze2020 CSU56,18 Freie Wähler24,03 SPD19,93Gesamt100,014Wahlbeteiligung in %73,7 Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Andreas Birzer (CSU). Dieser wurde am 15. März 2020 bei einem Mitbewerber mit 80,42 % der Stimmen im Amt bestätigt.
Wappen
Bau- und Bodendenkmäler in Adelschlag mini|Katholische Filialkirche St. Andreas in Adelschlag; Ansicht von Osten
Die katholische Filialkirche St. Andreas, im Mittelalter Pfarrkirche, wurde 1707 nach Plänen des Eichstätter Hofbaumeisters Jakob Engel durch dessen Parlier Johann Baptist Camesino unter Wiederverwendung älterer Mauerteile neu erbaut. Die Barockaltäre wurden 1717–1718 errichtet; der Sebastiansaltar stammt vom Eichstätter Bildhauer Christian Handschuher. Der Kirchturm, dessen Untergeschosse aus der Romanik stammen, war mit seiner laternenbekrönten Kuppel mit Schindeln gedeckt. Die Barockkirche wurde unter Beibehaltung des Turmes 1972 abgerissen und im Jahr darauf von dem Architekten Karljosef Schattner neu erbaut. Teile der barocken Ausstattung wurden übernommen, so die Altäre und die Stuckkanzel von Franz Xaver Horneis (Horniß) von 1737. Auch wurde das 1893 gemalte Hauptaltarbild von Joseph Kiener wieder angebracht. Eine Rosenkranzmadonna ist eine Barockschöpfung von 1700. Südlich von Adelschlag am Ortsrand von Möckenlohe wurde ein ehemaliger römischer Gutshof (Villa rustica) gefunden und zum Museum wiederaufgebaut. Im Osten des Dorfes hat sich eine Römerstraße in Resten erhalten.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2023 insgesamt 3.238.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 251.000 Euro.
Es gab im Jahr 2023 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 83 und im Bereich Handel und Verkehr acht sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Bei öffentlichen und privaten Dienstleistern waren 49 Personen am Arbeitsort beschäftigt. 31 Personen waren arbeitslos. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.344. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten. Zudem bestanden im Jahr 2020 51 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.187 ha. Davon waren 1.955 ha Ackerfläche und 232 ha Dauergrünfläche. mini|Grundschule Adelschlag
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen:
3 Kindertagesstätten: 189 Betreuungsplätze, 159 betreute Kinder (Stand: 2022) Grundschule Adelschlag: 141 Schülerinnen und Schüler (Schuljahr 2024/25)
Sonstiges 1880 gründete sich in Adelschlag eine Freiwillige Feuerwehr. Der größte Verein der Gemeinde ist die DJK Pietenfeld-Adelschlag, der über 600 Mitglieder zählt und über Tischtennis, Fußball, Gymnastik, Kinderturnen und Badminton verfügt. Die Gemeinde ist von einem weiten Netz von Radwegen überzogen. Im Gemeindeteil Möckenlohe ist in Verbindung mit einem römischen Haustierpark eine wiederaufgebaute römische Villa, genannt „Villa rustica“, zu besichtigen. Archenbrunn ist ein abgegangener Ort im Gemeindebereich.
Söhne und Töchter der Gemeinde
Maria Puth (1894–1978), Künstlerin Karl Göbel (1900–1945), Offizier, zuletzt Generalmajor Maria Imma Mack (1924–2006), Ordensschwester
Literatur
Felix Mader (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken. II. Bezirksamt Eichstätt, München 1928 (Nachdruck München und Wien 1982), S. 23–25 Zur Geschichte von Adelschlag, in: Heimgarten 20 (1949), Nr. 4 Theodor Neuhofer: Beiträge zur Kunstgeschichte des Landkreises Eichstätt, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 59 (1961/62), S. 54 f. Der Eichstätter Raum in Geschichte und Gegenwart, Eichstätt: 2. verbesserte Auflage 1984, S. 149 (dort ausführliche Bibliographie) Adelschlag. In: Historischer Atlas von Bayern. Franken Reihe I Heft 6: Eichstätt. In: Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek
Weblinks
Homepage der Gemeinde Adelschlag
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Eichstätt Kategorie:Ersterwähnung 893 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)