mini|Felix Schlenker im Städelgarten zu Frankfurt am Main, April 2002, links seine Tochter Felix Schlenker, auch Felix Schlenker Mauch (* 12. Juli 1920 in Schwenningen am Neckar; † 1. Juli 2010 in Villingen-Schwenningen) war ein deutscher Maler, Grafiker und Objektkünstler.

Zu seinem Namen schreibt Schlenker in der Einladung zur Ausstellung »Schwenningen im Bild« in der Stadtbibliothek, Stadtbezirk Schwenningen, im Jahr 1990: »Schwenningen im Bild des Felix Hanß Schlüenkher (1650)«. Er verwendet damit die Schreibweise seines vollen Namens (nämlich Felix Hans Schlenker) aus dem 17. Jahrhundert.

Mit Urkunde vom 5. Dezember 1990 wurde Felix Hans Schlenker vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg der Titel Professor verliehen. Im gleichen Jahr wurde Schlenker die Bürgermedaille der Stadt Villingen-Schwenningen verliehen.

Leben

Nach dem Abitur 1939 wurde Schlenker bis 1945 zum Kriegsdienst eingezogen. Er war in Nordhausen eingesetzt als Funker und Navigationslehrer. Es gelang ihm, der Kriegsgefangenschaft zu entfliehen. Sein älterer Bruder Gerhard kam nicht aus dem Krieg zurück.

Ab 1945 bildete sich Felix Schlenker hauptsächlich autodidaktisch in künstlerisch-handwerklichen Techniken wie auch dem Buchbinden und Gestalten mit Holz weiter. Wilhelm Graf von Hardenberg, Werner Gothein, Walter Herzger und Guido Schreiber waren in der Malerei – insbesondere im Aquarellieren – Lehrer und Vorbilder. Diese Kontakte wurden bis weit in die 1950er-Jahre gepflegt. Schlenker war von 1945 bis 1978 tätig als Lehrer an Grund- und Hauptschulen. Seine erste Stelle als Lehrer war im Dorf Fluorn (heute Fluorn-Winzeln). "Vom 20. Oktober 1947 bis zum 12. Juli 1948 war ich in das Dorf Fluorn, Oberamt Rottweil, mit ca. 1200 Einwohner, versetzt. Es war die erste Stelle nach Ablegung der ersten Dienstprüfung für das Lehramt an Volksschulen." Felix Schlenker in: "»fluorn« dorfzeit", Seite 7, erschienen im Eigenverlag 1994.

In Fluorn entstanden naturalistische Aquarelle, die das Dorf und seine Bewohner zeigen. Spätere Stellen als Lehrer – auch in Werken, Bildhaftem Gestalten und Musik – waren in seiner Heimatstadt Schwenningen am Neckar an der Friedensschule und der Neckarschule. Zeitweilig leitete er die Volkshochschule vor Ort und organisierte in diesem Rahmen die Aufführung eines Gamelan-Orchesters.

Daneben gründete er Anfang der 1960er Jahre die „Kleine Galerie“ in Schwenningen am Neckar.

In seinen künstlerischen Arbeiten widmete er sich Grafiken und Bildern einer klaren optischen Didaktik und mit sparsamster Farbgebung. 1966 stellte er in einer Einzelausstellung in der Galerie Wirth Berlin seine „Nagelbilder“ aus, Bildobjekte, in denen er auf Hartfaser- oder Holzspanplatten in Reihen gegliederte Hufeisennägel montierte. Sie waren naturgemäß durch das verwendete Material weniger detailliert und fein als seine Siebdrucke. Im Mai/Juni 1967 nahm Schlenker an der legendären Ausstellung „Serielle Formationen“ in der Studio-Galerie der Johann Wolfgang Goethe-Universität teil, die von Paul Maenz und Peter Roehr kuratiert wurde.

Von 1964 bis 1991 beteiligte sich Felix Schlenker regelmäßig an den Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes (abgerufen am 12. Januar 2016) und des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Als Sammler trug er ein umfangreiches Konvolut von Arbeiten befreundeter Künstlerkollegen zusammen, die er in der Stadtbibliothek ausstellte und 1992 als Sammlung Felix Schlenker der Stadt Villingen-Schwenningen schenkte. Er starb elf Tage vor seinem 90. Geburtstag. Zwei Arbeiten des Künstlers befinden sich in der Sammlung des Mondriaanhuis in Amersfoort.

Ausstellungen Einzelausstellungen (Auswahl)

1960: Galerie Malura, München. Galerie Senatore, Stuttgart. Galerie d'art modern, Berlin 1962: Leibnizkolleg, Tübingen 1964: Galerie Schiessel, Freiburg 1965: Club bel etage, Zürich. Galerie am Jakobsbrunnen, Bad Cannstatt 1967: »Fähre«, Saulgau, mit Gerlinde Beck 1969: Galerie Apfelbaum, Karlsruhe 1970: Galerie Cornels, Baden-Baden 1972: Galerie pa szepan, Gelsenkirchen. Forum Kunst, Rottweil 1973: Konvikt Rottweil 1974: TWS Etagengalerie, Stuttgart, mit Romuald Hengstler 1975: Deutsche Gesellschaft für Christliche Kunst, München. Städt. Museen, Freiburg, Sonderausstellung im Schwarzen Kloster. Studio Berggemeinde, Frankfurt 1976: Atelier Rolf Glasmeier, Gelsenkirchen 1977: Galerie »drei«, Waldshut 1978: Städtische Galerie Villingen-Schwenningen 1979: Galerie Papala, Karlsruhe 1980: Galerie am Haagtor, Tübingen 1981: Kunstverein Marburg. Konvikt Rottweil. Galerie im Ganserhaus, Wasserburg am Inn 1982: Kunst im Haus, Donaueschingen 1983: Galerie »die schwarze Treppe«, Haigerloch 1984: Galerie Linda Treiber, Ettenheimmünster. Museum für gegenstandslose Kunst, Otterndorf 1985: Galerie in der Fabrik, Nürtingen. Galerie Scheerer, Tuttlingen 1986: Galerie 7318, Schlattstall 1987: Kammerhofgalerie, Gmunden: "Bilder für einen stummen Dichter" 1988: Galerie St. Johann, Saarbrücken. Augustinermuseum, Freiburg 1989: Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen 1990: Forum Kunst, Rottweil 1991: Stadtbibliothek, Villingen-Schwenningen 1992: Firma Till, der Objekteinrichter, VS-Mühlhausen 2000: Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen: »felix schlenker zu 80« 2008: Museum für Kunst und Geschichte, Hüfingen 2010: Hommage an Felix Schlenker, Museum Art.Plus, Donaueschingen (PDF-Datei; 519 kB) Südkurier, Konstanz 2011: abstrakt, konkret und gegen den strich Felix Schlenker und seine Sammlung, Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen der Stadt Villingen-Schwenningen

Gruppenausstellungen (Auswahl) 1966: Forum Stadtpark, Graz 1967: Studiogalerie Goethe-Universität Frankfurt, »Serielle Formationen«. Galerie Bollag, Zürich, »contrastes VII« 1969: Staatsgalerie Stuttgart, »Objekte, Bildreliefs« 1975: Druckgrafik nach 1960, Städtische Museen, Freiburg 1982: Avantgarde um 1960, Wasserburg am Inn 1991: Darmstädter Sezession 2006: Viererbande – Der Beginn der Moderne im Kunstraum Rottweil – Franz Bucher, Erich Hauser, Romuald Hengstler, Felix Schlenker, Dominikanermuseum Rottweil, Rottweil

Literatur Hans Hellmut Hofstätter, Sybille Bock: Kunst und Künstler in Baden, Deutsche Verlags-Anstalt, München 1995, ISBN 3-421-03072-3, S. 189 felix schlenker 1957–1988, Ludwig Probst Verlag, Villingen-Schwenningen, 1988 Materialbilder, Reliefbilder, Bildobjekte, Städtische Galerie Villingen-Schwenningen, 1978 Peter Roehr, Paul Maenz (Hrsg.), Siegfried Bartels (Text): Serielle Formationen, Studentenschaft der Goethe-Universität, Stiftung Studentenhaus, Frankfurt am Main, 1967 Jürgen Knubben (Hrsg.): Viererbande. Der Beginn der Moderne im Kunstraum Rottweil. Franz Bucher, Erich Hauser, Romuald Hengstler, Felix Schlenker. Dominikanermuseum Rottweil, Rottweil 2006, ISBN 3-920064-07-0.

Weblinks

Felix Schlenker bei Artfacts Erinnerung an Felix Schlenker Schwarzwälder Bote am 25. Januar 2011

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Objektkünstler (Deutschland) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Ehrenprofessor des Landes Baden-Württemberg Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2010 Kategorie:Mann