mini|Titelträger 2012/2013 FC Pasching bei der Pokalübergabe 2013. mini|Rekordsieger im ÖFB-Cup: FK Austria Wien (Mannschaftsbild vom Finale 2009). Der Cup des Österreichischen Fußball-Bundes, kurz ÖFB-Cup (offiziell: UNIQA ÖFB Cup) genannt, ist der nationale Fußball-Pokalwettbewerb für Männerfußball-Vereinsmannschaften in Österreich und wird wie alle üblichen Fußballpokal-Turniere in Europa im K.-o.-System ausgetragen.

Der Bewerb ging ursprünglich aus dem Niederösterreichischen Cup (1915–1918) hervor und wurde erstmals im Jahre 1919 ausgetragen. Erster Sieger wurde Rapid, bis heute erfolgreichste Mannschaft ist die Wiener Austria mit 27 Cupsiegen. Der ÖFB-Cup ist auch Vorbild des ÖFB-Ladies-Cup, der österreichische Cupbewerb der Frauenfußballvereine, bei dem 1973 zum ersten Mal ein Sieger ermittelt wurde. Seit 2017 ist Uniqa Haupt- und Namenssponsor.ÖFB Cup: Ankick mit UNIQA, vom 26. Juni 2017, abgerufen am 5. Juni 2019 in Uniqagroup.com.

Der Cup wurde in seinen Anfangsjahren noch persönlich vom österreichischen Bundespräsidenten an den Sieger überreicht. Seit den 1950er Jahren erfreut sich der Bewerb in Österreich jedoch nur mäßiger Beliebtheit und ist deutlich hinter den Gewinn der Meisterschaft zu stellen. Die vielseitigen Bemühungen, dieser Tatsache entgegenzuwirken, führten unter anderem zur Einführung des Europacups der Cupsieger 1960. Dennoch sind etwa die Zuschauerzahlen heute bei Cupspielen bedeutend geringer als in der Bundesliga.

2008 wurde der Bewerb ausnahmsweise nur mit Amateur-Teams ausgetragen, um mehr Spieltermine für die Meisterschaft frei zu haben. Der dadurch mögliche frühere Abschluss der Meisterschaft sollte der österreichischen Fußballnationalmannschaft mehr Zeit zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft geben. __TOC__

Geschichte Vorgeschichte – der Challenge-Cup NFV & WFV: Challenge-Cup Saison Cupsieger Finalist Resultat 1897/98 Vienna Cricket and Football-Club Deutsch-Österreichischer Turnverein Wien 7:0 1898/99 First Vienna FC 1894 AC Victoria Wien 2:1 1899/00 First Vienna FC 1894 Vienna Cricket and Football-Club 2:0 1900/01 Wiener AC SK Slavia Praha 1:0 1901/02 Vienna Cricket and Football-Club Budapesti Torna Club 2:1 1902/03 Wiener AC ČAFC Vinohrady (w/o) 1903/04 Wiener AC Vienna Cricket and Football-Club 7:0 1904/05 Wiener Sportvereinigung Magyar AC Budapest 2:1 1905/06 kein Bewerb 1908/09 Ferencváros Budapest Wiener Sport-Club 2:1 1909/10 kein Bewerb 1910/11 Wiener Sport-Club Ferencváros Budapest 3:0 Bereits 1897, drei Jahre nachdem in Wien erstmals ein Fußballspiel nach den Regeln der britischen FA ausgetragen wurde, schrieb der Vienna Cricket and Football-Club einen Cupwettbewerb für Vereine der österreichisch-ungarischen Monarchie aus. Dieser Wettbewerb – der Challenge-Cup – an dem sich alle bedeutenden Mannschaften des Kaiserreiches beteiligten, wurde bis 1911 ausgetragen. Heute wird dieser Cup oft als Vorläufer des ÖFB-Cup bezeichnet, wobei bedacht werden muss, dass unter diesem Gesichtspunkt auch der Ferencváros Budapest aus Budapest als österreichischer Cupsieger bezeichnet werden müsste. Der ÖFB-Cup hat vielmehr seine Wurzeln im Niederösterreichischen Cup, dem Pokalbewerb des NFV. Beim NFV handelte es sich um den bedeutendsten Teilverband des ÖFB, dem bereits 1911 die Austragung der österreichischen Meisterschaft übertragen wurde.

Der Niederösterreichische Cup wurde erstmals während des Ersten Weltkrieges, im Jahre 1915 ausgetragen, die Teilnahme blieb jedoch vorerst freiwillig. Die Vereine mussten sich beim Verband anmelden, erstklassige Vereine hatten überdies 30 Kronen, zweitklassige 20 Kronen, drittklassige sowie alle Provinzvereine 10 Kronen zu entrichten, niederklassige Vereine waren von einer Gebühr befreit. Als Sieger konnte sich der Floridsdorfer AC durchsetzen. Im Jahre 1918 kam es zu einer Neuauflage dieses Wettbewerbs, bei dem es zu zahlreichen Kuriositäten kam. Nachdem es beispielsweise im Spiel SC Wacker Wien gegen SC Germania Schwechat nach 120 Minuten unentschieden gestanden war, spielte man einfach so lange weiter, bis eine Entscheidung gefallen war. Das 4:3 für Wacker fiel erst in der 158. Spielminute. Das Finale selbst wurde vom NFV nicht als offiziell anerkannt, denn die Finalisten Floridsdorfer AC und Wiener Amateur-SV verschoben aufgrund starken Regens das Finalspiel eigenmächtig auf einen anderen Termin, woraufhin man beschloss, den Pokal nicht zu vergeben. Hintergrund war die Tatsache, dass der Schiedsrichter den Platz zwar für spielfähig erklärte, beide Vereine jedoch an einem sonnigen Tag auf weit mehr Besucher und die damit verbundenen Mehreinnahmen setzten.

Die ersten Cupjahre und Zweiter Weltkrieg ÖFV (WFV): Wiener Cup (inoffiziell) Saison Cupsieger Finalist Resultat 1907 First Vienna FC 1894 Floridsdorfer AC 1:0 1915 Floridsdorfer AC Admira Wien 3:1 ÖFV (NFV): Niederösterreichischer Cup (inoffiziell) 1917/18 Floridsdorfer AC Wiener Amateur-SV 4:3 ÖFV (NFV): Niederösterreichischer Cup 1918/19 SK Rapid Wien Wiener Sport-Club 3:0 1919/20 SK Rapid Wien Wiener Amateur-SV 5:2 1920/21 Wiener Amateur-SV Wiener Sport-Club 2:1 1921/22 Wiener AF Wiener Amateur-SV 2:1 1922/23 Wiener Sport-Club SC Wacker Wien 3:1 ÖFB (WFV): Wiener Cup 1923/24 Wiener Amateur-SV SK Slovan Wien 8:6 n. V. 1925 Wiener Amateur-SV First Vienna FC 1894 3:1 1925/26 Wiener Amateur-SV First Vienna FC 1894 4:3 1926/27 SK Rapid Wien FK Austria Wien 3:0 1927/28 SK Admira Wien Wiener AC 2:1 1928/29 First Vienna FC 1894 SK Rapid Wien 3:2 1929/30 First Vienna FC 1894 FK Austria Wien 1:0 1930/31 Wiener AC FK Austria Wien 3:2 1931/32 SK Admira Wien Wiener AC 6:1 1932/33 FK Austria Wien Brigittenauer AC 1:0 1933/34 SK Admira Wien SK Rapid Wien 8:0 1934/35 FK Austria Wien Wiener AC 5:1 ÖFB: Österreichischer Cup 1935/36 FK Austria Wien First Vienna FC 1894 3:0 1936/37 First Vienna FC 1894 Wiener Sport-Club 2:0 1937/38 Schwarz-Rot Wien Wiener Sport-Club 1:0 Der österreichische Cup der Herren wird schließlich seit dem Jahre 1919 vergeben. Wiederum wurde der NFV mit der Austragung vom ÖFB betraut. Dieses Mal mussten alle Verbandsmitglieder des NFV verpflichtend am Cup teilnehmen. Erster Sieger wurde Meister Rapid mit einem 3:0 über den Sport-Club, ein Jahr später verteidigten die Grün-Weißen das Double erfolgreich.

mini|links|Die Cupfinals der Anfangszeit fanden auf der Hohen Warte statt. 1921 gewann der Wiener Amateur-SV, hinter dem sich der spätere Rekordsieger FK Austria Wien verbirgt, seinen ersten Cuptitel, scheiterte aber bei der Titelverteidigung im Finale am WAF. Nachdem sich der Wiener Sport-Club 1923 bereits als vierter Verein in fünf Jahren in die Siegerliste eingetragen hatte, konnte die Austria mit drei Titeln in Serie schließlich den Titel des österreichischen Rekordcupsiegers erobern. Berühmt wurde insbesondere das Duell mit Slovan 1924, welches mit 4:4 Toren in die Verlängerung ging und nach insgesamt 14 Treffern mit 8:6 zugunsten der Veilchen endete. Da der Bewerb damals noch als reiner Frühjahrs- oder Herbstpokal ausgespielt wurde, kam es zum kuriosen Umstand, dass die Austria 1924 gleich zwei Mal österreichischer Cupsieger wurde: im Juli für die Saison 1923/24, im November für die Saison 1924/25.

Nach dem Titelhattrick der Austria gab es mit der Admira und der Vienna weitere Premierengewinner. Mittlerweile, seit der Saison 1926/27, war der Cupsieger auch zur Teilnahme am neuen Mitropapokal, dem Vorläufer des Europokals, berechtigt. Dennoch blieb der Wettbewerb vor Experimenten nicht verschont: 1931 wurde er in einem Meisterschaftsmodus ausgetragen, bei dem jede Erstligamannschaft ein Spiel gegen jeden Gegner auf neutralem Platz absolvierte. Die Wahl der Winterpause der I. Liga für diesen Versuch erwies sich als nicht optimal, da witterungsbedingt zahlreiche Partien teils mehrmals verschoben werden mussten, sodass sich der Wintercup bis Ende Mai hinzog. Der WAC konnte sich letztendlich mit 16 Punkten durchsetzen.

mini|links|Bereits nach der Eröffnung 1931 mit dem Cupendspiel betraut, entwickelte sich das Praterstadion spätestens nach Ende des Zweiten Weltkriegs zum traditionellen Finalspielort des ÖFB-Cups 1932 entschloss man sich, den ÖFB-Cup wieder in seiner ursprünglichen Form auszutragen, in den kommenden fünf Jahren krönten sich die Austria und die Admira abwechselnd zum Sieger. Letzterer gelang auch mit einem 8:0 über Rapid 1934 der bis heute höchste Endspielsieg im ÖFB-Cup. Der Aufschwung des Fußballsports in den Bundesländern brachte es mit sich, dass im Jahre 1935 der Steirische sowie der Oberösterreichische Verband erstmals ihre Herbstmeister zum Cupsieg anmeldeten. Hatten frühere Teilnahmen von Provinzvereinen am Cup meist in einem Debakel geendet (Tulln verlor 0:22, St. Pölten 0:15) konnte sich der SK Sturm Graz bis ins Viertelfinale spielen.

Tschammerpokal mitösterreichischen Vereinen im Finale Saison Sieger Finalist Resultat 1938 SK Rapid Wien FSV Frankfurt 3:1 1939 kein Finalspiel mitösterreichischer Beteiligung 1940 1941 1942 1943 First Vienna FC 1894 LSV Hamburg 3:2 n. V. 1944 kein Bewerb 1945 Nach der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich 1938 kam das logische Ende des Cups, der letzte österreichische Cupwettbewerb hatte mit dem Zweitligisten Schwarz-Rot Wien noch einen Überraschungssieger. Die österreichischen beziehungsweise „ostmärkischen“ Vereine spielten von nun an um den deutschen Fußball-Vereinspokal. Rapid erreichte dabei in der Saison 1938/39 das Endspiel in Berlin, bei dem sie den FSV Frankfurt mit 3:1 bezwang. Auch die Vienna kam 1943 ins deutsche Pokalfinale, schlug dabei den Luftwaffen-Sportverein Hamburg mit 3:2 in der Verlängerung und gewann damit ebenso die offiziell „Wanderpreis des Reichsportführers“ genannte Trophäe.

Wiedereinführung nach Kriegsende und Abschaffung ÖFB (WFV): Österreichischer Cup Saison Cupsieger Finalist Resultat 1945/46 SK Rapid Wien First Vienna FC 1894 2:1 ÖFB: Österreichischer Cup 1946/47 SC Wacker Wien FK Austria Wien 4:3 ÖFB: Bundesländer-Cup 1947/48 FK Austria Wien SK Sturm Graz 2:0 1948/49 FK Austria Wien SK Vorwärts Steyr 5:2 1949/50 kein Bewerb ausgeschrieben - 1957/58 Nach Kriegsende 1945 wurde der ÖFB-Cup wieder ausgeschrieben. Im Duell der beiden deutschen Cupsieger Rapid und Vienna setzte sich Ersterer vor der bis heute gültigen Rekordkulisse von 50.000 Zuschauern knapp 2:1 durch. Der Cup selbst stand jedoch bald nach seiner Einführung zur Disposition. Es kam 1946/47 zu einer Verstimmung um die vom Wiener Verband vorgenommene Auslosung im Fußballcup, nachdem es eine willkürliche Zusammenstellung der Spielpaarungen (alle Vereine außerhalb Wiens gegen die Wiener Klubs) gegeben hatte. Man wandelte ihn zunächst in eine Art Wettstreit der Bundesländer, den so genannten Bundesländer-Cup, um. Jeder der neun Landesverbände schickte einen Vertreter für den finalen Bundesländer-Cup. Dieser neue Modus wurde von der Wiener Austria, die in beiden Fällen Wien vertrat, deutlich dominiert, im Halbfinale 1948 gab es am 27. Juni 1948 gar ein 15:0 gegen den 1. Salzburger SK 1919. So entschloss sich der ÖFB, ab der Saison 1949/50 vorerst keinen weiteren Cup auszuschreiben.

Die Viertelfinal-Begegnung 1947/48 zwischen dem Wiener Sportclub und Admira Wien benötigte drei Matches, denn sowohl am 30. November 1947 als auch 4. Januar 1948 gab es ein 2:2 n. V., so dass ein drittes Spiel notwendig war. Dieses wurde am 11. Januar (wiederum am Sportclub-Platz in Dornbach) gespielt und brachte einen 2:1-Sieg für Admira. In der Saison 1948/49 endete das Achtelfinal-Match von Austria gegen Rapid am 23. Januar 1949 mit 1:1 n. V., so dass es am 19. Februar zu einem Wiederholungsspiel kam, welches von der Austria mit 3:2 gewonnen wurde. Dieses Match war ursprünglich für den 20. Februar anberaumt gewesen, aber nach Einspruch der Vienna, die an diesem Tag ihr Viertelfinale gegen Admira Wien (5:1) austrug, durch den ÖFB um einen Tag vorverlegt.

Einführung mit Modusänderung und die Geschichte bis heute