mini|Wasserrettungsstation der DLRG am Strand von Graal-Müritz mini|Wasserrettungsstation im Dienst mini|Hauptturm der DRK-Wasserwacht in Zingst mini|Hauptwache der DLRG in Ahrenshoop
Eine Wasserrettungsstation, auch Rettungswachstation genannt, ist eine Einrichtung einer im Wasserrettungsdienst tätigen Organisation, wie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Wasserwacht oder des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Die Station steht in der Nähe von zu bewachenden Gewässern und dient den Einsatzkräften der betreibenden Organisation als Aufenthaltsort, Zentrale und Wache. Es gibt Wasserrettungsstationen in vielen unterschiedlichen Ausführungen, einmal die großen, gut ausgebauten Wachen an den Küsten von Nord- und Ostsee und an größeren Flüssen oder Seen, aber auch Wachen, die nur aus einem Wohnwagen oder einer Hütte bestehen. Diese stehen meist an kleineren Binnengewässern.
Notruf: Die Wasserretter einer Wasserrettungsstation sind erreichbar durch:
Telefonischen Notruf (Österreichische Wasserrettung am Wörthersee, Kärnten, Österreich:) 130 (0–24 Uhr) – unter Angabe des Orts des Unfalls 112 Euro-Notruf Mitunter unter einer Mobiltelefonnummer, angegeben auf Informationstafeln am Strand (so am etwa 1 km langen Schwarzlsee in Premstätten, Steiermark, A) Schlagen mit einem Eisenrohr auf die Eisenbahnschiene, die als Mast einen Rettungsring mit Leine trägt. Selbst zur Rettungsstation laufen oder jemanden damit beauftragen.
Aufgaben Eine Wasserrettungsstation ist stets für die Überwachung des Gewässers in ihrem Zuständigkeitsbereich zuständig. In Notfällen ist Erste und allgemeine Hilfe (z. B. Rettungen, allgemeine Hilfe für Wassersportler und Bergung) zu leisten. Der Zuständigkeitsbereich der Station ist meist ein Badesee oder ein Fluss- oder Strandabschnitt von 100 m bis zu 20 km Länge.
Handelt es sich um eine größere Station mit bis zu 40 Einsatzkräften und angegliederten Türmen, ist die Koordination des Dienstbetriebes in dem Überwachungsgebiet eine weitere wichtige Aufgabe. Dazu gehört, dass von der Station aus die Einsatzkräfte im ganzen Wachgebiet auf die verschiedenen Positionen (Wachtürme, Boote, Streife) eingeteilt und Motorrettungsboote und Taucher in den Einsatz geschickt werden. Außerdem ist die Station bei Problemen und Fragen immer die Hauptanlaufstelle für die Einsatzkräfte im Wasserrettungsdienst und überwacht und lenkt alle Funkgespräche (Sternfunk) der Einsatzkräfte im Wasserrettungsdienst in ihrem Bereich.
Von der Wasserrettungsstation werden im Einsatzfall auch Polizei, Rettungsdienst und andere benötigte Einsatzkräfte verständigt. Daneben wird die gesamte Dokumentation des Dienstbetriebes durchgeführt (z. B. Boots- und Funktagebuch, Einsatzberichte). Bei schlechter Wetterlage können nicht benötigte Einsatzkräfte in der Station fortgebildet werden.
Ausstattung und Lage mini|Schema eines Wachgebietes (DLRG Wasserrettungsstation: Großenbrode) Die Ausstattung von Wasserrettungsstationen ist bundesweit sehr unterschiedlich. Sie richtet sich nach den lokalen Gegebenheiten und den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln.
Bei den finanziellen Mitteln einer Wasserrettungsstation spielen vor allem die Größe und Erfordernisse des Einsatzgebietes eine Rolle. Je größer oder anspruchsvoller das zu überwachende Gebiet ist, desto mehr Material und somit Geld benötigt die Station. Wichtig dabei sind die gesetzlichen Vorgaben (z. B. Badestättenverordnung, Satzung), da diese, wie z. B. in Schleswig-Holstein, eine Mindestausstattung vorschreiben. Ein weiterer wichtiger Faktor sind die eigenen finanziellen Mittel, also Spenden der Organisation, die die Station betreibt. Häufig bekommen die Organisationen oder Gliederungen vor Ort auch Zuschüsse im Rahmen von Landesrettungsgesetzen und/oder Landeskatastrophenschutzgesetzen sowie Zuschüsse durch die öffentliche Hand (z. B. Fördervereine, Spenden). Diese sehr unterschiedliche Verteilung von finanziellen Mitteln führt dazu, dass es einerseits sehr gut ausgebaute, moderne Stationen gibt und andererseits sehr alte Stationen, die nur aus einer Hütte, einem Baucontainer oder Wohnwagen etc. bestehen.
Neben der Ausstattung ist auch die Lage der Station wichtig. Damit die Rettungsschwimmer einen guten Überblick haben, liegt die Station meist dicht an dem Gewässer, für dessen Bewachung sie zuständig ist. Sind der Station bei einem großen Wachgebiet verschiedene Wachtürme angegliedert, steht die Station häufig in der Mitte, um alle Einheiten schnell unterstützen zu können. Für die weitere Versorgung der Verunfallten ist es notwendig, dass die Station gut mit Rettungsfahrzeugen bzw. bei schweren Verletzungen sogar per Hubschrauber zu erreichen ist.
Minimale Ausstattung Für den reibungslosen Betrieb einer Wasserrettungsstation muss eine Station mit stationären Betriebsfunkgeräten und Handfunkgeräten ausgestattet sein, um mit allen Einheiten im Wachgebiet kommunizieren und Einsätze koordinieren zu können. Je nach Anforderungsprofil sind BOS-Funkgeräte nötig, um sich direkt mit einem Krankenwagen oder der Rettungsleitstelle zu verständigen. In bestimmten Wachgebieten sind auch Binnenschifffahrts- und Seefunkgeräte nötig, um mit Schiffen (z. B. DGzRS) Informationen auszutauschen. Bei festen Stationen muss eine Sondergenehmigung vorliegen. Weiterhin ist ein Radio für den Wetterbericht und Warnungen nötig, damit die Rettungsschwimmer rechtzeitig wissen, ob sie sich zum Beispiel auf schwere See oder ein Gewitter einstellen müssen. Ein Telefon, um Notrufe abzusetzen ist elementar. Ferngläser werden benötigt, damit die Rettungsschwimmer das Wasser und das Geschehen weit von der Station entfernt beobachten können.
Um die Einsätze und das Geschehen im Wachgebiet später nachvollziehen zu können, muss eine Wasserrettungsstation verschiedene Formulare wie Dienst- und Einsatzberichte (z. B. Funktagebuch) führen und ausfüllen. Für den Einsatzfall werden weiterhin Erste Hilfe Ausrüstung, Rettungsgeräte, Wasserrettungsmittel, Boote und Fahrzeuge (je nach Wachgebiet) benötigt.
Zusätzliche Ausstattung Je nach Ausbildung des Personals kann auch noch erweitertes Material vorliegen, zum Beispiel ein Notfallkoffer, eine Vakuummatratze oder ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED). Laut GUV-Regel 2101 muss ein Hilfeleistungsunternehmen bei Einsatz von Tauchern zusätzlich auch die Möglichkeit einer Beatmung mit Sauerstoff bereitstellen.
Rettungsgeräte mini|Ein Beispiel für ein Rettungsgerät – der Gurtretter Auf der Station und den Wachtürmen gibt es meistens zum Schutz der Rettungsschwimmer bei Einsätzen im Wasser verschiedene Rettungsgeräte. Im Idealfall kennen alle Rettungsschwimmer, die auf der Station im Einsatz sind, die Aufbewahrungsorte und den Umgang mit den aufgelisteten Rettungsgeräten. Meist besitzt eine Wasserrettungsstation eines oder mehrere dieser Geräte, so dass die Rettungsschwimmer für jeden Einsatztyp das Richtige auswählen können. Rettungsboje Gurtretter Rettungsleine Rettungswurfleine Rettungsbrett Rettungsball Rettungsring Außerdem sollte jeder Rettungsschwimmer seine ABC-Ausrüstung (Maske, Schnorchel, Flossen) dabei und einsatzbereit haben, um noch effektiver Hilfe leisten zu können. Viele Rettungsschwimmer besitzen auch Neoprenanzüge, um z. B. bei einer Suche im Wasser auch längere Zeiten ohne Unterkühlung aushalten oder um in verschmutztem Wasser (z. B. Blaualgen) schwimmen zu können.
Einsatzfahrzeuge mini|Motorrettungsboot der DLRG mini|Rettungsboot der DRK-Wasserwacht mini|Einsatzfahrzeug der DRK-Wasserwacht Zusätzlich zu den genannten Rettungsgeräten kann eine Wasserrettungsstation auch mit Booten oder Fahrzeugen ausgestattet sein.
Viele Wasserrettungsstationen besitzen ein oder mehrere Rettungsboote mit Motor und ohne Motor, um schnell und mit geringer Eigengefährdung der Rettungsschwimmer hinaus auf das Gewässer zum Verunfallten zu gelangen und diesen noch auf dem Wasser versorgen zu können. An manchen Stationen ist auch ein Rettungs-Jetski mit Verletztenschlitten vorhanden. Dieser erfüllt denselben Zweck wie die Rettungsboote, ist meistens aber noch schneller.
Ist eine Wasserrettungsstation für ein größeres Wachgebiet zuständig, kann sie mit Einsatzkraftfahrzeugen für verschiedene Zwecke ausgerüstet sein. Bei Stationen mit großen Entfernungen zwischen den Wachtürmen gibt es oft Einsatzfahrräder, damit die Rettungsschwimmer sich gegenseitig schnell unterstützen oder zügig zu einem Verunfallten gelangen können.
Aufbau mini|Wasserrettungsstation der Wasserwacht in Moosburg Je nach Größe und Aufgabenbereich kann eine Wasserrettungsstation mehrere Räume und Bereiche beinhalten. Kleinere Wachen bestehen nur aus Wach-, Sanitäts- und Geräteraum. Ganz kleine Wachen können auch nur aus einem Wachraum bestehen.
Der Wachraum Der Wachraum ist der wichtigste Bereich der Wasserrettungsstation. Von hier aus beobachten die Rettungsschwimmer das Wasser und sorgen so für die Sicherheit der Badegäste. In vielen Fällen ist der Wachraum auch gleichzeitig Funkraum, so dass in ihm alle Informationen aus dem Wachgebiet und je nach Funkausrüstung auch von darüber hinaus zusammenlaufen. Der Wachleiter koordiniert von hier aus die Einsätze und organisiert den Wachdienst.
Besitzt die Wasserrettungsstation ein Boot oder Fahrzeug, hält sich im Wachraum meist auch die Bootsbesatzung auf, um im Einsatzfall sofort eingreifen zu können. mini|Ehemaliger Wachturm an der Ostsee (Binz auf Rügen)
Weitere Räume Größere Wachen, die vor allem an den Küsten von Nord- und Ostsee anzutreffen sind, können zusätzlich zu den oben genannten Räumen noch einen eigenen Funkraum und/oder ein Wachleiterbüro besitzen, die räumlich vom Wachraum getrennt sind. Häufig findet man dort auch Küche, Schlaf- und Sanitärräume, da diese Wasserrettungsstationen oft die Unterkunft der Rettungsschwimmer für die Dauer ihres Aufenthalts sind. Für kleinere und größere Reparaturen am eingesetzten Material stehen einigen Stationen zusätzlich ein Werkstattraum und ggf. Garagen für Fahrzeuge zur Verfügung.
Personal Eine Wasserrettungsstation ist je nach Wetterlage, Personallage, Aufgabenbereich und Größe folgendermaßen besetzt:
Sie benötigt immer einen Wachleiter und einen Stellvertreter. Besitzt die Wasserrettungsstation ein Rettungsboot oder -kraftfahrzeug, sollten der Bootsführer/Kraftfahrer und die jeweilige Besatzung anwesend sein. Wenn vorhanden, kann sich auch ein Rettungstauchtrupp auf der Station aufhalten. Auf größeren Stationen mit eigenem Funkraum ist immer ein Sprechfunker anwesend. Auf kleineren Stationen übernimmt diese Aufgabe meistens der Wachleiter. Den Großteil der Mitarbeiter auf einer Wasserrettungsstation machen die Rettungsschwimmer aus.
Zuständigkeiten und Weisungsbefugnisse mini|Innenansicht eines Wachturms mit EH-Kasten, Fernglas und Funkgerät Der Wachleiter ist gegenüber allen Einheiten einer Wasserrettungsstation weisungsbefugt. In Einzelfällen kann bei Einsätzen der Wachleiter von einem Einsatzleiter Wasserrettung (EL WR) abgelöst werden. Er ist Garant im Rahmen der Tätigkeit im Wasserrettungsdienst (Garantenpflicht). Er ist Repräsentant der Wasserrettungsorganisation und Hausherr in der Wasserrettungsstation und trägt die Verantwortung über die im Einsatz befindlichen minderjährigen Rettungsschwimmer bzw. Wasserretter. Auf der Station ist er unter anderem auch für die Einteilung des Personals, die Organisation des Dienstablaufs und das Material zuständig. Der Bootsführer trägt die Verantwortung für das ihm zugewiesene Motorrettungsboot und dessen Besatzung (Bootsgast). Er hat den Weisungen des Wachleiters Folge zu leisten, solange eine Gefahr für Boot und Besatzung ausgeschlossen ist. Im Einsatzfall leistet er mit seinem Boot schnell und mit geringer Eigengefährdung der Einsatzkräfte Hilfe.