Die Liste der Sicherungsverbände der Bundeswehr enthält alle aufgelösten, aktiven und nicht aktiven (Geräteeinheiten, gekaderte Bataillone) Verbände und Großverbände, die bei der Bundeswehr als Sicherungstruppenteil aufgestellt waren bzw. noch sind sowie eine kurze Übersicht über ihren Aufstellungszeitpunkt, Stationierungsorte, Unterstellung und über ihre Auflösung oder Umbenennung.

Übersicht In ihrer Aufstellung, Gliederung und Bewaffnung ähnelten die Sicherungstruppenteile den Verbänden der Jägertruppe. Formal wurden sie häufig auch als Teil dieser Truppengattung eingeordnet und trugen daher auch identische Uniformteile. Wesentlicher inhaltlicher Unterschied zu anderen Truppengattungen der Infanterie ist und war aber, dass die Sicherungstruppenteile über keine schweren Waffen in einer schweren Jägerkompanie verfügten und damit nicht zur Panzerabwehr, sondern nur zur Panzerabwehr aller Truppen durch Panzervernichtungstrupps mittels Panzerabwehrhandwaffen befähigt waren sowie durch das Fehlen von schweren Unterstützungswaffen nur bedingt zur Verteidigung, in keinem Fall aber zum Angriff. Ihre Soldaten waren zu beiden Gefechtshandlungen auch nur bedingt oder nicht ausgebildet. Zum beweglich geführten Infanteriegefecht im Verbund mit anderen Kampftruppen waren und sind nur Verbände der Jägertruppe, Gebirgsjäger, Fallschirmjäger sowie abgesessene Panzergrenadiere befähigt.

Hinsichtlich ihrer Beweglichkeit blieben die zur Sicherung aufgestellten Truppenteile meist auch deutlich hinter den anderen Truppengattungen der Infanterie zurück. Ihr Einsatz konzentrierte sich hauptsächlich auf die Sicherung ortsfester Einrichtungen. Sicherungseinheiten und Sicherungsverbände dienen und dienten daher dem Schutz von Stäben, Fernmeldeeinrichtungen, wichtigen Artilleriesystemen und Sondermunitionslagern durch die Begleitbatterien der Artillerie, dem Schutz des Rückwärtigen Raumes, von verkehrstechnisch wichtigen Einrichtungen wie Marschstraßen von Großverbänden, Brücken und Engen, Eisenbahntransportlinien und wassertechnischen Einrichtungen. Diese Teileinheiten, Einheiten und Verbände waren in der Masse gekadert und wurden mit Reservisten aus allen Verwendungen aufgefüllt, da jeder Soldat mit der abgeschlossenen Grundausbildung die ATN Sicherungssoldat erhielt und damit dazu befähigt war.

Innerhalb des Territorialheeres waren jedem VKK ein oder mehrere Sicherungszug/-züge, jedem VBK eine oder mehrere Sicherungskompanien unterstellt. Im Feldheer verfügten die meisten Divisionen über ein Sicherungsbataillon zum Schutz der Stäbe, Fernmelde- und Logistikeinrichtungen, vor allem aber der Divisionsgefechtsstände. Insbesondere in die Verbände der Fernmeldetruppe und in die Artillerieregimenter waren eigene Sicherungsteileinheiten eingegliedert. Marine und Luftwaffe stellen zum Schutz von für sie wichtigen Einrichtungen eigene Sicherungstruppen auf.

Legende Die Legende gilt für alle folgenden Listen Legende Bereits aufgelöst Noch teilaktiv oder nichtaktiv (Geräteeinheit) Noch aktiv, Bezeichnung unverändert

Siehe auch hier für das Abkürzungsverzeichnis.

Sicherungs- und Versorgungsregiment beim Bundesministerium der Verteidigung Das Sicherungs- und Versorgungsregiment beim Bundesministerium der Verteidigung (kurz: SichVersRgt BMVg) diente der Sicherung und Versorgung des Bundesministeriums der Verteidigung und des obersten Führungsstabes der Bundeswehr in Bonn und Berlin. Es wies infanteristische Truppenanteile auf, wenn es auch kein „klassisches“ Jägerregiment war. Das Regiment war truppendienstlich im Wehrbereich IV angesiedelt, war also Teil des Territorialheeres. Neben einigen anderen Verbänden, unter anderem Logistikeinheiten, unterstanden dem Regiment bis zu zwei Jägerbataillone sowie durchgängig das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung als weiterer infanteristischer Verband. Diese (außer Wachbataillon) trugen die Nummern 900, 901 usw. Die Zusammensetzung des Regiments schwankte jedoch erheblich und wies teilweise neben dem Wachbataillon als infanteristische Verbände Sicherungsbataillone auf. Es wird der Vollständigkeit halber daher auch seinem Namen gemäß in dieser Liste aufgeführt, auch wenn es sich strukturell um keinen echten Sicherungsverband handelte.

Bezeichnung Aufstellung(aus) Standort Stab Verbleib Bemerkung 40px SichVersRgt BMVg 1971(u. a. SichVersBtl) Bonn-Hardthöhe 1992 aufgelöst, Truppenteile teils an StOKdo Berlin Unterstellung unter WBK IV

Sicherungsbataillone im Feldheer Im Feldheer waren Sicherungsbataillone im Kalten Krieg nicht aktive Bataillone der Infanterie, von denen je eines jeder Division (Ausnahme: 1. Luftlandedivision) des Feldheeres in der Heeresstruktur IV unterstellt wurde. Sicherungsbataillone waren nicht zum selbstständig geführten Infanteriekampf gegen Feindkräfte befähigt, sondern mit dem Schutz der Divisionsgefechtsstände beauftragt. Zusätzlich unterstützten sie die elf Begleitbatterien der elf Artillerieregimenter der Divisionen. Auf Grund dieses Aufgabengebiets fehlten ihnen auch schwere Waffen wie Jagdpanzer, so wie sie viele der Jägerbataillone aufwiesen. Ein erheblicher Teil der Soldaten dieser Bataillone waren keine ausgebildeten Infanteristen, sondern gehörten anderen Truppengattungen oder Teilstreitkräften an. Ihre Bezeichnung setzte sich aus der Divisionsnummer, der das Bataillon unterstellt war, und der Endziffer 8 zusammen. Das Sicherungsbataillon 18 war beispielsweise das Sicherungsbataillon der 1. Panzerdivision. Das Gebirgssicherungsbataillon 88 wird hier aufgezählt, obwohl es (wie die Gebirgsjägerbataillone 86 und 87) teils auch zur Gebirgsjägertruppe gezählt wird, siehe dazu Liste der Truppenteile der Gebirgsjägertruppe des Heeres der Bundeswehr.

Entsprechend den Sicherungsbataillonen der Divisionen wurden auch für die Korps nicht aktive Sicherungsbataillone aufgestellt. Ihre Aufgabe war analog zu den Sicherungsbataillonen der Division die Sicherung der Korpsstäbe und der Korpsartillerie. Unterstellt waren sie jeweils dem Artilleriekommando des Korps. Ihre Bezeichnung entsprach der Nummer des Artilleriekommandos und den Endziffern 00. Das Sicherungsbataillon für die Artillerie von LANDJUT erhielt davon abweichend die Nummer 610 und war dem Artilleriekommando 600 unterstellt. Der nicht aktive Teil des Artilleriekommandos 600 – also auch das Sicherungsbataillon 610 – war im Frieden aber dem Territorialkommando Schleswig-Holstein unterstellt, war im Frieden also im Bereich des Territorialheeres angesiedelt.

Neu aufgestellt wurde 2011 das vollpräsente Sicherungsbataillon 12 aus Personal der einhergehend aufgelösten Panzerflugabwehrkanonenbataillon 12 und der leichten Flugabwehrraketenbatterie 300 der Heeresflugabwehrtruppe.

Geplante Sicherungsbataillone Feldheer im Verteidigungsfall Bezeichnung Aufstellung(aus) Standort1 Verbleib Bemerkung Sicherungsbataillone der Divisionen40pxSichBtl 18 1981(?) Giesen-Ahrbergen 1992/93(?) aufgelöstTle an HSchBtl 18 1. PzDiv, Geräteeinheit40pxSichBtl 28 1981(?) Frankenberg 1992/93(?) aufgelöst 2. PzGrenDiv, Geräteeinheit40pxSichBtl 38 1981(?) Zeven-Aspe 1992/93(?) aufgelöst 3. PzDiv, Geräteeinheit40pxSichBtl 48 1981(?) Amberg 1992/93(?) aufgelöst 4. PzGrenDiv, Geräteeinheit40pxSichBtl 58 1981(?) Daaden-Emmerzhausen 1992/93(?) aufgelöst 5. PzDiv, Geräteeinheit40pxSichBtl 68 1981(?) Itzehoe, Breitenburg 1992/93(?) aufgelöst 6. PzGrenDiv, Geräteeinheit40pxSichBtl 78 1981(?) Paderborn 1992/93(?) aufgelöst 7. PzDiv, Geräteeinheit40pxGebSichBtl 88 (?) Mittenwald 1992/93(?) aufgelöst 8. GebDiv, Geräteeinheit40pxSichBtl 108 1981(?) Pfullendorf 1997(?) aufgelöst 10. PzDiv, ab 1992: WBK-Anteil des JgRgt 10 (JgRgt 10, WBK V / 10. PzDiv), Geräteeinheit40pxSichBtl 118 1981(?) Delmenhorst 1992/93(?) aufgelöst 11. PzGrenDiv, Geräteeinheit40pxSichBtl 128 1981(?) Tauberbischofsheim 1992/93(?) aufgelöst 12. PzDiv, Geräteeinheit Sicherungsbataillone der Korps40pxSichBtl 610 1981(?) Flensburg 1992/93(?) aufgelöst ArtKdo 600, im Einsatz LANDJUT, sonst im Frieden Territorialkommando Schleswig-Holstein, GeräteeinheitHinweis: aktive TrT des ArtKdo 600 unterstanden im Frieden der 6. PzGrenDiv40pxSichBtl 7671982Koblenz/Baumholder1990/91 aufgelöstIII. Korps, vorgesehen als Teil des nicht mehr aufgestellten Sicherungs-Regiments 300, Geräteeinheit40pxSichBtl 100 1981(?) Ahaus-Ottenstein 1992/93(?) aufgelöst ArtKdo 1, I. Korps, Geräteeinheit40pxSichBtl 300 1981(?) Gießen 1992/93(?) aufgelöst ArtKdo 3, III. Korps, Geräteeinheit40pxSichBtl 200 1965 Großengstingen 1992 aufgelöst ArtKdo 2, II. Korps, Geräteeinheit Neu40pxSichBtl 12 2011(PzFlakBtl 12 undlFlaRakBttr 300) Hardheim 2016 aufgelöstbis 31. Dez. 2012 Heerestruppenbrigade, danach Division Luftbewegliche Operationen, danach Division Süd 1 Standort bei nicht aktiven Bataillonen entweder Mobilmachungspunkt, Depotpunkt oder Standort des Kaders

Sicherungsbataillone im Territorialheer mini|Taktisches Zeichen eines Sicherungsbataillons im Territorialheer. Mit dem taktischen Zeichen eines Jägerbataillons hatte es das Andreaskreuz gemein, darunter das Zeichen für Sicherung. mini|Dieser Kampfpanzer M 48 war der Kommandeurspanzer der 1./SichBtl 767. Das taktische Zeichen ist eine Kombination des taktischen Zeichens für Panzereinheiten und der Sicherungstruppe: eine stilisierte Kette mit eingeschriebenem Zeichen für Sicherung. Sicherungsbataillone wurden im Territorialheer unter anderem im Rahmen des Wartime Host Nation Support Programms (WHNS) ausgeplant. Diese WHNS-Truppen wurden aus Reservisten und zivilen nationalen Angestellten, die für die äußere Sicherung der Liegenschaften der verbündeten Streitkräfte zuständig waren, gebildet. Analog zu den Sicherungsbataillonen im Feldheer bestand ein erheblicher Teil der Soldaten dieser Bataillone nicht aus ausgebildeten Infanteristen, sondern gehörte unterschiedlichsten Truppengattungen an. Die WHNS-Sicherungsbataillone sicherten im Wesentlichen Infrastruktur der amerikanischen Reforgertruppen.

Für die Raumsicherung und Schutz im rückwärtigen Bereich unterstanden den Verteidigungsbezirkskommandos (VBK) eigene Sicherungsbataillone. Entsprechend unterstanden den Verteidigungskreiskommandos je nach Bedeutung ihres Einsatzraumes und entsprechend zu schützenden Liegenschaften wie feste Fernmeldeanlagen und Verkehrs- und Infrastrukturpunkte, Tankeinrichtungen der NATO-Pipeline und rückwärtige Marschstraßen selbstständige Sicherungskompanien und Sicherungszüge.

Bei der Benennung muss unterschieden werden zwischen den direkt den Unterstützungskommandos unterstellten Bataillonen und den den Verteidigungsbezirkskommandos unterstellten Bataillonen. Bataillone der Unterstützungskommandos: Ihre dreistellige Nummer endete stets mit der 1 (bzw. 2 oder 3 falls mehr als ein Bataillon im Unterstützungskommando vorhanden war) und begann stets mit einer 4. Die zweite (mittlere) Ziffer entsprach jeweils der Nummer des Unterstützungskommandos dem das Bataillon zugeordnet war. Auch deren Nummern folgten einer bestimmten Systematik. Die Unterstützungskommandos 3, 4 und 5 unterstanden den Wehrbereichen III, IV und V. Das Unterstützungskommando 7 unterstand dem Territorialkommando Nord, die Unterstützungskommandos 8 und 9 unterstanden dem Territorialkommando Süd. Hinweis: Im Unterstützungskommando 3 wurde nur die Sicherungskompanie 4301 -kein Bataillon- als Geräteeinheit ausgeplant. Bataillone der Verteidigungsbezirkskommandos: Diese Bataillone hatten eine ebenfalls mit 4 beginnende vierstellige Ziffernfolge. Die mittleren beiden Ziffern waren identisch mit der Nummer des übergeordneten Verteidigungsbezirkskommandos. Die letzte Nummer war eine 1 für das erste Sicherungsbataillon im Verteidigungsbezirkskommando, eine 2 für das zweite Sicherungsbataillon usw.

Die Sicherungsbataillone der 900er Aufstellungsreihe waren neben dem Wachbataillon infanteristische Truppenteile, die zum Schutz der Bundeswehrführung und der politischen Verantwortungsträger der Bundesrepublik aufgestellt wurden.

Aufgestellte Sicherungsbataillone