Aberdeenshire (traditionell)175px|Aberdeenshire
Aberdeenshire (gälisch Siorrachd Obar Dheathain) ist seit 1996 eine von 32 Council Areas in Schottland. Das Gebiet umfasst das Hinterland der Stadt Aberdeen und grenzt im Wesentlichen an Moray im Nordwesten und Angus im Süden, hat im Westen mit Perth and Kinross und Highland eine kurze gemeinsame Grenze und besitzt mit der Stadt Aberdeen eine Enklave. Von 1975 bis 1996 gehörte das Gebiet zur Region Grampian und war während dieser Zeit in die Districts Banff and Buchan, Gordon und Kincardine and Deeside gegliedert.
Aberdeenshire ist auch eine der traditionellen Grafschaften Schottlands und umfasst als solche auch die Stadt Aberdeen, umgekehrt gehört Kincardineshire nicht dazu. Von 1889 bis 1975 bestand Aberdeenshire außerdem als Verwaltungsgrafschaft, die im Wesentlichen an Banffshire im Nordwesten sowie Angus und Kincardineshire im Südosten grenzte, und hatte mit Inverness-shire und Perthshire im Westen eine kurze gemeinsame Grenze; die Stadt Aberdeen gehörte auch damals schon als „County of City“ nicht zur Verwaltungsgrafschaft. Aberdeenshire ist heute auch eine der Lieutenancy Areas von Schottland. mini|hochkant=1.2|Landschaft in Aberdeenshire
Geographie Das traditionelle County wurde in der populären Anschauung in fünf Landschaften eingeteilt: Mar, das zumeist zwischen den Flüssen Dee und Don liegt und fast die gesamte südliche Hälfte des Countys einnimmt und (als Landschaft) auch die Stadt Aberdeen umfasst. Mar ist gebirgig, vor allem Braemar, das den größten Anteil an Bergland auf den britischen Inseln enthält. Das Tal des Dee hat sandigen Boden, das Tal des Don ist lehmig. Formartine, zwischen dem unteren Don und Ythan an einer sandigen Küste gelegen, verfügt im Küstenland über tonige, fruchtbare bebaute Gebiete, die weiter im Inneren durch niedrige Hügel, Heide und Moor unterbrochen werden. Buchan ist die zweitgrößte Landschaft, liegt nördlich von Ythan und umfasst den Nordosten des County; Teile der Küste sind felsig und wild, das Binnenland ist kahl, niedrig und flach, teilweise wellig und torfig. An der Küste, 10 Kilometer südlich von Peterhead sind die „Bullers of Buchan“ – ein Becken, in dem die See, durch einen natürlichen Bogen eintretend, bei stürmischem Wetter heftig hoch kocht. „Buchan Ness“ ist der östlichste Punkt Schottlands. The Garioch, wie englisch „the geeree“ ausgesprochen, ist ein schönes, welliges, lehmiges und fruchtbares Tal, das früher die Kornkammer Aberdeens genannt wurde. Strathbogie, eine beträchtliche Fläche südlich des Deveron, besteht zumeist aus Hügeln, Heide und Moor. Als untersteste Verwaltungsebene waren 105 Civil Parishes eingerichtet, die jedoch 1930 den administrativen Aufgaben entledigt wurden und heute nur noch statistischen Zwecken dienen (siehe Liste der Civil Parishes in Aberdeenshire).
Die Berge sind der beachtlichste Teil des County. Ben Macdui (1309 Meter), eine großartige Masse, der zweithöchste Berg Großbritanniens, Braeriach (1296 m), Cairn Toul (1291 m), Beinn a’ Bhùird (1197 m), Ben Avon (1171 m), der „dunkle“ Lochnagar (1155 m) aus dem berühmten Gedicht von Lord Byron, An Sgarsoch (1006 m) und Culardoch (900 m) sind die wichtigsten Gipfel in Mar. Weiter nördlich erhebt sich der Buck of Cabrach (722 m) an der Grenze zu Banffshire, das Hillfort auf dem Tap o’ Noth (563 m), der Bennachie (526 m), dessen Spitze von vielen Orten im Nordosten des Landes aus zu sehen ist, und dem John Imlah (* 1799 in Aberdeen; † 1846 auf Jamaika) das Lied O gin I war faur the Gadie rins (O gin I were where the Gadie (Nebenfluss des Don) rins), gewidmet hat, und der Foudland (466).
Die wichtigsten Flüsse sind der Dee (145 Kilometer lang), der Iyon (132), der Ythan (60) mit Muschelbänken an der Mündung, der Ugie (32) und der Deveron (100), der teilweise an der Grenze zu Banffshire liegt. In den Flüssen sind Lachs und Forelle reichlich vorhanden, Perlmuscheln gibt es in Ythan und Don – eine wertvolle Perle in der schottischen Krone soll aus dem Ythan stammen. Loch Muick, der größte der wenigen Seen im County, 399 Meter über dem Meer, ist 2,5 km lang und 500 bis 800 Meter breit, liegt etwa 14 Kilometer südwestlich von Ballater und hat Glas-allt Shiel, ein königliches Jagdhaus, an seinem südwestlichen Ende. Loch Strathbeg, zehn Kilometer südöstlich von Fraserburgh, ist nur durch ein schmales Stück Land vom Meer getrennt. Es gibt eisenhaltige Quellen in Peterhead, Fraserburgh und Pannanich bei Ballater.
Geologie Der größte Teil des Landes besteht aus kristallinem Schiefer, der zum metamorphen Gestein der Eastern Highlands gehört. An den Oberläufen von Dee und Don bilden sie deutlich sichtbare Gruppen, bei denen die häufigsten Arten (1) schwarzer Schiefer und Phyllit mit Calcflinta und einem dünnen Band amphibolem Kalkstein, (2) Blair-Atholl-Kalkstein und (3) Quarzit sind. Diese Abschnitte sind in steil ansteigenden bis vertikalen Achsen mit Nordost-Südwest-Richtung gefaltet, die über ein beträchtliches Gebiet wiederholt werden. Der Quarzit ist dabei üblicherweise als oberste Schicht vorhanden. Bemerkenswerte Stellen, die diese Schichtung aufweisen, gibt es im Glen Clunie und seinen Nebentälern oberhalb Braemar.
Ostwärts den Dee und den Don hinunter und nordwärts über die Ebene von Buchan Richtung Rattray Head und Fraserburgh findet man Biotit-Gneis, teilweise von Sedimenten und vielleicht teilweise von Eruptivgestein stammend. Ein Schiefergürtel, der für die Dacheindeckung abgebaut wurde, zieht sich entlang des Westgrenze des County von Turriff über Auchterless und die Foudland Hills bis zum Tap o’Noth bei Gartly. In das metamorphe Gestein drang eruptives Material ein, einiges vor, das meiste aber nach der Faltung der Schichten. Die wesentlichen Arten des ersteren werden durch Schwellen von Epidiorit und Hornblende-Gneis in Glen Muick und Glen Callater repräsentiert, die von vielfach gefaltetem Granit und Pegmatit in Gängen und Linsen durchdrungen wurden.
Die späteren Granite, die sich an die Faltung des Schiefers anschließen, haben eine weite Verteilung im Bereich des Ben Macdui und Ben Avon und auf dem Lochnagar; sie dehnen sich ostwärts von Ballater über Tarland bis Aberdeen und nordwärts bis Bennachie aus. Isolierte Massen treten bei Peterhead und Strichen auf. Obwohl zumeist aus Biotitgranit bestehend, passieren die späteren Störungen zwischenliegende Stufen aus Diorit, wie in der Gegend zwischen Balmoral und Gairn. Die Granite wurden ausgiebig in Rubislaw, Peterhead und Kemnay abgebaut. Serpentin und Troctolit, dessen genaues Alter unbekannt ist, treten beim Black Dog Rock bei Aberdeen, in Belhelvie und bei Oldmeldrum auf. Wo die Schiefer sedimentären Ursprungs von diesen eruptiven Störungen durchstoßen wurden, sind sie mit Kontaktmineralien wie Sillimanit, Cordierit, Cyanit und Andalusit vermischt. Cordieritfelsen gibt es bei Ellon, am Fuß des Bennachie, und auf dem Gipfel des Buck of Cahrach. Mit Bändern und Einsprengseln versehener Calcium-Silikat-Hornfels, der mit den Kalksteinen in Iverry Falls, westnordwestliche von Braemar, auftritt, hat Malakolit erzeugt, Wollastonit (Tafelspat), braune Idokras (Vesuvian), Granat, Titanit und Hornblende. Eine größere Auswahl von Mineralien wurde aus einer Freilegung von Kalksteinen und assoziierten Lagern in Glen Gairn entnommen, etwa sechs Kilometer oberhalb der Stelle, an der der Fluss in den Dee mündet.
Schmale Gürtel von rotem Sandstein, die auf der alten Schieferplatte liegen, wurden von der Nordküste bei Peterhead über Turriff bis Fyvie verfolgt, ebenso von Huntly über Gartly bis Kildrummy Castle. Die Schichten bestehen vor allem aus Konglomeraten und Sandstein, die – in Gartly und Rhyme – mit linsenförmigen Bändern von Andesit durchsetzt sind, und zeigen damit zumindest zeitweise vulkanische Aktivität an. Kleine Vorkommen von Konglomerat und Sandstein aus dieser Zeit wurden bei Ausgrabungen in Aberdeen gefunden.
Die eiszeitlichen Ablagerungen, vor allem im Gürtel an die Küste zwischen Aberdeen und Peterhead, liefern bedeutende Hinweise. Das Eis bewegte sich vom Oberlauf von Dee und Don ostwärts, während die sich vom Moray Firth ausbreitende Masse auf die niedrige Hochebene von Buchan vordrang, zeitweise aber auch deutlich nordwärts, parallel zur Küste, ablief, wie das Lager von rotem Ton nördlich von Aberdeen zeigt. Zu einer späteren Zeit lagerten die lokalen Gletscher Material auf diesem roten Ton ab. Ein von der British Association eingesetztes Komitee hat gezeigt, dass der Greensand, der eine große Folge kreidezeitlichen Fossilien in Moreseat in der Gemeinde Cruden hervorbrachte, in glazialer Drift auftritt und vermutlich auf Granit anhielt. Die Schicht, aus der die Fossilien von Moreseat entnommen wurden, wurden bis zu der Zeit in diesem Teil Schottlands nicht gefunden, aber Jukes Brown beobachtete, dass der Horizont der Fossilien der des unteren Greensand der Isle of Wight oder der Aptien-Schicht in Frankreich ist. Kreidefeuerstein ist weit in der Drift zwischen Fyvie und der Ostküste von Buchan verteilt. In Plaidy befindet sich ein Flecken Ton mit Fossilien aus dem Lias. An verschiedenen Orten zwischen Logie Coldstone und Dinnet wurde ein Lager von Kieselgur unter dem Torf gefunden.
Flora und Fauna Die Gipfel der höchsten Berge haben arktische Flora. Beim königlichen Haus am Loch Muick, wachsen Lärchen, Gemüse, Johannisbeeren, Lorbeeren, Rosen etc. Einige Eschen mit einem Umfang von 1 bis 1,5 Meter wachsen auf 400 Meter Höhe. Bäume, besonders die Waldkiefer und Lärche, wachsen hier gut, und Braemar hat reichlich eigenes Bauholz. Im Torf gefundene Stümpfe von Kiefern und Eichen übertreffen die heutigen Größen manchmal bei weitem.
Maulwürfe gibt es bis auf 550 Meter, Eichhörnchen bis auf 450 Meter. Hühnervögel wie Rebhühner und Hasen sind reichlich vorhanden, und Kaninchen oft sogar im Übermaß. Rotwild gibt es vor allem in Braemar, das den ausgedehntesten Hirschforst in Schottland hat.
mini|Klimadiagramm von Rattray Head Klima Mit Ausnahme des Bergregionen hat Aberdeenshire dank der Nähe weiter Teile des County zum Meer ein vergleichsweise mildes Klima. Die mittlere Jahrestemperatur in Braemar erreicht 6 °C, in Aberdeen 8 °C. Die mittlere jährliche Regenmenge schwankt zwischen 750 und 950 mm. Im Sommer versprechen die oberen Täler von Dee und Don die trockensten Reizklima der Britischen Inseln, Getreide kann hier bis auf 500 Meter Höhe angebaut werden, 100 bis 150 Meter mehr als im übrigen Britannien.
Vorgeschichte und Geschichte mini|hochkant=1.75|Cairn of Memsie Schottland war in der Eiszeit von Gletschern bedeckt. Etwa zwischen 8000 und 7500 v. Chr. erreichten die Jäger diese Zone. Ihnen folgten ab 4500 die Ackerbauern. Megalithanlagen sind zwar nicht vorhanden, aber das Gebiet ist angefüllt mit Henges, Hillforts (Dunnideer, Tap o’ Noth), Steinkreisen (Cullerlie, Easter Aquhorthies, Nine Stanes, Loanhead of Daviot, Midmar, Old Keig, Sunhoney, Strichen) und Souterrains (Culsh). Eine spezifische Art von Steinkreisen aus der Vorzeit, (die Recumbent Stone Circles) ist hier so häufig wie sonst nirgends auf den Britischen Inseln. Relikte der Vorzeit sind auch die langen „earthern Long Barrows“ (Catto 48 m, Capo 80 m, Gourdon 90 m und Longman Hill 67 m) und die Cairns of Memsie und auf dem Tullos Hill. Auch Menhire (Broomend of Crichie) und einige Piktensteine (Kintore, Maiden Stone, Rhynie) sind hier vorhanden. Ebenso kommen Skulpturen und Cross-Slabsz. B. Cross Slab von Loch Kinord aus der frühchristlichen Zeit vor.
Souterrains oder Erdhäuser (schott. „weems“) findet man vor allem an den Flüssen Don und Dee. Reste von Crannógs am Loch Ceander, am Südufer des Loch Kinord, bei Dinnet, und am Loch Goul in der Gemeinde New Machar. Die im Norden üblichen Brochs gibt es hier nicht aber Hillforts sind auf den Hügel zu finden (Barra bei Oldmeldrum).