Max Walter Sieg (* 7. Mai 1904 in Halle (Saale); † 7. Juni 1968 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und Theaterregisseur.
Leben Max Walter Sieg besuchte das Gymnasium und begann in den 20er Jahren Theater zu spielen. Zunächst wirkte er an so obskuren Kleinstspielstätten wie der Sozialhygienischen Bühne in Berlin. In den 30er Jahren war er vor allem in Hannover (Deutsches Theater, Schauspielhaus) tätig. Während des Zweiten Weltkrieges fand Sieg vor allem am Komödienhaus Berlin Beschäftigung, in der letzten Kriegsspielzeit (1943/44) war er Mitglied einer kleinen Gastspielbühne (Tourneetheater).
Sieg spielte nach dem Zweiten Weltkrieg am Theater am Besenbinderhof Hamburg sowie bis 1953 an den Hamburger Kammerspielen. Anschließend ging er für zwei Jahre an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, wo er unter anderem als „Willie“ in Ulrich Bechers Feuerwasser, als „Szulski“ in Franz Pühringers Abel Hradscheck und sein Weib, als Hirte „Kuoni“ in Schillers Wilhelm Tell, als „Just“ in Lessings Minna von Barnhelm, als „Ratt“ in Tennessee Williams’ Camino Real sowie als „Baron von Gondremark“ in Jacques Offenbachs Pariser Leben auf der Bühne stand.Kürschners biographisches Theater-Handbuch, S. 695. 1955 wechselte er als Schauspieler und Bühnenregisseur ans Junge Theater in Hamburg, dem späteren Ernst Deutsch Theater.
Seit den frühen 1950er-Jahren war Sieg auch oft in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Sein erster Filmauftritt erfolgte 1951 im österreichischen Drama Das gestohlene Jahr mit Oskar Werner und Ewald Balser. In den Folgejahren spielte er in verschiedenen Kinofilmen wie der Heinz-Rühmann-Komödie Keine Angst vor großen Tieren, im Kriminalfilm Geständnis unter vier Augen mit Hildegard Knef, in Wolfgang Schleifs Abbe-Biographie Made in Germany – Ein Leben für Zeiss mit Carl Raddatz in der Hauptrolle sowie im Edgar-Wallace-Krimi Die toten Augen von London, in Fernsehinszenierungen von Bühnenstücken wie Vern Sneiders Die Geishas des Captain Fisby und in Adaptionen von Literaturvorlagen wie Émile Zolas Thérèse Raquin und Franz Kafkas Das Schloß. In der Fernsehserie Gestatten, mein Name ist Cox hatte Sieg neben Günter Pfitzmann eine wiederkehrende Rolle. Daneben arbeitete er umfangreich als Sprecher für Hörspiele und Filmsynchronisation.
Sieg war mit der Opernsängerin und Gesanglehrerin Else Schürhoff (1898–1960) verheiratet. Die Tochter Ursula ist ebenfalls als Schauspielerin tätig. Siegs Großnichte ist die US-amerikanische Mezzo-Sopranistin Stephanie Houtzeel.http://www.der-neue-merker.eu/archiv/mod,interview/action,detail/id_interview,154/id_menuitem,13/print,1
Filmografie
Hörspiele 1951: Die siebzehn Kamele; NWDR; Regie: Hans Gertberg 1951: Geronimo und die Räuber; NWDR; Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: „Utropische“ Legende; NWDR Hamburg 1951; Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Seltsames Verhör; NWDR Hamburg; Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Die Dame mit dem Schottenhütchen; NWDR Hamburg; Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Die Butterblume; NWDR Hamburg; Regie: Hans Rosenhauer 1952: Der König von Albanien; NWDR Hamburg; Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Der Tiger Jussuf; NWDR Hamburg; Regie: Kurt Reiss 1953: Dat Motiv; NWDR Hamburg; Regie: Günter Jansen 1954: Maaruf; RB; Regie: Armas Sten Fühler 1954: Die gigantische Maschine - von Zwergen bedient; NWDR; Regie: Wolfgang Schwade 1954: Ehekrise; SWF; Regie: Karlheinz Schilling 1954: Herkules und der Augiasstall; NWDR Hamburg; Regie: Gert Westphal 1954: Geh nicht nach El Kuwehd; SWF; Regie: Karl Peter Biltz 1954: Maschine „F“ wie Freiheit; NWDR Hannover; Regie: Hans Rosenhauer 1955: Heinrich Böll: Anita und das Existenzminimum – Regie: Fritz Schröder-Jahn (NWDR 1955) 1955: Der blaue Strohhut; SWF; Regie: Gerd Beermann 1955: Scrabs sind nicht zu Hause; NWDR Hamburg; Regie: S. O. Wagner 1955: Prozeßakte Vampir (5 Teile); NWDR Hamburg; Regie: Hans Gertberg 1956: Der glühende Robert; RB; Regie: Günter Siebert 1957: Land in weiter Ferne; RB; Regie: Carl Nagel 1957: Der Patenttopf; NDR; Regie: Hanns Farenburg 1958: Soll Persepolis vernichtet werden?; RB; Regie: Günter Siebert 1959: Der Kater, der auf der Stange sitzt, erzählt vom Hund; RB; Regie: Charlotte Niemann 1959: Ricardos sanfte Träume; RB; Regie: Hans Rosenhauer 1960: Ausnahmezustand; NDR; Regie: Fritz Schröder-Jahn 1961: Salto mortale; NDR; Regie: Fritz Schröder-Jahn 1964: Arme Jennifer; SDR; Regie: Gerd Beermann 1964: Die Zerstörung Roms; SDR; Regie: Gerd Beermann 1965: Ein Mann, gegen den man vorgeht; NDR; Regie: Jiri Horcicka
Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 695.
Weblinks
Einzelnachweise
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