mini|hochkant|Margarethe Tiesel (2019) Margarethe Tiesel, auch Margarethe Solar-Tiesel, (* 22. Februar 1959 in Wien) ist eine österreichische Schauspielerin.
Leben Margarethe Tiesel absolvierte von 1981 bis 1983 ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg.Profil bei cinestyria.com; abgerufen am 3. November 2012. Nach Ende ihrer Ausbildung ging sie als Theaterschauspielerin nach Deutschland. Dort war Tiesel von 1983 bis 1985 Ensemblemitglied am Stadttheater Dortmund. Es folgten Engagements an der Württembergischen Landesbühne Esslingen (1985–1989) und an den Städtischen Bühnen Freiburg (1989–1993). bei kultur-melk.at; abgerufen am 3. November 2012. Ebenfalls wirkte sie u. a. in Theaterinszenierungen am Düsseldorfer Schauspielhaus, Staatstheater Stuttgart, Schauspiel Frankfurt, Ernst Deutsch Theater sowie Kampnagel in Hamburg mit. In Österreich spielte Tiesel u. a. bei den Salzburger Festspielen, in Wien an der Remise, am Schauspielhaus, Theater Drachengasse und Theater in der Josefstadt.
Seit 1994 tritt Tiesel wiederholt als Gast am Schauspielhaus Graz auf. Seit 4. Februar 2017 ist sie dort im Stück Die Wunderübung von Daniel Glattauer an der Seite von Johannes Silberschneider und Franz Solar zu sehen.Schauspielhaus Graz, abgerufen am 22. Februar 2017.
Parallel zu ihrer Arbeit im Theater wurde Tiesel 1983/84 für einen ersten Kinofilm verpflichtet, Cornelia Schlingmanns Experimentalfilm Hur und Heilig. Zur selben Zeit gab sie ihr Fernsehdebüt in Dietrich Haugks BR-Produktion Die goldenen Schuhe (1984). Seit Anfang der 1990er-Jahre bekleidete Tiesel Kleinst- und Nebenrollen in über 30 Film- und Fernsehproduktionen, darunter Barbara Alberts Spielfilm Nordrand (1999) sowie die wiederkehrende Rolle der Frau Blauensteiner in der Serie Trautmann (2000–2008). mini|Margarethe Tiesel mit Josef Hader bei der Premiere von Das ewige Leben (2015) Einem internationalen Publikum wurde Tiesel durch ihre erste Kinohauptrolle in Ulrich Seidls Paradies: Liebe (2012) bekannt. In dem Film, der im Wettbewerb der 65. Internationalen Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt wurde, ist sie als einsame 50-jährige Wiener Sextouristin zu sehen, die bei wesentlich jüngeren schwarzen Männern in Kenia nach Liebe sucht. Die Schauspielerin, die bei den Dreharbeiten mit afrikanischen Laiendarstellern improvisierte, erhielt großes Lob seitens der Fachkritik und wurde als Mitfavoritin auf den Darstellerpreis gehandelt,Wenke Husmann: Filmtipps: Cannes für jede Gelegenheit. zeit.de, 25. Mai 2012; abgerufen am 3. November 2012.Anke Westphal: Liebe bis in den Tod. In: Berliner Zeitung, 27. Mai 2012, S. 28.AFP: Cannes jury poised to award Palme d’Or. 27. Mai 2012, 3:33 PM GMT (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). der aber an die beiden Rumäninnen Cristina Flutur und Cosmina Stratan (Jenseits der Hügel) verliehen wurde. Im selben Jahr wurde Tiesel als erste österreichische Schauspielerin für den Europäischen Filmpreis nominiert. Bei der Vergabe des Österreichischen Filmpreises 2013 wurde sie als Beste Darstellerin ausgezeichnet.
2019 war Tiesel an der Seite von Jonas Dassler in Fatih Akins Literaturverfilmung Der Goldene Handschuh zu sehen. Die Nebenrolle der obdachlosen Alkoholikerin Gerda brachte ihr eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein.
Über ihre Leistung in der österreichischen Komödie "80 Plus" schreibt Filmjournalist Dieter Oßwald in Programmkino.de: "Dem vielfach preisgekrönten Schauspiel-Duo Christine Ostermayer (87) und Margarethe Tiesel (65) ist der Spaß an diesem Stoff und ihren Figuren sichtlich anzumerken. Mit souveräner Gelassenheit spielt man sich die Pointen-Bälle zu. Auch wenn es melodramatisch wird, stimmt jede Tonalität bei diesen großartigen Actricen."
Margarethe Tiesel ist mit dem Schauspieler Franz Solar verheiratet und lebt in Graz.Eine Rolle, die sie nach Cannes trägt. In: Kleine Zeitung, 13. Mai 2012, S. 66–67.Pressemappe (PDF; 3,1 MB; S. 17) zu Paradies: Liebe bei mm-filmpresse.de (englisch).
Theater (Auswahl) 1996: Die Schwärmer – Regie: Stephan Kimmig (Stadttheater Heidelberg) 2003: Extasy Rave – Regie: Deborah Eppstein (Theater am Ortweinplatz, Graz) 2003: Der böse Geist Lumpazivagabundus – Regie: Thomas Reichert (Schauspielhaus Graz; Rolle: Wirtin) 2004: Insomnia – Regie: Hagnot Elischka (Rolle: Zimmerwirtin; Theater Drachengasse, Wien) 2005: Der Ignorant und der Wahnsinnige – Regie: Wolf-Dietrich Sprenger (Theater in der Josefstadt, Wien) 2006: Ostmark – Regie: Christina Rast (Schauspielhaus Graz; Rolle: Mutter) 2007: Die Todesangst der Zwiebeln – Regie: Günther Treptow (Theater in der Drachengasse, Wien) 2007: Homo touristicus – Regie: Marc von Henning (Schauspielhaus Graz; Rolle: Dr. Cymbalta) 2008: Bauch zur Miete – Regie: Tobias Lenel (Theater am Lend, Graz; Rolle: Barbara) 2008: Geliebtes Eierschalenkind – Regie: Marc von Henning (Theater am Lend, Graz; Rolle: Mutter) 2009: Geriatrischer Cocktail (Theater am Lend, Graz; Rolle: Charlotte) 2010: Schlussapplaus für Oskar W. (Theater am Lend, Graz; Rolle: Jeanne Moreau) 2011: Klassisches Liebesgeschnipsel (Theater am Lend, Graz; Rolle: Assistentin Elvira) 2011: Enron – Regie: Cornelia Crombholz (Schauspielhaus Graz) 2016: Trümmerfrauen, Bombenstimmung – Regie: Sandy Lopicic (Schauspielhaus Graz) 2017: Die Wunderübung – Regie: Mario Matthias (Schauspielhaus Graz) 2018: Jedem das Seine – Regie: Sandy Lopicic (Schauspielhaus Graz) 2019: Josef und Maria – Regie: Michael Schilhan (Schauspielhaus Graz)
Filmografie (Auswahl) 1984: Hur und Heilig 1984: Die goldenen Schuhe (Fernseh-Fünfteiler) 1994: Tief oben 1995: Freispiel 1999: Nordrand 1999: Wanted 2000: Der Überfall 2000–2008: Trautmann (Fernsehserie) 2001: Die Gottesanbeterin 2002: Richtung Zukunft durch die Nacht 2003: MA 2412 – Die Staatsdiener 2007: Molly & Mops (Fernsehfilm) 2009: Blutsfreundschaft 2011: Der Winzerkrieg (Fernsehfilm) 2012: Paradies: Liebe 2014: Tatort – Abgründe 2014: Die Fremde und das Dorf 2015: Der letzte Sommer der Reichen 2015: Das ewige Leben 2015: Kleine große Stimme 2016: Polizeiruf 110 – Und vergib uns unsere Schuld 2016: Schweinskopf al dente 2016: Angriff der Lederhosenzombies 2017: Die Migrantigen 2017: Grießnockerlaffäre 2018: Die Toten vom Bodensee – Die vierte Frau 2018: Die Toten von Salzburg – Königsmord 2018: The Dark 2019: Der Fall Collini 2019: Der Goldene Handschuh 2019: Walking on Sunshine 2019: Vienna Blood – Königin der Nacht 2020: Wien wählt: Die Hauptstadt-Saga 2020: SOKO Kitzbühel – Worst Case Scenario 2021: Sargnagel – Der Film 2021: Hinterland 2022: Landkrimi – Der Schutzengel (Fernsehreihe) 2022: Serviam – Ich will dienen 2022: Schrille Nacht (Fernsehfilm) 2022: Sonne 2023: Schnell ermittelt – Niklas Neumann (Fernsehserie) 2023: Griechenland 2023: Sterne unter der Stadt 2023: Am Ende – Die Macht der Kränkung (Fernsehserie) 2023: Schlamassel 2024: SOKO Donau/SOKO Wien – Eine Chimäre (Fernsehserie) 2024: Die Liebeskümmerer 2024: Andrea lässt sich scheiden 2024: 80 Plus (Alternativtitel Toni und Helene) 2024: Zwei gegen die Bank (Fernsehfilm) 2024: Der Altaussee-Krimi: Letzter Jodler (Fernsehreihe) 2025: Im Schatten der Angst – Der Skorpion (Fernsehreihe) 2025: SOKO Linz (Fernsehserie, Episode Good Cop – Bad Cop) 2025: Zuagroast – Ein Gartenkrimi (Fernsehfilm) 2025: Der Altaussee-Krimi: Letzter Stollen (Fernsehreihe) 2026: Alpentod – Ein Bergland-Krimi: Im ewigen Eis (Fernsehreihe) 2026: Kommissar Rex (Fernsehserie, Folge Tod im Rampenlicht) mini|hochkant|Margarethe Tiesel (Österreichischer Filmpreis 2013)
Auszeichnungen 2012: Nominierung für den Europäischen Filmpreis für Paradies: Liebe (Beste Darstellerin) 2013: Österreichischer Filmpreis für Paradies: Liebe (Beste weibliche Darstellerin) 2019: Nominierung für den Deutschen Filmpreis für Der Goldene Handschuh (Beste weibliche Nebenrolle) 2023: Großer Diagonale-Schauspielpreis 2024: Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Weblinks
Profil bei agentursiefert.at „Ich verstehe jede Frau, die das macht“ – Interview zu Paradies: Liebe im Standard, 16. Mai 2012, S. 33.
Einzelnachweise
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