Die Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (, CCAMLR, ) ging aus dem Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis () hervor, das 1980 als Folgevertrag zum Antarktisvertrag verabschiedet wurde. Sitz der Kommission ist Hobart (Australien).
Mitgliedstaaten Derzeit (2022) gehören der CCAMLR 27 Vollmitglieder an. Mitglied sind sowohl die EU-Kommission als auch die Mitgliedstaaten der EU. Zahlreiche Länder haben wirtschaftliche und wissenschaftliche Interessen in der Antarktis oder beanspruchen Territorien dort (Norwegen, Vereinigtes Königreich, USA, Chile u. a.). Die Staaten werden meist vertreten durch die entsprechenden Ministerien oder wissenschaftlichen Institutionen:Members CCAMLR vom 24. November 2022, abgerufen am 30. April 2023.
Argentinien, Embajada de Argentina, Australien Australien, Australian Antarctic Division Belgien, Föderaler Öffentlicher Dienst Volksgesundheit, Sicherheit der Nahrungsmittelkette und Umwelt Brasilien, Brasilianische Botschaft, Australien Chile, Dirección de Antártica, Ministerio de Relaciones Exteriores China, Division of International Cooperation, Bureau of Fisheries, Ministry of Agriculture Deutschland, Verbraucherschutzministerium Ecuador, Ecuadorian Antarctic Institute Europäische Union, Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei France, Ministère des Affaires étrangères et européennes, Direction des Affaires juridiques Indien, Centre for Marine Living Resources & Ecology, Ministry of Earth Sciences Italien, Ministero Esteri. Direzione General Asia Japan, International Affairs Division, Fisheries Agency of Japan Korea, Embassy of the Republic of Korea, Australia Namibia, Ministry of Fisheries and Marine Resources Neuseeland, Ministry of Foreign Affairs and Trade Niederlande, Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources (CCAMLR) Norwegen, Königlich Norwegische Botschaft, Australien Polen, Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Bereich Fischerei Russland, Department of International Cooperation, Russian Federation Federal Agency for Südafrika, Marine and Coastal Management, Ministry of Environmental Affairs and Tourism Spanien, Spanische Botschaft, Australien Schweden, Außenministerium Ukraine, Staatskomitee für Fischerei der Ukraine Vereinigtes Königreich, Head, Polar Regions Section, Overseas Territories Department, Foreign and Commonwealth Office Vereinigte Staaten, Office of Ocean and Polar Affairs, U.S. Department of State Uruguay, Instituto Antártico Uruguayo
Derzeit (2022) gibt es bei der CCAMLR noch 10 beitretende Staaten:Acceding States CCAMLR vom 15. März 2023, abgerufen am 30. April 2023. Bulgarien Cookinseln Finnland Griechenland Kanada Mauritius Pakistan Panama Peru Vanuatu
Entwicklung und Verhandlungen Das Übereinkommen über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis wurde im Mai 1980 ins Leben gerufen und 1982 von den damaligen Mitgliedern ratifiziert. Später ging aus dem Übereinkommen die Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis hervor.
Die CCAMLR-Mitglieder und die EU hatten sich auf einem Treffen 2009 darauf geeinigt, bis 2012 ein repräsentatives Netzwerk von Marine Protected Areas einzurichten.
2012 tagte die Kommission im australischen Hobart. Bei dem Treffen 2012 ging es erstmals darum, das Gebiet des 2,4 Millionen km² großen Rossmeeres in ein marines Schutzgebiet zu verwandeln. Dagegen wehrten sich allerdings massiv die Vertreter der Fischerei. Nachdem Neuseeland vor Jahren die intensive Befischung des Riesen-Antarktisdorsches im Rossmeer begann, hat die kommerzielle Ausbeutung der Tiere inzwischen stark zugenommen. Auch andere an den Ressourcen interessierte Länder wie Russland, China und die Ukraine wehrten sich gegen ein marines Schutzgebiet.
2013 wurde u. a. auf Initiative der damaligen Bundesregierung und Russlands eine Sondersitzung der CCAMLR einberufen. Australien, Frankreich und die Europäische Union (vertreten durch die Kommission) schlugen ein Netzwerk von MPAs in der Ost-Antarktis vor. Ein Vertrag, der auf einem Treffen der Kommission im Juli 2013 ausgehandelt werden sollte, platzte aufgrund des Widerstands des Mitglieds Russland.
Bewertungen Volker Siegel von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei beurteilte die Ziele der Kommission 2006 als . Sie fordere die Bestände an Meerestieren stets über dem Niveau zu halten, das die größte jährliche Nettoproduktion sicherstelle. Der Ökosystemare Ansatz stehe im Vordergrund. schrieb er 2006.
Die damalige EU-Kommissarin für maritime Angelegenheiten Maria Damanaki gab die Position der EU nach der CCAMLR-Sondersitzung 2013 in Bremerhaven wieder. Sie war verärgert darüber, dass CCAMLR nicht in der Lage war, eine Vereinbarung zu treffen.
Zusammenarbeit Die Kommission arbeitet auch mit Nichtregierungsorganisationen zusammen:Cooperation with others CCAMLR vom 26. Juli 2022, abgerufen am 30. April 2023.
Antarctic and Southern Ocean Coalition. (ASOC) Association of Responsible Krill harvesting companies (ARK) Coalition of Legal Toothfish Operators (COLTO).
Publikationen Peter Young (Filmemacher): The Last Ocean, Dokumentarfilm, der den Überlebenskampf dieses Gebietes gegen menschliche Eindringlinge beschreibt Antiphon Verlag: Gesetz zu dem Übereinkommen vom 20. Mai 1980 über die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis. 2018, ISBN 978-3-7314-2587-8.
Weblinks Offizielle Website Fischerei im Südpolarmeer Greenpeace Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis Umwelt-Bundesamt Weltweite Fischbestände
Einzelnachweise
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