Das Lichter Filmfest Frankfurt International ist ein Filmfestival, das seit 2008 einmal pro Jahr – jeweils im Frühjahr – in Frankfurt am Main und der Metropolregion Rhein-Main stattfindet. Neben internationalen Filmen, VR-Produktionen und Videokunst werden regionale Filmproduktionen im Wettbewerb um den besten Kurz- und Langfilm gezeigt. Zudem gibt es ein kuratiertes Filmprogramm unter dem Titel „Zukunft Deutscher Film“.

mini|Eröffnung des 17. Lichter Filmfest Frankfurt International|305x305px Geschichte Das Lichter Filmfest Frankfurt International fand zum ersten Mal 2008 auf Initiative von Festivaldirektor Gregor Maria Schubert unter dem Namen Lichter Filmtage Frankfurt/Rhein-Main statt. Gegründet von Gregor Maria Schubert, Stephan Limbach, Mark Liedtke, Alexander Dumitran und Cordula Mack wird es heute von Gregor Maria Schubert und Johanna Süß geleitet, die durch ein Team von Ehrenamtlichen unterstützt werden.Eva-Maria Magel: »So soll es weitergehen!«, in: F.A.Z. am Sonntag

Von einer Werkschau für regionale Filmproduktionen wurde das Festival in den folgenden Jahren zu einem Wettbewerb und einer international ausgerichteten Filmschau ausgebaut. Vom ehemaligen AtelierFrankfurt unweit des Frankfurter Hauptbahnhofs zog das Festival zum ehemaligen Frankfurter Turmpalast-Kino in der Frankfurter Innenstadt. Das Filmfestival nutzt Leerstände in Frankfurt, wie die Diamantenbörse oder das Bürogebäude Vau, und bespielt diese mit Filmen und Veranstaltungen während des Festivals und darüber hinaus. Beispielsweise zeichnet der Lichter Art Award (gegründet 2008 als „Kunstlichter“, seit 2010 kuratiert von Saul Judd) neue Videokunst aus; Installationen und Diskussionsrunden im Festivalzentrum zeigen neue Perspektiven und nähern sich dem Film und Festivalthema von einer theoretischen Seite. 2012 wurde das Lichter Filmfest Frankfurt International als Bewegungsmelder durch die „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ der Bundesregierung ausgezeichnet., auf kultur-kreativ-wirtschaft.de 2013 fand das Filmfestival unter der Schirmherrschaft von Volker Schlöndorff statt. In den Jahren 2014 bis 2017 folgten Leander Haußmann, Edgar Reitz und Doris Dörrie in dieser Funktion. Der „Workshop Filmkritik“ gibt seit 2014 in Kooperation mit der hessischen Film- und Medienakademie und unter der Leitung von Bert Rebhandl und Carolin Weidner Studierenden die Möglichkeit zur journalistischen Auseinandersetzung mit dem Medium Film. Auf Initiative von Edgar Reitz thematisierte 2018 ein Kongress die Zukunft des Deutschen Films. Etwa hundert Filmschaffende erarbeiteten mit den Frankfurter Positionen zur Zukunft des deutschen Films ein Konzept, das grundlegende Neuerungen in Förderung und Finanzierung, Ausbildung und Filmbildung, Vertrieb und Kinokultur empfiehlt., auf lichter-filmfest.de

Das Festival finanziert sich aus öffentlichen Zuschüssen, Spenden und Sponsoring, in den Jahren 2012, 2016, 2017 und 2018 auch über Crowdfunding.Gutting, Peter: »Im Niemandsland«, in: Die Rheinpfalz

Außerhalb des Festivalzeitraums veranstaltete der Lichter Filmkultur e. V. die „Frankfurter Sequenzen“, „essenkochenfilme“ und ein Filmpicknick am Ufer des Schwanheimer Fähranlegers in Höchst. Seit 2014 richtet der Verein das „Freiluftkino Frankfurt“ aus. 2019 startete zudem das „Sommerkino im Altwerk“ in Rüsselsheim und 2022 das „High Rise Cinema“ in Frankfurt am Main, das Kinofilme auf verschiedenen Dachterrassen Frankfurts zeigt.

Im Jahr 2023 wurde dem Verein und seinem Festival in der Frankfurter Paulskirche der Binding-Kulturpreis für herausragende kulturelle Leistungen in Frankfurt am Main und der Rhein-Main-Region verliehen.

Von einem improvisierten Kino und 3.300 Besucher im ersten Jahr, auf filmhaus-frankfurt.de ist das Lichter Filmfest 2018 auf über einhundert Filme und Veranstaltungen sowie 13.000 Besucher gewachsen., auf hessenschau.de

2025 starteten die Filmfestivals dokKa Karlsruhe, Kasseler Dokfest, Lichter Filmfest Frankfurt International, Doxumentale Berlin und DOK.fest München die gemeinsame Streamingplattform dok@home für Dokumentarfilme.

Programm mini|Schild mit Design zum Jahresthema "Zukunft" Teil des Festivals ist das internationale Filmprogramm, das sich seit 2012 einem thematischen Schwerpunkt widmet. Nach „Revolution“ im ersten Jahr war 2013 das Thema „Stadt“;Dannenberg, Pascale Anja: »Lichter der Großstadt«, in: F.A.Z. 2014 ging es um „Humor, Komik und Komödie“., Echo vom 23. März 2014 2015 wurden Filme aus aller Welt zum Thema „Geld“ gezeigt., auf hr-online.de 2016 war es das Thema „Grenzen“, 2017 „Wahrheit“, 2018 „Chaos“, 2019 „Natur“, 2020 „Macht“, 2021 „Wandel“, 2022 „Freiheit“, 2023 „Liebe“, 2024 „Zukunft“, 2025 "Angst" und 2026 "Kunst".

Weitere Sektionen sind: Wettbewerb Regionalfilm (Kurzfilm, Langfilm) Filme außerhalb des Wettbewerbs (Kurzfilm, Langfilm) Zukunft Deutscher Film (Langfilm) Virtual Reality Storytelling Wettbewerb (Internationaler Wettbewerb) Thematisches Begleitprogramm (Vorträge, Panels, Branchengespräche) Lichter Art Award (Internationaler Wettbewerb mit Ausstellung)

Zum Programm gehören neben Filmvorführungen auch Diskussionsrunden und Branchengespräche für die Filmschaffenden des Rhein-Main-Gebiets sowie Konzerte. Das Lichter Filmfestival gastiert zudem regelmäßig in den Kinos der Region und der Partnerstädte.

Kongress „Zukunft Deutscher Film“ Im April 2018 kamen beim Lichter Filmfest in Frankfurt etwa 100 Filmschaffende zusammen. Sie erarbeiteten ein Konzept, wie grundlegende Neuerungen in Förderung und Finanzierung, Ausbildung und Filmbildung, Vertrieb und Kinokultur zu einer Belebung des deutschen Films beitragen könnten: die „Frankfurter Positionen“.

Nachdem die „Frankfurter Positionen“ entstanden waren, sorgten sie ein Jahr später noch immer für Diskussionen; unter anderen auf der Berlinale zur Zukunftsfähigkeit der deutschen Filmförderung. Beim 12. Lichter Filmfest fand ein Gesprächstag mit Vertretern aus der Politik statt. Im Rahmen von Lichter-On-Demand im Jahr 2020 initiierte das Festival eine Podcast-Reihe, die sich mit den Auswirkungen von Rechtspopulismus und der „Corona-Krise“ auf die Filmbranche beschäftigt. Diese Reihe wurde zum zweiten On-Demand-Festival im Jahr 2021 mit einem englischsprachigen Panel zur Zukunft der Filmkultur fortgeführt.

Der zweite Kongress „Zukunft Deutscher Film“ fand mit der Titelergänzung „Forum Europa“ parallel zum Festival in mehreren Frankfurter Museen und Kultureinrichtungen statt. In Kooperation mit der FERA, der europäischen Interessenvertretung von Film- und Fernseh-Regisseuren, waren Gäste aus europäischen Ländern geladen; darunter der griechisch-französische Regisseur Costa-Gavras. In Vorbereitung auf den zweiten Kongress erschien im Dezember 2021 die Publikation „Das Andere Kino“ – mit Beiträgen u. a. von Edgar Reitz, Daniela Kloock, Rüdiger Suchsland, Vinzenz Hediger – die sich in verschiedenen Texten mit der Zukunft des Kinos beschäftigt.

Unter dem Motto „100 Jahre Frankfurter Positionen“ fand der dritte Kongress statt. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Instituts für Sozialforschung, das den Kongress mitorganisierte, befasste sich dieser mit der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule und begab sich dabei auf die Suche nach einer besseren Zukunft für die Filmkultur. Fünf Jahre „Frankfurter Positionen“ waren zudem Anlass, deren politische Wirkkraft – vor dem Hintergrund der anstehenden Novelle des Filmförderungsgesetzes – zu reflektieren. Beim Kongress sprachen u. a. Irene von Alberti und Frieder Schlaich (Filmgalerie 451), Dominik Graf, Alfred Holighaus, Wolfgang M. Schmitt, Moritz Baßler und Sophie Linnenbaum. In Vorbereitung auf den dritten Kongress erschien die Publikation Not und Zerstreuung.

Der vierte Kongress „Zukunft Deutscher Film“ widmete sich Europa. Unter anderen nahmen Monika Grütters, Jutta Brückner, Elisabeth Bronfen, Albert Serra, Bill Anderson, Kazimierz Suwała und Juliette Prissard daran teil. Alexander Kluge war dem Kongress live zugeschaltet.

Im April 2025 stand der fünfte Kongress unter dem Leitmotiv „Angst“. Drei Tage lang diskutierten Filmschaffende, Wissenschaftler und Kulturschaffende, wie dieses fundamentale Gefühl Kultur, Filmproduktion, Medien und Erzählweisen prägt.

Der sechste Kongress widmete sich unter dem Motto "Film.Kunst.Jetzt" der Bedeutung von Kunst und deren Verhältnis von Film zu anderen künstlerischen Disziplinen.

Wettbewerbskategorien und Preisträger mini|Der Lichter-Bembel wird den Preisträgern des Lichter Filmfests Frankfurt International überreicht mini|Preisverleihung des 16. Lichter Filmfest Frankfurt International im Massif Arts|312x312px

Die Filmkultur in Hessen und der Rhein-Main-Region wird mit den Regionalen Lang- und Kurzfilmwettbewerben geehrt. Seit 2011 zeichnet der Lichter Art Award zeitgenössische Videokunst aus aller Welt aus.Filme vom Filmnachwuchs gesucht – Online Festival Ankündigungen – Publikumswahl, auf baf-berlin.de, abgerufen am 11. Februar 2021 In dem international ausgeschriebenen VR Storytelling Award suchen die Festivalmacher seit 2017 nach herausragenden Virtual Reality-Filmen.Filme für 14. Lichter Filmfest gesucht, auf beta.blickpunktfilm.de, abgerufen am 11. Februar 2021 Von 2016 bis 2018 wurde während des Festivals der beste Beitrag im internationalen Programm mit dem International Feature Award ausgezeichnet.

Die Gewinner werden mit dem „Lichter-Bembel“ ausgezeichnet, einem typischen Frankfurter Apfelweinkrug. Der Regionale Langfilmpreis der Dr. Marschner Stiftung ist mit 3.000 Euro dotiert. Für Lichter Art Award, VR Storytelling Award sowie den besten regionalen Kurzfilm werden 1.000 Euro vergeben. Zudem hat Binding einen Publikumspreis in Höhe von 2.000 Euro ausgelobt.

Regionaler Langfilmpreis 2008: Video Kings von Daniel Acht und Ali Eckert 2009: Endstation der Sehnsüchte von Sung-Hyung Cho 2010: Das Schreiben & das Schweigen von Carmen Tartarotti 2011: Im Alter von Ellen von Pia Marais 2012: Babycall von Pål Sletaune 2013: Im Land Dazwischen von Melanie Gärtner 2014: Erhobenen Hauptes von DocView 2015: Sin & Illy still alive von Maria Hengge und Conduct! Jede Bewegung zählt von Götz Schauder 2016: Meine Brüder und Schwestern im Norden von Sung-Hyung Cho 2017: A Gravame – das Stahlwerk, der Tod, Maria und die Mütter von Tamburi von Peter Rippl 2018: Männerfreundschaften von Rosa von Praunheim 2019: Khrustal von Darya Zhuk 2020: Live von Lisa Charlotte Friederich 2021: Street line von Justin Peach und Lisa Engelbach 2022: Als Susan Sontag im Publikum saß von RP Kahl 2023: Einzeltäter Teil 3 – Hanau von Julian Vogel und Fitness California – Wie man die Extra Meile geht von Nadine Zacharias 2024: Ellbogen von Aslı Özarslan 2025: Das deutsche Volk von Marcin Wierzchowski 2026: In Case We Never Meet Again von Noaz Deshe

Regionaler Kurzfilmpreis 2008: Der Jäger und der Bär von Joachim Brandenberg 2009: Adamsapfel von Johannes Baptista Ludwig und Sascha Geerdts 2010: T.R.A. von Eva Becker 2011: N Gschichtn von Eva Becker 2012: Die alte Frau von Ariane Mayer 2013: Misguided von Lukas Rinker 2014: Bahar im Wunderland von Behrooz Karamizade und RE50 Richtung Wächtersbach von Leslie Bauer 2015: Ein bisschen Normalität von Michael Schaff und Thomas Toth 2016: In the Distance von Florian Grolig 2017: Über Druck von Sebastian Binder und Fred Schirmer 2018: Horizont von Peter Meister 2019: We will survive von Nele Dehnenkamp 2020: Nachtschicht von David Dybeck 2021: Milk von Jennifer Kolbe 2022: 21:71 Uhr von Joey Arand 2023: Поки тут тихо. (It is quiet here.) von Olena Podolianko und Novruz Hikmet 2024: Gaze in battle von Ayla Pierrot Arendt 2025: Monika von Geeske Janßen 2026: Die Unvorzeigbarkeit dessen, was nie hätte geschehen sollen von Silke Schönfeld

Lichter Art Award 2011: Caja Tarro Silla Marco von Luciana Lamothe 2012: Dear What’s Your Face von Oliver Husain 2013: Sent på Jorden von John Skoog 2014: Unmanned Distances von Bertrand Flanet