Die Lily war ursprünglich ein Zweimastschoner, der 1934 für den Film „Die Meuterei auf der Bounty“Meuterei auf der Bounty (Metro-Goldwyn-Mayer, 1935) (Mutiny on the Bounty) mit den Schauspielern Clark Gable und Charles Laughton zum Dreimaster Bounty umgebaut wurde.

Schiffsdaten Lily wurde von der Werft Dickie Brothers in San Francisco entworfen und dort 1882 für die Reederei J.C. Hawley gebaut. Sie hatte ein Schwesterschiff Ivy. Die Länge über alles betrug 31,25 m, die Breite 8,78 m und der maximale Tiefgang 2,68 m.Eighteenth Anual List of Merchant Vessels of the United States. Government Printing Office, Washington 1886, S. 46

Betrieb Den zeitgenössischen Zeitungsberichten von der Westküste nach hatte Lily ein bewegtes Dasein. Nach der Indienststellung stellte man schnell fest, dass das Rigg überdimensioniert war. Vom Hauptmast wurden 2 Meter, vom Fockmast entsprechend weniger abgenommen. 1895 wurde sie vom Robbenjäger zum Societyracer. 1909 musste sie, von Oregon kommend, einen Wintersturm vor San Francisco abwettern.

Lily hatte mehrere „Filmkarrieren“. Schon 1921 war die erste beendet, als ihr Verkauf bekanntgegeben wurde. Nach einem kurzen Ausflug nach Mexiko kaufte ein Captain All den Schoner für Geschäfte in Nicaragua. Dem Anschein nach waren diese Geschäfte, unter anderem Schnapstransport, nicht immer legal, und Captain All verlor Lily an den kanadischen Staat.

In den späten 1920ern war Lily wieder im Filmgeschäft aktiv. Sie war zum Beispiel in den Filmen Unsichtbare FesselnUnsichtbare Fesseln (The Single Standard, Stummfilm, Metro-Goldwyn-Mayer, 1929) mit Greta Garbo und The Ship from ShanghaiThe Ship from Shanghai (Metro-Goldwyn-Mayer, 1930) beteiligt. Die Filmproduktionsgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer ließ Lily bis 1934 von der California Shipbuilding Corporation in Wilmington, Kalifornien zu einem seetüchtigen Dreimast-Vollschiff umbauen.Old Sailing Vessels „Made Up“ as Famous Ships for the Movies. In: Popular Science Monthly, Januar 1936, S. 20–21 Bei: winthrop.dk. Abgerufen am 14. Mai 2023. Als Bounty fuhr das Schiff gemeinsam mit dem zweiten Schiff der Produktion, Nanuk, Darstellerin der Pandora für Filmaufnahmen am Originalschauplatz von Los Angeles nach Tahiti.

Erst 1946 wird vom Ende der Filmkarriere berichtet. Lily wird „der Hollywood-Lebkuchen abgenommen“ und sie wird wieder zum Schoner umgebaut, um Anglern eine Basis im Catalina-Kanal vor Los Angeles zu bieten.

Einige Fotos und Zeichnungen der Lily sind in JaySeas Blog The First Bounty Replica zu finden.

Literatur

Einzelnachweise

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