Clement Talbot Ltd war ein britischer Automobilhersteller, der von 1903 bis 1938 tätig war.
Die Aufbauphase (1903 bis 1919) Eine in England gegründete Gesellschaft, deren Hauptbeteiligter Charles Chetwynd-Talbot, 20. Earl of Shrewsbury, 5. Earl Talbot (1860–1921) war, importierte ab 1903 französische Autos der Marke Clément, die unter diesem Namen bis 1903 hergestellt wurden und in England zunächst unter dem Namen Clement-Talbot auf den Markt kamen. 1904 begann die Montage von eigenen Automobilen mit Bauteilen, die Clément lieferte – jetzt unter dem Namen Établissements Clément-Bayard. Ab November 1904 lautete der Markenname Talbot. 1906 wurde der erste ausschließlich in England hergestellte Talbot angeboten. 1909 wurde der Radrennfahrer Frank Shorland Vorsitzender und Generaldirektor.
Übernahme durch Darracq (1919)
Darracq übernahm 1919 das Unternehmen und verwendete ein Jahr lang den Markennamen Talbot-Darracq für Personenwagen, die in Frankreich produziert wurden. Für Rennwagen aus den Produktionsstätten beider Länder wurde dieser Markenname noch bis etwa 1930 verwendet. Der Markenname der britischen Personenwagen lautete weiterhin Talbot.
Die Sunbeam-Talbot-Darracq-Phase (1920 bis 1935)
1920 kaufte Darracq außerdem die Marke Sunbeam und gründete die Gruppe STD (Sunbeam-Talbot-Darracq). Die Markennamen der britischen Fahrzeuge blieb unverändert Talbot und Sunbeam. Zwischen 1920 und 1927 wurden Autos mit sehr unterschiedlicher Motorisierung gebaut: Im Angebot standen Vierzylindermodelle mit 1,6 und 2,1 Liter Hubraum. 1927 ergänzten drei Motorvarianten eines Sechszylinders mit einem Hubraum von 2,8 bis 3 Liter das Angebot.
Die Rootes-Phase (1935 bis 1953) Als die STD-Gruppe 1935 zahlungsunfähig wurde, übernahm die Rootes-Gruppe den englischen Unternehmensteil. Die englische Marke Talbot wurde 1938 eingestellt, Rootes nutzte jedoch die Marke Sunbeam-Talbot bis 1953.
Britische Talbot-Modelle Modell Bauzeitraum Zylinder Hubraum cm³ Radstand mm6 hp19041 11 hp19042 Reihe152614 hp19044 Reihe241320 hp19044 Reihe30527 hp19052 Reihe1005177810/12 hp1905–19082 Reihe18852362–278112/16 hp1905–19074 Reihe27242235–259120/24 hp1905–19074 Reihe37702337–278124/30 hp1905–19074 Reihe4398289635/40 hp1905–19114 Reihe4398–63352997–31758/10 hp1906–19082 Reihe12482007–243810/16 hp1907–19084 Reihe159015 hp1907–19084 Reihe29782489–294650/60 hp1907–19084 Reihe924032519/11 hp19082 Reihe12 hp1908–19154 Reihe2409284525 hp1908–19094 Reihe4562297235 hp1908–19104 Reihe5429299720/40 hp1910–19146 Reihe36143048–335325 hp1910–19134 Reihe4576304815 hp1911–19134 Reihe3563294635 hp19114 Reihe6082299715/20 hp1914–19154 Reihe26102845–307320/30 hp1914–19154 Reihe3563322625/50 hp1914–19224 Reihe44473226–337825/50 hp19156 Reihe3912353114 hp19214 Reihe1955299716 hp19214 Reihe2514307336 hp19216 Reihe3922353112/30 hp1922–19246 Reihe145430488/18 hp1922–19264 Reihe970246410/23 hp1923–19264 Reihe10742858–304812/30 hp19246 Reihe1612317516/50 hp1924–19256 Reihe2540328918/55 hp19256 Reihe2540327714/45 hp1926–19356 Reihe16662819–306120/60 hp1926–19286 Reihe29163277–344818/70 hp19306 Reihe2276304890 hp1930–19376 Reihe22762896–306175 hp1931–19376 Reihe22762896105 hp1931–19376 Reihe2969289695 hp1933–19366 Reihe29693061110 hp1935–19376 Reihe33783061819368 Reihe4504315010 hp1936–19394 Reihe118523623 litre1937–19386 Reihe31812997
Literatur Jacques Borgé, Nicolas Viasnoff: Talbot-Automobile. Geschichte einer großen europäischen Marke. Schrader & Partner, München 1981, ISBN 3-922617-02-6.
Weblinks
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