Die Sportunion Österreich (Eigenschreibweise SPORTUNION) ist einer der drei Sportdachverbände Österreichs. Rund 731.000 Mitglieder in 4.750 Vereinen (Stand: 1. Jänner 2026) gehören der Sportorganisation an.Wir über uns, abgerufen am 3. März 2025 Der Sitz des Generalsekretariats befindet sich in Wien. Die Sportunion ist, wie der ASVÖ, laut ihren Statuten parteiunabhängig. Zahlreiche Spitzenfunktionäre sind jedoch mit der ÖVP eng verbunden. Sie gehört der Fédération Internationale Catholique d’Education Physique et Sportive (FICEP) und der Fédération Internationale Sportive de l’Enseignement Catholique (FISEC) an.

Die Sportunion fördert den Leistungs- ebenso wie den Breiten- und Gesundheitssport und engagiert sich auch verstärkt in den Bereichen individuelle Fitness und Wellness. Sie ist in die neun Bundesländer geografisch gegliedert. Die Sportunion hat das Austria Gütezeichen erhalten.

Geschichte Bereits 1900 kam es zur Gründung des ersten Christlich-Deutschen Turnvereins „Christlich-Deutscher Turnerbund“, 1914 dann zur Verbandsgründung der Christlich-Deutschen Turnerschaft Österreich (CDTÖ). Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1921 die CDTÖ neugegründet, die unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs aufgelöst wurde. Der Verbandsobmann war zum damaligen Zeitpunkt Dr. Josef Pultar, der bei der Gründung der Österreichischen Turn- und Sport-Union (später SPORTUNION) 1945 auch erster Verbandsobmann war. Das Bestreben bei der Gründung des neuen Verbandes am 2. Mai 1945 war, auf der Basis christlicher Werte einen parteipolitisch unabhängigen, Turnen und Sport vereinenden Verband zu schaffen. Die Gründung erfolgte durch Heinz Clabian (1901–1973), Josef Wicke (1887–1967), Hans Fuchs (1890–1986) und Franz X. Gfatter (1906–1986) im Wiener Schottenstift.Austria-Forum: 50 Jahre Österreichische Turn- und Sportunion

Anfangsjahre Mit Unterstützung der ÖVP gelang es, in der Falkestraße 3 eine „Verbandshauptstelle“ einzurichten. Die Landesverbände Wien (2. Mai 1945), Niederösterreich (21. Juni 1945), Oberösterreich (23. September 1945) und Salzburg (14. Oktober 1945) wurden gegründet. Verbands-Nachrichten der Österreichischen Turn- und Sport-Union mit dem Namen „UNION-POST“ erschienen. Die Landesverbände Burgenland (2. Februar 1946), Tirol (2. Februar 1946), Steiermark (17. Februar 1946) und Kärnten (15. Mai 1946) folgten. Der 1. Ordentliche Verbandstag fand am 26.–27. April 1947 im Hotelrestaurant „Zu den drei Mohren“ in Linz statt. Josef Pultar wurde zum ersten Bundesobmann gewählt und behält dieses Amt bis 1954.

Mit der Einführung der „Ländertagungen“ 1952 wurden die Interessen der Länder besonders berücksichtigt. Die Verbandshauptstelle übersiedelte 1952 auch in die Falkestraße 1. Nikolaus Frcek wurde 1954 Bundesobmann. Für die Dauer von 2 Jahren blieb er in seiner Funktion tätig, bevor er aus beruflichen Gründen im Jahr 1956 sein Amt zurücklegt. Im September 1956 wurde der Landesverband Vorarlberg gegründet. Der 5. UNION-Bundestag fand am 2. Februar 1957 in Wien statt. KR Anton Marousek wurde neuer Bundesobmann. Erstmals erschien mit Elisabeth Bottig, als Vertreterin der Katholischen Jugend, eine Frau in der Bundesleitung.

Ära Finder und BSO-Gründung Am 26. April 1969 fand die Gründungssitzung der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) mit der Sportunion im Wiener Rathaus statt. Diese fungiert als zentrale Koordinations- und Beratungsplattform innerhalb des österreichischen Sportsystems. Beim ordentlichen Ländertag im November 1969 wurde Sekt. Josef Finder als Bundesobmann kooptiert, ein Jahr später beim 10. Bundestag gewählt. Der 10. UNION-Bundestag fand am 7. November 1970 in Wien statt. Sekt. Josef Finder wurde offiziell neuer Bundesobmann. Die UNION zählte damals 460.457 Mitglieder in 1209 Vereinen. Davon betrieben 62,27 % Leistungssport. 1977–1991 wurde er außerdem Präsident der FICEP. Finder besuchte im April 1982 als Präsident der FICEP Papst Johannes Paul II. Beim 16. UNION-Bundestag am 17. November 1990 wurden die Funktionsbezeichnungen geändert: Der Obmann wird zum Präsident. Die „-warte“ werden zu Vorsitzenden von Ausschüssen bzw. zu Referenten. Im Rahmen des 18. UNION-Bundestages am 1. Juni 1996 wurde Hermann Gruber neuer Präsident.

Ära Prokop und Namensänderung Der 19. UNION-Bundestag fand am 6. November 1999 im Casino Baden mit 500 Delegierten statt. Die neue Präsidentin LH Stellv. Liese Prokop ruft in ihrer Antrittsrede dazu auf, die UNION zur sportlichen Gemeinschaft werden zu lassen, an der man in Österreich nicht vorbeikommt. Im Rahmen des 20. UNION-Bundestages am 12. Oktober 2002 in Niederöblarn wurde der Verbandsname von „Österreichische Turn- und Sport-Union“ auf „Sportunion Österreich“ geändert und eine Statutenänderung beschlossen. Die FICEP Sommerspiele fanden im Sommer 2003 in Linz mit 800 Teilnehmern aus 9 Nationen statt, auch das FICEP Jugendlager wurde ausgetragen. (300 Teilnehmer aus 13 Nationen) Die FICEP Winterspiele fand im Dezember 2005 in Filzmoos statt, 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 5 Nationen nehmen teil. Am 31. Dezember 2006 starb unerwartet Innenministerin Liese Prokop, Präsidentin der Sportunion Österreich (1999–2006), Vizepräsidentin des ÖOC und der BSO.

UGOTCHI und die 2000er-Jahre Gegen den Bewegungsmangel bei Kindern im Volksschulalter schickte die Sportunion im Februar 2007 „UGOTCHI“ ins Rennen. Das kleine gelbe Küken animiert jährlich 100.000 Kinder im Alter von 2–10 Jahren zu mehr Bewegung in der Schule, im Sportverein und in der Freizeit. Am 2. Juni 2007 fand erstmals ein außerordentlicher UNION-Bundestag statt. Abg.z.NR Peter Haubner wurde neuer Präsident der Sportunion Österreich. Die FICEP Sommerspiele fanden im Sommer 2008 in Linz mit 800 Teilnehmern aus 12 Nationen statt. Die drei Breitensportverbände gründeten im April 2014 die gemeinnützige „Fit Sport Austria GmbH“ und führten die Agenden der Initiative „FIT für Österreich“ fort. Beim 23. Ordentlichen Bundestag am 15. November 2014 in Linz wurde der Generaldirektor der UNIQA Österreich AG, Hartwig Löger (NÖ), zum neuen Präsidenten der Sportunion gewählt. Das Integrationsprojekt „Sport verbindet uns!“ wurde im April 2015 von der Sportunion initiiert und vom Sportministerium gefördert. Das Projekt „Bewegt im Park“ im Auftrag des Hauptverbands und des Sportministeriums wurde erstmals im Juni 2016 umgesetzt. Das UNIQA Trendsportfestival ging im Juni 2017 in die erste Runde. Im Februar 2018 übernahm Michaela Steinacker die Präsidentschaft von Hartwig Löger, der Finanzminister wird.

Ära McDonald und die Corona-Pandemie Peter McDonald wurde am 30. Juni 2018 zum Präsidenten gewählt, ein Sportunion-Ehrenkodex wurde in die Statuten implementiert. Im Mai 2019 wurde in Kooperation mit Uniqa Insurance Group das „Trendsportfestival“ ins Leben gerufen.Gesundheit, die Spaß macht, beim UNIQA Trendsportfestival 2019 entdecken, In: ots.at. vom 29. Mai 2019, abgerufen am 30. Mai 2019. UGOTCHI „Punkten mit Klasse“ feierte im März 2020 15-jähriges Jubiläum. Der Lockdown und Maßnahmen im Zuge der COVID-19-Pandemie in Österreich führten zu erheblichen Beschränkungen des Sportbetriebs, weshalb der Verband eine digitale Sportoffensive startete. Die digitale, tägliche Turnstunde wird innerhalb kürzester Zeit aufgrund der Corona-Virus-Einschränkungen realisiert und neben weiteren Online-Angeboten zum vollen Erfolg.sportunion.at | Geschichte Nach dem ersten Lockdown startete die Sportunion im Mai 2020 eine Sommersportoffensive mit zahlreichen Initiativen, wo sie unter anderem die Öffnung der öffentlichen Schulsportstätten gefordert wurde.ots.at | SPORTUNION will Österreich mit Sommersportoffensive fit machenorf.at | Sportunion will Österreich fit machen Im Juli 2020 wurde zum ersten Mal in der Geschichte eine „Katastrophenhilfe“ des Bundes für Sportvereine geschaffen. Insgesamt 700 Millionen Euro beinhaltet der Non-Profit-Organisationen-Fonds (NPO) der gemeinnützigen Vereinen in der Krisenzeit zugutekommt.ots.at | SPORTUNION zu NPO-Fonds: Wir müssen 100 Prozent der Sportvereine durch die Krise bringen Im Herbst 2020 folgte eine Vereinsoffensive, wo eine Studie und ein entsprechendes Impulsprogramm präsentiert wurden, mit welchem Österreichs 15.000 Sportvereine nachhaltig gestärkt und fit für die Zukunft nach der Krise gemacht werden sollen. Unter anderem wird ein Steuerbonus für den Sport oder mehr Rechtssicherheit für gemeinnützige Vereine eingefordert.ots.at | SPORTUNION startet Vereinsoffensive für Österreichorf.at | Sportunion fordert Impulsprogramm

Im Rahmen des Übergangs ins Jahr 2021 wurde erstmals ein digitaler Silvester- und Neujahrslauf veranstaltet in Partnerschaft mit Wings for Life, rund 3.000 Teilnehmende haben dabei über 20.000 Euro für die Heilung von Querschnittslähmung gespendet.sportunion.at | Spendenübergabe: SPORTUNION überreichte mehr als 20.000 Euro an Wings for Life Darüber hinaus setzte sich der Dachverband im Verlaufe des Pandemie-Jahres weiterhin aktiv für die Anliegen von Österreichs Sport- und Vereinswesen ein. Im März 2021 kam es dabei etwa zu ersten Öffnungsschritten im Vereinssport für Kinder nach einem Lockdown.ots.at | SPORTUNION: Unsere erfolgreiche Überzeugungsarbeit öffnet Vereinssport für Kinder Der Dachverband organisierte darüber hinaus in Kooperation mit SIMPLY STRONG in Partnerschaft mit der UNIQA sowie dem ÖFB (Österreichischen Fußball-Bund) die Bewegungsinitiative „UGOTCHI – Punkten mit Klasse“ an rund jeder dritten Volksschule Österreichs mit rund 50.000 Kindern.ots.at | SPORTUNION, ÖFB und SIMPLY STRONG starten mit rund 50.000 Volksschulkindern eine Bewegungsoffensive Im Rahmen des Wings for Life World Run veranstaltete der Verband mit den zahlreichen SPORTUNION-Vereinen eine Team-Challenge, wo erneut über 20.000 Euro geschafft wurden.sportunion.at | SPORTUNION-Vereine erlaufen rund 10.000 km und spenden über 20.000 Euro an Wings for Life Zudem wurde ein „Sport Deal“ mit dem Gesundheitsministerium und für die fortlaufende Corona-Krise wurde zudem eine „Nachwuchssport-Garantie“ für Minderjährige eingefordert.ots.at | SPORTUNION: „Sport Deal“ soll Teil der künftigen Gesundheitsförderung werdenots.at | SPORTUNION will „Nachwuchssport-Garantie“ für Österreich

Neue Initiativen und McDonald-Wiederwahl Die Sportunion will in Partnerschaft mit Österreichs Gemeinden zudem das Sport- und Vereinswesen nachhaltig stärken, mit „Sportgemeinderäten“ soll der Breitensport auf kommunaler Ebene vermehrt gefördert werden. Ähnlich wie bei den „Europagemeinderäten“ soll das Projekt über eine neu geschaffene übergeordnete Koordinationsstelle („Sportgemeinde Österreich“) erfolgen. Das vorhandene Potenzial und Synergien innerhalb der bestehenden Strukturen sollen damit optimiert und besser genutzt werden.ots.at | SPORTUNION: Interessensvertretung des Sports in den Gemeinden soll gestärkt werden Im Burgenland wurde ein Entschließungsantrag zu diesem Vorhaben im November 2021 vom Landtag mehrheitlich beschlossen. 2022 hat der burgenländische Landesverband mit Präsidentin Karin Ofner, Projekt-Initiator Sascha Krikler sowie dem ÖVP-Sportsprecher im Nationalrat Christoph Zarits nähere Eckpunkte mit dem inhaltlichen Konzept zu den „Sportgemeinderäten“ bei einer Pressekonferenz präsentiert. Über die Koordinationsstelle sollen Entwicklung, Nominierungsverfahren, Workshops und vor allem der Austausch der Beteiligten zu Sportfragen abgewickelt werden.