Der Große Preis von Las Vegas 1981 (offiziell 1st Caesars Palace Grand Prix) fand am 17. Oktober auf dem Caesars Palace Grand Prix Circuit in Paradise statt und war das 15. und letzte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1981.
Berichte Hintergrund Nachdem zu Beginn der Saison der Große Preis der USA West in Long Beach stattgefunden hatte, war für das Saisonfinale wie in den Jahren zuvor ein Großer Preis der USA Ost in Watkins Glen geplant gewesen. Da diese Strecke jedoch nicht mehr den damals aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprach, wurde nach einer Alternative gesucht. Diese fand man in Form eines Stadtkurses auf dem Parkplatz des Caesars Palace in Las Vegas. Da die Stadt allerdings nicht im Osten der USA, sondern ebenso wie Long Beach eher westlich lag, musste eine neue Bezeichnung gewählt werden. Man entschied sich für Caesars Palace Grand Prix beziehungsweise für den Namen der Stadt, in der das Rennen stattfand. Dies hatte es zuvor lediglich einmal gegeben, und zwar beim Großen Preis von Pescara 1957.
Die Gerüchte, dass Niki Lauda nach zwei Jahren Unterbrechung 1982 in die Formel 1 zurückkehren werde, waren inzwischen zur Gewissheit geworden.
Gegenüber dem Großen Preis von Kanada drei Wochen zuvor gab es keinerlei Änderungen im Fahrerfeld. Vor dem Rennen führte Carlos Reutemann mit 49 Punkten die Fahrerwertung an. Von den Verfolgern hatten noch Nelson Piquet (48 Punkte) und Jacques Laffite (43 Punkte) Titelchancen. In der Konstrukteurswertung hatte dagegen Williams mit 86 Punkten einen uneinholbaren Vorsprung auf Brabham, dessen Fahrer Piquet und Hector Rebaque lediglich 59 Punkte gesammelt hatten.
Da der Große Preis von Las Vegas erstmals ausgetragen wurde, trat kein ehemaliger Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Der mit nur noch einem Punkt in der WM-Tabelle führende Reutemann qualifizierte sich für die Pole-Position, womit er die beste Ausgangsposition zum Gewinn des WM-Titels hatte, zumal sein Kontrahent Piquet nur den vierten Startplatz belegte. Der noch amtierende Weltmeister Alan Jones, der beabsichtigte, an diesem Wochenende seinen letzten Grand Prix zu bestreiten, stand neben seinem Teamkollegen in der ersten Reihe. Er weigerte sich jedoch, diesen beim Kampf um die WM zu unterstützen, da er sich selbst nach wie vor als Nummer eins des Teams ansah und ausschließlich eigene Siegambitionen verfolgte. Für den dritten Startplatz qualifizierte sich Gilles Villeneuve. Alain Prost und John Watson bildeten die dritte Startreihe vor Patrick Tambay und Bruno Giacomelli.
Rennen Während Jones die Führung übernahm, fiel Reutemann noch vor der ersten Kurve hinter Villeneuve, Prost und Giacomelli auf den fünften Rang zurück. Da Villeneuve zunächst die Verfolger merklich aufhielt, konnte sich Jones einen Vorsprung herausfahren, der zu einem ungefährdeten Sieg des Australiers in seinem vorerst letzten Rennen führte.
In der dritten Runde wurde Villeneuve von Prost überholt, in der vierten Runde Watson von Laffite. Die beiden Duellanten um den WM-Titel befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf den Rängen sieben und acht außerhalb der Punkte. Diese Situation hätte Reutemann zum Gewinn des Titels gereicht. Villeneuve fiel in der 23. Runde mit defekter Benzineinspritzung aus. Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings bereits von der Rennleitung wegen Überfahrens seiner Startmarkierung beim Start disqualifiziert worden.
Ab der 17. Runde startete Piquet jedoch eine Aufholjagd, die ihn zunächst an seinem Kontrahenten vorbei und schließlich bis zur 33. Runde auf den dritten Rang nach vorn brachte. Reutemann gelangte unterdessen lediglich bis auf den fünften Rang nach vorn und wurde kurz darauf von Nigel Mansell auf Rang sechs verwiesen. In Runde 46 verdrängte ihn Giacomelli, der zwischenzeitlich auf den neunten Platz zurückgefallen war, wieder aus den Punkterängen. In derselben Runde nahm Prost, der durch einen Boxenstopp auf den sechsten Platz zurückgefallen war, wieder den zweiten Rang ein und verdrängte somit Piquet vom dritten Platz. Giacomelli und Mansell überholten den Titelanwärter ebenfalls, sodass dieser als Fünfter das Ziel erreichte und somit zwei WM-Punkte erhielt. Da Reutemann, der über weite Teile der Saison bis zuletzt die WM-Tabelle angeführt hatte, letztendlich als Achter mit einer Runde Rückstand auf den Sieger punktlos blieb, gewann schließlich Piquet seinen ersten WM-Titel mit einem Zähler Vorsprung.
Nicht zuletzt die Probleme innerhalb des Williams-Teams haben zum Verlust des Fahrer-Titels geführt. Da sich Jones geweigert hatte, Reutemann zu unterstützen und der überwiegende Teil des Teams ihm beipflichtete, wurden keine Positionswechsel der beiden in Österreich und Italien angeordnet. Im Nachhinein betrachtet, hätte diese damals durchaus erlaubte Stallorder vermutlich zum Titelgewinn des Argentiniers geführt.Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik 1950–2000, hrsg. v. Willy Knupp, RTL Buchedition: Zeitgeist Verlag: Düsseldorf/Gütersloh 2000, ISBN 3-89748-277-0, S. 225–226
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW07C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 011 4 5 Brabham BT49C 6 7 McLaren MP4/1 8 9 ATS D5 11 Lotus 87 12 14 Ensign N180B 15 Renault RE30 Renault EF1 1.5 V6t 16 17 March 811 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 20 Fittipaldi F8C 21 22 Alfa Romeo 179D Alfa Romeo 1260 3.0 V12 23 Alfa Romeo 179C 25 Ligier JS17 Matra MS81 3.0 V12 26 27 Ferrari 126CK Ferrari 021 1.5 V6t 28 29 Arrows A3B Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 31 Osella FA1B 32 Osella FA1C 33 Theodore TY01 35 Toleman TG181 Hart 415T 1.5 L4t 36
Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:17,821 168,849 km/h 1:18,343 167,724 km/h 1 2 1:18,236 167,953 km/h 1:17,995 168,472 km/h 2 3 1:18,457 167,480 km/h 1:18,060 168,332 km/h 3 4 1:18,954 166,426 km/h 1:18,161 168,115 km/h 4 5 1:18,433 167,532 km/h 1:18,760 166,836 km/h 5 6 1:19,975 164,301 km/h 1:18,617 167,139 km/h 6 7 1:19,874 164,509 km/h 1:18,681 167,003 km/h 7 8 1:20,570 163,088 km/h 1:18,792 166,768 km/h 8 9 1:19,044 166,237 km/h 1:19,623 165,028 km/h 9 10 1:19,594 165,088 km/h 1:19,068 166,186 km/h 10 11 1:20,132 163,979 km/h 1:19,152 166,010 km/h 11 12 1:19,878 164,501 km/h 1:19,167 165,978 km/h 12 13 1:19,966 164,320 km/h 1:19,197 165,915 km/h 13 14 1:19,338 165,621 km/h 1:19,217 165,873 km/h 14 15 1:20,337 163,561 km/h 1:19,562 165,154 km/h 15 16 1:20,555 163,118 km/h 1:19,571 165,136 km/h 16 17 1:21,964 160,314 km/h 1:19,774 164,715 km/h 17 18 1:19,899 164,458 km/h 1:21,347 161,530 km/h 18 19 1:21,116 161,990 km/h 1:20,475 163,281 km/h 19 20 1:21,299 161,626 km/h 1:20,729 162,767 km/h 20 21 keine Zeit – 1:20,781 162,662 km/h 21 22 1:22,491 159,290 km/h 1:21,294 161,636 km/h 22 23 1:21,889 160,461 km/h 1:21,430 161,366 km/h 23 24 1:22,616 159,049 km/h 1:21,629 160,972 km/h 24 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 24 Wagen begrenzt war, scheiterten Borgudd, Serra, Daly, Villeneuve sr., Henton und Gabbiani an der Qualifikation. 1:21,665 160,901 km/h 1:21,731 160,771 km/h – DNQ 1:22,612 159,057 km/h 1:21,672 160,887 km/h – DNQ 1:21,846 160,545 km/h 1:21,824 160,589 km/h – DNQ 1:22,977 158,357 km/h 1:22,822 158,653 km/h – DNQ 1:23,857 156,695 km/h 1:22,960 158,390 km/h – DNQ 1:26,634 151,673 km/h keine Zeit – – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 75 0 1:44:09,077 2 1:21,642 (14.) 2 75 1 + 20,048 5 1:21,249 (41.) 3 75 0 + 20,428 8 1:21,748 (54.) 4 75 0 + 47,473 9 1:22,477 (65.) 5 75 0 + 1:16,438 4 1:22,679 (31.) 6 75 1 + 1:18,175 12 1:21,337 (73.) 7 75 1 + 1:18,497 6 1:21,178 (32.) 8 74 0 + 1 Runde 1 1:22,916 (11.) 9 73 2 + 2 Runden 18 1:20,156 (49.) 10 73 0 + 2 Runden 20 1:24,370 (15.) 11 71 2 + 4 Runden 11 1:21,969 (49.) 12 69 2 + 6 Runden 14 1:20,302 (29.) 13 67 0 DNF 17 1:23,231 (25.) – 61 2 NC 24 1:24,606 (50.) – 42 0 DNF 22 1:25,104 (36.) – 29 0 DNF 10 1:21,883 (28.) – 20 0 DNF 16 1:23,012 (19.) – 19 2 DNF 23 1:26,133 (12.) – 10 0 DNF 19 1:24,619 (8.) – 10 0 DNF 13 1:23,473 (5.) – 2 0 DNF 7 2:02,696 (2.) – 2 0 DNF 15 2:22,696 (2.) – 0 0 DNF 21 – DSQ Villeneuve wurde wegen Überfahrens seiner Startmarkierung beim Start disqualifiziert. 22 – – 3 1:23,267 (8.) Anmerkungen
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Brabham-Ford 502 Williams-Ford 49 3 Williams-Ford 464Ligier-Matra 445Renault 436McLaren-Ford 277Ferrari 25 8Lotus-Ford 149Renault 11 10Brabham-Ford 11 11 Arrows-Ford 1012Tyrrell-Ford 1013Ferrari 914Lotus-Ford 815Alfa Romeo 7 16 Ensign-Ford / Theodore-Ford 417Alfa Romeo 318McLaren-Ford 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte19Theodore-Ford / Ligier-Ford 120ATS-Ford 121March-Ford / Ensign-Ford 122Ligier-Matra / Osella-Ford 023March-Ford 024Arrows-Ford 025Fittipaldi-Ford 026Fittipaldi-Ford 027Tyrrell-Ford 028Toleman-Hart 029ATS-Ford 030Tyrrell-Ford 031Osella-Ford 0–Toleman-Hart 0 –Ligier-Matra 0–Osella-Ford 0–Osella-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 952 61 3 544 445 346 287 228 109 10 Pos. Konstrukteur Punkte10 1011 512 113 114 015 016 017 0
Einzelnachweise
Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1
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