Marengo (Pl. Marenghi) war die umgangssprachliche Bezeichnung für ein goldenes 20-Franc-Stück, das in den Jahren 1800 und 1801 von der von Frankreich abhängigen, kurzlebigen Subalpinischen Republik (Piemont) herausgegeben wurde.
Aus 1000 Gramm schlug man, dem französischen Münzgesetz entsprechend, 155 Stück, sodass ein Stück 6 14/31 Gramm (6,4516 Gramm) wog. An Kupfer wurde ein Zehntel, also 13,427 As zugesetzt. Der Goldanteil betrug 120,843 As im Stück.Johann Friedrich Krüger: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde. Gottfried Basse, Quedlinburg und Leipzig 1830, S. 175.
Die Münze hat etwa 23 Millimeter Durchmesser und zeigt im Avers eine Minerva-Büste, darunter die Majuskeln A.L. des Turiner Medailleurs Amedeo Lavy. Die Umschrift L'ITALIE DÉLIVRÉE Â MARENGO (‚das bei Marengo befreite Italien‘) weist auf die Schlacht bei Marengo hin, die Napoleon Bonaparte gegen die Habsburgermonarchie gewann. Im Revers steht das Ausgabejahr L’AN 9 oder L’AN 10 nach dem französischen Revolutionskalender in einem Kranz. Mittig der Umschrift stehen die Worte LIBERTÉ ÉGALITÉ ERIDANIA und der zweizeilige Nominalwert 20 FRANCS. Neben einem Teil der Losung der Französischen Revolution (Liberté, Égalité) enthält die Umschrift also auch die Landesbezeichnung Eridania, abgeleitet von Eridanos, dem antiken Namen des norditalienischen Flusses Po.Hintergrund: Eridania auf numispedia.de
Als das Piemont 1802 von Frankreich ganz annektiert wurde, wurde die Prägung der Münze eingestellt. Sie war die erste Münze Italiens, die dem Dezimalsystem folgte. auf moneymuseum.com (Mit Fotos der Münze)
Nationale Besonderheiten Im italienischsprachigen Raum wurde die Bezeichnung später auch für andere französische 20-Francs-Stücke (zum Beispiel Napoléon d’or), sowie für die in Übereinstimmung mit dem französischen Münzsystem geprägten 20-Franken und 20-Lire Goldmünzen von Belgien, Italien und der Schweiz verwendet (Lateinische Münzunion). So wird zum Beispiel das Schweizer 20-Franken-Goldvreneli im Kanton Tessin noch heute Marengo genannt.Wieso bezeichnet der Tessiner das Goldvreneli als Marengo? auf Swissmint (PDF, 241 kB)
Literatur Johann Michael Leuchs: Vollständiges, wissenschaftlich bearbeitetes Rechenbuch für die höhern Stände, besonders für den Handelsstand. Band 1, Verlag des Kontors der Allg. Handlungs-Zeitung, Nürnberg 1821, S. 165, Digitalisat
Einzelnachweise
Kategorie:Goldmünze Kategorie:Italienische Münze Kategorie:Französische Geschichte (19. Jahrhundert)