Tatabánya [] (deutsch Totiserkolonie) ist eine Stadt mit Komitatsrecht und Sitz des Komitats Komárom-Esztergom im Nordwesten Ungarns mit rund 65.000 Einwohnern. Die Stadt liegt 52 km westlich von Budapest. Durch ihre Lage ist sie ein Verkehrsknotenpunkt. Die Autobahn M1 (Europastraßen E 60, E 75) Wien–Budapest berührt, die Eisenbahnlinie Wien–Budapest führt durch die Stadt.
Geschichte mini|links|150px|Turulvogel – Frontalansicht mini|150px|links|Westlicher Eingang zur Höhle
Nicht nur aus der Urzeit sind hier Spuren von Menschen zu finden, auch die Völker der Kelten, Römer, Goten und Langobarden waren hier einst ansässig. Überreste aus der Zeit der Hunnen um circa 900 n. Chr. wurden hier ebenfalls entdeckt.
Bis in die Zeit um 1700 war die Gegend infolge der Türkenkriege kaum bewohnt. Ab 1727 gehörte das Land dem Grafen Joseph Esterházy, der 1733 Siedler aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ins Land rief.
Die drei historischen Vorgängersiedlungen der Stadt sind Untergalla (Alsógalla), Obergalla (Felsőgalla) und Bánhida. Untergalla wurde ab 1733, Obergalla ab 1735 von den angesiedelten Deutschen aufgebaut. Nach den Erschließungen der Bergwerke nach 1900 entstand eine Bergbaukolonie und später die Gemeinde Tatabánya. Am 10. Oktober 1947 wurden die vier Gemeinden Obergalla, Untergalla, Bánhida und Tatabánya zur Stadt Tatabánya vereinigt.
Der frühere Stadtteil Partizántelep (deutsch Partisanensiedlung) wurde um 1940 für die Bergleute erbaut und bestand bis in die 1970er Jahre.
Der Industriecharakter der Stadt dominierte bis zur politischen Wende Ungarns. Seitdem ist die Bedeutung der Schwerindustrie und des Bergbaus deutlich zurückgegangen, und die Wirtschaftsstruktur der Stadt hat sich verändert. mini|100px|Wappen der Stadt Tatabánya vor 1989 mini|100px|Wappen der Stadt Tatabánya von 2001
Stadtteile heute Tatabánya ist in sechs Stadtteile eingeteilt: Alsógalla (Untergalla) Újváros (Neustadt) Bánhida (Weinhied) Kertváros (Gartenstadt) Dózsakert (Dózsagarten) Felsőgalla (Obergalla) Óváros (Altstadt)
Sport Der bekannte Fußballklub der Stadt ist der FC Tatabánya. Erfolge erzielt auch die Handballmannschaft des Tatabánya KC, bei dem der früher beim TBV Lemgo in der Handball-Bundesliga aktive László Marosi inzwischen als Sportdirektor tätig ist. Internationale Bekanntheit erlangte der FC Tatabánya im Jahr 1985, als im Rahmen eines Europacupspiels gegen Rapid Wien das ganze Spiel hindurch die Sprechchöre im Fernsehen zu hören waren.
Nähere Ortschaften Nahe der Stadt Tatabánya liegen verschiedene Ortschaften:
Gyermely Héreg Környe (dt. Kirne) Szárliget Szomor (dt. Sumur) Tarján (dt. Tarian) Várgesztes (dt. Gestitz) Vértessomló (dt. Schemling) Vértesszőlős
Sehenswürdigkeiten
Mari-Jászai-Theater Mahnmal Turulmadár (Turulvogel); größte Vogelstatue in Europa (Flügelbreite 15 m). Selim-Höhle Geretsche (Gerecse)-Gebirge und die dortige Naturlandschaft
Städtepartnerschaften Aalen, Deutschland, seit 1987 Banská Štiavnica, Slowakei, seit 2017 Będzin, Polen, seit 2000 Christchurch, Vereinigtes Königreich, seit 1992 Ischewsk, Russland, seit 1992 Odorheiu Secuiesc, Rumänien, seit 2000 Pyjterfolwo (Пийтерфолво), Ukraine, seit 2015
Städtefreundschaften
Nové Zámky (Slowakei) Saint-Ghislain (Belgien) Saint-Lô (Frankreich) Hoogezand-Sappemeer (Niederlande)
Söhne und Töchter der Stadt
András Székely (1910–1943), Schwimmer István Angyal (1914–1980), Schwimmer Márta Záray (1926–2001), Sängerin Klára Killermann (1929–2012), Schwimmerin Erzsébet Finta (1936–2020), Schachspielerin Béla Kovács (1937–2021), Klarinettist und Komponist Viktor Lois (* 1950), Bildhauer, Installations- und Multimediakünstler Csaba Kuzma (1954–2026), Boxer Katalin Sterk (* 1961), Hochspringerin József Kiprich (* 1963), Fußballspieler Rita Deli (* 1972), Handballspielerin Zsuzsanna Borvendég (* 1974), Historikerin und Politikerin Viktor Kassai (* 1975), Fußballschiedsrichter Róbert Koch (* 1976), Volleyballspieler Nóra Medvegy (* 1977), Schachspielerin Bernadett Orsó-Ferling (* 1977), Handballspielerin Miklós Fehér (1979–2004), Fußballspieler Dávid Katzirz (* 1980), Handballspieler Éva Csernoviczki (* 1986), Judoka László Gonda (* 1988), Schachspieler Zsófia Tóth (* 1989), Du- und Triathletin Márton Lévai (* 1992), Wasserballspieler Gréta Juhász (* 2002), Handballspielerin
Weblinks
Website der Stadt Links zu Tatabánya Mari-Jászai-Theater (ungarisch) Luftaufnahmen über Tatabánya
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Komitat Komárom-Esztergom Kategorie:Stadt mit Komitatsrecht in Ungarn