Schwesta Ewa (* 16. Juli 1984 in Koszalin, Volksrepublik Polen; bürgerlich Ewa Malanda, vormals Ewa Müller„Schwesta Ewa“ drohen zehn Jahre Haft, Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 19. April 2017 (abgerufen am 4. Juli 2017): Schwesta Ewa, die seit einer Namensänderung mit bürgerlichem Namen Ewa Malanda heißt [...].Ewa drohen zehn Jahre Haft, Artikel auf laut.de vom 19. April 2017 (abgerufen am 19. Dezember 2020): Der Rapperin, die seit einer Namensänderung nicht mehr Ewa Müller, sondern Ewa Malanda heißt, [...].) ist eine deutschsprachige Rapperin. Sie ist polnische Staatsangehörige.„Nastrovje kurwa!“, Interview mit Schwesta Ewa, themessage.at vom 7. April 2015, abgerufen am 20. November 2016Martin Reger, Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen deutschsprachiger Rapper/-innen: Eine Untersuchung des Gangsta-Raps, Potsdam: Universitätsverlag Potsdam 2016, Seite 51
Biografie Ewa Malanda wurde 1984 in Koszalin in der Woiwodschaft Westpommern als ältestes von drei Kindern geboren. Ihr bürgerlicher Name, den sie nachträglich ändern ließ, lautete Ewa Müller. Sie wuchs ohne ihren leiblichen Vater auf. Der Umzug nach Deutschland war nur als Zwischenstation gedacht, da die Familie später in die Vereinigten Staaten auswandern wollte. Nach eigenen Aussagen wurde ihre Mutter jedoch beim Aufenthalt in Berlin eines Diebstahls überführt, weswegen die bereits bewilligte Green Card verfiel. Danach lebten sie in Kiel. Malanda sagt, sie habe aufgrund ihres Migrationshintergrunds früh mit Ausländerfeindlichkeit zu kämpfen gehabt und sei deswegen als Kind psychologisch behandelt worden.Jakob Paur: Schwesta Ewa – The Art of Storytelling. In: Juice, Nr. 161, 2014, S. 40–43.
Über eine Stelle als Kellnerin in einem Kieler Rotlichtlokal kam sie erstmals mit diesem Milieu in Kontakt und begann im Alter von 16 Jahren, als Prostituierte zu arbeiten. Nach ihrem Hauptschulabschluss im Jahr 2004 zog sie nach Frankfurt am Main.
2012 rappte sie auf den Liedern Beifall von Xatars Album Nr. 415 und Frauen auf dem Album Hinterhofjargon von Celo & Abdi. Am 5. Oktober 2012 veröffentlichte sie ihr Mixtape Realität.Interview: Schwesta Ewa über „Realität“. 16bars.de. Anfang November 2012 war Schwesta Ewa in der Sendung NeoParadise des Senders ZDFneo zu Gast, in der sie Ausschnitte aus drei Liedern präsentierte.
Mitte 2014 kündigte sie für Januar 2015 ihr Debütalbum an. Der ursprüngliche Arbeitstitel Dr. Entjungferung (wobei Dr. für Deutschrap stehen sollte) wurde in Kurwa (polnisch: „Hure“) geändert. Für das Album arbeitete Schwesta Ewa erneut mit dem Label Alles oder Nix Records (AON Records) von Xatar zusammen.Schwesta Ewa: Debütalbum “Kurwa” hat Releasedate und Cover auf rap.de, 2. Oktober 2014. Abgerufen am 19. Oktober 2014. Kurwa stieg auf Platz 11 in die deutschen Albumcharts ein, was den ersten Charterfolg in ihrer Karriere darstellt, und verkaufte sich über 20.000 Mal.
Am 17. November 2016 wurde Malanda von einer Einheit des SEK in Oeventrop vorläufig festgenommen. Dort wollte sie ein neues Album aufnehmen. Ihr wurde vorgeworfen, fünf weibliche Fans zur Prostitution gezwungen zu haben. Laut der Frankfurter Staatsanwaltschaft bestand der Verdacht des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, Zuhälterei, Körperverletzung sowie Steuerhinterziehung.Frankfurter Gangster-Rapperin soll junge Frauen zur Prostitution gezwungen haben In: Frankfurter Neue Presse, abgerufen am 19. April 2016. Malanda saß daraufhin in der JVA Frankfurt am Main III in Preungesheim in Untersuchungshaft.Polizei ermittelte seit Monaten gegen Rapperin ‚Schwesta Ewa‘. In: focus.de, 18. November 2016, abgerufen am 20. November 2016. Es wurde bekannt, dass in der von ihr und ihrem Lebensgefährten betriebenen Stoltze Bar in der Stoltzestraße 17 in Frankfurt am MainSchwesta Ewa – Rapperin. Häftling. Mutter. Sechsteilige Dokumentarfilmserie in einer Staffel, 2021. Regie: Stefan Kauertz. Autoren: Falk Schacht, Naya Bindzus, Stefan Kauertz. Produktion: Zora Nessl, Stefan Kauertz, Yan Schoenefeld. Eine Produktion von Filme Five GmbH, Berlin im Auftrag von TVNOW und VOX zuvor bereits mehrere Durchsuchungen stattgefunden hatten. Am 18. April 2017 erhob die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main Anklage gegen Malanda,Schwester Ewa wegen Zuhälterei angeklagt. In: Spiegel Online, abgerufen am 19. April 2017. am 8. Juni begann der ProzessSarah Kempf: Mit Zuhälterei mehr verdient als mit Rap. In: F.A.Z. Rhein-Main-Zeitung, 8. Juni 2017, S. 34. und am 20. Juni 2017 wurde sie wegen 35-facher Körperverletzung, Steuerhinterziehung und Förderung sexueller Handlungen MinderjährigerBGH: Urteil gegen Rapperin „Schwesta Ewa“ rechtskräftig bei rsw.beck.de zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Vorwürfe der Zuhälterei und des Menschenhandels sah die zuständige Kammer des Landgerichts Frankfurt am Main allerdings nicht als erwiesen an, da Zeuginnen ausgesagt hatten, dass sie sich freiwillig prostituiert hätten und Malanda sie nicht gezwungen habe. Sowohl Malanda als auch die Staatsanwaltschaft und eine Nebenklägerin legten gegen die Verurteilung Revision ein und zogen vor den Bundesgerichtshof (BGH).Schwesta Ewa geht in Revision. In: Spiegel Online, 27. Juni 2017. Alle Revisionen wurden vom BGH verworfen, womit das Urteil rechtskräftig wurde.
Malanda lebte ab 2018 in Düsseldorf, wo sie im Januar 2019 eine Tochter zur Welt brachte.
Im August 2019 veröffentlichte Schwesta Ewa ihre Autobiografie Enthüllungen: Das Leben fickt am härtesten im Riva Verlag, die ein Spiegel-Bestseller wurde.
Am 12. Januar 2020 trat Malanda ihre Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Willich II in Nordrhein-Westfalen an. Ihre einjährige Tochter durfte sie nicht mitnehmen.Schwesta Ewa tritt ihre Haft an – ohne Baby (12. Januar 2020) Zwischenzeitlich erschien am 31. Januar 2020 ihr drittes Album namens Aaliyah. Nachdem sie im Juni 2020 in den offenen Vollzug verlegt worden war, konnte sie im Juli 2020 in das Justizvollzugskrankenhaus Nordrhein-Westfalen in Fröndenberg/Ruhr wechseln und ihr Kind mitnehmen. Nachdem sie zwei Drittel der Haftstrafe verbüßt hatte, wurde sie Anfang Februar 2021 aus dem Gefängnis entlassen.
Im Juli 2021 erschien eine sechsfolgige Dokumentationsserie des Regisseurs Stefan Kauertz über das Leben von Schwesta Ewa mit dem Titel Rapperin. Häftling. Mutter. beim Streamingdienst TVNOW.Doku-Serie über Schwesta Ewa: Rappen für "mehr Kunden im Puff" von Jurek Skrobala auf Spiegel Online, 6. August 2021 Im Bezug auf den Umstand, ab 2016 ins Visier der gegen sie ermittelnden Polizei geraten zu sein, erklärt Schwesta Ewa in dem Dokumentarfilm: Das Pseudonym der Wiener Rapperin Schwesta Ebra ist eine Anspielung auf Schwesta Ewa.
Diskografie Alben 2015: Kurwa 2018: Aywa 2020: Aaliyah 2022: Awanta
Mixtapes 2012: Realität
Singles 2018: Schubse den Bullen 2018: Mein Geständnis 2018: Tabledance (feat. SXTN) 2018: Alles nur Show (feat. Bonez MC) 2019: Cruella 2019: Tokat 2020: Bang Bang 2020: Mama iz da 2020: Sie wartet (mit Samy) 2022: Powww! (mit Sentino) 2022: Mehr Eier (feat. Xatar; #5 der deutschen Single-Trend-Charts am 11. Februar 2022) 2022: Mein Thron 2022: 190 Tage (feat. Adones) 2022: Mach kein Film (feat. Bausa) 2022: Nie mehr rein (feat. Ra’is) 2022: Fettsack Flow (mit Ehrenmannrius) 2025: Ihr Möchtegern (mit Loredana)
Weitere Veröffentlichungen 2021: Break Ups (Krankfurt Remix) (mit Senna Gammour, LIZ)
Buch 2019: Enthüllungen: Das Leben fickt am härtesten (Riva Verlag) – Memoiren
Weblinks
schwesta-ewa.de (Webarchiv)
Schwesta Ewas Seelenstriptease. Die Musikkarriere einer Ex-Prostituierten. Video in: Spiegel TV Reportage vom 26. Februar 2015 (23 min)
Einzelnachweise
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