Rhede (Ems) ist eine Gemeinde im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Rhede hat Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 74,98 km².
Geographie Geographische Lage Die Gemeinde Rhede liegt im äußersten Nordwesten des Landkreises am westlichen Ufer der Ems. Sie grenzt direkt an die Niederlande.
Gemeindegliederung Lage der Ortsteile mit Einwohnerzahlzentriert|100px 1. Borsum 145 2. Brual 682 3. Neurhede 476 4. Rhede 3179
Nachbargemeinden Im Norden grenzt Rhede an die Gemeinde Bunde und an die Stadt Weener im Landkreis Leer, im Osten an die Stadt Papenburg, im Süden an die Samtgemeinde Dörpen und im Westen an die Gemeinde Westerwolde in der niederländischen Provinz Groningen.
Flächennutzung Rund 75 % der Gemeindefläche sind Flächen für die Landwirtschaft. Die Flächen mit Ödland und Unland nehmen einen Anteil von rund 14 % ein. Die gesamte weitere Flächennutzung kann der folgenden Tabelle entnommen werden:, abgerufen am 12. September 2013
Flächennutzung in Rhede (Ems) Fläche in ha Hof- und Gebäudeflächen 175 Verkehrsflächen 300 Ödland, Unland 1067 Landwirtschaftsflächen 5605 Waldflächen 87 Wasserflächen 236 Sonstige Flächen 28 Gesamtfläche 7498
Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Gemeindegebiet von Rhede (Ems) gehört zum Flusssystem der Ems.
Die Hauptoberflächengewässer werden durch die Ems geprägt, an deren westlichem Ufer die Gemeinde liegt. Neben dem Hauptfluss gehören dazu Altarme der Ems, kleinere Fließgewässer sowie mehrere durch Sandabbau entstandene Stillgewässer.
Zu den Fließgewässern zählen neben der Ems insbesondere Emsaltgewässer westlich des Deichs sowie kleinere Gewässer wie das Dänenfließ. Darüber hinaus bestehen künstlich angelegte Entwässerungs- und Kanalstrukturen, darunter der Brualer Schlothttps://www.bg-ecoplan.de/files/broschuere_brualer_schloot.pdf und mehrere sogenannte Fingerkanäle.
Zu den Stillgewässern gehören der Spieksee, der Flaarsee sowie weitere Baggerseen wie Mahlbusenhttps://www.alleangeln.de/gewaesser/mahlbusen-brual und Rottsee. Der Flaarsee entstand im Zuge von Sandabbauarbeiten unter anderem für den Bau der Bundesautobahn 31 und entwickelte sich anschließend zu einem bedeutenden Rast- und Brutgebiet für Wasservögel. Mehrere Seen im Gemeindegebiet werden zudem als Badegewässer genutzt, darunter Badeseen in Brual, Neurhede und Sudfelde.
Zu den Mooren und anderen Feuchtgebieten gehören vor allem Teile des ehemaligen Bourtanger Moores, die Emsniederung mit ihren Auenbereichen sowie weitere Feuchtlebensräume entlang von Altgewässern und Niederungsflächen.
Das Gemeindegebiet ist durch Niederungslandschaften mit Feuchtwiesen, Röhrichten, Hochstaudenfluren und kleineren Auwaldresten geprägt. Bedeutende Feuchtgebiete befinden sich insbesondere in dem Naturschutzgebiet Emsauen zwischen Herbrum und Vellage (NSG WE 268), das teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde liegt. Es umfasst Überschwemmungsflächen, tidebeeinflusste Niederungsbereiche, Kleingewässer sowie Sukzessionsflächen mit Röhrichten, Weidengebüschen und Auwaldresten. Es ist zugleich Bestandteil des FFH-Gebietes „Ems“ und des EU-Vogelschutzgebietes „Emstal von Lathen bis Papenburg“.
Im westlichen Grenzraum zur Niederlande gehört Rhede zum historischen Ausläufer des Bourtanger Moores, eines großräumigen Hochmoorkomplexes entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Dazu zählt unter anderem das Naturschutzgebiet Fehndorfer Moor (NSG WE 324), das als abgetorfter und wiedervernässter Hochmoorbereich beschrieben wird und sich in Moorregeneration befindet. Es gilt als wichtiger Rückzugsraum für auf Moorstandorte spezialisierte Tier- und Pflanzenarten wie Wollgrasarten, Sonnentau sowie Besen- und Glockenheide.
Weitere Feuchtgebiete bestehen im Landschaftsschutzgebiet Tunxdorf–Nenndorf–Rhede (LSG EL 028), einem geschützten Abschnitt der Emsniederung.
Geschichte Urkundlich erwähnt wurde Rhede erstmals 829. Die Pfarrei Aschendorf unterstand anfangs dem Kloster Corvey.Gerd Steinwascher: Klöster im Emsland vom Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. In: Annuntiata Bays, M. Gerharda Rekers, Franz Solan Nüßlein, Karl Schulte-Wess, Gerd Steinwascher: Von Klöstern und Klosterleuten. Orden wirken im Emsland. Emsländischer Heimatbund, Sögel 1999, ISBN 3-88077-082-4, S. 4–39, hier S. 6. Noch 853 wurde auch Borsum erwähnt. Brual ist jüngeren Datums (10. Jahrhundert), war jedoch von großer Bedeutung, da hier die Ems als Wasserstraße gesperrt werden konnte. Der Rheder Markt ist seit dem 13. Jahrhundert urkundlich belegt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war in Rhede/Brual-Siedlung ein Straflager. Im Jahre 1940 entdeckte ein Strafgefangener im Moor bei Rhede einen 19 Kilogramm schweren Eisenmeteoriten. Er trägt heute den offiziellen Namen „Emsland“.
Eingemeindungen Die frühere Samtgemeinde Rhede mit den Gemeinden Borsum, Brual, Neurhede und Rhede wurde am 1. Januar 1973 in eine Einheitsgemeinde umgewandelt.
Religion Die Rheder Bevölkerung ist mit rund 75 % mehrheitlich römisch-katholischer Konfession. Die evangelisch-lutherische Konfession stellt mit rund 7 % die nächstgrößte Religionsgruppe., abgerufen am 13. September 2013
Politik Rhede hat den Status einer Einheitsgemeinde.
Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Rhede (Ems) besteht aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3001 und 5000 Einwohnern. Die 14 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Die allgemeine Wahlperiode beginnt am 1. November nach der letzten Wahl und endet nach fünf Jahren zum 31. Oktober. §47 NKomVG-Wahlperiode
Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der direkt gewählte hauptamtliche Bürgermeister Jens Willerding (CDU).
Die Kommunalwahl vom 13. September 2026 ergab folgende Sitzverteilung:
+Partei2026 2021 % Sitze%Sitze CDU74,901083,3912 SPD11,56216,612 AfD13,532 - - Wahlbeteiligung61,99 %58,17 %
Bürgermeister Am 26. Mai 2019 wurde Jens Willerding als Einzelbewerber mit 83,4 Prozent zum hauptamtlichen Bürgermeister von Rhede gewählt.General-Anzeiger: 2014 werden im Emsland viele Bürgermeister gewählt, abgerufen am 9. September 2013
Ortsbürgermeister/-vorsteher Die Orte Brual und Neurhede sind in der Hauptsatzung der Gemeinde als Ortschaften mit Ortsrat, Borsum wurde als Ortschaft mit Ortsvorsteher festgelegt. In Brual hat der Ortsrat Adele Telgen als Ortsbürgermeisterin, in Neurhede hat der Ortsrat Frank Hunfeld als Ortsbürgermeister gewählt. Für Borsum wurde Lars Biergans vom Gemeinderat als Ortsvorsteher berufen.
Vertreter im Land- und Bundestag Die Gemeinde ist Teil des Landtagswahlkreises Papenburg. Er umfasst neben der Stadt Papenburg auch die Gemeinde Rhede (Ems) und die Samtgemeinden Dörpen, Lathen, Nordhümmling, Sögel und Werlte. Zur Landtagswahl in Niedersachsen 2022 traten sieben Direktkandidaten an.Kandidatenliste 2013 Direkt gewählter Abgeordneter ist Hartmut Moorkamp (CDU). Der Wahlkreis trägt die Wahlkreisnummer 82.
Rhede gehört zum Bundestagswahlkreis Unterems (Wahlkreis 25), der aus dem Landkreis Leer und dem nördlichen Teil des Landkreises Emsland besteht. Der Wahlkreis wurde zur Bundestagswahl 1980 neu zugeschnitten und ist seitdem unverändert. Bislang setzten sich in diesem Wahlkreis als Direktkandidaten ausschließlich Vertreter der CDU durch.Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis, aufgeschlüsselt nach Städten und (Samt-)Gemeinden Bei der Bundestagswahl 2021 wurde die CDU-Abgeordneten Gitta Connemann aus Leer direkt wiedergewählt. Über Listenplätze der Parteien zogen Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) und Julian Pahlke (Grüne) aus dem Wahlkreis in den Bundestag ein.
Wappen 100px|Wappen, Gemeinde Rhede (Ems)Blasonierung: In Gold ein schrägrechter schwarzer Wellenbalken, begleitet oben von einem schwarzen Steuerrad, unten von einer schwarzen Pflugschar.
Der Wellenbalken stellt den Bezug des Ortes zur Lage an der Ems dar, das Steuerrad ist ein Sinnbild für die seit Jahrhunderten betriebene Schifffahrt auf der Ems und die Pflugschar steht für den überwiegend bäuerlichen Charakter der Gemeinde.
Flagge 100px|Dienstflagge, Gemeinde Rhede (Ems)100px|Zivilflagge, Gemeinde Rhede (Ems)Die Farben der Gemeinde Rhede sind Gold-Schwarz-Gold. Die Dienstflagge der Gemeinde zeigt im mittleren schwarzen Feld das Gemeindewappen, während dieses auf der Zivilflagge fehlt. (PDF; 112 kB), abgerufen am 9. September 2013
Städtepartnerschaften Rhede (Ems) unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Gemeinden:
, Niederlande, seit dem 25. Juli 1979 Polen (), seit dem 10. Oktober 2012
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen Das Landwirtschaftsmuseum in Rhede ist eines der fünf Emslandmuseen und vermittelt einen Einblick in die mit Muskelkraft betriebene Landwirtschaft. Das Museum befindet sich seit 1990 auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Hof an der Emsstraße und wurde von 1991 bis 1995 als Museum hergerichtet. Auf einer Ausstellungsfläche von rund 1.100 Quadratmetern werden Geräte und Maschinen aus der Zeit von ca. 1850 bis 1950 gezeigt. Themenschwerpunkte der Ausstellung sind die Ackerbestellung, die Getreideernte, die Heuernte, die Viehhaltung und die Milchwirtschaft., abgerufen am 10. September 2013
Bauwerke mini|Alte Rheder Kirche Die Alte Rheder Kirche ist ein spätgotischer Ziegelbau von drei mit Kreuzgewölben überspannten Jochen mit 5/8-Chor und rechteckigem Westturm. Teile des Turmsockels stammen aus dem 13. Jahrhundert. Der Hauptteil des Kirchengebäudes datiert um 1470. Die Kirchengemeinde St. Nikolaus nutzte die Kirche bis 1913 als Pfarrkirche. Dann wurde die Kirche für die wachsende Gemeinde zu klein und man baute im Ortskern eine neue Kirche. Die profanierte Kirche dient heute als Gedächtniskirche, als Gedenkstätte für die Toten der Weltkriege sowie als Austragungsort für kulturelle Musikveranstaltungen wie die Musikreihe „Kirchenmusik im Emsland“.Rhede-Online: Alte Rheder Kirche, abgerufen am 17. Februar 2018
Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus entstand 1913 als Neubau in der Ortsmitte, nachdem die alte Pfarrkirche sich mit ihren 565 Plätzen als zu klein erwiesen hatte. Die von Dombaumeister Wilhelm Sunder-Plassmann aus Münster im neuromanischen Stil errichtete Kirche erhielt zwei große quadratischen Westtürme und eine mächtige oktogonale Vierungskuppel, was der Kirche bei den Einheimischen den Beinamen „Rheder Dom“ einbrachte. Eine erste große Innenrenovierung fand im Zuge der Veränderungen im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahre 1966 statt. Eine weitere Innenrenovierung erfolgte 1999, bei der der ursprüngliche Charakter der Kirche wieder mehr in den Vordergrund gestellt wurde. Viele Malereien und die aus Sandstein gearbeiteten Säulen wurden restauriert.Gemeindeverbund Rhede: St. Nikolaus, abgerufen am 11. September 2013 2013 konnte man die 100-jährige Geschichte mit einem Jubiläumswochenende feiern.100 Jahre Rheder Kirche: Buch zum Jubiläum, abgerufen am 11. September 2013 mini|hochkant|St. Nikolauskirche in Rhede (Ems)
Sport Der 1921 gegründete Sportverein „Spiel und Sport Rhede“ (SuS Rhede) ist mit rund 600 Mitgliedern einer der größten Vereine in der Gemeinde. Er bietet die Sparten Fußball, Handball, Volleyball, Tennis, Turnen und Leichtathletik an. Zu den Sportanlagen des Vereins gehören das „Emspark-Stadion“, die Tennisanlage „Kold’n Hauk“ sowie der A-Platz und die Sporthallen in der Jahnstraße.Spiel und Sport Rhede e. V. von 1921, abgerufen am 22. März 2023 Ein weiterer Verein ist der 1967 gegründete Sportverein „SV Eintracht Brual e. V.“, der rund 300 Mitglieder hat. Der Verein bietet die beiden Sparten Fußball und Tischtennis an.Homepage des SV Eintracht Brual, abgerufen am 10. September 2013
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