mini|Dreiapsidiale Saalkirche St. Peter Mistail, Graubünden (8. Jh.) Eine Dreiapsidenkirche ist eine Kirche mit drei Apsiden, in denen meist jeweils ein Altar stand. Während die Pfarrkirchen des Mittelalters meist nur eine Apsis hatten, waren drei Apsiden in der Regel größeren und bedeutenderen Kirchenbauten wie Kathedralen, Klosterkirchen, Prioratskirchen, Stifts- und Kollegiatkirchen etc. vorbehalten. Mehrere Bautypen sind zu unterscheiden: mini|St-André-de-Sorède Normalfall Beim Normalfall einer Dreiapsidenkirche enden die drei Kirchenschiffe in jeweils einer Apsis. Da die Seitenschiffe meist schmaler und niedriger sind als das Mittelschiff, findet sich die gleiche Konfiguration, die einem Triumphbogenschema ähnelt, auch in den Apsiden; gleiches gilt für einschiffige Kirchen mit Querhaus.
Dreiapsidensäle mini|Klosterkirche St. Johann in Müstair, Graubünden, ab 775 erbaut mini|Kirche St. Agatha, Disentis, Graubünden (12. Jh.)
Dieser Typus einräumiger Saalkirchen mit drei nebeneinanderliegenden Apsiden gehört der karolingischen Zeit an; hierzu gehören beispielsweise: ursprüngliche Klosterkirche St. Johann in Müstair, Graubünden Kirche St. Peter Mistail in Alvaschein, Graubünden Vorgängerkirche der katholischen Kirche Pleif in Vella, Graubünden Kirchenruine Sogn Murezi, Graubünden Kapelle St. Agatha in Disentis, Graubünden Vorgängerkirche der Sülchenkirche bei Rottenburg am Neckar Bergkirche St. Nikolaus (Rheinau ZH)
Taukreuzkirchen mini|Santa Lucía del Trampal, Extremadura (7. Jh.) Taukreuzkirchen sind einschiffige Kirchen mit einem Querhaus (Transept), an welches nach Osten drei Apsiden angelagert sind; die mittlere Apsis ist in der Regel höher und/oder tiefenräumlicher als die beiden seitlichen. Hierzu gehören beispielsweise: Santa Lucía del Trampal, Alcuéscar, Extremadura San Nicola, Ottana, Sardinien Santissima Trinità di Saccargia, Sardinien Saint-Julien, Axiat, Pyrenäen Saint-Symphorien, Biozat, Bourbonnais
Dreikonchenkirchen mini|Saint-Sulpice, Marignac, Charente (12. Jh.) Bei einer Dreikonchenkirche (Trikonchos) sind die drei meist gleichdimensionierten Apsiden des Chores kreuz- oder kleeblattförmig angeordnet. Hierzu gehören u. a.: Heiligkreuzkapelle, Müstair, Graubünden St. Maria im Kapitol, Köln Groß St. Martin, Köln St. Quirinus, Neuss Saint-Sulpice, Marignac, Charente Saint-Martin, Lurcy-Lévis, Bourbonnais Petersdom, Rom Salzburger Dom Sankt Magnus, Lana, Südtirol
Siehe auch Staffelchor Triumphbogenschema
Weblinks Dreiapsidenanlage – Fotos, Grundrisse + Infos (RDK-Artikel) Dreikonchenplan – Fotos, Grundrisse + Infos (RDK-Artikel)
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchenbautyp