mini|Schloss Ilberstedt, 2026 mini|Torturm, 2026 Das Schloss Ilberstedt ist ein spätbarockes Gebäude in der Gemeinde Ilberstedt in Sachsen-Anhalt.

Geschichte Die Adelsfamilie von Biedersee kam in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in das Gebiet westlich von Bernburg und besaß hier einen Ober-, Mittel- und Unterhof. Der Mittelhof in Ilberstedt wurde 1792 an den Kriegs- und Domänenrat Braunbehrens in Halberstadt veräußert, der zwischen 1799 und 1801 ein neues Herrenhaus errichten ließ, das heute in Unterscheidung zu anderen Gutshöfen im Ort „Schloss“ genannt wird.Dehio-Handbuch. Sachsen-Anhalt II, S. 339. Nach der über dem Hofportal befindlichen Inschriftentafel handelte es sich bei dem Auftraggeber für den Neubau um Johann Karl Andreas Freiherr von Braunbehrens (1768–1818).

Das Gutshaus in der Denkmalstraße 8 steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 60333 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.

Architektur Das zweigeschossige Gebäude ist gegliedert in einen dreiachsigen Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und zwei fünfachsige Seitenflügel. Das Mansardwalmdach ist mit Schiefer gedeckt und hat nur auf einer Seite Dachgauben. Zum Haupteingang führt einen zweiläufige Sandstein-Freitreppe hinauf. Die bauzeitliche Raumstruktur mit barocker Mitteldiele und originalen Treppenläufen ist erhalten geblieben. Ebenso Kamine, Innentüren, eine hölzerne Veranda und die Haupttreppe. Der angrenzende Park befindet am Ufer der Wipper. Der ehemalige Torturm (Denkmalstraße 8a) wird in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts datiert und prägt das Straßenbild durch sein Schopfwalmdach. Seine rundbogige Durchfahrt wurde später verschlossen. Er wurde mit dem angrenzenden Wohnhaus, das ebenfalls ein Walmdach trägt, für Wohnzwecke genutzt und trägt ein Wappen mit Heroldsfiguren.Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 12, S. 154–155.

Das Schloss befindet sich in einem baulich schlechten Zustand und steht leer. Der Grundriss beträgt ca. 35 m × 12 m, das Grundstück selbst ist 10.230 m² groß. Das Gebäude erstreckt sich über 5 Ebenen: Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss und zwei weitere Dachgeschosse. Die Innenfläche beträgt insgesamt über 1000 m².

Ähnliche schlossartige Gutshäuser des Altkreises Bernburg sind Schloss Piesdorf (1776), Schloss Biendorf (1759) sowie die Schlösser in Wohlsdorf (1818) und Roschwitz (1800).

Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Bearbeitet von einem Autorenkollektiv. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4. Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 12: Landkreis Bernburg. Erarbeitet von Birthe Rüdiger (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2003, ISBN 3-937251-06-5.

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Einzelnachweise

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