Andrej Kramarić (* 19. Juni 1991 in Zagreb, SR Kroatien, SFR Jugoslawien) ist ein kroatischer Fußballspieler. Er steht seit Anfang 2016 bei der TSG 1899 Hoffenheim unter Vertrag und ist seit 2019 Rekordtorschütze des Vereins in der Bundesliga. Mit der kroatischen Nationalmannschaft wurde er 2018 Vizeweltmeister und erreichte 2022 den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft.

Herkunft Kramarić wurde in der kroatischen Hauptstadt Zagreb geboren, wuchs aber zunächst in Bednja, einem kleinen Ort in der nördlich gelegenen Region Hrvatsko Zagorje in der Gespanschaft Varaždin auf, wo sich auch das Schloss Trakošćan befindet. Später zog die vierköpfige Familie, zu der auch seine Schwester gehört, fest nach Zagreb.„Das Beste, was mir je passiert ist“ auf tsg-hoffenheim.de vom 24. Mai 2021 (abgerufen am 27. April 2026)

Karriere Verein Karrierebeginn in Zagreb (1997–2013) Seine Karriere begann Kramarić in der Jugend von Dinamo Zagreb, wo ihn sein Vater mit sechs Jahren anmeldete. Für die Jugendmannschaften von Dinamo erzielte er, der anfangs zierlich und körperlich unterlegen gewesen sein soll, über 450 Tore und stellte damit einen Vereinsrekord auf.Kramarić je za Dinamo već zabio 450 golova! auf jutarnji.hr vom 26. Juni 2009, archiviert vom Original am 29. Juli 2012 (kroatisch, abgerufen am 27. April 2026) Am 24. April 2009 debütierte der Jungspieler für die erste Mannschaft im Erstligaderby gegen NK Zagreb, als er in der 68. Spielminute für Josip Tadić eingewechselt wurde. Es blieb für Kramarić der einzige Einsatz für die Profimannschaft in dieser Saison, die für den Verein mit dem Gewinn der Meisterschaft endete. In der Spielzeit 2009/10 spielte er erstmals regelmäßig für Dinamo, meist aber nur als Einwechselspieler, unter anderem für den Stürmer Mario Mandžukić. So kam er bis zum Saisonende auf wettbewerbsübergreifend 29 Einsätze, davon sechsmal in der Startelf, und erzielte sieben Tore. Außerdem konnte er mit Dinamo Zagreb erneut die Meisterschaft gewinnen. In der Saison 2010/11 gewann Kramarić mit Dinamo neben seiner dritten Meisterschaft auch den nationalen Pokal. Wie häufig in diesem Jahr kam er im Pokalfinale gegen NK Varaždin allerdings nicht zum Einsatz. Insgesamt spielte Kramarić in der Liga nur noch zwölfmal, zweimal davon in der Startelf. Diese Situation besserte sich auch nicht zu Beginn der folgenden Saison 2011/12.

Im Februar 2012 wurde der Stürmer nach nur fünf Pflichtspielminuten in der laufenden Spielzeit bis Mai an den Stadtrivalen Lokomotiva Zagreb verliehen.Kramarić poslan na posudbu auf hrsport.net vom 9. Februar 2012, archiviert vom Original am 29. November 2014 (kroatisch, abgerufen am 27. April 2026) In der restlichen Saison stand er bei allen Ligaspielen in der Startelf und schoss fünf Tore. Das Leihgeschäft wurde um die Spielzeit 2012/13 verlängert, in welcher Kramarić mit 23 Punkten der beste Scorer des Teams war und dadurch auch einen entscheidenden Anteil an der Vizemeisterschaft hinter seinem eigentlichen Arbeitgeber Dinamo hatte.

Im Sommer 2013 kehrte Kramarić nach der erfolgreichen Leihe zu Dinamo Zagreb zurück, mit denen er mit einem Finalsieg gegen HNK Rijeka im Superpokal in die Saison startete. Anschließend soll sich der Spieler den Brüdern Zoran und Zdravko Mamić, die zu dieser Zeit als Sportdirektor und Präsident des Vereins fungierten, verweigert haben. Die Mamićs sollen von Kramarić gefordert haben, eine Zusatzvereinbarung zu unterschreiben, welche diesen eine Beteiligungen an allen Gehalts- sowie Ablösezahlungen des Spielers zugesichert hätte.Die außergewöhnliche Geschichte des Andrej Kramaric auf stuttgarter-zeitung.de vom 20. Juni 2018 (abgerufen am 27. April 2026)

Kurze Stationen in Rijeka und Leicester (2013–2016) Nach Saisonbeginn wechselte Kramarić Ende August 2013 schließlich zum Ligakonkurrenten HNK Rijeka.Andrej Kramarić: 'Sve je dogovoreno, idemo u Rijeku! Dinamo? Razočaran sam' auf sportske.jutarnji.hr vom 28. August 2013, archiviert vom Original am 16. Januar 2015 (kroatisch, abgerufen am 27. April 2026) In der Liga gelangen ihm 16 Tore in 24 Einsätzen. Dadurch belegte er in der Torschützenliste den zweiten Platz und beendete die Spielzeit mit seinem Verein ebenfalls auf dem zweiten Tabellenplatz hinter seinem vorherigen Arbeitgeber Dinamo Zagreb. Anders verlief die Saison 2013/14 im nationalen Pokal: Mit zehn Treffern, davon acht in der 2. Runde gegen den unterklassigen Bezirkspokalsieger NK BŠK Zmaj Blato, wurde Kramarić Torschützenkönig des Wettbewerbs.Andrej Kramarić zabio osam golova u najvećoj pobjedi Rijeke! auf vecernji.hr vom 9. Oktober 2013 (kroatisch, abgerufen am 11. Februar 2021) Außerdem konnte das Pokalfinale gegen Dinamo Zagreb nach Hin- und Rückspiel mit insgesamt 3:0 gewonnen werden. Die folgende Saison 2014/15 begann im Superpokal erneut mit einem Sieg gegen Dinamo Zagreb. Zudem gelang in der Qualifikation der Einzug in die Europa League. Dort endete der Wettbewerb für die Kroaten jedoch wie bereits im Vorjahr in der Gruppenphase. Kramarić erzielte bis zum Jahresende 21 Treffer in 18 Einsätzen in der Liga und obwohl er Rijeka im Winter verließ, genügten diese Treffer, um vor Ángelo Henríquez (20 Tore) Torschützenkönig der Liga zu werden.Kramarić najbolji strijelac, Zadar primio najviše golova, a Hajduk promijenio najviše trenera auf index.hr vom 31. Mai 2015 (kroatisch, abgerufen am 27. April 2026) Seine Leistungen bei den Hafenstädtern brachten ihm neben seiner ersten Nominierung für die Nationalmannschaft auch die Auszeichnung zum Fußballer des Jahres der Liga ein, gewählt von den Mannschaftskapitänen der Erstligavereine.mini|261x261px|Kramarić bei Leicester City (2015)|linksZur Rückrunde der Saison 2014/15 wechselte der Kroate in die englische Premier League zu Aufsteiger Leicester City, wo er einen Vertrag bis Juni 2018 unterzeichnete.Leicester City Complete Andrej Kramaric Signing auf lcfc.com vom 16. Januar 2015, archiviert vom Original am 13. März 2016 (englisch, abgerufen am 13. April 2026) In der restlichen Spielzeit absolvierte Kramarić noch 13 Ligaspiele, davon sechs in der Startelf, und erzielte zwei Tore. Der Verein beendete die Saison nach einem langen Abstiegskampf durch einen guten Saisonabschluss noch auf dem 14. Tabellenplatz. Im Sommer 2015 übernahm Claudio Ranieri das Traineramt bei den Engländern. Unter seiner Leitung konnte sich Kramarić gegen die Konkurrenten Shinji Okazaki, Jamie Vardy und Leonardo Ulloa nicht durchsetzen und stand teilweise gar nicht mehr im Spieltagskader. Da er in der Saison 2015/16 in weniger als fünf Spielen eingesetzt wurde, bekam er gemäß den Ligastatuten auch keine Siegermedaille ausgehändigt, nachdem Leicester nach dem Abgang von Kramarić überraschend die englische Meisterschaft gewinnen konnte.Which Leicester players get a Premier League winners' medal? auf skysports.com vom 7. Mai 2016 (englisch, abgerufen am 9. Mai 2016)

Zeit bei der TSG 1899 Hoffenheim (seit 2016) Am 20. Januar 2016 wechselte der Stürmer auf Leihbasis bis zum Ende der Saison 2015/16 nach Deutschland zum Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim.Andrej Kramaric wechselt auf Leihbasis zur TSG auf tsg-hoffenheim.de vom 20. Januar 2016 (abgerufen am 20. April 2026) Mit dem Wechsel zum Tabellenletzten erhoffte sich der Kroate mehr Spielpraxis, um seine Chancen auf eine Nominierung für die Europameisterschaft zu wahren.Kramaric per Leihe nach Hoffenheim auf kicker.de vom 19. Januar 2026 (abgerufen am 20. April 2026) Bereits drei Tage später gab Kramarić beim Ligaspiel gegen Bayer 04 Leverkusen sein Debüt für die TSG, als er in der 83. Spielminute für Eduardo Vargas eingewechselt wurde.Toprak und Baumann sorgen für Remis auf kicker.de vom 23. Januar 2016 (abgerufen am 20. April 2026) Sein erstes Tor folgte am 13. Februar beim 1:1-Unentschieden gegen Werder Bremen. Dies war zeitgleich das erste Spiel unter dem neuen Cheftrainer Julian Nagelsmann, der auf Huub Stevens gefolgt war.Punkt für Nagelsmann - Djilobodji verpasst Siegtreffer auf kicker.de vom 13. Februar 2016 (abgerufen am 20. April 2026) Unter seiner Leitung gelang den Hoffenheimern noch der Sprung auf den 15. Tabellenplatz, der den Klassenerhalt bedeutete. Kramarić absolvierte während der Leihe insgesamt 15 Spiele, in denen er fünf Tore erzielte.

Zur Saison 2016/17 verpflichtete die TSG Kramarić fest und stattete ihn mit einem bis zum 30. Juni 2020 datierten Vertrag aus.TSG bindet Andrej Kramaric bis 2020 auf tsg-hoffenheim.de vom 25. Mai 2016 (abgerufen am 20. April 2026) Mit 62 Punkten und dem vierten Tabellenplatz absolvierte die TSG Hoffenheim die bis dahin erfolgreichste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte. Kramarić hatte mit insgesamt 15 Toren in 34 Einsätzen auch einen maßgeblichen Anteil daran. Aufgrund dieser Leistungen traf der Verein im August 2017 in der Champions-League-Qualifikation auf den FC Liverpool, musste sich dort jedoch nach zwei Niederlagen geschlagen geben und trat anschließend in der Europa League an. In einer Gruppe mit Sporting Braga, Ludogorez Rasgrad und Istanbul Başakşehir FK schied die TSG bereits in der Gruppenphase aus. Kramarić blieb in den internationalen Spielen ohne Torerfolg, erreichte in der Bundesliga mit 13 Treffern jedoch erneut eine zweistellige Torausbeute. Auch die Mannschaft zeigte sich dort deutlich stabiler, was am Saisonende zu Platz 3 und der direkten Qualifikation für die UEFA Champions League führte. Mitte August 2018 verlängerte der Kroate seinen Vertrag vorzeitig bis 2022.Vize-Weltmeister verlängert in Hoffenheim, auf tsg-hoffenheim.de vom 17. August 2018 (abgerufen am 20. April 2026) Zu diesem Zeitpunkt gehörte Kramarić nach der Rangliste des deutschen Fußballs vom kicker-Sportmagazin neben Robert Lewandowski und Serge Gnabry zu den besten Stürmern der Bundesliga. In der Champions League schoss Kramarić fünf Tore in sechs Spielen, verpasste mit dem Verein in einer Gruppe mit Manchester City, Olympique Lyon und Schachtar Donezk allerdings erneut den Einzug in eine europäische K.-o.-Runde. Ebenso verpassten Hoffenheim und Kramarić in der Liga die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. mini|Kramarić bei der TSG Hoffenheim (2019)|302x302px