mini|Schloss Dornberg Torbau mini|Altes Forsthaus

Dornberg ist ein Stadtteil der Kreisstadt Groß-Gerau im südhessischen Landkreis Groß-Gerau.

Geografie Dornberg grenzt südlich an die Kernstadt Groß-Gerau und hat rund 400 Einwohner. Der Ort Dornberg ist eine eigene Gemarkung.

Geschichte Mittelalter Dornberg entstand als Dorf um die gleichnamige Burg, deren älteste erhaltene Erwähnung aus dem 12. Jahrhundert sie als Sitz der Herren von Dornberg ausweist. Diese waren auch in der Umgebung begütert. Vom Schloss aus verwalteten sie ihren Besitz, woraus später das Amt Dornberg entstand, dessen Mittelpunkt das Dorf Dornberg war.

Mit dem Aussterben der Herren von Dornberg 1259 gelangte Dornberg an die Grafen von Katzenelnbogen. Im Jahr 1318 wird erstmals eine eigene Kirche erwähnt, 1371 eine Kapelle außerhalb der Burg. 1479 starben die Grafen von Katzenelnbogen aus. Erben waren die Landgrafen von Hessen, die das Schloss als Jagdschloss nutzten und die westlich gelegene Fasanerie anlegten.

Neuzeit Bei der Teilung der Landgrafschaft Hessen unter den Erben Philipp des Großmütigen 1567 gelangte Dornberg an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Noch deren erster Regent, Georg I., veranlasste, dass die von seinem Kanzler, Johann Kleinschmidt, zusammengestellte Sammlung Landrecht der Obergrafschaft Katzenelnbogen dort rechtsverbindlich wurde. Sie galt in Dornberg als Partikularrecht, subsidiär ergänzt um das Gemeine Recht, bis ans Ende des 19. Jahrhunderts.Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 108f. und beiliegende Karte. Erst das Bürgerliche Gesetzbuch, das einheitlich im ganzen Deutschen Reich galt, setzte zum 1. Januar 1900 das alte Partikularrecht außer Kraft.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Dornberg:

Verfassung Amts-System vor 1821 In der frühen Neuzeit waren auf unterster Ebene die Funktionen von Verwaltung und Rechtsprechung im „Amt“ vereinigt, so auch im Amt Dornberg, das bis 1821 bestand.

1806 wurde die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt zum Großherzogtum Hessen. Hier lag Dornberg in der Provinz Starkenburg. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1821 wurden die alten Ämter aufgelöst, für die Verwaltungsaufgaben auf der unteren Ebene wurden Landratsbezirke und für die erstinstanzliche Rechtsprechung Landgerichte eingerichtet.

Verwaltung nach 1821 Für die übergeordnete Verwaltung in Dornberg war nun der Landratsbezirk Dornberg zuständig. 1832 wurden die Verwaltungseinheiten im Großherzogtum weiter vergrößert und Kreise geschaffen. Dadurch gelangte Dornberg in den Kreis Groß-Gerau. Die Provinzen, die Kreise und die Landratsbezirke des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, was jedoch bereits am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht wurde. Dadurch gehörte Dornberg zwischen 1848 und 1852 zum Regierungsbezirk Darmstadt, bevor wieder der Kreis Groß-Gerau für die übergeordnete Verwaltung zuständig war. Dort verblieb der Ort durch alle weiteren Verwaltungsreformen bis heute.

Am 1. April 1939 wurde Dornberg in die Stadt Groß-Gerau eingemeindet.

Gerichtsreformen In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen der beiden oberen Instanzen neu organisiert. Die Ämter blieben die erste Instanz der Rechtsprechung in Zivilsachen. Für das Fürstentum Starkenburg wurde das „Hofgericht Darmstadt“ als Gericht der zweiten Instanz für Zivilsachen eingerichtet. Zuständig war es erstinstanzlich auch für standesherrliche Familienrechtssachen und Strafsachen. Ihm übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Verwaltungsreform von 1821 wurden im Großherzogtum Hessen auch auf unterster Ebene Gerichte geschaffen, die von der Verwaltung unabhängig waren. Für Dornberg war nun das Landgericht Großgerau örtlich zuständig. Es wurde mit der Reichsjustizreform und Wirkung vom 1. Oktober 1879 durch das Amtsgericht Groß-Gerau ersetzt.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Dornberg angehört(e):

vor 1479: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Katzenelnbogen, Obergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Dornberg ab 1479: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen (durch Erbfall), Obergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Dornberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Obergrafschaft Katzenelnbogen, Amt Dornberg ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Fürstentum Starkenburg, Amt Dornberg ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Amt Dornberg ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung., Provinz Starkenburg, Amt Dornberg ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Dornberg ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Groß-Gerau ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Groß-GerauIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1939: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Groß-Gerau, Stadt Groß-GerauAm 1. April 1939 zur Stadt Groß-Gerau.

Einwohnerentwicklung • 1806: 99 Einwohner, 23 Häuser • 1829: 125 Einwohner, 22 Häuser • 1867: 146 Einwohner, 24 Häuser

Verkehr Dornberg besitzt mit dem Bahnhof Groß Gerau-Dornberg einen Halt der S-Bahn Rhein-Main. Auch Regionalzüge zwischen Frankfurt (Main) Hauptbahnhof und Mannheim Hauptbahnhof halten hier. In den 1950er Jahren verkehrten von hier über die Verbindungskurve zur Rhein-Main-Bahn Pendelzüge zum Bahnhof Groß Gerau.

Literatur Historisches Ortsverzeichnis Großherzogtum und Volksstaat Hessen, S. 74.

Weblinks Geschichte und Stadtteile. In: Webauftritt der Groß-Gerau.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise 2015: 2020:

Kategorie:Ort im Landkreis Groß-Gerau Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Groß-Gerau) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1939 Kategorie:Geographie (Groß-Gerau)